Wasserkuppe
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| Wasserkuppe | ||
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Blick von der Milseburg zur Wasserkuppe |
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| Höhe | 950,2 m ü. NN | |
| Lage | Landkreis Fulda, Hessen, Deutschland | |
| Gebirge | Rhön (Hohe Rhön) | |
| Geographische Lage | 50° 29′ 53″ N, 9° 56′ 16″ O50.4980555555569.9377777777778950.2Koordinaten: 50° 29′ 53″ N, 9° 56′ 16″ O | |
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| Gestein | Basalt, Buntsandstein | |
| Erschließung | Straße bis nahe an die Bergkuppe | |
| Besonderheiten | - Höchster Berg Hessens; - Ursprung der Fulda; - großes Segelflugzentrum („Wiege des Segelflugs“) |
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Die Wasserkuppe ist mit 950,2 m ü. NN der höchste Berg der Rhön, und zugleich die höchste Erhebung in Hessen.
An diesem wasserreichen Berg, der überregional als „Wiege des Segelflugs“ bekannt ist, entspringt die Fulda; weitere 30 Bäche haben hier ihren Ursprung.
Der Name „Wasserkuppe“ wird trotz des Quellenreichtums am Berg nicht auf das Wort Wasser sondern auf das mittelhochdeutsche Wort „Wass“ zurückgeführt, das einen Weideplatz bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographische Lage
Die Wasserkuppe erhebt sich im Landkreis Fulda etwa 5,3 km nördlich von Gersfeld, Poppenhausen liegt rund 4,7 km west-südwestlich und Wüstensachsen (Hauptort der Gemeinde Ehrenberg) etwa 5 km östlich (Entfernungen jeweils Luftlinie). Sie befindet sich im Naturpark Hessische Rhön und zugleich im Biosphärenreservat Rhön.
An der Südflanke der Wasserkuppe entspringt die Fulda (linker Quellfluss der Weser), an ihrer Südwestflanke die Lütter (Fulda-Zufluss). Der Nordausläufer der Wasserkuppe ist die Abtsrodaer Kuppe (905 m ü. NN), ihr Nordostausläufer heißt Schafstein (831,8 m) und ihr Südwestausläufer ist der Pferdskopf (874,9 m).
[Bearbeiten] Geologie
Die Landschaft der Wasserkuppe ist geprägt durch Ganggesteine des Vulkanismus, die sich senkrecht durch eine Schichtstufenlandschaft aus Buntsandstein ziehen.
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits in Dokumenten des 8. Jahrhunderts taucht die Wasserkuppe als Wasenkuppe, Asenberg oder Weideberg auf, was darauf hinweist, dass die Wiesen an der Wasserkuppe offenbar schon sehr früh als Weideland benutzt wurden.[1]
Darmstädter Studenten begannen 1910 mit Flugversuchen von der Wasserkuppe (siehe Akaflieg). Hierzu wurde der Segelflieger mittels eines Gummiseils angezogen und bekam durch Aufwinde am Hang Auftrieb. 1922 erreichte Arthur Martens eine Flugleistung von einer Stunde. Im selben Jahr gründete er die „Martens Fliegerschule“. Ab Ende der 1920er-Jahre ging man in den Thermikflug über. Seit 1923 steht das Fliegerdenkmal, ein Bronzeadler auf einem vulkanischen Basaltschlot. Es erinnert an die gefallenen Flieger des Ersten Weltkriegs und wurde vom „Ring der Flieger“ errichtet.
1933 ging aus der hier ansässigen Rhön-Rossitten-Gesellschaft die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug hervor. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde eine militärische Flugschule eingerichtet und die meisten festen Gebäude wurden errichtet.
Während der Deutschen Teilung nutzten die US-Amerikanischen Streitkräfte diese Gebäude und errichteten eine Radarstation. Diese wurde 1978 an die Bundeswehr übergeben. 1998 wurde deren Betrieb und damit die militärische Nutzung der Wasserkuppe eingestellt.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann die touristische Erschließung der Wasserkuppe, in deren Folge mehrere Hotels, Souvenirläden, Gaststätten, Skilifte, ein Zeltplatz, das Segelflugmuseum und die Sommerrodelbahn entstanden.
[Bearbeiten] Einrichtungen auf der Wasserkuppe
Auf der Wasserkuppe existieren ein großes Segelflugzentrum, ein Flugzentrum für Hängegleiter, Paragliding und Snowkiting, Hotels und Restaurants, ein Zeltplatz, Souvenirläden, Sommerrodelbahnen und eine Jugendbildungsstätte.
[Bearbeiten] Fliegerei
Das Segelflugzentrum auf der Wasserkuppe beinhaltet die älteste Segelflugschule der Erde, das Deutsche Segelflugmuseum und den Flugplatz Wasserkuppe für Segel- und Motorflugzeuge, der von den insgesamt vier ansässigen Segelflugvereinen genutzt wird. Während auf dem östlichen Teil des Flugfeldes mit der 670m langen Asphaltbahn Motorflieger, Motorsegler und Segelflieger im F-Schlepp starten, ist der westliche Teil oberhalb der Straße, der sog. "Weltensegler", der Windenstartstartplatz der Segelflieger. Darüber hinaus ist die Wasserkuppe auch ein beliebter Startplatz für Drachen-, Gleitschirm- und Modellflieger.
Ganz in der Tradition des Berges finden jedes Jahr auf der Wasserkuppe zahlreiche Segelflugveranstaltungen und Modellflugwettbewerbe statt.
