Wasserkeilhebewerk

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Wasserkeilhebewerk von Montech in Frankreich (Blickrichtung stromaufwärts)
Wasserkeilhebewerk bei der Schleusentreppe von Fonserannes in Frankreich (Blickrichtung stromabwärts)
Dichtleiste an einem Schild (Fonserannes)

Das Wasserkeilhebewerk ist eine besondere Form des Schiffshebewerks, nämlich ein Schräghebewerk bzw. eine geneigte Ebene mit Nassförderung in Längsrichtung, jedoch ohne Trog.

Beim Wasserkeilhebewerk wird eine in Hangrichtung keilförmig geformte Wassermasse, auf der das Schiff schwimmt, die geneigte Ebene hinauf- oder hinabbewegt. Der Wasserkeil wird vom Boden und den Seitenwänden der geneigten Rinne und einem talseitig abschließenden Schild begrenzt. Das Schiff fährt im Unterwasser unter dem angehobenen Schild hindurch in die Rinne. Anschließend wird das Schild abgesenkt. Ein brückenartiger Traktor (auf Rinnenrändern laufend) schiebt das Schild zusammen mit dem Wasserkeil und dem Schiff in der Rinne nach oben. Das Schild gleitet gegen Boden und Wände der Rinne. Diese bewegliche Dichtung ist eine der Hauptfunktionen eines Wasserkeilhebewerkes. Sie muss ausreichend dicht sein, Reibungswiderstand und Verschleiß müssen erträglich sein. Der Übergang ins Oberwasser erfolgt durch ein übliches Schleusentor.

Bereits im Jahr 1885 veröffentlichte Julius Greve in deutschen Fachzeitschriften seine Entwürfe für Wasserkeilhebewerke. Weiterentwickelt wurden diese von dem Franzosen Jean Aubert in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts.

Das erste Wasserkeilhebewerk wurde im Jahr 1973 im Canal latéral à la Garonne (deutsch: Garonne-Seitenkanal) bei Montech in Südfrankreich eröffnet. Das zweite folgte im Jahr 1983 – ebenfalls in Südfrankreich – im Canal du Midi parallel zur Schleusentreppe von Fonserannes in der Nähe von Béziers. Es ist jedoch seit vielen Jahren permanent außer Betrieb.

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