Wandrers Nachtlied

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Vollständige Ausgabe letzter Hand 1827

Wandrers Nachtlied ist der Titel zweier Gedichte Johann Wolfgang Goethes, die zu seinen berühmtesten gehören: Der du von dem Himmel bist von 1776 und Über allen Gipfeln von 1780. Letzteres ließ Goethe erstmals 1815 in Band I seiner Werke drucken. Beide Gedichte stehen dort untereinander auf einer Seite, wobei das ältere Wandrers Nachtlied, das jüngere Ein gleiches überschrieben ist, was als noch ein Nachtlied des Wandrers zu verstehen ist. In dieser Weise wurden die Gedichte auch in die Vollständige Ausgabe letzter Hand von 1827 aufgenommen. Steht Über allen Gipfeln allein, kommt als Überschrift sinnvollerweise nur Wandrers Nachtlied in Betracht.[1]

Wandrers Nachtlied[Bearbeiten]

Schloss und Park Ettersburg
am Nordrand des Ettersberges
Franz Schubert: Wandrers Nachtlied (Der du von den Himmeln bist) op. 4/3 (D 224), komponiert am 5. Juli 1815, veröffentlicht 1821, dem Patriarchen Johann Ladislaus Pyrker von Felsö-Eör gewidmet. Autograph
Goethehäuschen auf dem Kickelhahn
Foto von August Linde (1869)
in Die Gartenlaube 1872, Seite 657

Goethes Handschrift von „Wandrers Nachtlied“ (Der du von dem Himmel bist) hat sich zwischen seinen Briefen an Charlotte von Stein erhalten. Sie trägt die Unterschrift „Am Hang des Ettersberg, d. 12. Feb. 76“.[2]

Der du von dem Himmel bist,
Alle Freud und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit Erquickung füllest;
Ach, ich bin des Treibens müde!
Was soll all die Qual und Lust?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!

Für die 1789 bei Göschen erschienene Ausgabe seiner Werke änderte Goethe den zweiten und sechsten Vers, indem er „Alle Freud und Schmerzen“ durch „Alles Leid und Schmerzen“ und „all die Qual und Lust“ durch „all der Schmerz und Lust“ ersetzte, was manchem ungewöhnlich und nicht unbedingt regelkonform erscheint:[3]

Der du von dem Himmel bist,
Alles Leid und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit Erquickung füllest;
Ach, ich bin des Treibens müde!
Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!

Der Titel „Wanderers Nachtlied“ legt nahe, dass das Lied lediglich von einem müden Wandersmann handelt. Doch kann davon ausgegangen werden, dass Goethe hier auch von sich selbst spricht. Durch frühen Ruhm und das berüchtigte Genie-„Treiben“ war seine dichterische Produktivität ins Stocken gekommen. Neben den Staatsgeschäften kam er kaum noch dazu, sich literarisch zu betätigen.

Hans-Jörg Knobloch[4] kommt jedoch zu einer anderen Interpretation. Goethes „Briefgedicht“ an Frau von Stein könne als „Versuch einer Verführung“ der Angebeteten verstanden werden. Erst die Bearbeitung für den Druck, mit der es Goethe, wie er Herder schrieb, darum ging, „die allzu individuellen und momentanen Stücke genießbar zu machen“, habe die Umdeutung in ein Gebet um Frieden ermöglicht. Eine solche Deutung legt jedoch schon in der Urfassung vor allem der Eingangsvers „Der du von dem Himmel bist“ nahe, in dem der Beginn von Zinzendorfs ursprünglich zweichörig zu singender Version von Das Gebet des HErrn [sic] „Der Du in dem himmel bist“ [sic] aus der zweiten Auflage des Ebersdorfer Gesangbuches[5] anklingt, die Goethes Vater besaß.[6]

Ein Gleiches[Bearbeiten]

