Wassernabel (Gattung)

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Wassernabel
Gewöhnlicher Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)

Gewöhnlicher Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Araliengewächse (Araliaceae)
Unterfamilie: Hydrocotyloideae
Gattung: Wassernabel
Wissenschaftlicher Name
Hydrocotyle
L.

Die Gattung Wassernabel (Hydrocotyle) gehört zur Familie der Araliengewächse (Araliaceae). Der einzige mitteleuropäische Vertreter dieser kleinen Sumpfpflanzen ist der Gewöhnliche Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Arten sind einjährig oder ausdauernde Kräuter. Die Sprosse sind meist kriechend und schlank. Sie bewurzeln sich an den Knoten. Die Blätter sind gestielt, meist ungeteilt und oft herzförmig. Nebenblätter sind vorhanden und häutig.

Der Blütenstand ist eine einfache Dolde, oder die Blüten stehen in Quirlen, in Blattachseln oder scheinbar dem Tragblatt gegenüber. Die Blüten sind unauffällig. Die Kelchzähle sind klein oder fehlen ganz. Die Blütenkronblätter sind weiß, grünlich oder gelb und haben eine gerade Spitze.

Die Frucht ist eiförmig oder fast scheibenförmig und seitlich stark zusammengedrückt. Die Fugenfläche ist klein. Die Rippen sind deutlich, die Mittelrippe der Außenfläche ist häufig geflügelt. Die Ölstriemen sind nur in den Hauptrippen und undeutlich ausgebildet oder ganz fehlend. Das Endokarp ist verholzt. Es wird kein Fruchtträger (Karpophor) gebildet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Wassernabel-Arten kommen von tropischen bis in temperate Gebiete vor. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in der südlichen Hemisphäre. Im östlichen und südlichen China sind 14 Arten beheimatet[1]. In Mitteleuropa ist nur der Gewöhnliche Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris) heimisch.

Arten[Bearbeiten]

Nach der „Flora of China“ werden etwa 75 bis 100 Arten, bei der „Angiosperm Phylogeny Website“ bis zu 130 Arten in die Gattung gestellt (Auswahl)[2][3]:

