Walter Schwimmer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Walter Schwimmer (* 16. Juni 1942 in Wien) ist ein österreichischer Politiker. Der Jurist war seit 1971 Mitglied des österreichischen Nationalrats und von 1999 bis 2004 Generalsekretär des Europarats.

Leben[Bearbeiten]

Walter Schwimmer ist Sohn eines Bäckers und einer Verkäuferin. Er besuchte das Realgymnasium und studierte Rechtswissenschaft an der Universität Wien. Dort promovierte er 1964, wurde Rechtsberater der Gewerkschaft der Privatangestellten beim ÖGB (Österreichischen Gewerkschaftsbund). 1971 wechselte er zunächst als Leiter des Sozialen und später des Politischen Ausschusses zum ÖAAB (Österreichischen Arbeiter- und Angestelltenbund). 1979 wurde er Leiter der Beitragsabteilung der Wiener Gebietskrankenkasse. Von 1984 bis 1999 war er ihr Generaldirektor.

Seit seiner Studienzeit Mitglied der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) wurde er 1971 in den Nationalrat gewählt. Schwimmer gehörte dem Nationalrat bis 1999 in acht aufeinanderfolgenden Legislaturperioden an. Er war stellvertretender ÖVP-Fraktionsvorsitzender, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit, Justiz und des Bauten sowie stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für soziale Angelegenheiten. Schwimmer war von 1977 bis 1981 Vize-Präsident, von 1982 bis 1999 Präsident der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft.

Schwimmer gehörte seit 1991 der österreichischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarats an, wurde dort 1996 Vorsitzender der Fraktion der Europäischen Volkspartei-Christdemokraten, Vizepräsident der Versammlung, stellvertretender Vorsitzender des Rechts- und Menschenrechtsausschusses, Vorsitzender des Unterausschusses für internationale Wirtschaftsbeziehungen sowie Berichterstatter für den Beitritt der Slowakei zum Europarat.

Im Juni 1999 wählte ihn die Parlamentarische Versammlung als Nachfolger des Schweden Daniel Tarschys zum Generalsekretär des Europarats. Bei der turnusmäßigen Neuwahl des Generalsekretärs am 22. Juni 2004 unterlag Schwimmer dem Briten Terry Davis. Er erhielt in der Parlamentarischen Versammlung lediglich 91 Stimmen, Davis erhielt 157. Schwimmer hat das Amt am 1. September 2004 abgeben.

Schwimmer ist als Berater für Internationale Beziehungen und Europafragen, sowohl für Regierungen als auch für Unternehmungen tätig. Er engagiert sich ehrenamtlich für den Dialog der Kulturen und ist u.a. Generalsekretär der Maison de la Méditerranée-Fondazione Mediterraneo in Neapel, Vorsitzender des Internationalen Koordinationsausschusses des "World Public Forum-Dialogue of Civilizations" sowie Präsident des European Democracy Forum (Strassburg).

Walter Schwimmer ist in zweiter Ehe (mit Martina Pucher-Schwimmer, ehemals Bezirksvorsteher-Stv. (ÖVP) in Wien - Margareten) verheiratet und hat zwei Söhne aus erster Ehe.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schwimmer wurde unter anderem mit dem Großen Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich[1] (2005), dem Großkreuz des Sterns von Rumänien, dem mexikanischen Orden vom Aztekischen Adler (Águila Azteca) und hohen italienischen, San Marinesischen und Litauischen Orden ausgezeichnet. Er ist Ritter der französischen Ehrenlegion.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)

Weblinks[Bearbeiten]