„Über allen Gipfeln“ schrieb Goethe wahrscheinlich am Abend des 6. Septembers 1780 mit Bleistift an die Holzwand der Jagdaufseherhütte auf dem Kickelhahn bei Ilmenau. Dort, „auf dem Gickelhahn dem höchsten Berg des Reviers“ übernachtet zu haben, „um dem Wuste des Städgens, den Klagen, den Verlangen, der Unverbesserlichen Verworrenheit der Menschen auszuweichen“, berichtete Goethe Charlotte von Stein mit einem “d. 6. Sept. 80“ datierten Brief, und fuhr fort: „Wenn nur meine Gedancken zusammt von heut aufgeschrieben wären es sind gute Sachen drunter. Meine beste ich bin in die Hermannsteiner Höhle gestiegen, an den Plaz wo Sie mit mir waren und habe das S, das so frisch noch wie von gestern angezeichnet steht geküsst und wieder geküsst“. Die Verse, die er an die Bretterwand der Hütte schrieb, erwähnte er auch in seinen folgenden Briefen mit keinem Wort.[7] Allerdings kann Karl Ludwig von Knebels Tagebucheintrag vom 7. Oktober 1780 auf Goethes Inschrift bezogen werden: „Morgens schön. Mond. Goethens Verse. Mit dem Herzog auf die Pürsch [...] Die Nacht wieder auf dem Gickelhahn“.[8] Ungewiss ist, ob Goethes Inschrift in jeder Einzelheit mit dem 1815 von ihm veröffentlichten Text übereinstimmte:

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

Goethes Schrift an der Bretterwand hat sich nämlich nicht erhalten. Zwei frühe Abschriften (oder Mitschriften) von Herder und Luise von Göchhausen haben in Vers 1: Über allen Gefilden und in Vers 6: Die Vögel.[9] Dies wird allgemein als authentische Früh- oder Erstfassung angesehen.[10] Die 1869 fotografierte Handschrift auf der Bretterwand hat ebenfalls Vögel und nicht Vögelein, andererseits bereits Gipfeln in Vers 1. Das mag jedoch erst bei späteren Erneuerungen und Übermalungen, die Goethe selbst oder wohlmeinende Besucher im Lauf der Jahrzehnte an der verblassenden Handschrift in der Hütte vorgenommen haben, ein ursprüngliches Gefilden ersetzt haben.

Die von Goethe nicht autorisierte Erstveröffentlichung in der letzten Folge eines mehrteiligen Artikels Bemerkungen über Weimar von Joseph Rückert, der im September 1800 anonym in der von August Adolph von Hennings in Altona herausgegebenen Zeitschrift Der Genius der Zeit erschien,[11] hat ebenfalls Vögel in Vers 6, aber noch weitere Abweichungen von der Fassung von 1815: „Über allen Wipfeln“ (Vers 1), „in allen Zweigen hörst du keinen Hauch“ (Verse 3–5) und „schläfst du auch“ (Vers 8). Auch die englische Version des Artikels in The Monthly Magazine (London) brachte das Gedicht im Februar 1801 in dieser Form[12] und ebenso Kotzebue in seiner Berliner Zeitung Der Freimüthige am 20. Mai 1803; bei ihm waren die Vögel jedoch zu Vöglein geworden.[13]

Am 27. August 1831, ein halbes Jahr vor seinem Tod, besuchte Goethe während seiner letzten Reise nach Ilmenau den Kickelhahn ein letztes Mal. Mit Berginspektor Johann Christian Mahr, dem er sagte, er habe die Gegend seit dreißig Jahren nicht mehr besucht,[14] stieg er in das obere Stockwerk der Jagdhütte; er habe dort in früherer Zeit mit seinem Bedienten einmal acht Tage gewohnt und einen kleinen Vers an die Wand geschrieben, den er gern noch einmal sehen wolle. Mahr berichtet, wie er Goethe zu der Bleistiftschrift mit der Datierung „D. 7. September 1780 Goethe“ geführt habe, und fährt fort:

