Warmbronn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

48.76363098.987418417Koordinaten: 48° 45′ 49″ N, 8° 59′ 15″ O

Warmbronn
Stadt Leonberg
Wappen von Warmbronn
Höhe: 417 m
Fläche: 487 km²
Einwohner: 4143 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 1975
Eingemeindet nach: Leonberg
Postleitzahl: 71229
Vorwahl: 07152

48.76363098.987418

Karte: Baden-Württemberg
marker
Warmbronn
Magnify-clip.png
Baden-Württemberg

Warmbronn ist ein Ortsteil von Leonberg im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg mit 4143 Einwohnern. Der Ort war bis 1974 eine selbständige Gemeinde.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Blick von der Maisgraben-Aue auf die Ortsmitte

Warmbronn liegt am Beginn des Maisgraben-Tales und ist an drei Seiten von bewaldeten Hügeln umgeben. Der Ort liegt landschaftlich im Übergangsbereich vom Glemswald zum Heckengäu. Die höchste Erhebung ist der Warmbronner Kopf mit 517 Metern. Der Bachlauf des Maisgrabens wurde im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen für den Ausbau der B 295 weitgehend renaturiert.

Die Nachbargemeinden sind Renningen und Magstadt.

Durch Warmbronn verläuft die Kreisstraße K 1008 von Renningen in Richtung Stuttgart (17 Kilometer bis zum Zentrum). Die K 1009 führt zur B 295, auf der man den Anschluss Leonberg-West der A 8 sowie Leonberg erreicht.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsbücherei mit ev. Kirche im Hintergrund
ev. Kirche und Backhaus

Der Ort wurde 1100 erstmals urkundlich erwähnt. 1452 ging er in den Besitz der Klosters Hirsau über. 1784 wurde die Pfarrkirche neu errichtet.

In der Amtszeit von Bürgermeister Eberhard Fork (1962 bis 1972) stieg die Einwohnerzahl von 926 auf 2500 im Jahr 1970. Am 1. Januar 1975 erfolgte zusammen mit Höfingen und Gebersheim die Eingemeindung zur Stadt Leonberg.

1978 wurde die Staigwaldhalle, 1981 die Zweigstelle der Bücherei, 1982 die neue Feuerwache eingeweiht. In unmittelbarer Nachbarschaft im Landschaftsschutzgebiet befinden sich die 1989 errichtete katholische Franziskuskirche und das 2002 eröffnete evangelische Gemeindehaus.

Das Rathaus ging 2008 in den Besitz der Bürgerstiftung über und wurde mit ehrenamtlichem Engagement saniert und umgebaut. Am 19. November 2010 wurde es als „Bürgerhaus“ neu eröffnet.[1] Neben der Ortschaftsverwaltung und dem Sitzungssaal befinden sich darin die Poststelle, die Geschäftsstelle des Sportvereins und Räumlichkeiten für Veranstaltungen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1992 4.205
1996 4.143
2000 4.286
2004 4.357
2008 4.219
2011 4.143

Der Ausländeranteil beträgt 8,4 %.

Politik[Bearbeiten]

Bürgerhaus

Der Ortschaftsrat hat zehn Mitglieder. Die Sitzverteilung seit den Kommunalwahlen 2014:

Partei/Wählerliste Sitze
Warmbronner Liste 6
Freie Wähler (FWV) 2
CDU 1
Grün-Alternative Bürgerliste (GABL) 1

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Die Grundschule Warmbronn besteht seit 1962 im Schul- und Sportzentrum Staigwald.
  • Im April 2014 wurde das Kinderhaus Warmbronn eingeweiht, das die bisherigen drei Standorte der beiden Kindergärten ersetzt und auch Kleinkinderbetreuung anbietet.[2][3]

Vereine und Organisationen[Bearbeiten]

  • Größter Verein ist die Sportvereinigung Warmbronn mit knapp 1400 Mitgliedern und den Abteilungen Fußball, Volleyball, Tischtennis, Laufen/Walking, Mountainbiking/Radtreff, Aktiv&Gesund, Kindersport und Gesang (Kinder- und Gemischter Chor).[4] Die ehemalige Tennisabteilung ist seit 2012 als Tennis Warmbronn rechtlich eigenständig. Jedes Jahr findet auf dem Sportgelände ein Pfingstzeltlager für Kinder statt.
  • Freiwillige Feuerwehr Leonberg, Abteilung Warmbronn
  • Der Gemeindeverein richtet u. a. das Maifest aus und veranstaltet im Bürgerhaus den „Bürgertreff“.[5]
  • Die Bürgerstiftung engagiert sich für gemeinnützige Projekte.[6]
  • Narrenzunft Beerlesklopfer[7]
  • Obst- und Gartenbauverein
  • Kleintierzüchterverein
  • Christian-Wagner-Gesellschaft[8]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Maifest, jährlich staffindendes Ortsfest, das inzwischen regelmäßig im Juni stattfindet
  • Waldmeisterlauf, Volkslauf mit jährlich ca. 1600 Teilnehmern[9]
  • Warmbronner Open Air, 2013 zum 29. Mal[10]
  • Warmbronner Feuerwehrtage, alle zwei Jahre stattfindendes Fest der Feuerwehr
  • Narrenzunft Beerlesklopfer: „Häsabstauben“, Zunftball und „Rathaussturm

