Wanne-Eickel

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51.53257.161666666666760Koordinaten: 51° 31′ 57″ N, 7° 9′ 42″ O

Wanne-Eickel
Stadt Herne
Ehemaliges Stadtwappen von Wanne-Eickel
Höhe: 60 m
Fläche: 21,31 km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 44649, 44651, 44652, 44653
Vorwahl: 02325
Fußgängerzone in der Wanner Hauptstraße
Häuserzeile im Bauhaus-Stil in der Nähe des Hauptbahnhofs von Wanne-Eickel
Die Straße Alt Crange mit Häusern der ehemaligen Freiheit
Ehemaliger Hafenkran Krummer Hund
Pumpwerk am Rhein-Herne-Kanal
Tafel zur Erinnerung an die ehemaligen Zechen in Wanne-Eickel
Gaststätte Zum alten Fritz, ältestes Baudenkmal am Gahlenschen Kohlenweg

Wanne-Eickel war eine kreisfreie Stadt im nördlichen Ruhrgebiet. Im Rahmen der Gebietsreform wurde Wanne-Eickel mit Wirkung vom 1. Januar 1975 mit der kreisfreien Stadt Herne zusammengeschlossen.[1] Seine Kreisfreiheit erhielt Wanne-Eickel 1926 als Stadtkreis, seit 1955 war es eine Großstadt, bis zu seinem Zusammenschluss mit Herne wies Wanne-Eickel die größte statistische Bevölkerungsdichte aller deutschen Städte auf. Auf einer Fläche von 21,31 km² betrug diese im Dezember 1965 etwa 5100 Einwohner je km².

Das Wappen der Stadt Wanne-Eickel wurde in leicht veränderter Form das Wappen der neuen Stadt Herne. Auch die Stadtfarben gold-schwarz-gold wurden übernommen. Das Kfz-Kennzeichen war WAN. Es kann seit Dezember 2012 wieder zugeteilt werden.[2]

Die Entwicklung Wanne-Eickels war eng mit dem Bergbau verbunden, welcher das Wachstum entscheidend beeinflusste. Über das ehemaligen Stadtgebiet waren zwanzig Schachtanlagen der Zechen Königsgrube, Hannibal, Pluto Thies/Pluto Wilhelm, Unser Fritz und Shamrock verteilt. Die Kohleförderung dauerte von 1856 bis 1993. Mehrere Industriedenkmäler erinnern an die Bergbauvergangenheit.

Geschichte[Bearbeiten]

Der mittelalterlich bedeutendere Teil der späteren Doppelstadt war das südlich gelegene Eickel, als eclo im Frühmittelalter erstmals erwähnt. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde im Ort die erste Kirche genannt. Die größte Siedlung im Nordteil der späteren Stadt trug den Namen Bickern. Ein weiterer historischer Ortsteil ist Crange, das 1484 zu einer Freiheit erhoben wurde und einen Pferdemarkt abhalten durfte. Aus diesem Markt entwickelte sich die auch überregional bekannte Cranger Kirmes. Diese drei Orte wurden zum 1. August 1875 unter Einbeziehung der Orte Holsterhausen und Röhlinghausen zum Amt Wanne im Kreis Bochum vereinigt. Zuvor gehörten die genannten Orte zum Amt Herne.

Bei dem Namen Wanne für das neue Amt handelt es sich um einen alten Flurnamen in einer Geländesenke, welcher allerdings bereits für das 9. Jahrhundert als villa Wanomhana als eine Unterbauernschaft von Bickern belegt ist.[3] Der Name war eine Kompromisslösung anlässlich der Benennung des gemeinsamen Bahnhofs an der 1847 eröffneten Köln-Mindener Eisenbahn. Dieser Bahnhof entwickelte sich zum größten Rangierbahnhof des mittleren Ruhrgebiets, der übrigens als einziger im Ruhrgebiet alle vier Betriebsarten vereinte: Neben der erwähnten Funktion als Rangierbahnhof war er auch Heimatbahnhof für über 300 Lokomotiven und Triebfahrzeuge, Güterbahnhof und Passagierbahnhof. Heute noch besitzt er als Hauptbahnhof die verkehrlich wichtige Bedeutung als Kreuzung der Ost-West-Verbindung DortmundOberhausen mit der Nord-Südverbindung Münster (Westfalen)Essen.

