Wassenberg

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Dieser Artikel erläutert die Stadt Wassenberg; Für das gleichnamige Adelsgeschlecht siehe Wassenberg (Adelsgeschlecht).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wassenberg
Wassenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wassenberg hervorgehoben
51.0997222222226.155277777777850Koordinaten: 51° 6′ N, 6° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Heinsberg
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 42,43 km²
Einwohner: 17.101 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 403 Einwohner je km²
Postleitzahl: 41849
Vorwahl: 02432
Kfz-Kennzeichen: HS, ERK, GK
Gemeindeschlüssel: 05 3 70 036
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Roermonder Straße 25 - 27
41849 Wassenberg
Webpräsenz: www.wassenberg.de
Bürgermeister: Manfred Winkens (CDU)
Lage der Stadt Wassenberg im Kreis Heinsberg
Niederlande Kreis Düren Kreis Viersen Mönchengladbach Rhein-Erft-Kreis Rhein-Neuss-Kreis Städteregion Aachen Erkelenz Gangelt Geilenkirchen Heinsberg Hückelhoven Selfkant Übach-Palenberg Waldfeucht Wassenberg WegbergKarte
Über dieses Bild

Wassenberg ist eine an der Grenze zu den Niederlanden gelegene Stadt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten]

Wassenberger Land bei Luchtenberg
Wassenberger Land bei der Grenze zu den Niederlanden

Lage und Landschaft[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet liegt teilweise im Tal der Rur, im übrigen auf den Hochflächen oberhalb des Rurtales auf dem Wassenberger Horst. Die Stadt ist etwa 15 km von Roermond und etwa 25 km von Mönchengladbach entfernt. Die Niederung der Rur liegt in einer Höhe von 32 bis 40 m über NN. Am östlichen Rand steigt die Wassenberger Terrasse mit einem Steilrand von 40 bis 50 m über das Rurtal an, zergliedert von zahlreichen Tälern, dem Wassenberger Riedelland. Ein Abschnitt dieser Landschaft bei dem Ortsteil Myhl wird auch Myhler Schweiz genannt. Durch die Gemeinde verläuft der Maas-Niederrheinpfad.

Naturpark[Bearbeiten]

Wassenberg liegt im internationalen Naturpark Maas-Schwalm-Nette.

Gewässer[Bearbeiten]

  • Die Rur
  • Effelder Waldsee, ein ehemaliger Baggersee
  • Ophovener Seenplatte, hier findet noch ein Kiesabbau statt
  • Schaagbach
  • Myhler Bach

Geologie[Bearbeiten]

Der Wassenberger Horst befindet sich am östlichen Rand des Rurgrabens, im Osten begrenzt der Horst die Venloer Scholle. Diese Verwerfungen bildeten sich im Tertiär.

Im Untergrund des Horstes liegen Flöze der Steinkohle aus dem Karbon. Der Steinkohlebergbau der Zeche Sophia-Jacoba, die ihren Sitz in Hückelhoven hatte, ist inzwischen eingestellt. Die Innenstadt von Wassenberg ist aber noch immer von Bergschäden, verursacht durch die ehemaligen Stollen, betroffen.

Im Rurtal existieren quartäre Sand- und Kiesvorkommen, die im Grundwasserbereich in Baggerseen abgebaggert werden.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

  • Birgelen (mit Eulenbusch, Krafeld, Dohr, Rosenthal und Schaufenberg)
  • Effeld (mit Steinkirchen)
  • Myhl
  • Ophoven
  • Orsbeck (mit Luchtenberg, Ohe) und
  • Wassenberg (mit Forst)

Geschichte[Bearbeiten]

Wassenberg im frühen 19. Jh.