„Goethe überlas diese wenigen Verse, und Thränen flossen über seine Wangen. Ganz langsam zog er sein schneeweißes Taschentuch aus seinem dunkelbraunen Tuchrock, trocknete sich die Thränen und sprach in sanftem, wehmüthigem Ton: »Ja: warte nur, balde ruhest du auch!« schwieg eine halbe Minute, sah nochmals durch das Fenster in den düstern Fichtenwald und wendete sich darauf zu mir mit den Worten: »Nun wollen wir wieder gehen!«“[15]

An Carl Friedrich Zelter schrieb Goethe darüber am 4. September 1831 aus Weimar:

„Sechs Tage, und zwar die heitersten des ganzen Sommers, war ich von Weimar abwesend und hatte meinen Weg nach Ilmenau genommen, wo ich in frühern Jahren viel gewirkt und eine lange Pause des Wiedersehens gemacht hatte, auf einem einsamen Bretterhäuschen des höchsten Gipfels der Tannenwälder recognoscirte ich die Inschrift vom 7. September 1783 [sic!] des Liedes das du auf den Fittigen der Musik so lieblich beruhigend in alle Welt getragen hast: »Über allen Gipfeln ist Ruh pp.«“[16]

Die Inschrift war inzwischen allerdings schon so schadhaft, dass Goethe umgehend eine Erneuerung entweder selbst vornahm oder durch Oberforstmeister von Fritsch vornehmen ließ.[17]

Rezeption[Bearbeiten]

Faksimile der Inschrift nach Lindes Foto von 1869 in der Waldhütte
Übersetzungstafel in der Waldhütte

Dem Goethe-Kult – auch um den Entstehungsort, der bereits 1838 auf Wanderkarten als „Goethehäuschen“ verzeichnet ist – entsprach eine Verehrung des Gedichtes, das als Feier universeller Ruhe gesehen wurde. Franz Schubert, der Goethe sehr verehrte und sich von ihm stark inspiriert fühlte, vertonte Der du von dem Himmel bist am 5. Juli 1815 als op. 4/3 (D 224) und Über allen Gipfeln um 1823 als Opus 96 Nr. 3 (D 768). Die Berghütte auf dem Gipfel des Kickelhahn brannte 1870 ab und wurde 1874 wiederaufgebaut. Eine Fotografie aus dem Jahre 1869 dokumentiert Goethes Text in dem Zustand, den er unmittelbar vor seiner Vernichtung hatte. Das Foto zeigt neben Übermalungen und Kritzeleien, die im Laufe von 90 Jahren das Original entstellt hatten, auch Sägespuren: Ein Tourist hatte vergeblich versucht, den Text aus der Wand herauszuschneiden.[18]

Folgende Funktionen wurden diesem Gedicht zugeschrieben:

  • ein Abendlied, das an den Tod mahnt;
  • ein Naturgedicht;
  • ein Gedicht über die Stellung des Menschen im Kosmos.

Für diese Deutungen spricht

  • die Organisation seiner Elemente: die Gipfel (unbelebt bzw. anorganisch); die Wipfel und Vögel (belebt bzw. organisch, aber schon ruhig); der Mensch (noch unruhig, aber schon in Erwartung des Schlafes und Todes);
  • die der Entwicklung der Evolution folgende Reihung: Gestein (Gipfel) – Pflanze (Wipfel) – Tier (Vögel) – Mensch (du);
  • der zoomartige Schwenk aus der äußersten Ferne (Gipfel) über den näheren Horizont (Wald) bis hinein in die innersten Gedanken des Menschen.

