Wasalauf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Ein Artikel zum gleichnamigen Volkslauf in der Innenstadt von Celle findet sich unter Celler Lauf.
Start des Damenlaufes 2006

Der Wasalauf (schwedisch Vasaloppet) ist eine der größten Skilanglaufveranstaltungen der Welt und ein Lauf der Worldloppet-Serie. Der Hauptlauf wird jedes Jahr am ersten Wochenende im März zwischen den Orten Sälen und Mora in der schwedischen Landschaft Dalarna auf dem Vasaloppsleden über 90 km in klassischer Technik ausgetragen. Das Rennen wird seit 1922 veranstaltet.

Der Wasalauf ist Teil der Kombination „Ein schwedischer Klassiker(En svensk klassiker) und gehört seit 2011 zur Rennserie Ski Classics. Das Motto des Laufes „In der Spur der Väter – für die Siege der Zukunft.“ (I fäders spår - för framtids segrar.) befindet sich auf einem Banner über der Ziellinie.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Vasaloppet ist nach Gustav Vasa benannt.

Der Wasa-Lauf war eine Idee des Zeitungsredakteurs Anders Pers. Damit wollte er an die historische Flucht von Gustav I. Wasa auf Skiern vor den Soldaten des dänischen Königs Christian II. im Jahr 1521 erinnern.

Im Schweden des Jahres 1520 gab es eine große Unzufriedenheit über die Union mit Dänemark unter Führung des dänischen Königs. Der Adelsmann Gustav Eriksson Wasa rief offen zum Widerstand auf und wurde daraufhin gefangengenommen. Doch ihm gelang die Flucht. So gelangte er in die Provinz Dalarna. In Mora erreichte ihn die Nachricht, dass sein Vater, sein Bruder und 80 weitere Anhänger beim Stockholmer Blutbad geköpft worden waren. Doch auch jetzt waren die Bauern noch skeptisch. So war Gustav Wasa gezwungen, seine Flucht nach Westen fortzusetzen.

Kurz darauf wurden in Mora weitere Gewalttaten der Soldaten von König Christian bekannt. Das Volk bereute seine Zurückhaltung gegenüber Gustav Wasa und schickte die zwei besten Skiläufer des Ortes los, um Gustav einzuholen. Im Gebiet von Sälen hatten sie ihr Ziel erreicht. Sie überredeten Gustav Wasa, zurückzukehren und den Kampf zu leiten. Nach mehr als zwei Jahren Krieg machte sich Schweden von Dänemark unabhängig.

Der moderne Wasalauf[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste moderne Wasalauf auf der etwa 90 km langen Strecke fand am 19. März 1922 mit 119 Teilnehmern, nach damaligen Angaben der Vossischen Zeitung mit 136 Teilnehmern, statt. Seit 1925 wird die Veranstaltung auch im Radio übertragen, anfangs kommentiert von der schwedischen Radiolegende Sven Jerring. Das Interesse am Lauf nahm stetig zu, in den 1970er Jahren erreichte man bereits hohe vierstellige Teilnehmerzahlen.[1]

Frauen waren beim Wasalauf lange Zeit nicht zugelassen. Einzig Margit Nordin nahm 1923 teil. Danach wurde der Lauf für Frauen gesperrt und erst 1981 wieder freigegeben.[1]

1990 musste der Wasalauf zum ersten und einzigen Mal komplett abgesagt werden. Damals machte Schneemangel den Start unmöglich. 1932 und 1934 wurde zwar gestartet, aber es kam wegen Schneemangels zum Abbruch.[1]

Zielgasse

Der Wasalauf heute[Bearbeiten]

Heute nehmen an den verschiedenen Läufen während der Wasalaufwoche in Summe mehrere zehntausend Menschen teil. Für den Wasalauf 2014 hatten sich bereits im Oktober 2013 33.800 Skiläufer für die drei 90-km-Strecken angemeldet. Nur kurze Zeit später waren auch sämtliche kürzere Distanzen der Wasalauf-Winterwoche ausgebucht, was einem neuen Teilnahmerekord entsprach. Ausgetragen werden neben dem Hauptlauf (Vasaloppet) die Veranstaltungen Offene Spur (Öppet spår), Mädchenlauf (Tjejvasan), Halbe Strecke (Halvvasan), Skatingläufe (Skejtvasan), Kurzlauf (Kortvasan), Staffellauf (Stafettvasan) sowie Kinder- und Jugendläufe (Barnens Vasalopp, Ungdomsvasan). Die Wettkämpfe beginnen am Wochenende vor dem Hauptlauf, wobei der Hauptlauf als Höhepunkt und Abschluss der Wasalaufwoche immer am ersten Sonntag des März stattfindet.[2]

Als Verpflegung wird den Teilnehmern während des Laufs neben anderem traditionell Blaubeersuppe gereicht. Heute gibt es sieben Verpflegungsstationen und insgesamt 3000 Helfer für die über 15.000 Teilnehmer des Hauptlaufes.[1]

Rekorde[Bearbeiten]

Die Rekordzeit von 3.38,41 Stunden für die 90 Kilometer wurde 2012 vom Schweden Jörgen Brink aufgestellt. Der Lauf startet bei jedem Wetter, so ergeben sich bei den Siegerzeiten Differenzen von mehreren Stunden je nach Temperatur. Der aus Mora stammende Nils „Mora Nisse“ Karlson hat diesen Lauf neunmal gewonnen und führt damit die Rekordliste an.