1020 schenkt Kaiser Heinrich II. Burg und Land Wassenberg Gerardus von Antoing, der sich von nun an Gerhard Graf von Wassenberg nennt, und der damit das Grafenhaus Wassenberg begründet, welches nach vier Generationen auf Burg Wassenberg das Grafentum Geldern gründet, aus dem schließlich die Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg hervorgehen. Die Burg Wassenberg besteht allerdings schon deutlich länger; der Vorgängerbau war vermutlich eine römische Wehranlage. Burg Wassenberg ist eine von nur drei Höhenburgen am Niederrhein neben Kleve und Liedberg. Schon 1273 erhielt Wassenberg Stadtrechte, die 1972 bei der kommunalen Neugliederung bestätigt wurden. Nach der Teilnahme des Grafen Gerhard III. von Wassenberg an den Kreuzzügen stiftet dieser die St.-Georgs-Basilika (deren Schiff nach Beschädigung im 2. Weltkrieg abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde) und ein zugeordnetes Stift. 1118 vollendet Gerhard IV. Graf von Wassenberg den Bau von Stift und Kirche, welche am 30. September 1118 durch Bischof Otbert von Lüttich geweiht wird. 1131 heiratet Jutta von Wassenberg, die Schwester Gerhards, Walram von Limburg und bringt so Wassenberg in Limburg ein. Da die Stammlinie der Grafen von Wassenberg nun das Grafentum Geldern weiterführt, kann sich 1202 der Sohn Herzog Heinrichs von Limburg, der Burg und Land Wassenberg erbt, nur noch "Herr" von Wassenberg nennen.

Mittelalter[Bearbeiten]

Kaiserschlacht bei Wassenberg[Bearbeiten]

Im März 1196 verkündete Heinrich VI. den sogenannten „Erbreichsplan“, mit dem er versuchte, das geltende Wahlkönigtum in ein Erbkönigtum umzuwandeln. Sein Plan scheiterte am Widerstand vieler bedeutender Reichsfürsten und führte nach seinem Tode schließlich zur Doppelwahl des Jahres 1198, als deren Folge sowohl der Staufer Philipp von Schwaben als auch der Welfe Otto IV. zum deutschen König ausgerufen wurden - es kam zum Deutschen Thronstreit. Im Jahre 1206 bekämpften sich die beiden Kontrahenten in einer Schlacht in der Rurniederung bei Wassenberg. Ottos Heer wurde geschlagen und Wassenberg von den Truppen Philipps geplündert und verwüstet. Otto IV. floh nach Braunschweig. Der mit ihm verbündete Bruno von Sayn, Erzbischof von Köln, geriet in Gefangenschaft.[2] 1254 fiel Wassenberg wieder an Limburg zurück. 1288 kämpften die Wassenberger in der Schlacht bei Worringen auf Seiten des Kölner Erzbischofs und verloren.

Das anlässlich der 800-Jahr-Feier komponierte Musical 1206 – Die Kaiserschlacht von Wassenberg erinnert an die Ereignisse.

Wassenberg im 17. Jh.

Neuzeit[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert boten der Anbau von Flachs und Färberwaid eine wichtige Erwerbsquelle.

Um 1530 war Wassenberg Ausgangspunkt der täuferischen Wassenberger Prädikanten. Zwei ihrer bedeutendsten Repräsentanten, Johann Campanus und Johann Klopreis fanden beim Amtmann Werner von Palant für gewisse Zeit Schutz in Wassenberg.

Bis zum frühen 19. Jahrhundert prägte die Dachziegelherstellung sowie noch bis in das 20. Jahrhundert die Webereien das Wirtschaftsleben. 1911 erhielt Wassenberg mit der Eröffnung der Bahnstrecke Jülich–Dalheim einen Eisenbahnanschluss. 1980 wurde der Personenverkehr trotz Protesten der Bevölkerung endgültig eingestellt.

Ortsneckname[Bearbeiten]

Von den Einwohnern der Nachbarorte bekamen die Wassenberger den Ortsnecknamen „Schietschörjer“ (auf hochdeutsch: Kotschürger). Dieser Name bezieht sich darauf, dass die Gärten der Wassenberger vor der Stadtmauer gelegen waren und ihre Besitzer daher gezwungen waren, den "Dünger" mit der Schubkarre hierhin zu befördern.

Weltkriege und Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Am Vormittag des 10. Novembers 1938 wurde die Wassenberger Synagoge infolge der Reichspogromnacht in Brand gesetzt.

Die rd. 30 alkoholkranken Patientinnen der Trinkerinnen-Heilanstalt Wassenberg „Marien-Haus“ waren dem Zugriff des nationalsozialistischen Tötungsprogramms „Aktion T4“, dem Mord an Kranken und Behinderten, ausgesetzt. Das Schicksal dieser Frauen bleibt im Dunkeln.[3]

Im Dezember 1944 wurden von einem SS-Exekutionskommando in einem Waldstück außerhalb des Ortes 74 Männer grausam gequält, erschossen und dann verscharrt. Am 4. Januar 1945 war dieser Massenmord zu den Akten gelegt.[4]

Nachkriegsentwicklung[Bearbeiten]

1978 begann die Zeche Sophia-Jacoba die Steinkohlevorkommen unter dem Ort über eine Schachtanlage im Birgelner Wald zu erschließen.

Am 5. Juni 1973 erhielt die Gemeinde Wassenberg die Bezeichnung Stadt.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Stadt in ihrer heutigen Form ist am 1. Januar 1972 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Birgelen, Effeld, Myhl (aus dem Kreis Erkelenz), Ophoven, Orsbeck und Wassenberg entstanden.[5]

Religion[Bearbeiten]

Im Wassenberger Stadtgebiet gibt es folgende kirchlichen Gemeinden:

Katholische Pfarrgemeinde[Bearbeiten]

Katholische Pfarrgemeinde St. Marien

  • Propsteikirche St. Georg (Wassenberg, Kirchstr./Stiftsplatz)
  • Kirche St. Mariä Himmelfahrt (Wassenberg, Gladbacher Str./Am Stadtrain)
  • Kirche St. Johann Baptist (Myhl, St.-Johannes-Str.)
  • Kirche St. Lambertus (Birgelen)
  • Kirche St. Mariä Himmelfahrt (Ophoven)
  • Kirche St. Martini (Orsbeck)
  • Kirche St. Martin (Steinkirchen-Effeld)

Pfarrer ist Thomas Wieners. Er wird in seiner Arbeit von Pater Gerald Tanye SVD und den Pfarrern i.R. Josef Heinrichs, Hubert Sieberichs und Propst i. R. Hugo Nießen unterstützt.

Am 27. März 2011 wurde der bisherige Pfarrvikar Thomas Wieners in der Propsteikirche St. Georg in sein neues Amt als Pfarrer und Propst eingeführt.

Im Stadtgebiet liegen auch zwei regional sehr bekannte Wallfahrtsorte:

  • Romanische Pfarr- und Wallfahrtskirche „St. Mariä Himmelfahrt“ in Ophoven
Ende des 12. Jahrhunderts entstand diese ehemalige Klosterkirche und wurde 1571 auch Pfarrkirche des Ortes. Um 1700 baute man dieses sakrale Kleinod um und restaurierte die Inneneinrichtung. Sehenswert sind die Stuckausschmückung aus dem 18. Jahrhundert, das Antwerpener Retabel (1520), die Anna Selbdritt (um 1650), die Josefs-Statue (1660 – 1680), die Rokokokanzel (1753) und die Madonna (1330).
Auch heute ziehen regelmäßig Prozessionen zu dieser Wallfahrtskirche.
Im Wald zwischen Wassenberg und Birgelen liegt idyllisch die Marien-Wallfahrts-Kapelle mit dem Willibrordus-Brunnen. Das Birgelener Pützchen ist Ziel vieler Pilger aus Nah und Fern. Der heutige achteckige Hauptraum wurde im Jahre 1933 den älteren Gebäudeteilen angefügt.
Nach der Überlieferung soll der Hl. Willibrordus einst um das Jahr 750 in Birgelen eine Kirche an der Stelle der heutigen Friedhofskapelle gegründet haben.