Dementsprechend ist für die Goethe-Forscherin Sigrid Damm das kleine Gedicht Über allen Gipfeln ist Ruh denn auch Goethes „vielleicht vollendetster Roman über das Weltall“, den er im Grunde immer plante, jedoch nie realisierte: „Die Verse durchwandern in einem einzigen Bild- und Sprachklang gewordenen Gedanken den ganzen Kosmos.“[19]

Nach einer Übersetzerkonferenz zu Goethes 250. Geburtstag im August 1999 in Erfurt wurden im April 2000 in der Hütte drei Glastafeln angebracht, die das Gedicht im deutschen Original und 15 Übersetzungen zeigen.[20]

Parodien[Bearbeiten]

Fisches Nachtgesang

Bei der außerordentlichen Bekanntheit von Über allen Gipfeln blieben – ähnlich wie bei Schillers Lied von der Glocke – Parodien nicht aus.

Fisches Nachtgesang [21] aus Christian Morgensterns 1905 erschienenen Galgenliedern, von dem fiktiven Herausgeber späterer Auflagen Dr. Jeremias Mueller in einer Anmerkung als „das tiefste deutsche Gedicht“ bezeichnet, besteht „nur aus metrischen Zeichen“, die Martin Beheim-Schwarzbach[22] „an das Auf- und Zuschnappen eines Karpfenmauls erinnern“.

Das Abendgebet einer erkälteten Negerin[23] aus Joachim Ringelnatz’ Gedichtband Kuttel Daddeldu von 1920 endet mit folgenden Zeilen:

Drüben am Walde
Kängt ein Guruh – –
Warte nur balde
Kängurst auch du.

In Karl Kraus’ Tragödie Die letzten Tage der Menschheit über den Ersten Weltkrieg wird in der 13. Szene des zweiten Akts ein „Wanderers Schlachtlied“ vorgestellt, das die letzten Verse Goethes durch diese ersetzt:

Der Hindenburg schlafet im Walde,
Warte nur balde
Fällt Warschau auch.[24]

Liturgie vom Hauch aus Bertolt Brechts Hauspostille von 1927 schildert in sechs Strophen mit einem Refrain, der Wandrers Nachtlied parodiert, den Hungertod einer alten Frau; denn „das Brot, das fraß das Militär“. Zunehmender Protest: „ein Mensch müsse essen können, bitte sehr“, wird mit wachsender Brutalität erst von einem „Kommissar“ mit „Gummiknüppel“ und dann von „Militär“ mit „Maschinengewehr“ niedergeschlagen. Der Refrain dreht Goethes Gedicht um, nennt, nachdem vom Tod in jeder Strophe bereits die Rede gewesen ist, zuerst die „Vögelein“ und kombiniert danach Goethes Gipfel, über denen Ruh ist, und seine Wipfel, in denen du kaum ein Hauch spürst, neu:

Darauf schwiegen die Vögelein im Walde.[25]
Über allen Wipfeln ist Ruh
In allen Gipfeln spürest du
Kaum einen Hauch.

In der siebten und letzten Strophe kommt schließlich „ein großer roter Bär einher“ (die Oktoberrevolution) und „fraß die Vögelein im Walde“.

Da schwiegen die Vögelein nicht mehr
Über allen Wipfeln ist Unruh
In allen Gipfeln spürest du
Jetzt einen Hauch.

Einige Verbreitung fand seit etwa 1965 folgende Anekdote: „1902 war Ein Gleiches ins Japanische übersetzt worden, 1911 wurde es aus dieser Sprache ins Französische übertragen und aus dem Französischen kurz darauf ins Deutsche, wo es als japanisches Gedicht unter dem Titel Japanisches Nachtlied in einer Literaturzeitschrift abgedruckt wurde.“[26]

Stille ist im Pavillon aus Jade
Krähen fliegen stumm
Zu beschneiten Kirschbäumen im Mondlicht.
Ich sitze
Und weine.

Eine Primärquelle, die sogenannte deutsche „Literaturzeitschrift“, wird allerdings nie namhaft gemacht. Es dürfte sich mithin um eine parodistische Mystifikation handeln, die inzwischen allerdings wie eine moderne Sage vielfach für bare Münze genommen wird.