Mit der raschen Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchsen die Siedlungen beträchtlich. 1885 kam das Amt Wanne zum neuen Landkreis Gelsenkirchen, und 1897 übernahm die Gemeinde Bickern den Namen „Wanne“ von ihrem Amt. 1891 wurde das Amt Wanne geteilt, es entstand das neue Amt Eickel mit den Gemeinden Eickel und Holsterhausen. Im Amt Wanne verblieben die Gemeinden Wanne (ehemals Bickern), Crange und Röhlinghausen. 1905 wurde Crange nach Wanne und 1910 Holsterhausen nach Eickel eingemeindet. Das Amt Eickel bestand sodann nur noch aus einer Gemeinde, während zum Amt Wanne nach wie vor die Gemeinde Röhlinghausen gehörte.

Am 1. April 1926 wurden die beiden Ämter Wanne und Eickel zur kreisfreien Stadt Wanne-Eickel vereinigt.[4] Im Zweiten Weltkrieg wurde Wanne-Eickel – einerseits aufgrund seines großen Bahnhofs, der einen Knotenpunkt für die Versorgung der Westfront bildete, andererseits wegen der Herstellung von synthetischem Benzin in den „Treibstoffwerken“ in Eickel – durch alliierte Bombenangriffe stark zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl stark an, so dass Wanne-Eickel 1955 in den Kreis der Großstädte aufstieg. Wanne-Eickel bestand als selbständige Stadt nicht einmal 50 Jahre. Um der drohenden Eingemeindung im Rahmen einer Gemeindegebietsreform zu entgehen, beschloss der Rat von Wanne-Eickel ein Zusammengehen mit der etwa gleich großen Nachbarstadt Herne. Diesem Wunsch folgte der Gesetzgeber und so entstand zum 1. Januar 1975 die neue Stadt Herne[5], in welcher vier neue Stadtbezirke gebildet wurden. Somit kam es zur Bildung der heutigen Stadtbezirke Wanne und Eickel. Im ehemaligen Stadtgebiet Wanne-Eickels wird die Bezeichnung „Wanne-Eickel“ bis heute weitergepflegt, aber auch in der ganzen Region ist sie noch bekannt. Auch die Deutsche Bahn AG hat den Namen „Wanne-Eickel Hbf“ beibehalten. Jedoch gibt es in jüngerer Zeit Bestrebungen der Deutschen Bahn im Hinblick auf eine Umbenennung (beispielsweise in „Herne-Wanne“ oder „Herne Wanne-Eickel“); die Idee wird in Herne kontrovers diskutiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Neben dem lange Zeit wichtigsten Wirtschaftszweig der Stadt, dem Bergbau, kam der Brotherstellung eine bedeutende Rolle in der Wirtschaftsgeschichte Wanne-Eickels zu. Die Bäcker- und Konditoreninnung der beiden Ämter Wanne und Eickel hatte bereits im Jahre 1907 so viele Mitglieder, dass sie für diese eine eigene Krankenkasse bildete. Vor dem Zweiten Weltkrieg belegte Wanne-Eickel in Bezug zur Höhe der Einwohnerzahl deutschlandweit den vierten Rang in der Brotpoduktion. Zu dieser Zeit wurde Wanne-Eickel tatsächlich mit dem Attribut Stadt des Brotes bezeichnet.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

In Stadt Wanne-Eickel gibt es folgende wichtige Verkehrsverbindungen:

Eisenbahnen[Bearbeiten]

Der für Wanne-Eickel wichtige Güterverkehr wird auf Strecken der Deutschen Bahn, der Wanne-Herner Eisenbahn und der RBH Logistics abgewickelt. Die letzten Beiden schließen überwiegend die Industriebetriebe, wie das Güterverkehrszentrum im Wanner Westhafen, die Evonik Industries sowie die Kohlenmischanlage der DSK an Wanne-Eickel Hbf an.

