Warren Ellis

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Warren Ellis.

Warren Ellis (* 16. Februar 1968) ist ein englischer Autor zahlreicher Comics, Bücher und Drehbücher. Außerdem ist Ellis eine sehr aktive Online-Persönlichkeit. Er lebt in Southend-on-Sea in England.

Laufbahn[Bearbeiten]

Ellis begann 1990 zu schreiben und veröffentlichte im britischen Deadline-Magazin eine sechsseitige Geschichte. Des Weiteren schrieb er einen einseitigen Doctor Who-Comic und eine Judge Dredd-Kurzgeschichte. Ellis' erste fortlaufende Serie, Lazarus Churchyard mit Zeichner D'israeli erschien im Magazin Blast!. 1994 begann Ellis bei Marvel und übernahm dort die Serie Hellstorm, die er schrieb bis sie mit Ausgabe 21 eingestellt wurde. Er arbeitete außerdem an Marvel 2099 und an Thor mit.

Neben seiner Arbeit für Marvel verfasste er auch Comics für DC, Caliber und Image, wo er hauptsächlich für das Wildstorm-Studio arbeitete. Neben DV8 übernahm er die Serie Stormwatch, die er von #37 - 50 zusammen mit Zeichner Tom Raney betreute. Stormwatch wurde danach neu gestartet und lief 11 Ausgaben lang mit Ellis und Zeichner Bryan Hitch am Ruder. Danach wurde aus den Resten von Stormwatch The Authority gestartet, eine Serie um ein Superheldenteam, das gegen Bedrohungen vorging und am amerikanischen Comicmarkt einen Trend zu actionorientierten Serien auslöste, deren Handlungsaufbau an Hollywood-Blockbuster angelehnt war.

1997 startete Ellis die Serie Transmetropolitan, deren Rechte er zusammen mit dem Zeichner Darick Robertson für sich behielt und nicht, wie in den großen amerikanischen Comicverlagen üblich, an den Verlag abgab. Die Serie handelte von einem Gonzo-Journalisten namens Spider Jerusalem (nach dem Vorbild von Hunter S. Thompson), der in einem futuristischen Amerika um die Abwahl eines faschistoiden US-Präsidenten kämpft. Sie wurde größtenteils von der DC-Tochter Vertigo veröffentlicht und wurde über 60 Ausgaben zu einer der erfolgreichsten DC-Serien ohne Superhelden.

1999 begann Ellis mit Zeichner John Cassaday bei Wildstorm mit der Serie Planetary, die gängige Superhelden- und Pulp-Klischees aufgriff und auf ungewöhnliche Weise präsentierte. Außerdem hatte er einen kurzen Auftritt bei Vertigos Hellblazer, den er aber vorzeitig beendete, nachdem sich DC, kurz nach dem Columbine-High-School-Amoklauf weigerte, eine zuvor geschriebene Geschichte namens Shoot zu veröffentlichen, die eine ähnliche Thematik behandelte.

2003 erschien bei Wildstorm die 12-teilige Serie Global Frequency, aus der auch beinahe eine Fernsehserie entstanden wäre, die aber schon nach dem Pilotfilm eingestellt wurde. Warren Ellis beschreibt eine verdeckt arbeitende Nicht-Regierungs-Organisation basierend auf einem Smart Mob.Inzwischen ist der Pilotfilm über das Internet einer großen Fangemeinde zugänglich geworden. 2004 kehrte Ellis mit einem Zweijahresvertrag zu Marvel und damit zu den Mainstream-Superheldencomics zurück. Er übernahm Iron Man und Ultimate Fantastic Four.

Berüchtigt ist Warren Ellis dafür, das Superhelden-Genre mit Freude irgendwo zwischen Parodie und Modernisierung umzukrempeln. Seine Wildstorm-Kreationen werden mittlerweile gar als Ellis Universum bezeichnet. Auffällig ist, dass er dabei immer wieder bekannte Figuren aus den Universen von Marvel und DC persifliert oder als alternative Äquivalente präsentiert.

Beispiel: Sowohl in Stormwatch als auch Planetary bot er jeweils eine Figur, die stark an Superman erinnert und im ersteren Fall Gegenspieler der Protagonisten war. Die "Bösewichte" bei Planetary sind in ähnlichem Stil an Marvels Fantastische Vier angelehnt und bei The Authority gibt es ein Pendant zu den Rächern (Avengers) (auch wenn sich Ellis zu diesem Zeitpunkt bereits aus der Serie verabschiedet hatte), während zwei der Hauptfiguren der Serie eine Persiflage auf Superman und Batman (als schwules Paar) sind. Dennoch ist das Ganze nie eine reine Parodie, sondern besitzt eine eigene, ernste Storyline mit originellen Ideen.

Seit 2006 zeigt sich Ellis außerdem für die Marvel-Serie Nextwave verantwortlich, die er laut eigener Aussage als "Superhelden-Comicbuch in seiner destillierten Form" versteht, in der verkleidete Helden "ohne guten Grund in den Straßen posieren". Und auch wenn Nextwave weniger düster als seine Wildstorm-Arbeiten ist, finden sich auch hier die oben erwähnten Motive wieder, dass Ellis einerseits auch auf neue und bekannte, bereits im Marvel-Universum etablierte Figuren setzt, andererseits aber auch Motive und Figuren von Marvel in Parodien davon umändert.

Ellis erster Roman Gott schütze Amerika (Crooked Little Vein) erschien im Juli 2007 in den USA und zwei Jahre später in deutscher Übersetzung bei Heyne.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Warren Ellis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien