Wasla

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Wasla auf Alif bildet das sogenannte Verbindungsalif in vokalisierten Texten

Wasla (arabisch ‏وصلة‎, DMG Waṣla) ist ein optionales Schriftzeichen (Taschkil) der arabischen Schrift, das zur Vokalisation von Texten verwendet wird.

Auftreten[Bearbeiten]

Wasla existiert nur am Wortanfang, und tritt nur beim bestimmten Artikelال‎ / ʾal-, bei den Verbstämmen VII bis X und deren abgeleiteten Formen und einigen weiteren Wörtern auf. Wie beim Hamza am Wortanfang kommt auch beim Wasla nur Alif als Träger infrage. Das Zeichen für Wasla – seine Form ist der eines Sad (welches im Wort waṣla enthalten ist) nachempfunden – wird jedoch „so gut wie“[1] nie gesetzt.

Wasla kennzeichnet ein instabiles Hamza – eines, das im Hocharabischen ausschließlich nach einer Sprachpause, das heißt etwa am Satzanfang, artikuliert wird, und im Satzinneren in der Aussprache entfällt, in der Schreibung aber in der Regel seinen Träger Alif behält. Um diese Aussprachebesonderheit kennzuzeichnen, wird Alif mit Wasla markiert.

Aussprache[Bearbeiten]

Aussprache des Wasla beim Artikel ʾal-
arabisch Aussprache
البيت الكبير ʾal·bai·tu l·ka·bī·ru
في العراق fi l·ʿi·rā·qi (statt  l·ʿi·rā·qi)
عن القرآن ʿa·nl·qur·ʾā·ni (statt ʿan l·qur·ʾā·ni)

Im absoluten Anlaut (isoliert oder am Satzanfang) ist Wasla als Hamza mit kurzem Vokal zu artikulieren, in allen anderen Fällen entfällt es jedoch in der Aussprache. Da dabei das Wort mit Wasla in der Aussprache mit dem vorgehenden Wort verschmilzt, wird ein solches Alif mit Wasla auch, im Gegensatz zum Trennungsalif mit Hamza, als Verbindungsalif bezeichnet.

Bei der Aussprache eines Verbindungsalif können aufgrund der arabischen Silbengesetze der hocharabischen Sprache folgende Besonderheiten auftreten: Endet das Wort vor dem Wasla mit einem Langvokal, ist dieser kurz zu sprechen, damit durch das Verschmelzen der Wörter in der Aussprache keine überlange Silbe entsteht. Endet das Wort vor dem Wasla mit einem Konsonanten, ist ein „prothetischer“ Hilfsvokal erforderlich. Dieser ist meist ein kurzes i.

Bei gewissen Konstruktionen entfällt Alif als Wasla-Träger nicht nur in der Aussprache, sondern auch in der Schrift, zum Beispiel bei der Basmala bei ʾism (‏بسم‎ / bi-smi statt ‏باسم‎), in der Nasab bei ʾibn, sowie beim Artikel ʾal-, wenn er auf die Präpositionen oder Partikel li-, la- oder ʾa- folgt.

Umschriften[Bearbeiten]

In Umschriften bleibt Wasla meist unbeachtet, wird aber manchmal zur Verdeutlichung mit einem Apostroph oder dem jeweiligen Zeichen für den Hamza-Laut wiedergegeben.

Wasla in Unicode[Bearbeiten]

Wasla ist in Verbindung mit Alif als eigenes Zeichen kodifiziert, gehört jedoch in einigen Schriftarten nicht zum Zeicheninventar.

Unicode Codepoint U+0671 U+FB50 U+FB51
Unicode-Name ARABIC ALEF WASLA ARABIC LETTER ALEF WASLA ISOLATED FORM ARABIC LETTER ALEF WASLA FINAL FORM
HTML ٱ ﭐ ﭑ
ISO 8859-6 nicht vorhanden

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. M. Wickens: Arabic grammar: a first workbook. Cambridge University Press, 1980. ISBN 9780521293013, S. 35

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Brockelmann: Arabische Grammatik, § 7.
  • El-Said M. Badawi, M. G. Carter, Adrian Gully: Modern written Arabic: a comprehensive grammar. Routledge, 2004. ISBN 9780415130851
  • Carl Paul Caspari: Grammatik der arabischen Sprache für akademische Vorlesungen. C. F. Schmidt, 1866.