Walther von Aquitanien

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Walther von Aquitanien ist eine Figur der mittelalterlichen deutschen Sage. Der mit schweren Verletzungen der Helden endende Kampf, der im Waltharius in lateinischen Hexametern und sichtlich in komischer Überzeichnung erzählt wird, hinterlässt den Burgundenkönig Gunther ohne eines seiner beiden Beine, Hagen verliert in dem Kampf ein Auge und sechs Zähne, Walther die rechte Hand.

Parallelen zur nordischen Sagenwelt[Bearbeiten]

Schon Jacob Grimm war aufgefallen (Deutsche Mythologie, 1835, Bd. I, S. 309 ff.), dass der Verlust der rechten Hand Walthers seine Entsprechung in der nordischen Sage um den Fenriswolf findet.

Die Asen versuchen, den Fenriswolf zu fesseln. Dieser will sich nicht fesseln lassen und verhandelt. Er verlangt ein Pfand für den Fall, dass die Asen ihn, trotz ihres gegebenen Wortes, gebunden lassen würden. Tyr, der alte Schwertgott, legt seine Hand in den Rachen des Fenriswolfes; als die Asen tatsächlich ihr Wort brechen und die Fesseln nicht wieder lösen, muss Tyr seine Hand im Rachen des Wolfes lassen. Dies ist eine „spiegelnde Strafe“ nach dem Ius Talionis im Sinne der germanischen Rechtsauffassung: Die rechte Hand ist die Schwurhand; Eidbruch und Meineid werden mit dem Verlust der rechten Hand geahndet. Ein Zusammenhang mit Walther ist somit schwer herzustellen.

Literatur[Bearbeiten]