Walter Thiel (Chemiker)

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Walter Thiel (* 7. März 1949 in Treysa) ist ein deutscher Theoretischer Chemiker.

Walter Thiel

Leben[Bearbeiten]

Walter Thiel studierte von 1966 bis 1971 Chemie an der Universität Marburg und wurde dort 1973 promoviert, Armin Schweig war sein Doktorvater. Nach einem Postdoktorandenaufenthalt (1973–1975) an der University of Texas at Austin bei Michael J. S. Dewar habilitierte er sich 1981 an der Universität Marburg. Thiel wurde 1983 Professor für Theoretische Chemie an der Universität Wuppertal und 1992 Professor für Chemie an der Universität Zürich. 1987 war er Gastprofessor University of California, Berkeley. Seit 1999 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr und seit 2001 Honorarprofessor an der Universität Düsseldorf.

Seit 2008 ist Walter Thiel ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Stipendien und Preise[Bearbeiten]

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten]

Walter Thiels Forschungsinteressen umfassen viele Themenbereiche der Theoretischen Chemie, insbesondere der Quantenchemie, und der Computerchemie, mit Schwerpunkt auf großen Molekülen, Spektroskopie und Katalyse. Seine Arbeitsgruppe befasst sich mit der Entwicklung von theoretischen Methoden, hauptsächlich zur Beschreibung großer Moleküle, und verwendet theoretische Rechnungen, um zur Lösung konkreter chemischer Probleme beizutragen, meist in enger Kooperation mit experimentellen Partnern.

Ausgewählte Beiträge zur Methodenentwicklung:

  • Semi-empirische quantenchemische Verfahren: Weiterentwicklung der MNDO-Methode (orthogonalisierungskorrigierte OMx-Methoden, MNDO/d für Übergangsmetalle), Berechnung von NMR-chemischen Verschiebungen, semi-empirische Multireferenz-CI- (MRCI-)Verfahren. Diese (und weitere) Entwicklungen sind im Programm MNDO implementiert.
  • Kombinierte quantenmechanische/molekülmechanische (QM/MM-)Verfahren (Kopplungsverfahren, Grenzatome, Strukturoptimierungsverfahren). Diese Entwicklungen fließen in das QM/MM-Paket ChemShell[1] ein.

Ausgewählte Anwendungsgebiete:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CSE - ChemShell