[Bearbeiten] Zivile Observatorien
Auf dem Berg existieren eine Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie ein Gebäude der Deutschen Flugsicherung für die zivile Luftfahrt.
[Bearbeiten] Militär und Nachnutzung
Sichtbar ist eine ehemalige militärische Radarstation der US Air Force und der französischen Armée de l’air. Zeitweise, in den 1970er- und 1980er-Jahren, standen auf der Wasserkuppe bis zu vier Radome und prägten das Bild der Rhön. Die letzte bis heute verbliebene Radarkuppel wurde im Jahre 1994 von der Bundeswehr, die nach Abzug der US-Streitkräfte den militärischen Betrieb übernommen hatte, errichtet.[2] Die Radome dienten der militärischen Luftraumüberwachung.
Seit Ende des Kalten Kriegs ist eine militärische Nutzung des Gipfelareals nicht mehr erforderlich. Die Gebäude der Bundeswehr wurden zur Jugendbildungsstätte. 2008 begannen auf der Wasserkuppe Abriss-, Rückbau-, und Renaturierungsmaßnahmen. Erhalten bleiben sollen das Radom, das Gebäude der Flugsicherung sowie das Blockheizkraftwerk zur umweltfreundlichen lokalen Energieversorgung. Gegen den Abriss des Radoms sprach dessen Funktion als weithin sichtbare Landmarke, Wahrzeichen der Rhön und Mahnmal des Kalten Kriegs. Darüber hinaus ist beabsichtigt, den Rundlauf um das Radom zukünftig als Aussichtsplattform und den Kuppelraum für verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen und Events zu nutzen, hauptsächlich aber als Vereinsheim der beiden örtlichen Drachen- und Gleitschirmvereine. Die Eröffnung des Radoms als Aussichtsplattform ist für Juni 2009 vorgesehen. Die Umbaukosten betragen insgesamt rund 215.000 Euro, die Hälfte wird aus öffentlichen Mitteln finanziert, die andere Hälfte wird von der aus den beiden auf der Wasserkuppe beheimateten Drachen- und Gleitschirmflugvereinen gebildeten Radomflug gGmbH aufgebracht. Veranschlagt wurden jährliche Betriebskosten von rund 60.000 Euro. Falls das Radom doch abgerissen werden muss, wurde von der Radomflug gGmbH eine Kaution von 120.000 Euro hinterlegt.[3]
[Bearbeiten] Wintersport
Die Wasserkuppe ist Zentrum des Wintersports in der Rhön. Skilifte und Loipen stehen im Winter zur Verfügung. Das Hochplateau wird zum Snowkiting genutzt. An Nordhang liegt die Ski- und Rodelarena Wasserkuppe
[Bearbeiten] Amateurfunk
Seit März 2006 ist auf Hessens höchstem Berg eine Amateurfunk-Relaisstation für Amateurfernsehen in Betrieb, DB0TAN auf der Frequenz 1280 MHz. Im April 2006 wurde das 70 cm-Amateurfunkrelais DB0WAS (438.950 MHz) in Betrieb genommen. Dieses Relais ist über den Funkweg mit den Amateurfunkrelais DB0WUR (Wurmberg/Harz) und DB0KB (Köterberg/Weserbergland) vernetzt, sodass über dieses Relais Verbindungen in einen Großteil der Bundesrepublik hergestellt werden können.[5]
Die Jugendbildungsstätte Wasserkuppe (ehemalige Bundeswehrkaserne) beherbergt im ehemaligen Funkraum die Clubstation der Fuldaer Funkamateure (DARC e. V. - Ortsverband Fulda). Die Clubstation verfügt über eine Kurzwellenstation sowie über UKW-Funkgeräte für das 2m- und 70cm-Amateurfunkband. Die Clubstation trägt das Rufzeichen DF0FU.
[Bearbeiten] Lehrpfad
Mit ihrem Südwestausläufer Pferdskopf ist die Wasserkuppe durch einen geologischen Lehrpfad verbunden.
[Bearbeiten] Verkehrsanbindung
Über die Südostflanke der Wasserkuppe verläuft ein Teil der B 284, von der in Richtung Norden der Hochrhönring abzweigt, über den man zur Bergkuppe gelangen kann und der in dieser Richtung zur B 458 führt.
[Bearbeiten] Literatur
- Peter Riedel: Erlebte Rhöngeschichte 1911–1926 Band I Start in den Wind. 1977, Motorbuch Verlag Stuttgart
- Peter Riedel: Erlebte Rhöngeschichte 1927–1932 Band II Vom Hangwind zur Thermik. 1984, Motorbuch Verlag Stuttgart, ISBN 3-87943-981-8
- Peter Riedel: Erlebte Rhöngeschichte 1933–1939 Band III Über sonnige Weiten. 1985, Motorbuch Verlag Stuttgart, ISBN 3-613-01047-X
- Joachim Jenrich: Die Wasserkuppe - Ein Berg mit Geschichte, 2007, Parzeller Verlag, Fulda, ISBN 978-3-7900-0389-5
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ J. Jenrich, Die Wasserkuppe - Ein Berg mit Geschichte
- ↑ Joachim Jenrich: Die Wasserkuppe – Ein Berg mit Geschichte. Verlag Parzeller GmbH & Co. KG, Fulda 2007, ISBN 978-3-7900-0389-5, S. 150.
- ↑ Radom Gmbh
- ↑ Geoklima 2.1
- ↑ Betreiber-Homepage DB0WAS

