Wasserbad

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kolben (3) im Wasserbad (4) mit Bunsenbrenner (5)

Ein Wasserbad ist ein mit warmem oder heißem Wasser gefüllter Behälter, in dem sich ein Gefäß mit einem zu erwärmenden Stoff befindet. Wasserbäder finden Anwendung bei der Zubereitung und Aufbewahrung von Speisen, in der Apotheke zum Aufschmelzen von Salben- und Zäpfchengrundlagen sowie zum Erwärmen von Substanzen in chemischen Laboratorien.

Zubereitung von Speisen[Bearbeiten]

Im Wasserbad bereitet man Speisen zu, die keinen direkten Kontakt zum Wasser als Wärmeübertrager haben sollen, auch damit sie nicht verwässert werden. Dies sind häufig Puddings wie Christmas Pudding oder Blutpudding. Auch werden Flammeri, Soufflés und Eierstich so zubereitet. Dafür füllt man die Grundmasse in eine Form aus Metall oder Porzellan und stellt sie in ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Dieses erhitzt man anschließend im Backofen, Umluftofen oder auch auf der Herdplatte, um die Speisen zu garen oder zu stocken. Sogar die Anwendung offener Flammen (Bunsenbrenner) ist möglich.

Über einem Wasserbad entsteht heißer Dampf, der ebenfalls zur Zubereitung von Speisen verwendet wird. Typisch sind warm aufgeschlagene Saucen wie Sauce Hollandaise oder Sauce béarnaise. Ebenso verwendet man den Dampf für die Herstellung von Grundmassen in der Konditorei und Eisherstellung. Man hält ein Metallgefäß über den Wasserdampf und erhitzt es damit leicht. In diesem befindet sich eine gewürzte Eimasse, deren Stocken man durch ständiges Schlagen verhindert. Durch die untergehobene Luft entsteht ein leichter Schaum, der später mit Fett und stärkehaltigen Lebensmitteln verbunden wird.

In speziellen Wurstkesseln erwärmt man Koch- und Brühwürste wie Bockwurst, Knacker und Wiener Würstchen vor dem Verzehr.

Aufbewahrung von Speisen[Bearbeiten]

Für die Aufbewahrung von Speisen im Wasserbad verwendet man häufig eine Bain-Marie, ein Gerät, in dem Gefäße mit Speisen auf einem Siebeinsatz warmgehalten werden. Durch die Temperatur von max. 80 °C und den fehlenden Kontakt zur Wärmequelle bleibt die Qualität der Speisen über längere Zeit erhalten, der Garprozeß wird jedoch nicht fortgesetzt. Diese Art der Vorbereitung wird häufig für Suppen, Beilagen, Saucen und andere empfindliche Lebensmittel verwendet.

Für die Erwärmung von Teigwaren verwendet man Siebe, durch die heißes Wasser direkt mit dem Lebensmittel in Kontakt kommt. Fleischerzeugnisse wie Rouladen und Bratenstücke erwärmt man dagegen in Brühe oder Fonds. Für Fisch, Geflügel und andere empfindliche Gerichte eignet sich das Verfahren jedoch nur zum Aufwärmen, nicht jedoch zur Aufbewahrung, da ansonsten ein starker Qualitätsverlust durch Zerfall oder Geschmacksverlust eintritt.

Verwendung in Laboratorien[Bearbeiten]

Im Labor sind Wasserbäder zum Erhitzen bis 100 °C universell einsetzbar. Wegen der hohen Wärmekapazität des Wassers und der daraus resultierenden Trägheit sind sie gut für eine außergewöhnlich genaue automatische Temperaturregelung verwendbar.[1] Wasserbäder werden häufig in biologischen und chemischen Laboratorien eingesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Organikum, Wiley-VCH Verlag GmbH, 23. Auflage, 2009, S. 15, ISBN 978-3-527-32292-3.