Evangelische Kirchengemeinde Wassenberg–Dalheim[Bearbeiten]

Zur evangelischen Kirchengemeinde gehören in Wassenberg zwei Kirchengebäude:

  • Evangelische Hofkirche (Unterstadt)
Das hinter dem Wohnhaus Roermonder Straße 8 gelegene Gebäude wurde im Jahr 1652 erstmals als evangelisch-reformiertes Predigthaus für Wassenberg und Ratheim genutzt. Die Kirche liegt aufgrund der beim Westfälischen Frieden 1648 erlassenen Vorschriften auf dem Hof, d. h. nicht sichtbar von der Straße aus; daher stammt ihr Name „Hofkirche“.
1773 wurde ein Kirchturm errichtet und die heute noch vorhandene Glocke eingebaut. Wenige Jahre später setzte man den heute noch vorhandenen Posaunenengel auf die Spitze des Kirchturmes; er wird als „Geusendaniel“ bezeichnet. Die in der Hofkirche stehende Teschemacher-Orgel ist seit 1843 im Besitz der evangelischen Kirchengemeinde und stammt aus dem 18. Jahrhundert. In einer Vitrine wird eine Tossanus-Bibel aus dem Jahre 1668 ausgestellt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt und ist zwischen 1948 und 1951 wieder aufgebaut worden.
  • Evangelische Kreuzkirche und Campanus-Haus von 1964 (Oberstadt)

Die Pfarrstelle ist zurzeit nicht besetzt.

Adventgemeinde[Bearbeiten]

Evangelische Freikirche im Stadtteil Myhl. Pastor ist Viktor Gomer.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Die jüdische Gemeinde Wassenbergs war eine der vier ältesten Gemeinden am Niederrhein und wurde bereits im Jahre 1500 urkundlich erwähnt. 1933 zählte die jüdische Gemeinde in Wassenberg 27 Mitglieder, 5 weitere wohnten im benachbarten Birgelen. Am Morgen nach der Reichspogromnacht wurde die in "Storms Jätzke" gelegene Wassenberger Synagoge in Brand gesteckt und vernichtet. Auch die Mitglieder der Gemeinde wurden in der Folgezeit deportiert und ermordet. Heute erinnert noch der jüdische Friedhof an der Roermonder Straße mit dem Gedenkstein für Betty Reis an diese Gemeinde.[6]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[7]
Wahlbeteiligung: 55,2 % (2004: 62,5 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,7 %
24,1 %
10,4 %
8,9 %
4,9 %
keine
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
+11,9 %p
-7,2 %p
+3,6 %p
+3,4 %p
+4,9 %p
-16,7 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 30. August 2009 führte zu folgender Sitzverteilung:

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung: "In Blau eine goldene, gezinnte Torburg mit offenem Tor, auf deren Mittelturm ein gekrönter zwiegeschwänzter roter Löwe."

Mit Urkunde des Regierungspräsidenten Köln vom 21. August 1974 wurde der Stadt Wassenberg ein neues Wappen verliehen, das auf einen Entwurf des Heraldikers Walther Bergmann zurückgeht. Das Wappen entspricht dem alten Stadtsiegel aus dem Jahr 1273, wobei die Türme auf die Stadtfeste hinweisen. Der Löwe zeigt die geschichtliche Verbindung zum Hause Limburg, dessen Zweig das Haus Wassenberg mit Stammsitz auf Burg Wassenberg war. Die heutige Farbgebung entspricht den Wassenberg-Geldrischen Farben.[8]

Beschreibung der Flagge: "Die Flagge der Stadt Wassenberg ist geteilt von Blau nach Gold (Gelb) und trägt im oberen blauen Feld das Emblem des Stadtwappens freistehend."[9]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1968 pflegt Wassenberg eine Partnerschaft zur französischen Gemeinde Pontorson nahe dem Mont-Saint-Michel.