Zu den Strecken im Gebiet von Wanne-Eickel siehe Wanne-Eickel Hbf. Im Stadtgebiet gab es ehemals vier Haltepunkte bzw. Bahnhöfe, von welchen nur noch

  • Wanne-Eickel Hbf

als Personenzugbahnhof erhalten geblieben ist.

  • Der Haltepunkt Röhlinghausen an der Salzstrecke zwischen Bochum-Riemke und Wanne-Eickel nahm 1893 den Betrieb auf. Das Bahnhofsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.[7] 1950 wurde der Haltepunkt in Wanne-Röhlinghausen umbenannt. Der Personenzugverkehr wurde 1960 etwa mit Schließung der Zeche Königsgrube eingestellt.
  • Der Haltepunkt Hordel-Eickel zwischen Bochum-Riemke und Wanne-Eickel nahm 1886 den Betrieb auf. Das erste Bahnhofsgebäude hatte ehemals in Oberhausen gestanden und wurde nach Eickel transloziert. Wegen Bergsenkungen wurde die Bahnstrecke gehoben, das alte Bahnhofsgebäude wurde durch ein modernes Gebäude ersetzt.[8] 1950 wurde der Haltepunkt in Wanne-Eickel Süd umbenannt. Der Personenzugverkehr wurde 1960 eingestellt.
  • Der Haltepunkt Unser Fritz zwischen Wanne-Eickel und Gelsenkirchen-Bismarck nahm 1891 den Betrieb auf. Die Station wurde 1914 in Wanne-Unser Fritz umbenannt. Der Personenzughalt wurde 1983 aufgegeben.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Bereits im 17. Jahrhundert gab es Fuhrleute im Amt Bochum, die den Kohlentransport von den Abbaugebieten der Grafschaft Mark zur Lippe bzw. bis zum Rhein übernahmen. Da die Pläne, die Emscher schiffbar zu machen, scheiterten, wurde 1763 der Gahlener Kohlenweg angelegt.[9] Von Bochum-Hamme über Eickel, Holsterhausen, Crange und Unser Fritz weiter nach Gelsenkirchen-Bismarck durchquerte diese Handelsstraße das Gebiet von Wanne-Eickel auf einer Länge von etwa 8 km. Entlang der Strecke wurden einige zum Teil noch heute vorhandene Bauwerke errichtet. Auf der Grenze nach Bochum befindet sich die ehemalige Gaststätte „Löns Mühle“ auf deren Wiesen es eine Pferderennbahn gegeben hat;[10] auf der Mitte des Handelswegs befindet sich der ehemalige „Schlenkhoffsche Kotten“, die Gaststätte Unser Fritz; an der Grenze nach Gelsenkirchen gibt es die Fleuthebrücke. Die 1937 errichtete Reichsstraße 226 und heutige B 226 ist in ihrem Verlauf mit dem Kohlenweg in Wanne-Eickel nahezu identisch. Die heutige Hauptstraße, der Communicationsweg im Gemeinde-Atlas Eickel von 1923, ist auch schon auf der Karte von 1842 erkennbar.[11][12] Ein Wanner Teil davon wurde als „Renne“ bezeichnet.[13]

Autobahnen[Bearbeiten]

Die A 42 wurde im Gebiet von Wanne-Eickel zwischen den Anschlussstellen Herne Baukau (22) und Gelsenkirchen-Bismarck (18) von 1968 bis 1971 fertiggestellt. Anfangs noch als Landesstraße freigegeben wurde sie im Zuge der Baumaßnahme zur Autobahn hochgestuft. In ihrem Verlauf befinden sich auf Wanne-Eickeler Gebiet die Anschlussstellen Herne-Wanne (19), Herne-Crange (20) sowie das Autobahnkreuz Herne (21)

Die 1934 eingeführte Reichsstraße 51 und spätere B 51 wurde im Raum Wanne-Eickel 1967 zur A 43 zwischen den Anschlussstellen Recklinghausen-Hochlarmark (13) und Bochum-Riemke (16) ausgebaut. Von der Stadtgrenze Bochum bis etwa zur Unterquerung der Cranger Straße bildet sie die Grenze zu Herne. In ihrem Verlauf befinden sich auf Wanne-Eickeler Gebiet die Anschlussstelle Herne-Eickel (15) sowie das Autobahnkreuz Herne (14).

