Walter Sittler

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Aglaia Szyszkowitz und Walter Sittler beim Deutschen Fernsehpreis 2012

Walter Sittler (* 5. Dezember 1952 in Chicago, Illinois) ist ein deutscher Schauspieler und Produzent.

Leben[Bearbeiten]

Als jüngstes von acht Kindern des deutschstämmigen US-amerikanischen Literaturprofessors Edward Sittler und einer deutschen Lehrerin in den USA geboren, kam Walter Sittler mit seiner Familie 1958 nach Deutschland. Dort wuchs Sittler vor allem in Internaten auf und besuchte unter anderem drei Jahre lang mit einem Stipendium das Internat Schloss Salem, in dem seine Mutter stellvertretende Schulleiterin war. Zunächst interessierte er sich für Medizin als Studienfach, der Numerus clausus und seine Erfahrungen als Krankenpfleger hielten ihn aber vom Studium ab. Nach der Schule war er für zwei Jahre Zeitsoldat bei der Bundeswehr und lebte und arbeitete danach ein Jahr in Lima (Peru) bei seiner Schwester.

Auf Grund seines Geburtsortes besitzt er auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Sittler wohnt mit seiner Frau, der Dokumentarfilmerin Sigrid Klausmann-Sittler, und seinen drei Kindern in Stuttgart-Möhringen.

Karriere[Bearbeiten]

Bei einem Besuch der Falckenberg-Schule für Schauspiel in München begann er, sich für das Fach zu interessieren. Schließlich nahm er dort das Studium auf. Er debütierte 1981 am Mannheimer Nationaltheater und wechselte 1988 an das Stuttgarter Staatstheater, wo er bis 1995 engagiert war. 2006/2007 war Sittler mit dem Solo-Bühnenprogramm „Als ich ein kleiner Junge war“ über die Kindheit des Autors Erich Kästner in Dresden auf Deutschland-Tournee.

Einem größeren Publikum wurde er durch das Fernsehen bekannt, insbesondere an der Seite von Mariele Millowitsch in girl friends sowie Nikola. Sittler tritt in zahlreichen anderen Fernsehfilmen und -serien auf. Im Jahr 2004 spielte er in der US-Komödie Eurotrip mit.

Zusammen mit seiner Frau hat er drei Dokumentationen gedreht.

Am 19. November 2010 hatte sein zweites Erich-Kästner-Programm „Vom Kleinmaleins des Seins“ in der Gläsernen Manufaktur in Dresden Premiere.

Soziales und politisches Engagement[Bearbeiten]

Sittler war auf Vorschlag der SPD Baden-Württemberg Mitglied der 13. und der 14. Bundesversammlung, die am 23. Mai 2009 bzw. am 30. Juni 2010 den Bundespräsidenten wählte.

Walter Sittler ist seit Februar 2010 offizieller Pate des Kinderhospizes Bethel.[1]

Er engagiert sich beim Bürgerprotest gegen das Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21[2]. Dieses Engagement wurde von Seiten des CDU-Generalsekretärs Thomas Strobl scharf kritisiert. Er unterstellte Sittler ein „mangelndes Demokratieverständnis“ aufgrund der Mitgliedschaft seines Vaters in der NSDAP. Er bezeichnete Sittler als „jemand, der in Wahrheit mit unserer Demokratie nichts am Hut hat“. [3] Sittler entgegnete, er habe aus der Nazi-Vergangenheit seines Vaters kein Geheimnis gemacht und dies im Rahmen einer Dokumentation des ZDF sehr offen thematisiert.[4] Nach öffentlicher Empörung über Strobls Äußerungen entschuldigte sich dieser wenig später bei Sittler.[5]

Filmographie (Auswahl)[Bearbeiten]

als Schauspieler
als Produzent
  • 2007: Fliegen wirst du noch! (Dokumentation)
  • 2009: Lisette und ihre Kinder (Dokumentation)
  • 2010: Thomas Hitzlsperger und die Township Kinder (Dokumentation)
als Sprecher
  • 2010: Thomas Hitzlsperger und die Township Kinder (Dokumentation)

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 2007: Malin. Pendragon, Bielefeld, ISBN 3-865-32073-2.
  • 2013: Empört Euch - weiter! Neue Argumente gegen Stuttgart 21. An einen Ministerpräsidenten und eine Kanzlerin. PapyRossa, Köln, ISBN 3-894-38522-7.
  • 2013: mit Gerd Leipold: Zeit, sich einzumischen: Vom Taksimplatz nach Island - Begegnungen auf dem Weg ins Anthropozän. Sagas, Stuttgart, ISBN 3-981-25101-6.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKinderhospiz Bethel – Walter Sittler. Abgerufen am 16. Februar 2010.
  2. stuttgarter-zeitung.de: „Hunderte wachen vor dem Bahnhof“
  3. swp.de
  4. Auf der Spur meiner Ahnen. (ZDF, 25. Juli 2007)
  5. Strobl entschuldigt sich, Sittler nimmt an (Stuttgarter Nachrichten, 2. November 2010)

Weblinks[Bearbeiten]