Wangen an der Aare

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Wangen an der Aare
Wappen von Wangen an der Aare
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Oberaargau
BFS-Nr.: 0992i1f3f4
Postleitzahl: 3380
UN/LOCODE: CH WGA
Koordinaten: 616007 / 23140047.2333287.650003423Koordinaten: 47° 14′ 0″ N, 7° 39′ 0″ O; CH1903: 616007 / 231400
Höhe: 423 m ü. M.
Fläche: 5.2 km²
Einwohner: 2126 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 409 Einw. pro km²
Website: www.wangen-a-a.ch
Luftaufnahme von Wangen aus einem Ballon

Luftaufnahme von Wangen aus einem Ballon

Karte
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Wangen an der Aare ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Verwaltungskreises Oberaargau des Kantons Bern in der Schweiz.

Das Städtchen mit dem historischen Stadtkern liegt in einer ländlichen Umgebung direkt am grossen Mittelland-Fluss Aare zwischen den Städten Olten und Solothurn, gehört jedoch zum bernischen Oberaargau. Über den Fluss führt eine alte gedeckte Holzbrücke. Wangen an der Aare war auch Hauptort des ehemaligen, gleichnamigen Amtsbezirks.

Geschichte[Bearbeiten]

Wangen dürfte in der Mitte des 13. Jahrhunderts von den Grafen von Kyburg gegründet worden sein. Das Wort Wang(en) bedeutet Gelände am Fuss eines Abhanges, hier der Abhang der nahen Jurakette. Wangen gehörte zusammen mit Ursenbach, Huttwil und Herzogenbuchsee zum kyburgischen Landgericht Herzogenbuchsee (Hochgericht). In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde Wangen mehrfach verpfändet. Nach dem Guglerkrieg fällt Wangen an Kyburg zurück. Im Burgdorferkrieg, dem Konflikt um die Landgrafschaft Burgund, verliert Graf Rudolf II. von Kyburg Burgdorf und verlegt seinen Sitz nach Wangen. 1385 wurde Wangen an Hemman von Grünenberg verpfändet und 1387 an Österreich verkauft, wobei der Kauf zu keinem Abschluss kam. Österreich musste nach Sempach auf seine Territorien in der Westschweiz verzichten. 1406 trat Kyburg Wangen an Bern ab. Bern löste die Grünenberg'sche Pfandschaft ab und liess sich von Österreich sämtliche Rechte abtreten. Bern setzte 1408 den Zimmermeister Heinrich Gruber als ersten Vogt für 15 Jahre ein, mit dem Auftrag, Wangen neu zu befestigen und eine neue Brücke zu erstellen. Im Gegenzug sollte Gruber den grössten Anteil der Wangener Einkünfte beziehen. Die Vogtei Wangen war danach die einträglichste aller bernischen Vogteien.

Mit dem Ende der Aareschiffahrt erlebte das Städtchen eine schwere wirtschaftliche Krise.

Wappen[Bearbeiten]

In Silber zwei gekreuzte blaue Schlüssel. Die Schlüssel Petri gehen auf das zähringische Hauskloster St. Peter im Schwarzwald zurück. St. Peter besass im Oberaargau reichen Grundbesitz. Das Wappen ist seit 1380 belegt.

Waffenplatz[Bearbeiten]

An die Geschichte als militärischer Stützpunkt knüpft der heutige Waffenplatz der Schweizer Armee an. Die Lagerhäuser am Fluss bildeten den Grundstein. Im Ersten Weltkrieg waren dort Feldhaubitzen-Verbände stationiert. Heute ist Wangen an der Aare das Zentrum der Transporttruppen und ein Ausbildungsplatz der Katastrophenhilfe- und Rettungsformationen. Auch die Pontoniere (Teil der Pioniertruppe, die in der Schweiz Genietruppe heisst) üben hier.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Aus einer schon 1748 erwähnten Rosshaarspinnerei entstand die heute noch bestehende Bettwarenfabrik Roviva Roth & Cie. AG. Aus dem frühen 19. Jahrhundert ist ebenfalls eine Textilfärberei bekannt. Dieser Industriezweig fand seine Fortsetzung in der bis in die 1980er Jahre in Wangen angesiedelten Textilkonfektion (Howald, Schweizer, Nabholz). Gemäss der Volkszählung 2000 arbeiten rund 60 % der erwerbstätigen Bewohner ausserhalb der Gemeinde.

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrsverbindungen durch die Autobahn A1 und die Gäubahn Olten–Solothurn.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wangen an der Aare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)