Wasa-Lauf Sieger[Bearbeiten]

Jahr Sieger Verein/Nationalität Zeit Siegerin Verein/Nationalität Zeit
2014 John Kristian Dahl NorwegenNorwegen Norwegen 4:14:33 Laila Kveli NorwegenNorwegen Norwegen 4:31:57
2013 Jørgen Aukland NorwegenNorwegen Norwegen 3.50,48 Laila Kveli NorwegenNorwegen Norwegen 4:22:22
2012 Jörgen Brink SchwedenSchweden Hudiksvalls IF, Schweden 3.38,41 Vibeke Skofterud NorwegenNorwegen Norwegen 4:08:24
2011 Jörgen Brink SchwedenSchweden Hudiksvalls IF, Schweden 3.51,51 Jenny Hansson SchwedenSchweden Östersunds SK, Schweden 4:25:30
2010 Jörgen Brink SchwedenSchweden Hudiksvalls IF, Schweden 4.02,59 Susanne Nyström SchwedenSchweden IFK Mora SK, Schweden 4:33:07
2009 Daniel Tynell SchwedenSchweden Grycksbo IF, Schweden 4.10,55 Sandra Hansson SchwedenSchweden Uddevalla IS, Schweden 4:43:13
2008 Jørgen Aukland NorwegenNorwegen Norwegen 4.13,45 Sandra Hansson SchwedenSchweden Uddevalla IS, Schweden 4:47:16
2007 Oskar Svärd SchwedenSchweden Ulricehamns IF, Schweden 4.43,40 Elin Ek SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 4:48:29
2006 Daniel Tynell SchwedenSchweden Grycksbo IF, Schweden 4.34,10 Christina Paluselli ItalienItalien Italien 4:59:24
2005 Oskar Svärd SchwedenSchweden Ulricehamns IF, Schweden 3.51,47 Sofia Lind SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 4:24:09
2004 Anders Aukland NorwegenNorwegen Norwegen 3.48,42 Sofia Lind SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 4:20:28
2003 Oskar Svärd SchwedenSchweden Sollefteå SK, Schweden 3.58,23 Ulrica Persson SchwedenSchweden SK Bore, Schweden 4:32:57
2002 Daniel Tynell SchwedenSchweden Falun/Borlänge SK, Schweden 3.58,52 Svetlana Nagejkina WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 4:38:47
2001 Henrik Eriksson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 4.01,22 Ulrica Persson SchwedenSchweden SK Bore, Schweden 4:31:05
2000 Raul Olle EstlandEstland Estland 4.14,38 Svetlana Nagejkina RusslandRussland Russland 4:52:35
1999 Staffan Larsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 4.31,37 Sofia Lind SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 5:04:50
1998 Peter Göransson SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 3.38,57 Kerrin Petty Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4:17:02
1997 Michail Botwinow OsterreichÖsterreich Österreich 4.11,41 Sofia Lind SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 5:06:35
1996 Håkan Westin SchwedenSchweden Graningealliansen, Schweden 4.01,15
1995 Sven-Erik Danielsson SchwedenSchweden Dala-Järna IK, Schweden 4.11,09
1994 Jan Ottosson SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 4.06,19
1993 Håkan Westin SchwedenSchweden Graningealliansen, Schweden 4.02,10
1992 Jan Ottosson SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 3.57,04
1991 Jan Ottosson SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 5.07,11
1990 Abgesagt wegen Schneemangels[1]
1989 Jan Ottosson SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 5.09,33
1988 Anders Blomqvist
Örjan Blomqvist
SchwedenSchweden IFK Lidingö, Schweden
SchwedenSchweden IFK Lidingö, Schweden
4.47,04
1987 Anders Larsson SchwedenSchweden Bondsjöhöjden, Schweden 4.20,20
1986 Bengt Hassis SchwedenSchweden Orsa IF, Schweden 3.48,55
1985 Bengt Hassis SchwedenSchweden Orsa IF, Schweden 4.45,43
1984 Hans Persson SchwedenSchweden Åsarna IK, Schweden 4.14,14
1983 Konrad Hallenbarter SchweizSchweiz Schweiz 3.58,08
1982 Lasse Frykberg SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 4.28,50
1981 Sven-Åke Lundbäck SchwedenSchweden IFK Råneå, Schweden 4.29,32
1980 Walter Mayer OsterreichÖsterreich Österreich 4.08,02
1979 Ola Hassis SchwedenSchweden Orsa IF, Schweden 4.05,58
1978 Jean-Paul Pierrat FrankreichFrankreich Frankreich 5.20,12
1977 Iwan Garanin Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion 4.30,34
1976 Matti Kuosku SchwedenSchweden Högbo IF, Schweden 4.09,07
1975 Gert-Dietmar Klause Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik 4.20,29