Georges Perec und Eugen Helmlé verfassten unter dem Titel Die Maschine (1968) ein für den Saarländischen Rundfunk produziertes 47 Minuten langes Hörspiel. Darin wird der Versuch unternommen, „die Arbeitsweise eines Computers zu simulieren, der die Aufgabe bekam, Wandrers Nachtlied von Johann Wolfgang Goethe systematisch zu analysieren und aufzugliedern.“ Noch vor der eigentlichen Computerlinguistik spielt das Hörspiel deren denkbare Möglichkeiten durch und parodiert mit Goethes Gedicht deren potentiell sinnfreie Unerbittlichkeit. Zugleich entsteht dabei durch Auslassungen, Umstellungen und Umformulierungen eine Vielzahl von vermeintlich computergenerierten neuen Parodien auf Goethes Gedicht.[27]

In Daniel Kehlmanns Roman Die Vermessung der Welt (2005) wird Alexander von Humboldt, in einem Boot unterwegs auf dem Rio Negro, von seinen Begleitern gebeten,

„auch einmal etwas zu erzählen.
Geschichten wisse er keine, sagte Humboldt... Aber er könne das schönste deutsche Gedicht vortragen, frei ins Spanische übersetzt. Oberhalb aller Bergspitzen sei es still, in den Bäumen kein Wind zu fühlen, auch die Vögel seien ruhig, und bald werde man tot sein.
Alle sahen ihn an.
Fertig, sagte Humboldt...
Entschuldigung, sagte Julio. Das könne doch nicht alles gewesen sein...“ [28]

Walter MoersFantasy-Roman Die Stadt der Träumenden Bücher präsentiert Goethes Gedicht als Der Nurnenwald des zamonischen Dichters Ojahnn Golgo van Fontheweg, bei dem Goethes „Vögelein“ durch „Nurnen“ ersetzt sind, meterhohe, blutrünstige Tiere mit acht Beinen, die Bäumen ähneln und deshalb im Wald kaum zu erkennen sind.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Wandrers Nachtlied – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Ein Gleiches – Quellen und Volltexte

Literatur[Bearbeiten]

