Walter Thirring
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Walter Thirring (* 29. April 1927 in Wien) ist ein österreichischer Physiker.
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[Bearbeiten] Leben und Werk
Walter Thirring, Sohn des Physikers Hans Thirring, studierte von 1949 bis 1958 Physik an der Universität Wien und arbeitete anschließend an verschiedenen Instituten in Europa und den USA (u. a. Max-Planck-Institut in Göttingen, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Universität Bern, Institute for Advanced Study in Princeton, Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA). Seit 1959 ist er Professor für theoretische Physik an der Universität Wien. Von 1968 bis 1971 war er Direktor der Abteilung für theoretische Physik am CERN.
Er arbeitete auf dem Gebiet der Theoretischen Physik vor allem in der Quantenfeldtheorie (u. a. „Thirring Modell“) und mathematischen Physik, wo er u. a. mit Elliott H. Lieb die „Stabilität der Materie“ untersuchte (also Abschätzungen der Untergrenze für die Energie von Fermionensystemen). Mit Murray Gell-Mann und Marvin Leonard Goldberger schrieb er 1954 eine frühe Arbeit über Dispersionsrelationen in der Elementarteilchenphysik.
Er ist Verfasser vieler physikalischer Lehrbücher. Das "Lehrbuch der Mathematischen Physik I-IV" (1977-1980) gilt als Standardlehrbuch der Mathematischen Physik. Außerdem spielt er Orgel und Klavier und komponiert.
Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn bezog sich in seinem New York Times Artikel über die Evolutionslehre und die kosmologische Multiversum-Theorie auf Thirrings Buch Kosmische Impressionen.
Gemeinsam mit Cornelia Faustmann schrieb er ein Buch mit dem Namen "Einstein entformelt". In dem Buch handelt es um die Relativitätstheorie und die spezielle Relativitätstheorie, die nur mit Diagrammen und Bildern dargestellt wird, ohne Formeln und komplizierter Mathematik.
[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)
- Eötvös Medal (1967)
- Erwin-Schrödinger-Preis (1969)
- Max-Planck-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (1978)
- Preis der Stadt Wien (1978)
- Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (1993)
- Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold (1993)
- Ehrendoktorwürde der Comenius-Universität Bratislava (1994)
- Henri-Poincaré-Preis of IAMP (Int. Association of Mathematical Physics) 2000
- Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle
- Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, Rom
- Mitglied der National Academy of Sciences, USA
- Mitglied der Academia Europaea
- Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
[Bearbeiten] Werke
- Kosmische Impressionen.Gottes Spuren in den Naturgesetzen. Molden, Wien 2004, ISBN 3-85485-110-3
- mit Ernest M. Henley Elementare Quantenfeldtheorie, BI Verlag, Mannheim 1975
- Principles of quantum electrodynamics (dt. „Einführung in die Quantenelektrodynamik“). Academic Press, New York 1958, 2. ed. 1962
- Lehrbuch der Mathematischen Physik. Springer, Wien
- 1. Klassische Dynamische Systeme, 1988, ISBN 3-211-82089-2
- 2. Klassische Feldtheorie, 1990, ISBN 3-211-82169-4
- 3. Quantenmechanik von Atomen und Molekülen, 1994, ISBN 3-211-82535-5
- 4. Quantenmechanik großer Systeme, 1998, ISBN 3-211-81604-6
- Stabilität der Materie, In: Naturwissenschaften. Springer, Berlin Jg. 73 (1986), S. 705ff.
- Bound for the kinetic energy of fermions which proves the stability of matter. In: Physical Review Letters Bd. 35 (1975), S. 687ff. (zusammen mit Elliott H. Lieb)
- Erfolge und Misserfolge der theoretischen Physik. In: Physikalische Blätter Jg. 33 (1977), S. 542ff. (Singularitätentheoreme von Stephen Hawking und Roger Penrose, KAM-Theorie, Stabilität der Materie)
- Einstein entformelt. Wie ein Teenager ihm auf die Schliche kam. Seifert Verlag, Wien (2007), Co-Autorin Cornelia Faustmann, ISBN 3-902-40642-9
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Walter Thirring im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Biografie von Walter Thirring
- Webseite von Walter Thirring (Österreichische Akademie der Wissenschaften)
- „Direkter Draht zum Urknall“
- Interview auf CHiLLi.cc: „Nazi-Bombe wäre Katastrophe gewesen“
- Laudatio anlässlich der Verleihung des Poincare Preises
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Thirring, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Physiker |
| GEBURTSDATUM | 29. April 1927 |
| GEBURTSORT | Wien |