1974 Matti Kuosku SchwedenSchweden Högbo IF, Schweden 5.06,23
1973 Pauli Siitonen FinnlandFinnland Finnland 4.42,11
1972 Lars-Arne Bölling SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 5.35,19
1971 Ole Ellefsæter NorwegenNorwegen Norwegen 5.12,56
1970 Lars-Arne Bölling SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 5.08,38
1969 Janne Stefansson SchwedenSchweden Sälens IF, Schweden 4.50,07
1968 Janne Stefansson SchwedenSchweden Sälens IF, Schweden 4.39,49
1967 Assar Rönnlund SchwedenSchweden IFK Umeå, Schweden 5.20,22
1966 Janne Stefansson SchwedenSchweden Sälens IF, Schweden 5.52,38
1965 Janne Stefansson SchwedenSchweden Sälens IF, Schweden 4.35,03
1964 Janne Stefansson SchwedenSchweden Sälens IF, Schweden 5.32,07
1963 Janne Stefansson SchwedenSchweden Sälens IF, Schweden 4.56,25
1962 Janne Stefansson SchwedenSchweden Sälens IF, Schweden 5.07,46
1961 David Johansson SchwedenSchweden Delsbo IF, Schweden 4.45,10
1960 Sixten Jernberg SchwedenSchweden Lima IF, Schweden 5.13,26
1959 Sune Larsson SchwedenSchweden Oxbergs IF, Schweden 5.13,28
1958 Gunnar Larsson SchwedenSchweden Oxbergs IF, Schweden 5.31,50
1957 Gunnar Larsson SchwedenSchweden Oxbergs IF, Schweden 6.23,40
1956 Sigvard Jonsson SchwedenSchweden Rossöns IK, Schweden 5.23,36
1955 Sixten Jernberg SchwedenSchweden Lima IF, Schweden 5.27,28
1954 Pekka Kuvaja FinnlandFinnland Finnland 6.22,51
1953 Nils „Mora-Nisse“ Karlsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 5.01,55
1952 Sigfrid Mattsson SchwedenSchweden Skarpnäcks IF, Schweden 5.09,45
1951 Nils „Mora-Nisse“ Karlsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 5.27,20
1950 Nils „Mora-Nisse“ Karlsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 6.08,25
1949 Nils „Mora-Nisse“ Karlsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 5.44,09
1948 Nils „Mora-Nisse“ Karlsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 5.35,13
1947 Nils „Mora-Nisse“ Karlsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 5.59,35
1946 Nils „Mora-Nisse“ Karlsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 6.08,42
1945 Nils „Mora-Nisse“ Karlsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 6.27,59
1944 Gösta Andersson SchwedenSchweden IFK Umeå, Schweden 5.18,43
1943 Nils 'Mora-Nisse' Karlsson SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 5.47,10
1942 Olle Wiklund SchwedenSchweden IFK Bergvik, Schweden 5.31,50
1941 Mauritz Brännström SchwedenSchweden IFK Norsjö, Schweden 6.51,12
1940 Arthur Häggblad SchwedenSchweden IFK Umeå, Schweden 6.23,57
1939 Alfred Lif SchwedenSchweden Orsa IF, Schweden 5.35,59
1938 Elias Nilsson SchwedenSchweden Östersunds SK, Schweden 5.48,28
1937 Arthur Häggblad SchwedenSchweden IFK Umeå, Schweden 6.05,56
1936 Sven Hansson SchwedenSchweden Lima IF, Schweden 6.31,55
1935 Arthur Häggblad SchwedenSchweden IFK Umeå, Schweden 6.08,55
1934 Abgebrochen wegen Schneemangels[1]
1933 Arthur Häggblad SchwedenSchweden IFK Umeå, Schweden 5.57,09
1932 Abgebrochen wegen Schneemangels[1]
1931 Anders Ström SchwedenSchweden IFK Mora, Schweden 6.37,47
1930 Verner Lundström SchwedenSchweden Arvidsjaurs IF, Schweden 6.56,30
1929 J A Persson SchwedenSchweden Arjeplogs SK, Schweden 6.38,22
1928 Per-Erik Hedlund
Sven Utterström
SchwedenSchweden Särna SK, Schweden
SchwedenSchweden Bodens BK, Schweden
5.33,23
1927 Konrad Pettersson SchwedenSchweden Luleå SK, Schweden 6.19,32
1926 Per-Erik Hedlund SchwedenSchweden Malungs IF, Schweden 5.36.07
1925 Sven Utterström SchwedenSchweden Bodens BK, Schweden 6.03,55
1924 John Lindgren SchwedenSchweden IFK Umeå, Schweden 6.53,26
1923 Oskar Lindberg SchwedenSchweden IFK Norsjö, Schweden 6.32,41
1922 Ernst Alm SchwedenSchweden IFK Norsjö, Schweden 7.32,49

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vasaloppet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g WDR ZeitZeichen zum 90-jährigen Jubiläum des Laufs, 19. März 2012 (MP3; 6,6 MB)
  2. Internetseite des Wasalaufs