Wappen von Köln (Schiff)

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Wappen von Köln
Die Wappen von Köln am Anleger Köln

Die Wappen von Köln am Anleger Köln

p1
Schiffsdaten
Flagge MaltaMalta (Handels- und Dienstflagge zur See) Malta
andere Schiffsnamen
  • Rhein (bis 1985)
Schiffstyp Tagesausflugsschiff
Heimathafen Valletta, MaltaMalta Malta
Eigner KD Europe S.à r.l
Reederei Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt
Bauwerft Schiffswerft
Christof Ruthof
Baunummer 1469
Baukosten 7 Mio. DM
Bestellung 6. Mai 1966
Stapellauf 18. März 1967
Indienststellung 13. Mai 1967
Außerdienststellung 14. Juli 2012
Verbleib stillgelegt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
92,50 m (Lüa)
Breite 15,85 m
Tiefgang max. 1,47 m
Verdrängung 917 t
Maschine
Maschine 2 × Deutz SBA12M421, je 735 kW
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
1.470 kW (1.999 PS)
Propeller 2 × 4-Flügel-Voith-Schneider-Antrieb
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 1985
Sonstiges
Registrier-
nummern

ENI-Nr.: 04200230

Die Wappen von Köln ist ein 1966/67 erbautes Ausflugsschiff das bis zum 14. Juli 2012 im Auftrag der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG betrieben wurde. Sie wurde von Mai bis Oktober 2011 für ein- und zweistündige Rundfahrten im Zuge der Bundesgartenschau 2011 eingesetzt. Danach schied sie aus dem Plandienst aus und wurde nur noch vereinzelt als Veranstaltungs- und Partyschiff genutzt. Neben den Köln-Düsseldorfer-Schiffen RheinEnergie und RheinFantasie zählt sie zu den größten Passagierschiffen auf europäischen Binnengewässern.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Rhein in Koblenz, 1973

Das Fahrgastschiff wurde in den Jahren 1966 und 1967 durch die Schiffswerft Christof Ruthof in Mainz-Kastel unter der Baunummer 1469 gebaut. Die Kiellegung erfolgte im Juni 1966, der Stapellauf am 18. März des Folgejahres. Die Werft lieferte das Schiff am 8. Mai 1967 aus, zwei Tage später taufte Baronin Veronika von Hammerstein-Loxten das Schiff in Wiesbaden-Biebrich auf den Namen Rhein. Die Baukosten betrugen 7 Mio. D-Mark.

Die Rhein war zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme am 13. Mai 1967 für eine maximale Fahrgastkapazität von 3000 Personen zugelassen.[1] Im Jahre 1985 wurde sie in Wappen von Köln umbenannt. Im Dezember 2008 wurde das Schiff an die hundertprozentige Unternehmenstochter KD Europe S.à r.l in Luxemburg verkauft und anschließend im Januar 2009 in Valletta auf Malta registriert.[2][3] Da die Schiffe der Köln-Düsseldorfer ihren Heimathafen mangels Hochsee-Tauglichkeit nicht erreichen können, werden sie im Hafen Niehl I in Köln gewartet. Seit 2001 dient das Schiff als Werbeträger, zunächst für die Biermarke Hasseröder (2001 bis 2006), anschließend für die Tageszeitung Express. Neben zahlreichen Sondereinsätzen als Veranstaltungsschiff, wie beispielsweise für Karnevals- und „Ü30“-Partys ihres aktuellen Werbesponsors, wird das Großraumschiff seit der Außersdienststellung der bauähnlichen Wappen von Mainz in der Adventszeit als schwimmender Weihnachtsmarkt vor der Kölner Frankenwerft eingesetzt.