Die Anschlussstelle Herten (7) der A 2 und Anschlussstelle Bochum-Hamme (33) der A 40 verweisen auf ihren Abfahrtsschildern zwar auf Ortsteile von Wanne-Eickel, die Anschlussstellen sind jedoch ca. 2 km von der Stadtgrenze entfernt. Die Autobahnen durchqueren das Gebiet von Wanne-Eickel nicht.

Rhein-Herne-Kanal[Bearbeiten]

Die Emscher floss in Wanne-Eickel mäanderförmig durch eine ehemalige Auenlandschaft. Mit dem Bergbau und den einhergehenden Bergsenkungen und Verschmutzung des Flusses wurde dieser ab dem späten 19. Jahrhundert begradigt, in eine Betonrinne gefasst und im gesamten Gebiet von Wanne-Eickel um bis zu 600 m nach Norden verlegt. Von 1906 bis 1914 wurde durch die „Königliche Kanalbaudirektion“ der Rhein-Herne-Kanal auf dem ehemaligen Flussbett der Emscher errichtet. In dem Zusammenhang wurde die Schleuse Wanne-Eickel mit einer Fallhöhe von 8,40 m gebaut. Kanal und Schleuse wurden im Laufe der Jahre teilweise ausgebaut um den größer werdenden Schiffen gerecht zu werden. Der Westhafen wo zu Zeiten des Bergbaus noch große Mengen von Massengütern wie Kohle und Sand verladen wurden, wurde später verfüllt. Die Massengüter werden heute an der Kaimauer des Kanals verladen. Auf dem verfüllten Hafenbecken ist ein modernes Güterverkehrszentrum entstanden. Der Osthafen wird für die Verladung von Schrott genutzt. Beide Häfen sowie das Güterverkehrszentrum werden von der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen betrieben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung

1926 schlossen sich die Gemeinden Wanne (40.000 Einwohner), Eickel (35.000 Einwohner) und Röhlinghausen (15.000 Einwohner) zur Stadt Wanne-Eickel mit rund 90.000 Einwohnern zusammen. 1955 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1965 erreichte die Bevölkerungszahl von Wanne-Eickel mit rund 110.000 ihren historischen Höchststand (und war zu diesem Zeitpunkt größer als die Einwohnerzahl von Herne). Bis 2001 sank sie auf 80.218 Einwohner.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“ und ab 1925 auf die Wohnbevölkerung. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Einwohnerentwicklung
Jahr Wanne Eickel Röhlinghausen
1654 150
1818 790
3. Dezember 1843 ¹ 1.072
1. Dezember 1871 ¹ 4.231
2. Dezember 1895 ¹ 14.384 11.821
1. Dezember 1900 ¹ 23.659 16.770
1. Dezember 1905 ¹ 30.578 20.368 11.296
1. Dezember 1910 ¹ 38.884 33.496 13.275
1. Dezember 1916 ¹ 37.085 31.842 12.272
5. Dezember 1917 ¹ 37.665 32.220 12.578
8. Oktober 1919 ¹ 40.410 34.189 13.350
16. Juni 1925 ¹ 40.236 34.470 14.249
Einwohnerentwicklung
Jahr Wanne-Eickel
16. Juni 1933 ¹ 92.269
17. Mai 1939 ¹ 86.680
31. Dezember 1945 69.036
29. Oktober 1946 ¹ 73.756
13. September 1950 ¹ 86.537
25. September 1956 ¹ 101.758
6. Juni 1961 ¹ 107.197
31. Dezember 1965 109.502
27. Mai 1970 ¹ 99.156
31. Dezember 1974 92.472

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

An der Spitze der später zur Stadt Wanne-Eickel gehörigen Gemeinden standen Anfang des 19. Jahrhunderts die Gemeindevorsteher und Gemeindevertreter. Nach Bildung der Ämter Wanne und Eickel leiteten Amtmänner die Verwaltung. Erst mit Bildung der Stadt Wanne-Eickel 1926 wurde eine Stadtvertretung gewählt. Stadtoberhaupt war danach der Oberbürgermeister, der während der Zeit der Nationalsozialisten von der NSDAP eingesetzt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Dieses System bestand bis zur Vereinigung mit der Stadt Herne im Jahr 1975.

Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Wanne-Eickel

Oberbürgermeister

Oberstadtdirektoren

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Cranger Kirmes
Emscherpferd vor der Flora Marzina
Wanne-Eickel Hauptbahnhof
Die ehemalige Kaiserpassage
Schachtanlage Pluto-Wilhelm
Hauptpost Wanne-Eickel
Mondpalast
Rathaus Wanne-Eickel
Künstlerzeche Unser Fritz
Ev. Johanneskirche
Kaiserbrunnen
Naturkundemuseum
Fritzchen am Cranger Tor

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Friedrich Winter (* 5. Februar 1853 in Gehringhausen; † 26. Februar 1913 in Wanne), deutscher Amtmann.
  • Ernst Tengelmann (* 14. Januar 1870 in Somborn; † 30. März 1954 in Essen), deutscher Unternehmer.
  • Friedrich Weiberg (* 16. Februar 1870 in Westhofen; † 16. Dezember 1946 in Bad Godesberg), Beigeordneter und Bürgermeister .
  • Karl Rüsewald (* 30. Mai 1880 in Neheim; † nach 1940), von 1909 bis 1940 Oberlehrer am Mädchengymnasium Wanne, 1932 und 1934 Leiter.
  • Wilhelm Braun (* 7. Oktober 1880 in Uerdingen; † 2. Mai 1945 in Wanne-Eickel), Bildhauer und Gewerbelehrer.
  • Wilhelm Jacobi (* 1881; † 1962), Oberbürgermeister und Oberstadtdirektor.
  • Wilhelmine Steltmann (* 30. November 1881 in Breckerfeld; † 14. Februar 1956 in Wanne), Stadtverordnete und Schulleiterin
  • Wilhelm Kiwit (* 31. Juli 1883 in Oberhausen; † 7. Dezember 1959 in Münster), Oberbürgermeister.
  • Gustav Sobottka (* 12. Juli 1886 in Turowe; † 6. März 1953 in Berlin), Mitglied des Preußischen Landtag (1921–1932):
  • Heinrich Günnewig (* 10. Februar 1889 in Bochum; † 7. August 1981 in Düsseldorf), Oberbürgermeister.
  • Franz Hruska (* 21. November 1888 in Dobrzan, Bezirk Mies, Böhmen; † 29. April 1977), Politiker (SPD), MdL und Stadtverordneter von Wanne-Eickel.
  • Fred Endrikat (* 7. Juni 1890 in Nakel an der Netze; † 12. August 1942 in München), Schriftsteller und Kabarettist.
  • Wilhelm Wulf (* 27. Dezember 1892 in Monkowarsk; † 17. Oktober 1960 in Essen), stellvertretender Oberbürgermeister.
  • Hans Mühle (* 11. April 1897 in Meinerdingen; † 25. Januar 1973 in Berlin), Geistlicher an der Johanneskirche (Eickel)
  • Willi Henkelmann (* 25. Februar 1899 in Münster; † 2. Juli 1928), Europameister im Motorradrennen (175 cm³)[15]
  • Erich Meyer (* 15. März 1900 in Stettin; † 9. Mai 1968 in Wanne-Eickel), Politiker (MdB).
  • Ludwig Steil (* 29. Oktober 1900 in Lüttringhausen; † 17. Januar 1945 in Dachau), evangelischer Pfarrer in Holsterhausen, Widerstandskämpfer und Märtyrer
  • Heinz Rühmann (* 7. März 1902 in Essen; † 3. Oktober 1994 in Berg am Starnberger See), Schauspieler.
  • Anton Graf (* 1905; † 1979), Unternehmer und Gründer einer der größten Reisebusunternehmen Deutschlands.
  • Walter Neusel (* 25. November 1907 in Bochum; † 3. Oktober 1964 in Berlin), deutscher Schwergewichtsboxer, Der Blonde Tiger von der Dorneburg
  • Friedrich Wilhelm Schwing (* 1909; † 1992), Unternehmer und Gründer der Schwing GmbH, dem weltweit größten Betonpumpenhersteller.
  • Wilhelm Elbers (* 27. April 1913 in Wattenscheid; †), Oberstadtdirektor von 1947 bis 1959.
  • Fritz Panhorst (* 25. Oktober 1915 in Berlin; † 2. Mai 1971), Politiker (CDU), MdL und Bürgermeister von Wanne-Eickel.
  • Heinz Westphal (* 4. Juni 1924 in Berlin; † 30. Oktober 1998 in Bonn), Politiker (SPD), MdB des Wahlkreis Wanne-Eickel – Wattenscheid.
  • Elwin Schlebrowski (* 31. August 1925 in Klein-Kamionken; † 8. Februar 2000), Bergmann, Fußballspieler in Wanne-Eickel, beim BVB 09 und Nationalspieler.