  • Sigrid Damm: Goethes letzte Reise, S. 129–143. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 2007, ISBN 978-3-458-35000-2.
  • Sebastian Kiefer: Über allen Gipfeln: Magie, Material und Gefühl in Goethes Gedicht „Ein gleiches“. Thiele, Mainz 2011, ISBN 978-3-940884-51-0.
  • Hans-Jörg Knobloch: Wandrers Nachtlied – ein Gebet? In: Hans-Jörg Knobloch, Helmut Koopmann (Hrsg.): Goethe / Neue Ansichten – Neue Einsichten. Verlag Königshausen & Neumann 2007.
  • Wulf Segebrecht: Goethes Gedicht über allen Gipfeln ist Ruh und seine Folgen. Texte, Materialien, Kommentar. Carl Hanser, 1978, ISBN 3-446-12499-3.
  • Uwe C. Steiner: Gipfelpoesie. Wandrers Leiden, Höhen und Tiefen in Goethes beiden Nachtliedern. In: Bernd Witte (Hrsg.): Gedichte von Johann Wolfgang Goethe (Interpretationen). Philipp Reclam jun., Stuttgart 1995, ISBN 3-15-017504-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Trunz, in: Goethes Werke (Hamburger Ausgabe) Band 1, 16. Aufl. 1996, S. 555
  2. Trunz a.a.O. S. 554 f.
  3. Harald Fricke (Die Sprache der Literaturwissenschaft, C.H. Beck 1977, S. 237) weist zur Erklärung, warum es bei Goethe nicht „Alles Leid und alle Schmerzen“ sowie „Was sollen all der Schmerz und all die Lust?“ heißt, „auf die dem Gedicht zugrundeliegenden metrischen und reimstrukturellen Gesetzmäßigkeiten hin“. Hans-Jörg Knobloch (S. 97 und S. 101 f.) findet die Vermutung naheliegend, Goethe habe die Zeilen 2 und 6 zu „ungewöhnlichen Fügungen“ modifiziert, „um sie aufzurauhen, um ihnen eine gewisse Patina zu verleihen, eine Naivität, die dem Gedicht einen volksliedartigen Charakter geben sollte und es in Verbindung mit dem Eingangsvers „Der du von dem Himmel bist“ in die Nähe eines Gebets rücken mußte.“ Siehe auch Artikeldiskussion
  4. a.a.O. S. 99 books.google.de und S. 102
  5. Ebersdorf 1745, S. 742 books.google. An das bei Google einsehbare Exemplar der ersten Auflage 1742 in der Bayerischen Staatsbibliothek München sind einige Seiten aus der Auflage 1745 („Zweyte Zugabe“) angebunden, darunter auch das in der ersten Auflage noch nicht vorhandene Vaterunser-Lied Zinzendorfs.
  6. Reinhard Breymayer: Friedrich Christoph Steinhofer. Ein pietistischer Theologe zwischen Oetinger, Zinzendorf und Goethe. [...] Noûs-Verlag Thomas Leon Heck, Dußlingen 2012, S. 24–27. Zum Buchbesitz von Goethes Vater vgl. Franz Götting: Die Bibliothek von Goethes Vater. In: Nassauische Annalen 64 (1953), S. 23–69, hier S. 38. Das dort angegebene Erscheinungsdatum „1743“ steht anscheinend fehlerhaft für das richtige „1745“ der zweiten Auflage.
  7. 4/1012 http://www.zeno.org/nid/20004860381
  8. Wulf Segebrecht S. 26; Sigrid Damm S. 136
  9. Erich Trunz a.a.O. S. 555
  10. freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de
  11. textkritik.de pdf
  12. p. 42 books.google
  13. Nr. 80 S. 317 books.google
  14. Allerdings vermerkt Goethes Tagebuch am 29. August 1813: „Mit Seren. u. Suite [d.h. Herzog Karl August und Gefolge] ausgeritten. Gickelhahn, Herrmannstein, Gabelbach. Hohe Schlaufe, von 10–3 Uhr.“ zeno.org
  15. Johann Heinrich Christian Mahr: Goethes letzter Aufenthalt in Ilmenau. In: Weimarer Sonntagsblatt Nr. 29 vom 15. Juli (1855), S. 123 ff. http://www.zeno.org/nid/20004867440
  16. 49/45 http://www.zeno.org/nid/20004860918
  17. Wulf Segebrecht S. 30
  18. Julius Keßler: Ein deutsches Heiligthum und sein Untergang. In: Die Gartenlaube, 1872, No. 40, S. 656-658. commons.wikimedia
  19. Sigrid Damm, Goethes letzte Reise, Frankfurt a. M. 2007, Seite 130.
  20. http://www.ilmenau.de/770-0-Wandrers+Nachtlied.html
  21. Fisches Nachtgesang
  22. ders., Christian Morgenstern, Rowohlts Monographien (1964) 1974, Seite 70
  23. Abendgebet einer erkälteten Negerin auf Wikisource
  24. http://gutenberg.spiegel.de/buch/4688/4
  25. alternativ: 12 „Auch die Vögelein schwiegen im Walde“ bzw. 24 „Und jetzt schweigen die Vögelein im Walde“
  26. Dagmar Matten-Gohdes: Goethe ist gut – Ein Lesebuch. Beltz und Gelberg, Weinheim / Basel 1982, 2006 S. 66 in der Google-Buchsuche
  27. Georges Perec, Eugen Helmlé: Die Maschine Reclam Stuttgart, 1972, Neuausgabe: Gollenstein Verlag, Blieskastel 2001 ISBN 3-933389-25-9
  28. Rowohlt Reinbek, 2005, Seite 127 f.