  • Hydrocotyle benguetensis Elmer (Syn.: Hydrocotyle ranunculifolia Ohwi): Die Heimat ist Taiwan, Korea und die Philippinen.
  • Hydrocotyle bonariensis Lam.: Mit einer weiten natürlichen Verbreitung im südlichen Afrika, dem südlichen, zentralwestlichen und westlichen tropischen Afrika und auf Inseln des westlichen Indischen Ozean. Weitere Verbreitungsgebiete liegen in Nordamerika in der südlichen USA sowie in Mexiko; in der Karibik, in Mittelamerika sowie in weiten Teilen Südamerikas.
  • Hydrocotyle burmanica Kurz: Die Heimat ist Myanmar.
  • Hydrocotyle calcicola Y.H.Li: Die Heimat ist der Süden der chinesischen Provinz Yunnan.
  • Hydrocotyle changanensis X.C.Du & Y.Ren: Die Heimat ist die chinesische Provinz Shaanxi.
  • Hydrocotyle dichondroides Makino: Die Heimat liegt im nördlichen Taiwan und Japan.
  • Hydrocotyle dielsiana H.Wolff: Die Heimat sind die zentralchinesischen Provinzen Hubei und Sichuan.
  • Hydrocotyle himalaica P.K.Mukherjee: Die Verbreitung erstreckt sich vom südlichen China über Bhutan, das nördliche Indien und Myanmar bis Nepal.
  • Hydrocotyle hookeri (C.B.Clarke) Craib: Die Heimat ist das südliche China und Myanmar.
  • Hydrocotyle javanica Thunb.: Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom östlichen Asien in Japan, Korea und auf Taiwan über Vietnam, den Indischen Subkontinent, Malesien bis in das östliche Australien und Inseln des südwestlichen Pazifik.
  • Brasilianischer Wassernabel (Hydrocotyle leucocephala Cham. & Schltdl.): Die Heimat liegt im südlichen Mexiko, in Mittelamerika und in Südamerika.
  • Hydrocotyle nepalensis Hook. (Syn.: Hydrocotyle polycephala Wight & Arn.): Die Heimat befindet sich in China und der Himalaya-Region bis in das östliche Nepal.
  • Hydrocotyle novae-zelandiae DC.: Die Heimat ist Neuseeland.
  • Hydrocotyle pseudoconferta Masamune: Die Heimat ist Taiwan, die chinesische Provinz Yunnan sowie Myanmar.
  • Hydrocotyle ramiflora Maxim. (Syn.: Hydrocotyle maritima Honda): Die Heimat ist Taiwan, die chinesische Provinz Zhejiang und Japan.
  • Hahnenfuß-ähnlicher Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides L.f.): Das Verbreitungsgebiet liegt im tropischen Afrika, auf der Arabischen Halbinsel im Jemen und in Nord- und Südamerika.
  • Hydrocotyle salwinica R.H.Shan & S.L.Liou: Die Heimat liegt in China im östlichen Tibet und im nordöstlichen Yunnan.
  • Hydrocotyle setulosa Hayata (Syn.: Hydrocotyle laxiflora Masam., Hydrocotyle masamunei M.Hiroe): Die Heimat ist Taiwan.
  • Hydrocotyle sibthorpioides Lam.: Mit einer Verbreitung vom tropischen Afrika über Inseln des Westindischen Ozean, die Arabischen Halbinsel im Jemen, den Indischen Subkontinent, weiters über Malesien, Hinterindien, China und Taiwan bis Japan.
  • Hydrocotyle umbellata L.: Die Heimat ist der amerikanische Doppelkontinent.
  • Amerikanischer Wassernabel (Hydrocotyle verticillata Thunb.): Er ist in den gemäßigten und subtropischen Regionen Nord- und Südamerikas beheimatet.
  • Gewöhnlicher Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris L.): Die Heimat ist in das subatlantische (bis submediterrane) Europa; er kommt auch in Mitteleuropa vor. Er ist auch in der Kaukasusregion in Aserbaidschan und Georgien verbreitet.
  • Hydrocotyle wilfordii Max.: Die Heimat ist Vietnam, das südliche China, Japan und Korea.
  • Hydrocotyle wilsonii Diels ex R.H.Shan & S.L.Liou: Die Heimat sind die zentralen Provinzen Hubei und Chongqing in China.

Verwendung[Bearbeiten]

Einige Arten spielen in der Aquaristik eine Rolle. Dazu zählen der Brasilianische Wassernabel (Hydrocotyle leucocephala), der Hahnenfuß-ähnliche Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides) und der Amerikanische Wassernabel (Hydrocotyle verticillata).

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Xi-Chun Du, Yi Ren: Hydrocotyle changanensi (Araliaceae), a new species from Shaanxi, China. In: Finnish Zoological and Botanical Publishing Board 2010 (Hrsg.): Annales Botanici Fennici. 47, Nr. 3, 2010, ISSN 0003-3847, S. 403–407 (PDF-Datei 1,21 MB Online ).
  2. GRIN Taxonomy for Plants. Species Records of Hydrocotyle. In: Germplasm Resources Information Network. United States Department of Agriculture - Agricultural Research Service, Beltsville Area, abgerufen am 8. März 2012 (englisch).
  3.  She Menglan, Mark F. Watson, John F. M. Cannon: Apiaceae. In: Wu Zheng-yi & Peter H.Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 14, Science Press u.a., Beijing u.a., ISBN 0-915279-24-X, Hydrocotyle, S. 14 (textgleich mit gedrucktem Werk, Online).

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hydrocotyle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Hydrocotyle in der Flora von Chile (PDF-Datei; 914 kB)