Kult um Wanne-Eickel[Bearbeiten]

Der Mond von Wanne-Eickel. Aus der Sammlung Stefan Musielak.

Die Fangemeinde um die kleine Stadt im Ruhrgebiet wächst in zunehmendem Maße, unter anderem wegen des Namens und der symbolischen Bedeutung. So fällt der Stadtname in amüsanten bzw. ironisierenden Zusammenhängen:

  • Der Mond von Wanne-Eickel, ein Lied von Friedel Hensch und den Cyprys (1962).
  • Der Likör „Mond von Wanne-Eickel“ der Brennerei Eicker & Callen
  • Die Kunstfigur Adolf Tegtmeier des Komikers Jürgen von Manger stammt aus Wanne-Eickel.
  • Die Kunstfigur Else Stratmann der Autorin und Kabarettistin Elke Heidenreich kommt aus Wanne-Eickel, wo sie mit ihrem Gatten Willi eine Metzgerei betreibt.
  • Der Fernsehfilm Aufforderung zum Tanz (1977) mit Marius Müller-Westernhagen wurde teilweise in Wanne-Eickel gedreht, Schauplätze waren u. a. der Güterbahnhof und das Hotel Alt Crange. In der bekannteren Fortsetzung Theo gegen den Rest der Welt (1980) ist Herne der Wohnort der Hauptfiguren.
  • In der letzten Strophe von Anne Kaffeekanne (1984), einem der bekanntesten Kinderlieder von Fredrik Vahle, ist Wanne-Eickel die Endstation einer Weltreise.
  • Die Freitag Nacht News stellten mit CSI: Wanne-Eickel eine Parodie der bekannten CSI-Serien bereit.
  • Im Lied Balu der Band Kettcar vergleicht der Protagonist seine Situation mit Wanne-Eickel. („Du bist New York City und ich bin Wanne-Eickel.“)
  • Im Song Frau ich freu mich von BAP heißt es „un dä Mond vun Wanne-Eickel ess no wirklich nit dä Bringer!“
  • Der Film Die Bademeister – Weiber, saufen, Leben retten mit Michael Herbig (Bully) und Hilmi Sözer spielt ebenfalls in Wanne-Eickel, hier allerdings im fiktiven Stadtteil „Cann“. Die einzige Szene des Films, die tatsächlich mit Wanne-Eickel zu tun hat, ist die Animation einer Motorradfahrt, bei der auf einem Stadtplan die Hauptstraße in Wanne-Süd zu sehen ist.
  • Feuer, Eis & Dosenbier (2002), in den Hauptrollen Axel Stein, Rick Kavanian und Eva Habermann, handelt von zwei Wanne-Eickler Zivildienstleistenden.
  • Der Prinz von Wanne-Eickel (2006), ein Film mit u. a. Jürgen Drews.
  • In seinem frühen Sketch Reisebericht Norwegen zieht Hape Kerkeling den folgenden Vergleich: „Amsterdam ist das Venedig des Nordens. Oslo hingegen ist das Wanne-Eickel Skandinaviens: Keiner weiß wo es liegt, und keiner will dort hin.“
  • In Hape Kerkelings Ein Mann, ein Fjord kommen die Hauptfiguren aus Wanne-Eickel.
  • Das Internet-Satirewiki Stupidedia widmet Wanne-Eickel ein eigenes Königreich (VKWE = Vereinigtes Königreich Wanne-Eickel), welches zuletzt als Austragungsort (und späterer Sieger) für die WM-Parodie „Universumsmeisterschaft 2010“ in Erscheinung trat.
  • Die Punkrockband Brigade S aus Wanne-Eickel erwähnt diese Stadt in mehreren Liedern und hat ihr auch ein eigenes gewidmet.
