Walther von Lüttwitz

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Walther von Lüttwitz (links) mit Gustav Noske (1920)

Walther Freiherr von Lüttwitz (* 2. Februar 1859 auf Jagdschloss Bodland; † 20. September 1942 in Breslau) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie, der vor allem durch seine Beteiligung am Kapp-Putsch bekannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Lüttwitz trat am 15. April 1878 aus dem Kadettenkorps kommend als Sekondeleutnant in das Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Graf Moltke“ (Schlesisches) Nr. 38 der Preußischen Armee ein. Während des Ersten Weltkrieges bekleidete er eine Reihe von hohen militärischen Posten. Neben mehreren Verwendungen als Divisionskommandeur war er Chef des Generalstabs der 4. und 5. Armee sowie in gleicher Verwendung bei der Heeresgruppe „Kronprinz Wilhelm“, war vom 22. Dezember 1915 bis zum 20. August des Folgejahres Kommandierender General des X. Armee-Korps sowie vom 25. November 1916 bis Kriegsende Kommandierender General des III. Armee-Korps.[1]

Nach dem Waffenstillstand 1918 wurde er von der revolutionären Übergangsregierung, dem Rat der Volksbeauftragten, zum Oberbefehlshaber der Vorläufigen Reichswehr in Berlin und Umgebung ernannt. In dieser Funktion leitete er im Januar 1919 die Niederschlagung des so genannten Spartakusaufstandes.

Lüttwitz war, wie viele andere Angehörige der Reichswehr, ein entschiedener Gegner des Versailler Vertrages. Auf besondere Ablehnung stießen bei ihm die Forderungen nach Verringerung des Heers auf 100.000 Mann, nach Auflösung der Freikorps und nach Auslieferung von etwa 900 deutschen Militärs, denen die Siegermächte Kriegsverbrechen vorwarfen. Lüttwitz plante, sich diesen Forderungen zu widersetzen. Nach seinem Ultimatum, dass Lüttwitz im persönlichen Gespräch am Abend des 10. März 1920 an Friedrich Ebert gerichtet hatte, wurde er am Tag darauf durch Reichswehrminister Gustav Noske wegen Insubordination gegenüber den zivilen Reichsbehörden zur Disposition gestellt.[2] Daraufhin entschloss sich Lüttwitz zum Handeln. In der Nacht vom 12. zum 13. März marschierte die Marine-Brigade Ehrhardt, die bis vor kurzem unter seinem Oberbefehl gestanden hatte und ebenfalls aufgelöst werden sollte, Richtung Berliner Regierungsviertel. Der Putschversuch währte jedoch nur einige Tage und scheiterte an der mangelnden Unterstützung bei den alten Eliten und der Bevölkerung. Lüttwitz, der kurze Zeit als „Reichswehrminister“ der Putschregierung amtierte, konnte am 17. März fliehen.

Lüttwitz verbrachte nun einige Zeit in Ungarn und kehrte 1925 nach einer Amnestie ins Deutsche Reich zurück, wo er 1942 starb.

Er war der Schwiegervater des Generals Kurt von Hammerstein-Equord. Einer seiner Söhne war der spätere Bundeswehrgeneral Smilo von Lüttwitz.

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Werke [Bearbeiten]

  • Im Kampf gegen die November-Revolution. Vorhut-Verlag O. Schlegel, Berlin 1934

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. General der Infanterie, Deutsche Kriegsgeschichte.
  2. Harold J. Gordon Jr.: Die Reichswehr und die Weimarer Republik, Verlag für Wehrwesen Bernard & Graefe, Frankfurt am Main 1959, S. 113-114