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Christian-Wagner-Brunnen
  • Der Christian-Wagner-Brunnen befindet sich im Ortszentrum. Er wurde vom Warmbronner Architekten Frei Otto entworfen und 1995 eingeweiht.[11]
  • Das Christian-Wagner-Haus beherbergt ein Museum zu Christian Wagner und zur Ortsgeschichte.
  • Die Ortsbücherei befindet sich in einem alten Fachwerkhaus. Sie ist eine Zweigstelle der Stadtbücherei Leonberg.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Jeden Donnerstag findet ein kleiner Wochenmarkt statt.

Unternehmen[Bearbeiten]

  • MBtech Group, Standort Leonberg (Fahrzeugentwicklung)
  • Hans Keim Kunststoffe (Kunststoffverarbeitung)
  • Kappus Reisen (Busunternehmen)

Internetanbindung[Bearbeiten]

Seit August 2011 gibt es eine VDSL-Verbindung für Warmbronn, die von der NeckarCom GmbH betrieben wird.[12] Sie wurde von der Stadt Leonberg mit Hilfe von Fördergeldern des Landes gebaut.[13][14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Christian Wagner (1835–1918), Dichter (geboren und wohnhaft in Warmbronn)
  • Rudolf von Burk (1841–1924), württembergischer Militärarzt (geboren in Warmbronn)
  • Edmund Rau (1868–1953), württembergischer Politiker (wuchs in Warmbronn auf)
  • Gottlieb Hering (1887–1945), Lagerkommandant des Vernichtungslagers Belzec (geboren in Warmbronn)
  • Frei Otto (* 1925), Architekt (wohnt in Warmbronn)[15]
  • Helmuth Rilling (* 1933), Dirigent (wohnt in Warmbronn)
  • Erika Sauer (* 1940), Leichtathletin der Spvgg Warmbronn, vielfache Welt-, Europa- und Deutsche Meisterin bei den Senioren[16]
  • Axel Kuhn (* 1943 in Gelsenkirchen), Historiker und Kriminalautor, Ortschafts- und ehemaliger Gemeinderat
  • Bernhard Bauer (* 1950), Präsident des Deutschen Handballbundes, ehemaliger Ministerialdirektor (wohnt in Warmbronn)

Literatur[Bearbeiten]

  • Monica Mather, Renate Stäbler: Warmbronn – Geschichte eines altwürttembergischen Fleckens, Beiträge zur Stadtgeschichte Band 10, Leonberg 2009, ISBN 978-3-933636-11-9.
  • Monica Mather, Renate Stäbler: Warmbronn im Königreich Württemberg. Vom mühevollen Leben in der „guten alten Zeit“. Eigenverlag, Warmbronn 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Warmbronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vom Rathaus zum Bürgerhaus Bürgerstiftung Warmbronn, abgerufen am 21. Juli 2012.
  2. Einweihung des Kinderhauses Warmbronn Website der Stadt Leonberg, 9. April 2014, abgerufen am 27. April 2014.
  3. Neue Kita – Kinderhaus Warmbronn eingeweiht Regio TV, 4. April 2014, abgerufen am 27. April 2014.
  4. Webseite Spvgg Warmbronn, abgerufen am 21. Juli 2012.
  5. Webseite des Gemeindevereins Warmbronn, abgerufen am 21. Juli 2012.
  6. Webseite der Bürgerstiftung Warmbronn, abgerufen am 21. Juli 2012.
  7. Webseite der Narrenzunft Beerlesklopfer abgerufen am 22. Juli 2012.
  8. Webseite der Christian-Wagner-Gesellschaft, abgerufen am 21. Juli 2012
  9. Webseite Waldmeisterlauf, abgerufen am 21. Juli 2012.
  10. Webseite des Warmbronner Open Airs, abgerufen am 16. Juli 2013.
  11. Christian Wagner Brunnen, Warmbronn Stuttgarter-Zeitung.de, 30. Dezember 2010, abgerufen am 21. Juli 2012.
  12. Internet-Ausbaugebiete Neckarcom, abgerufen am 21. Juli 2012.
  13. Neckar-Com will Warmbronn vernetzen Stuttgarter-Zeitung.de, 20. Oktober 2010, abgerufen am 21. Juli 2012.
  14. Schnelles Internet in Warmbronn angekommen! MM Software & Services, abgerufen am 21. Juli 2012.
  15. Wohnhaus und Atelier in Warmbronn bei Stuttgart FreiOtto-Architekturmuseum.de (unter: „Bauten und Projekte“), abgerufen am 15. Dezember 2012.
  16. Ehrung als Europas Beste für Erika Sauer Leichtathletik.de, 30. Januar 2012, abgerufen am 21. Juli 2012.