Im Mai 2010 bestellte die Köln-Düsseldorfer bei der De Hoop-Werft in Rijnwaarden ein neues Tagesausflugs- und Veranstaltungsschiff mit einer Kapazität von bis zu 1000 Fahrgästen, das am 5. Mai 2011 in Dienst gestellt wurde. Das Schiff, das den Namen RheinFantasie trägt, übernahm die bisherigen Veranstaltungs- und Linienfahrten der Wappen von Köln. Im Anschluss wurde das Schiff bis zum 16. Oktober 2011 für Rundfahrten bei der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz eingesetzt. Da das Ausflugsschiff BUGA Koblenz 2011 durch einen Defekt an der Ruderanlage nicht eingesetzt werden konnte, übernahm die Wappen von Köln bis zum 23. Oktober 2011 die Fahrplaneinsätze auf der Strecke BoppardRüdesheim. Danach setzte die Reederei das Schiff nur noch als schwimmenden Weihnachtsmarkt, als Partyschiff bei Sonderveranstaltungen ein. Nach ihrem Einsatz bei den Kölner Lichtern am 14.Juli 2012 wurde sie stillgelegt und steht zum Verkauf.[4]

Ausstattung[Bearbeiten]

Die Wappen von Köln als Rundfahrschiff bei der BUGA 2011

Die Wappen von Köln ist ein Vierdeck-Fahrgastschiff mit einer Nutzfläche von 1300  und einer durchschnittlichen Deckenhöhe von 2,20 m. An die im Bug des Unterdecks eingerichtete Bar mit 158 Plätzen schließt sich im Mittelschiff der Eingangsbereich mit Garderobe an. Dahinter befindet sich der Maschinenraum an den sich achtern Kühl- und Versorgungsräume anschließen. In den beiden durch die Eingangshalle getrennten Restaurants im Hauptdeck sind insgesamt 394 Plätze vorhanden. Die teilweise behindertengerechten Toilettenanlagen und das Schiffsbüro wurden in der Eingangshalle eingerichtet. Im Oberdeck sind ebenfalls zwei Restaurants mit einer Kapazität für 372 Fahrgäste. Das vordere Restaurant ist bugseitig mit einer großflächigen Verglasung versehen. Achtern schließt sich an das hintere Restaurant ein überdachtes Freideck mit 72 Plätzen an. Auf dem durch den versenkbaren Steuerstand und anderen Aufbauten geteilten Sonnendeck finden bis zu 1000 Fahrgäste Platz. In den geschlossenen Decks der Wappen von Köln sind fünf Salons vorhanden. Das Schiff ist heute nur noch für maximal 1985 Fahrgäste zugelassen.[1][5]

Technik[Bearbeiten]

Die Wappen von Köln mit Hasseröder-Werbung in St. Goar (2003)
Wappen von Köln am Anleger Köln

Die Wappen von Köln ist 92,50 m lang, 15,85 m breit (9,00 m Ober- und Freideck) und 10,20 m hoch. Der Tiefgang wird mit maximal 1,47 m angegeben. Durch den ausladenden Rumpf, die schlanke Heckpartie und die mittschiffs angeordnete Motoren- und Antriebsanlage ähnelt das Erscheinungsbild des Schiffes auch in Fahrt dem eines Seitenraddampfers.

Der Antrieb erfolgt mit zwei 12-Zylinder-Dieselmotoren des Typs Deutz SBA12M421 mit einer Leistung von je 735 kW, die auf jeweils einen vierflügeligen Voith-Schneider-Antrieb wirken. Durch diese Bauart ist das Schiff sehr manövrierfähig.[1][6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Fischbach: Die Schiffe der Köln-Düsseldorfer 1826–2004, Eigenverlag, Köln 2004, ISBN 3-00-016046-9
  • Stephan Nuding: 175 Jahre Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG , Schardt Oldenburg 2001, ISBN 978-3-89841-035-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wappen von Köln (Schiff) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Georg Fischbach: Die Schiffe der Köln-Düsseldorfer 1826–2004, Eigenverlag, Köln 2004, S. 748ff
  2. Geschäftbericht 2009 nach IFRS der Köln-Düsseldorfer, S. 8, abgerufen am 31. Oktober 2010
  3. KD mit maltesischer Flagge, Kölnische Rundschau vom 8. April 2009, abgerufen am 31. Oktober 2010
  4. Verkaufsanzeige bei einem Niederländischen Schiffsmakler
  5. Seite über die Wappen von Köln im Webauftritt der Köln-Düsseldorfer
  6. Seite über die Wappen von Köln auf www.debinnenvaart.nl, abgerufen am 13. November 2010