Walther von Lüttwitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Walther von Lüttwitz (links) mit Gustav Noske (1920)

Walther Freiherr von Lüttwitz (* 2. Februar 1859 auf Jagdschloss Bodland; † 20. September 1942 in Breslau) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie, der vor allem durch seine Beteiligung am Kapp-Putsch bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Lüttwitz trat am 15. April 1878 aus dem Kadettenkorps kommend als Sekondeleutnant in das Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Graf Moltke“ (Schlesisches) Nr. 38 der Preußischen Armee ein. Am 27. Januar 1911 übernahm er als Generalmajor die 39. Infanterie-Brigade in Hannover, seit 20. März 1911 führte er die 2. Garde-Brigade in Potsdam. Am 1. Januar 1914 wurde er zum Generalleutnant ernannt und erhielt das Kommando über die hessische 25. Division in Darmstadt. Während des Ersten Weltkrieges bekleidete er eine Reihe von hohen militärischen Posten. Seit 2. August 1914 war er Chef des Generalstabs der 4. Armee an der Westfront. Seit 26. September 1914 führte er die 33. Division, vom 28. Juni bis 28. September 1915 war er Kommandeur der 2. Garde-Division. Vom 22. Dezember 1915 bis zum 20. August 1916 war er Kommandierender General des X. Armee-Korps. Am 21. August 1916 wurde er Stabschef der 5. Armee und war vom 27. Oktober bis 24. November 1916 in gleicher Verwendung bei der Heeresgruppe „Kronprinz Wilhelm“. Vom 25. November 1916 bis Kriegsende war er schließlich Kommandierender General des III. Armee-Korps.[1] Im März 1918 beteiligte sich sein Korps im Raum St. Quentin an der deutschen Frühjahr-Offensive an der Somme.

Nach dem Waffenstillstand 1918 wurde er von der revolutionären Übergangsregierung, dem Rat der Volksbeauftragten, zum Oberbefehlshaber der Vorläufigen Reichswehr in Berlin und Umgebung ernannt. In dieser Funktion leitete er im Januar 1919 die Niederschlagung des so genannten Spartakusaufstandes.

Lüttwitz war, wie viele andere Angehörige der Reichswehr, ein entschiedener Gegner des Versailler Vertrages. Auf besondere Ablehnung stießen bei ihm die Forderungen nach Verringerung des Heers auf 100.000 Mann, nach Auflösung der Freikorps und nach Auslieferung von etwa 900 deutschen Militärs, denen die Siegermächte Kriegsverbrechen vorwarfen. Lüttwitz plante, sich diesen Forderungen zu widersetzen. Nach seinem Ultimatum, das er im persönlichen Gespräch am Abend des 10. März 1920 an Friedrich Ebert gerichtet hatte, wurde er am Tag darauf durch Reichswehrminister Gustav Noske wegen Insubordination gegenüber den zivilen Reichsbehörden zur Disposition gestellt.[2] Daraufhin entschloss sich Lüttwitz zum Handeln. In der Nacht vom 12. zum 13. März marschierte die Marine-Brigade Ehrhardt, die bis vor kurzem unter seinem Oberbefehl gestanden hatte und ebenfalls aufgelöst werden sollte, Richtung Berliner Regierungsviertel. Der Putschversuch währte jedoch nur einige Tage und scheiterte an der mangelnden Unterstützung bei den alten Eliten und der Bevölkerung. Lüttwitz, der kurze Zeit als „Reichswehrminister“ der Putschregierung amtierte, konnte am 17. März fliehen. Er verbrachte nun einige Zeit in Ungarn und kehrte 1925 nach einer Amnestie ins Deutsche Reich zurück, wo er 1942 starb.

Lüttwitz war der Schwiegervater des Generals Kurt von Hammerstein-Equord. Einer seiner Söhne war der spätere Bundeswehrgeneral Smilo von Lüttwitz.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Im Kampf gegen die November-Revolution. Vorhut-Verlag O. Schlegel, Berlin 1934

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. General der Infanterie, Deutsche Kriegsgeschichte.
  2. Harold J. Gordon Jr.: Die Reichswehr und die Weimarer Republik, Verlag für Wehrwesen Bernard & Graefe, Frankfurt am Main 1959, S. 113-114