Wangenpiercing

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Wangenpiercing
Cheek Hear piercing.jpg
Andere Bezeichnungen Cheek-Piercing, Dimple-Piercing
Lage Wange
Schmuck Barbell, Labret-Stecker
Hinweis zum Schmuck
Heilungsdauer 6 bis 8 Wochen
Hinweis zur Heilungsdauer
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Ein Wangenpiercing (englisch cheek piercing) ist ein Gesichtspiercing in der Wange. Entsprechend dem Grübchen, wie es bei manchen Menschen im Wangenbereich vorkommt, wird es auch englisch Dimple-Piercing genannt. Es wird oft an der Stelle eines Grübchens gestochen. Da in dieser Region wichtige Arterien und Nerven verlaufen, sollte es nur von einem professionellen Piercer durchgeführt werden.

Geschichte und Kultur[Bearbeiten]

Derwische in Ägypten auf einer Zeichnung von 1878

Das Wangenpiercing wird, im Vergleich zu dem ähnlich platzierten Labret-Piercing, seltener als dauerhafter Schmuck getragen und ist häufig Bestandteil spiritueller Rituale. So wird es beispielsweise als temporäres Piercing auf dem Fest der neun Kaisergötter in Phuket sowie dem Thaipusam in Malaysia durchgeführt, wobei die Mönche in Trance verfallen und sich verschiedene Gegenstände mit Durchmessern von teilweise mehreren Zentimetern einsetzen.

Rituelles Durchstechen der Wange auf dem Fest der neun Kaisergötter

Aus Ägypten sind des Weiteren auch Derwische der Ilwaneeyeh-Sekte[1] bekannt, die neben dem angeblichen Schlucken von Glas und glühenden Kohlen auch öffentlich das Durchstechen ihrer Wangen mit Spießen vorführten,[2] ohne dabei einen Blutverlust zu erleiden.[1]

Im westlichen Kulturkreis wurde das Wangenpiercing vor allem im Laufe der 1990er Jahre als Modeschmuck und vergleichsweise seltene Variation des Body Piercings bekannt. In der Öffentlichkeit ist die US-amerikanische Schauspielerin Amanda Bynes für ihre Wangenpiercings bekannt.[3]

Das Dehnen oder Einschneiden der Wangen zum Tragen größerer Schmuckstücke, wird an dieser Stelle kaum praktiziert. Einige Träger solcher Cheek-Plugs, für die die Wangenpiercings auf mehrere Zentimeter geweitet werden und den in Afrika und Amerika vorkommenden Tellerlippen ähnlich sind, sind allerdings gerade wegen jener ungewöhnlichen Variante innerhalb der Body Modification-Szene bekannt. So beispielsweise der Modern Primitive ZygZag, auch Fishmaul oder Fishmouth genannt.[4] Eine internationale Berichterstattung fand auch über den deutschen Joel Miggler in der Boulevardpresse statt, der sich neben weiteren Körpermodifikationen ebenfalls geweitete Plugs einsetzen ließ.[5][6][7]

Schmuck[Bearbeiten]

Für den Einsatz eignet sich ein Labret-Stecker, der besonders beim Ersteinsatz nach dem Stechen, wegen der verhältnismäßig starken Schwellung der Wange, eine ausreichende Länge haben sollte. Die Heilung dauert etwa sechs bis acht Wochen.

Risiken[Bearbeiten]

Das Cheek-Piercing gehört zu den eher gefährlicheren Piercingarten, da in diesem Bereich wichtige Nervenbahnen verlaufen. Werden diese ungünstig getroffen, kann es zu Beeinträchtigungen der Mimik im Mundbereich sowie zu Taubheitsgefühlen kommen. Es sollte daher nur von erfahrenen Piercern gestochen werden. Den Bereich des Piercings vorher zu durchleuchten kann die Gefahr reduzieren.[8]

Weiterhin muss beachtet werden, dass Cheek-Piercings nach ihrer Abheilung Grübchen erzeugen, wo sie sitzen. Beim Herausnehmen des Schmucks bleiben die Grübchen meist sichtbar zurück.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wangenpiercing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b John Brown: The Dervishes Or Oriental Spiritualism, Seite 245
  2. Tim Coleman: A Personal Journey into the Heart of Islam Exploring the Sufi Moulids of Egypt The best of Habibi
  3. Amanda Bynes präsentiert schockierendes Wangen-Piercing, OK! Magazin vom 21. März 2013
  4. Fishmaul / Fishmouth / ZygZag Cheek Stretching BME-News vom 24. Februar 2008
  5. Au Backe! So lebt Joel (22) mit Loch in der Wange, Bild-Zeitung vom 30. Mai 2014
  6. Holey molar! German man takes body art to the next level with cheek holes, forked tongue, Daily News vom 17. Mai 2014
  7. «Piercing» extremo: El hombre de las tres bocas, La Razón digital
  8. Oral and Perioral Piercing: A Unique Form of Self-Expression, The Journal of Contemporary Dental Practice, Volume 1, No. 3, Summer Issue, 2000 (PDF; 1,4 MB)
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!