Was tun, wenn’s brennt?

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Was tun, wenn’s brennt? ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2001. Regie führte Gregor Schnitzler. Premierendatum für Deutschland war im November 2001 beim Kinofest Lünen und am 31. Januar 2002 in den Kinos von Deutschland und der Schweiz. In Österreich war der Kinostart am 1. Februar 2002. Produktionsfirma war Claussen + Wöbke.

Handlung[Bearbeiten]

Die Chaoten Tim, Maik, Nele, Flo, Robert alias Terror und Hotte bildeten im West-Berlin der 1980er-Jahre die „Gruppe 36“. Diese war in der Punk- und Hausbesetzerszene aktiv und beteiligte sich aktiv an Aktionen gegen die Staatsgewalt. Die meisten der Aktionen filmten sie, um zu dokumentieren, dass sie sich gegen das kapitalistische System zur Wehr gesetzt haben. Eine dieser Aktionen war das Platzieren einer selbstgebastelten Bombe in einer Luxusvilla Ortsteil Grunewald. Dabei sollte nur Sachschaden angerichtet werden. Die Villa blieb dreizehn Jahre leer und die Bombe explodierte nie. Als die neuen Erwerber der Villa die Tür öffnen, kommt es zur Explosion, die aber keinen Menschen verletzt.

Die Gruppe hat sich längst aufgelöst. Robert „Terror“ ist ein rechtschaffener und spießiger Rechtsanwalt, Maik ist zynischer Inhaber und Manager einer Dot-Com-Firma, Nele ist zweifache alleinerziehende Mutter und Flo, die ehemalige Geliebte Tims, steht kurz vor ihrer Verlobung mit einem reichen Geschäftsmann. Nur Hotte und Tim sind den damaligen Idealen treu geblieben: Sie leben als Hausbesetzer in einem ärmlichen Haus und versuchen dem System weiter Widerstand zu leisten. Hotte hatte bei einer waghalsigen Aktion damals beide Beine verloren.

Die Polizei beginnt zu recherchieren und überprüft alle, die damals in der linken Szene aktiv waren. Sie beschlagnahmt das gesamte Filmmaterial, das noch in Hottes und Tims Wohnung zu finden ist. Hotte trommelt die alte Gruppe zusammen, um zu entscheiden, wie sie nun weiter vorgehen sollen. Die Gruppe ist zerstritten, da Hotte und Tim den angepassten Rest verachten und Tim immer noch etwas für Flo empfindet. Das Beweismaterial, das die sechs (Ex)-Punks belastet, liegt nun in der Asservatenkammer der Berliner Polizeikaserne. Als Reporterteam getarnt, gelangen sie in das Gebäude und kundschaften dieses aus. Nur der ermittelnde Kommissar Manowski schöpft Verdacht, da er Tim (Til Schweiger) aus seinen alten Unterlagen erkennt.

Um das Material zu vernichten, bauen die sechs eine weitere Bombe, die durch eine List von der Polizei selbst in die Asservatenkammer transportiert wird. Nach dieser Aktion zerstreut sich die Gruppe wieder. Der beinlose Hotte war allerdings in die Kiste geklettert, um sicherzugehen, dass die Bombe auch wirklich bei den Filmen landet. Letztendlich steht sie zwar neben den Beweisen, Hotte allerdings kommt aus dem Keller nicht mehr heraus und ruft die anderen an, um ihm zu helfen. Schließlich kommt der in den Ruhestand geschickte Manowski auch noch hinzu und will den dort eingesperrten Hotte und den gerade hinzugekommenen Tim festnehmen. Durch die Gefahr, in der sich die ehemaligen Freunde befinden, rauft sich der Rest der Gruppe wieder zusammen und bricht auch noch in die Kaserne ein, nimmt den Film mit und entkommt nur knapp der sie verfolgenden Polizistenschar. Henkel fragt Manowski, ob seinen Vermutungen nach wirklich die Clique hinter der Bombe stecken könnte. Manowski, der so etwas wie Mitleid und Solidarität mit der Gruppe empfindet, deckt diese schließlich und macht falsche Angaben.

Die Gruppe, die in der Not wieder zueinander gefunden hat, fährt in der S-Bahn davon.

Kritiken[Bearbeiten]

„Unterhaltungsfilm vor fetziger Polit-Kulisse, der sich nicht um eine politische Haltung bemüht, sondern Nostalgie beschwört. Historisches Bewusstsein verkommt dabei zum Lifestyle-Accessoire, während Videoclip-Einlagen den Film MTV- und VIVA-kompatibel machen.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Dank guter Arbeit vor und hinter der Kamera erweckt der Films insgesamt […] nicht die Frage, die er sich in seinem Titel stellt. Denn wirklich angebrannt wirkt hier eigentlich nichts.“

Kino.de[2]

„Geschickt umschifft Schnitzler die meisten Szene-Klischees, zeigt seine Figuren facettenreich als desillusionierte Träumer, deren nicht ganz freiwilliger Rückzug ins Private einst all jene Gefühle verschüttete, die nun wieder mit aller Macht hervorbrechen. Statt selbstgefälliger Designermöbel-Plattsitzer und hysterischen Prada-Schnallen auf der ewigen Jagd nach dem sensiblen Knackarschbesitzer, beschert uns das wunderbare Ensemble zudem endlich einmal lebensechte deutsche Kinotypen, große Kinder auf der Suche nach dem Glück.“

Cinema[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Was tun, wenn’s brennt? im Lexikon des Internationalen Films
  2. Filmkritik bei kino.de
  3. Cinema-Filmkritik