Wasser für die Elefanten (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Wasser für die Elefanten
Originaltitel Water for Elephants
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch, Polnisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 120 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Francis Lawrence
Drehbuch Richard LaGravenese
Sara Gruen (Roman)
Produktion Kevin Halloran
Musik James Newton Howard
Kamera Rodrigo Prieto
Schnitt Alan Edward Bell
Besetzung
Synchronisation

Wasser für die Elefanten (Originaltitel: Water for Elephants) ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs Francis Lawrence aus dem Jahr 2011, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller Wasser für die Elefanten von Sara Gruen. Der Film hatte am 15. April 2011 seine Uraufführung und kam am 28. April 2011 in die deutschsprachigen Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

Ein älterer Mann, Jacob Jankowski, wird bei seiner vergeblichen Suche nach seinem Sohn von zwei Zirkusmitarbeitern aufgegriffen. Im Büro des Zirkusdirektors Charlie O’Brien III erwähnt er, dass er bei einer der größten Zirkuskatastrophen aller Zeiten anwesend war. Dieser ist davon fasziniert und so erzählt ihm Jacob Jankowski seine Geschichte.

Es gibt eine Rückblende: In der Zeit der Großen Depression in den 1930er Jahren erfährt der 23-jährige Jacob, Sohn polnischer Einwanderer und Student der Tiermedizin, während seiner Examensprüfung, dass seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Diese haben ihm einen riesigen Berg Schulden hinterlassen und die Bank pfändet zu allem Überfluss auch noch sein Haus. Um seine Perspektivlosigkeit hinter sich zu lassen, entschließt er sich, in eine größere Stadt zu ziehen. Als er sich zu Fuß auf dem Weg über die Eisenbahngleise befindet, springt er auf einen vorbeifahrenden Zug auf, der sich als Zirkuszug der „Benzini Brothers“ herausstellt, auf dem er sich mit dem ebenfalls polnisch sprechenden Camel anfreundet. Von ihm wird er am nächsten Tag dem Besitzer und Zirkusdirektor August Rosenbluth vorgestellt, der ihm auf Grund seiner tiermedizinischen Kenntnisse einen Job als Zirkustierarzt gibt. Um den Verlust seines Kunstreitpferdes auszugleichen, kauft der Zirkusdirektor die 53-jährige Elefantenkuh Rosie als neuen Star. Jacob erkennt das Geheimnis, das hinter der als unbezähmbar geltenden Rosie steckt, und wird als deren Dresseur fest eingestellt. Während seiner Tätigkeit verliebt er sich in die Kunstreiterin Marlena, die Ehefrau des Zirkusdirektors. Ihr bleiben die Gefühle, die Jacob zu ihr hegt, nicht verborgen und so kommen sie sich über die Arbeit mit den Tieren näher. Die verhängnisvolle Affäre beginnt damit ihren Lauf zu nehmen, denn Marlenas Ehemann ist ein gewalttätiger Mensch, der aufmüpfige Mitarbeiter vom fahrenden Zug werfen lässt, um deren Lohn zu sparen. Jacob wird entlassen und springt mit Marlena aus dem fahrendem Zug. Sie verbringen die Nacht in einem nahe gelegenem Hotel. Doch Augusts Männer finden sie, schlagen Jacob bewusstlos und nehmen Marlena mit. Jacob geht wieder auf den Zug um Marlena zurückzuholen und um August, während dieser schläft, zu töten, wovon er sich von Marlena durch tiefe Blicke in letzter Sekunde noch abbringen lässt. Jacob trifft eine Abmachung mit Marlena, dass sie ihn nach der nächsten Aufführung in der Kirche der Stadt treffen soll, wo sie durchbrennen werden. Die Show startet und Jacob will gerade aufbrechen, als lautes Geschrei ertönt. Er rennt zurück zum Zelt und findet ein großes Chaos vor. Verärgerte Mitarbeiter lassen die Raubkatzen und alle anderen Tiere frei, welche zum Teil auf die Besucher losgehen. August erkennt seine Ausweglosigkeit und will Marlena erdrosseln, was Jacob vergeblich zu verhindern versucht. Doch die danebenstehende Rosie (der Elefant) tötet August mit einem Erdnagel. Jacob macht seinen Abschluss, heiratet Marlena, sie kaufen eine Farm und bekommen fünf Kinder. (Ende der Rückblende)

Der alte Mann blickt glücklich in die Vergangenheit und fragt den Zirkusdirektor, ob er bei ihm arbeiten könne.