Seit 2010 besteht eine Dreieckspartnerschaft zwischen Wassenberg, Pontorson sowie Highworth, einer Stadt in der Nähe von Swindon in der englischen Grafschaft Wiltshire.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

→ Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Wassenberg

Wehrturm (um 1450)

Über der Stadt steht deutlich sichtbar der Bergfried von 1420, darunter die Burg Wassenberg und die Propsteikirche St. Georg. Die Propsteikirche war bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit dem erhaltenen mächtigen Westturm aus dem 15. Jahrhundert; das Kirchenschiff ist nach dem Krieg nicht wiedererrichtet, sondern durch einen Neubau ersetzt worden. Die Kirche verfügt noch über ihre reich verzierte und technisch hervorragend 1782 ausgeführte Rokokokanzel. Das gleichfalls hervorragend gearbeitete frühgotische Chorgestühl der Propsteikirche befindet sich bereits seit dem Jahr 1903 im heutigen Museum Schnütgen in Köln.

Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch das Roßtor, der Verlorenenturm, ein Wehrturm sowie Teile der Stadtmauer erhalten geblieben. In der Nähe der Propsteikirche ist ein spätgotisches Türgewände mit Kleeblattbogen und darüber befindlicher giebelförmiger Blende aus der zerstörten Sakristei der alten Kirche eingemauert.

Das in der Graf-Gerhard-Straße 12 gelegene Gotische Haus ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus aus dem Zeitalter der Gotik. Es soll im Kern nach allgemeiner Auffassung der Lokalforschung noch dem 15. Jahrhundert entstammen. Die Fassade des Hauses weist neben Resten von Kreuzstockfenstern eine durch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgte Änderung der Fensteranordnung unterbrochene gotische Lisenengliederung auf.

Im alten Stadtkern befindet sich die evangelische Hofkirche von 1652, die gemäß den Bestimmungen des Westfälischen Friedens von 1648 im Hinterhof eines Hauses an der Roermonder Straße errichtet wurde.

Zwischen Birgelen und Effeld liegt, umgeben von einem alten Baumbestand, das Wasserschloss Elsum. Das Herrenhaus stammt aus dem 15. bis 16. und dem 19. Jahrhundert, die Vorburg überwiegend aus dem 18. Jahrhundert. Westlich von Effeld liegt das aus dem 15. Jahrhundert stammende Wasserschloss Effeld, das 1606 zur heutigen Gestalt umgebaut wurde. Beide Schlossanlagen befinden sich in Privatbesitz.

Die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Maria Himmelfahrt in Ophoven wurde um 1200 gegründet, und war ursprünglich die Kirche des Zisterzienserklosters.

Das Birgelener Pützchen, im Wald zwischen Birgelen und Wassenberg gelegen, wurde 1795 als steinernes Bethaus über einem Brunnen (Pütz) errichtet. Der achteckige Altarraum wurde 1933 erbaut.

Im Nordwesten von Effeld liegen Hügelgräber.

Theater[Bearbeiten]

Aus Anlass des 800-jährigen Jubiläums der „Kaiserschlacht von Wassenberg“ wurde das Musical „1206“ von Michael Bednarek und Torben Berboom komponiert, das am 27. Juli 2006 in der Wassenberger Burg seine Premiere feierte.