  • Die Spielserie des ZDF Hans im Glück aus Herne 2, Ausstrahlung 1983 spielt auch teilweise in Wanne-Eickel.
  • Am 28. Februar 2012 sprach sich der Rat der Stadt Herne einstimmig für die Wiedereinführung des früheren Kennzeichens WAN aus. Damit soll das Traditionsbewusstsein in Wanne-Eickel und die Identifikation zur Heimatstadt gestärkt werden. Man wolle „ein Ausrufezeichen setzen“, etwa durch eine stärkere Nutzung der Marke Wanne-Eickel.[16] Damit wird es zukünftig möglich sein, dass alle Herner Einwohnerinnen und Einwohner frei entscheiden dürfen, ob sie ein HER- oder WAN-Kennzeichen an ihrem Fahrzeug führen möchten – unabhängig vom Wohnort innerhalb der Stadt Herne.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erwin Roloff: Wanne-Eickel. Eine Stadt im Revier, Wanne-Eickel, 3. Aufl. 1971.
  • Wolfgang Berke: Das Buch zur Stadt Wanne-Eickel. Mythen, Kult, Rekorde: Eine Zeitreise durchs Herz des Ruhrgebiets, Essen, 5. Auflage 2007, ISBN 978-3-89861-122-0. (Digitalisat)
  • Wolfgang Berke: Wanne-Eickel - das zweite Buch zur Stadt. Noch mehr Mythen, Kult und Rekorde: Die Zeitreise geht weiter, Essen 2005, ISBN 978-3-89861-447-4. (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wanne-Eickel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Wanne-Eickel – Reiseführer

Belege[Bearbeiten]

  1.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  2. derwesten.de: Neues altes Kennzeichen WAN ist Spitze im Ruhrgebiet vom 27. März 2013, abgerufen am 10. September 2013
  3. Erwin Roloff: Wanne-Eickel. Eine Stadt im Revier, Wanne-Eickel, 3. Aufl. 1971, S. 9.
  4.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817 – 1967. Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 329.
  6. Berke: Das Buch zur Stadt (2007), S. 30f.
  7. Bahnstation Röhlinghausen auf wanne-eickel-historie.de, abgerufen am 2. Januar 2014
  8. Bahnstation Hordel Eickel auf wanne-eickel-historie.de, abgerufen am 2. Januar 2014
  9. Stadt Herne: Straßen in Herne, Dorstener Straße, abgerufen am 2. Januar 204
  10. Die Eickeler Pferderennbahn - Löns Mühle, abgerufen am 2. Januar 2014
  11. Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße. Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux und Franz Heiserholt (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne), Herne 1997.
  12. Karte von 1842.
  13. Erich Kuss: Unsere Wanner Renne von um 1930 bis um 1940: mit nördlichem und südlichem "Auslauf", o. O. 2014 (Digitalisat, PDF 1,4 MB).
  14. http://www.brunounkhoff.de
  15. wanne-eickel.info: Willi Henkelmann: Der vergessene Europameister
  16. 'Rat der Stadt Herne will WAN-Kennzeichen für Wanne-Eickel'. Der Westen, Nachrichten aus Herne und Wanne-Eickel. Abgerufen am 22. April 2012.