Produktionshintergrund[Bearbeiten]

Der Drehstart war am 22. Mai 2010.[3] Die Filmaufnahmen entstanden unter anderem in den Studios der 20th Century Fox in Century City, Los Angeles; in Chattanooga, Tennessee und in Chickamauga, Georgia. Weitere Drehorte waren jeweils im kalifornischen Los Angeles, in Fillmore und in Piru.[4]

Die Produktionskosten beliefen sich auf geschätzte 38 Millionen US-Dollar. In den Vereinigten Staaten startete der Film am 24. April 2011 mit 2.817 Kopien und spielte am Eröffnungswochenende fast 17 Millionen US-Dollar ein.[3]

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Schauspieler Deutsche Synchronstimme[5]
Jacob Jankowski Robert Pattinson Johannes Raspe
Marlena Rosenbluth Reese Witherspoon Manja Doering
August Rosenbluth Christoph Waltz Christoph Waltz
Rosies Tierpfleger James Frain Torsten Michaelis
Älterer Jacob Jankowski Hal Holbrook Otto Mellies
Charlie O’Brien Paul Schneider Tobias Kluckert
Earl Ken Foree Tilo Schmitz
Diamond Joe Tim Guinee Gunnar Helm
Kinko/Walter Mark Povinelli Axel Malzacher
Blackie Scott MacDonald Ingo Albrecht
Camel Jim Norton Hans Teuscher
Barbara Donna W. Scott Katrin Zimmermann
Cecil E.E. Bell Lutz Schnell

Kritiken[Bearbeiten]

„Es gibt nur ein Hindernis, das Wasser für die Elefanten auf alle Zeiten fernhalten dürfte vom Olymp der Hollywoodklassiker – James Newton Howards Musiksauce, die den ganzen Film zukleistert. Ansonsten folgt Wasser für die Elefanten den schönsten Traditionen Hollywoods – Rührseligkeit und Pathos sind im Kino Tugenden, ihnen verdankt es seine größten und haltbarsten Erfolge.“

Susan Vahabzadeh, Süddeutsche Zeitung[6]

„Was genau nun das Zugehörigkeitsgefühl zur Zirkus-„Familie“ ausmacht, wird allerdings nur gestreift, nicht wirklich ergründet. Das erzählerische Gewicht liegt ganz auf der Dreiecks-Geschichte zwischen Zirkus-Direktor, seiner Frau und dem jungen Elefantenflüsterer, erweitert um die Elefantendame Rosie. Vor allem das weibliche Publikum wird sich gerne einlassen auf diesen Seiltanz der Gefühle. Fazit: Eine verhängnisvolle Affäre vor Zirkuskulisse. Attraktiv besetzt und in schönen Bildern erzählt. Wunderbar für alle, die ein Herz für Tiere oder Robert Pattinson haben.“

Christiane Peitz, Der Tagesspiegel[7]

„In Wasser für die Elefanten ist jedes Bild Klischee und jede Szene Kitsch, und zwar von der ganz leblosen Sorte. Die frisch gelackte Ausstattung wirkt so synthetisch wie die aus abgestandenen Motiven – Pardon, aus dem zugrunde liegenden „Bestseller“ von Sara Gruen hergeleitete Handlung.“

Philipp Bühler, Berliner Zeitung[8]

„Waltz gelingt es am besten, seine Figur und deren gefährliche Ambivalenz zu profilieren (dieser August ist Waltz’ Paraderolle Hans Landa außerdem nicht ganz unähnlich). Die leidenschaftliche Sofortliebe der beiden anderen Protagonisten bleibt reine Behauptung. Aber immerhin hat man schon lange keinen so fotogenen und gut dressierten Elefanten mehr gesehen.“

Isabella Reicher, Der Standard[9]

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Laut der Tierschutzorganisation „Animal Defenders International“ wurden die Elefanten vor sechs Jahren mit Elektroschocks und Schlagstöcken malträtiert und gefügig gemacht, um ihnen die zahlreichen Tricks beizubringen, die sie später für die Dreharbeiten vorführen mussten. Jene, die die Tiere damals geschlagen haben sollen, sind noch immer die Besitzer der Elefanten, zu denen auch Tai, der Lieblingselefant von Pattinson, gehört. Die Macher des Films betonten zu jeder Zeit, dass die Tiere während der Dreharbeiten nie verletzt wurden und die gewalttätigen Szenen im Film per Computer nachgestellt wurden. Tierschützer stellten nun ein Video ins Netz, worin man sieht, wie die Tiere gequält wurden. Ob der Clip wirklich die dickhäutigen „Filmstars“ zeigt, wird derzeit von einer Tierschutzbehörde überprüft. Reese Witherspoon und Robert Pattinson dementieren, dass diese Elefanten gequält wurden.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. a b IMDb Business. Abgerufen am 6. Mai 2011
  4. IMDb Locations. Abgerufen am 6. Mai 2011
  5. Wasser für die Elefanten auf synchronkartei.de Abgerufen am 22. Mai 2011
  6. Kritik auf sueddeutsche.de, abgerufen 6. Mai 2011
  7. Kritik auf tagesspiegel.de, abgerufen 6. Mai 2011
  8. Der Doktor und das liebe Vieh. In: Berliner Zeitung, 28. April 2011
  9. Kritik auf derstandard.at, abgerufen 6. Mai 2011
  10. Meldung auf Animal Defenders International