Parks[Bearbeiten]

  • Judenbruch
  • Burgpark

Radwege[Bearbeiten]

Die Stadt ist in das Radwegenetz von Nordrhein-Westfalen eingebunden. Durch die Stadt führt der RurUfer-Radweg, der die höchste Erhebung des Hohen Venn mit der Mündung der Rur in die Maas verbindet, sowie die NiederRheinroute, die ein Radwegenetz über das gesamte Gebiet des Niederrheins von den Niederlanden bis Düsseldorf umfasst.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kapuzinermarkt
  • Schlemmermarkt
  • Weihnachtsmarkt
  • Effelder Spargelfest
  • Jährliches Jugendturnier und einer Rock- Pop- Oldie-Night organisiert durch die Jugendabteilung des 1. FC Wassenberg- Orsbeck
  • Waldfest (Vatertag) in Birgelen
  • Spectaculum Mittelaltermarkt um den Burgfried

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Der ländliche Ortsteil Effeld ist bekannt als Spargeldorf.
  • Der Wassenberger Sämling ist eine im Wassenberger Land gezogene Pfirsichart

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Wassenberger Bahnhof 1970

Seit 1911 besaß Wassenberg einen eigenen Bahnhof an der Strecke Dalheim - Wassenberg - Ratheim - Hückelhoven - Baal, welche 1980 für den Personenverkehr stillgelegt worden ist.

Insbesondere in Wassenberg wurde seitens des damaligen Bürgermeisters scharfe Kritik am Verhalten der Deutschen Bundesbahn geäußert: Neben einer Unterschriftenaktion der Wassenberger Bevölkerung und einer Demonstration dieser zur Fahrt des letzten Zuges am 27. September 1980, hielt Wassenbergs enttäuschter Bürgermeister Schumann zu diesem Anlass eine Protestrede, in der er bemerkte , "daß mit etwas gutem Willen seitens der Bundesbahn diese Streckenstilllegung nicht nötig gewesen sei.".

Gleisabbau auf Wassenberger Gebiet Mitte der 1980er Jahre; im Hintergrund die Bell-Brücke

Er bemängelte, die Bundesbahn habe "völlig unrentable Züge zu Zeiten eingesetzt, zu denen aus unserem Raum keine Reisenden zu erwarten waren." So habe man "vom grünen Tisch geplant, ohne sich um die tatsächlichen Belange der Bevölkerung zu kümmern."

Nach der Stilllegung wurden im Wassenberger Bereich die Gleise entfernt und die Trasse 2006 sogar zugeschüttet; dennoch sah der Aachener Verkehrsverbund ursprünglich in seinem Zielkonzept 2013 eine Reaktivierung der Strecke (Wassenberg) - Ratheim - Baal vor, was einem Neubau der Trasse zwischen dem Ratheimer Gewerbegebiet und dem Wassenberger Ortszentrum gleichkommen würde.

Diesen Plänen steht allerdings die Absicht der Stadt Hückelhoven gegenüber, die Strecke Baal-Ratheim zum Bau einer Ortsumgehung teilweise zu überbauen, was eine spätere Reaktivierung verteuern würde.

siehe auch : Eisenbahn im Kreis Heinsberg

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Wassenberg ist über die Landstraße L 117 mit der Anschlussstelle „Hückelhoven-West / Wassenberg“ der Bundesautobahn 46 (Heinsberg–Düsseldorf) verbunden. Auch die Bundesstraße 221 durchzieht das Stadtgebiet.

Bildung[Bearbeiten]

  • Gemeinschaftsgrundschule Wassenberg
  • Katholische Grundschule Birgelen
  • Katholische Grundschule Myhl
  • Katholische Grundschule Orsbeck
  • Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg - Europaschule

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Gerhard III. von Wassenberg
  • Johann Campanus, der reformatorische Prediger lebte eine Zeit lang auf der Wassenberger Burg
  • Oscar von Forckenbeck (* 28. September 1822 in Minden, † 29. Juli 1898) lebte als Privatier und Gelehrter auf der Wassenberger Burg. Er legte den Park im Judenbruch an. Er begründete in Aachen das Internationale Zeitungsmuseum.
  • Gerhard Esser (*17. Dezember 1860 in Ophoven, † 6. Dezember 1923 in Bonn), 1898−1922 Professor für Dogmatik an der Universität Bonn (Kath.-Theol. Fakultät).
  • Friedrich Bell (* 1888 in Oeverich, † 27. Dez. 1969 in Heinsberg), als erster Amtsdirektor der Nachkriegszeit von den britischen Besatzern ins Amt geholt und mitverantwortlich für den Wiederaufbau der Stadt. Namensgeber einer der beiden Eisenbahnbrücken. Träger des Bundesverdienstkreuzes.
  • Betty Reis (* 15. Juli 1921 in Wassenberg, † 1944), eine junge Frau aus Wassenberg. Wegen ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinde wurde sie nach zahlreichen Stationen in anderen Lagern im Konzentrationslager Bergen-Belsen durch die Nationalsozialisten ermordet. Namensgeberin der Wassenberger Gesamtschule.
  • Heribert Heinrichs (* 4. Aug. 1922 in Wassenberg, † 21. Sept. 2004 in Hildesheim), von 1958 bis 1987 Professor für Medienpädagogik an der Universität Hildesheim; erhielt 1988 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse; seit 1998 Ehrenbürger der Stadt Wasserburg
  • Werner Wiater (* 8. Oktober 1946 in Wassenberg), deutscher Schulpädagoge und ehemaliger Vize-Präsident der Universität Augsburg.
  • Ulrich Kiesow (* 3. Juni 1949, † 30. Januar 1997 in Wassenberg), Fantasy-Autor und Erfinder der Rollenspiel-Welt Das Schwarze Auge lebte bis zu seinem Tod in Wassenberg.
  • Melanie Kraus ( * 24. Oktober 1974 in Mönchengladbach), Langstreckenläuferin, Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 und an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2001 und 2007. Startete als Jugendliche für die DJK Wassenberg, wechselte dann zum ASV Köln und später zum TSV Bayer 04 Leverkusen.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Effelder Waldsee

Sonstiges[Bearbeiten]

Naherholungsgebiete[Bearbeiten]

Effelder Waldsee, Rad- und Wanderwege an der Peripherie zu den Niederlanden, u. a. 1,5 km zur Gitstapper Molen (Wassermühle, zwei Ausflugslokale).

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Clemen (Hrsgb.), Karl Franck-Oberaspach, Edmund Renard (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. 8. Band, III: Die Kunstdenkmäler des Kreises Heinsberg. L. Schwann, Düsseldorf 1906, S. 126 ff.
  • Heribert Heinrichs: Wassenberg. Geschichte eines Lebensraumes. Mönchengladbach 1987
  • Heribert Heinrichs: Betty Reis. Leben und Leiden eines jüdischen Mädchens aus Wassenberg. Geilenkirchen 1993

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Bernd Ulrich Hucker: Kaiser Otto IV. Hannover 1990. S. 80.
  3. Harry Seipolt: „ … stammt aus asozialer und erbkranker Sippe.“ Zwangssterilisation und NS-Euthanasie im Kreis Heinsberg 1933-1945, in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg 1992, S. 112-124, S. 124.
  4. Quelle: Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Polizei- und Sicherheitsdienststellen 1933 - 1945, Geheime Staatspolizei - Staatspolizeistelle Köln, RW 34 Nr. 30. Vgl. auch H. Seipolt, Zwangssterilisation und NS-Euthanasie, a.a.O., S. 124.
  5. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 308 und 310.
  6. Heribert Heinrichs: Betty Reis. Leben und Leiden eines jüdischen Mädchens aus Wassenberg. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg 1994. S. 167-183
  7. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c370036kw0900.html
  8. [1] Wappenbeschreibung auf www.Wassenberg.de
  9. [2] Hauptsatzung der Stadt Wassenberg, § 2 Absatz 3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wassenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien