Wasserrutsche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eine Röhrenrutsche aus Edelstahl
Rutsche im Wasserpark Serena
Rutsche im Calypso Park
Extremform in Alberta, Kanada

Eine Wasserrutsche ist eine spezielle Art der Rutsche, bei der die Reibung der rutschenden Person durch das in der Rutsche fließende Wasser reduziert wird. Durch den geringeren Reibungswiderstand erhöht sich die Geschwindigkeit.

Wasserrutschen findet man hauptsächlich in Schwimm- und Freibädern, vereinzelt aber auch in Freizeitparks.

Funktionsprinzip[Bearbeiten]

Am Ende der Wasserrutsche befindet sich ein Auffangbecken oder das Schwimmbecken. Daraus wird Wasser durch Rohrleitungen zum Beginn der Rutsche gepumpt, wo es in die Rutsche gelangt. Es gibt Wasserrutschen als Röhren oder als Rinnen. Zur Sicherheit sind bei manchen Rutschen, meist jedoch bei geschlossenen Rutschen, Ampelanlagen installiert, die den Sicherheitsabstand zwischen den rutschenden Personen regeln und so Unfällen vorbeugen sollen.

Rutschentypen[Bearbeiten]

Wasserrutschen bzw. Rutschen allgemein werden in drei Rutschentypen eingeteilt:

1. Die Kastenrutsche (ein gerader Boden mit zwei aufrechten Seitenwangen): Sie ist der am häufigsten vorkommende Rutschentyp der vor allem bei Spielplatzrutschen Anwendung findet. Aber auch bei Hochgeschwindigkeitsrutschen, den sogenannten Freifallrutschen, wird dieser Rutschentyp eingesetzt, da diese aus Sicherheitsgründen meist nur mit einem geraden Verlauf geführt werden können.

Die Kastenrutschen werden in drei verschiedenen Ausführungen gefertigt: Rutschenboden als schräge Ebene, als schräge Ebene mit Welle oder als Brachistochrone geformt (auch als Parabolrutsche bezeichnet).

2. Die Halbschalenrutsche (offene Mulde). Sie findet meist dann Verwendung, wenn zusätzlich Kurven gebaut werden sollen. Aufgrund der vielen Möglichkeiten an Kurvenkombinationen und der damit einhergehenden Rutschenlänge, bietet dieser Rutschentyp ein besonders lang andauerndes und kurvenreiches Rutscherlebnis.

3. Die Tunnelrutsche (geschlossene Röhre). Sie stellt eine Steigerung der Halbschalenrutsche dar. Tunnelrutschen bringen zusätzlich, sofern sie abgedunkelt bzw. lichtundurchlässig sind, den abenteuerlichen Kick des „Black-Hole-Effekts“ mit sich, bei dem die Nutzer den Rutschenverlauf nicht sehen, sondern lediglich spüren bzw. erahnen können. Dieser Rutschentyp wird vor allem bei hohen Abgangshöhen eingesetzt, da es sich hier um ein geschlossenes System handelt und damit das Herausfallen der Rutschenden ausgeschlossen werden kann.

Ausführungen[Bearbeiten]

Konventionell[Bearbeiten]

Die meisten Rutschen werden aus GFK hergestellt, einige Rutschen werden auch aus Edelstahl produziert.

Neben den klassischen Rutschen, den sogenannten „Bodyslides“, gibt es auch Reifenrutschen, bei denen die Passagiere alleine oder mit anderen Personen zusammen einen Reifen nutzen. Des Weiteren gibt es gerade in Freizeitparks häufig Versionen, in denen kleine Gummiboote benutzt werden, so dass die Nutzung in normaler Kleidung ermöglicht wird.

Wird eine Röhrenrutsche abgedunkelt, spricht man von einer „Black-Hole-Rutsche“. Diese Rutschen werden zudem oft mit Licht- oder Toneffekten und manche auch mit einem Wasservorhang ausgestattet.

Ausgefallen[Bearbeiten]

Loopingrutschen: Zurzeit noch selten sind sogenannte Looping-Rutschen, welche einen Looping enthalten, der im Gegensatz zu normalen Achterbahn-Loopings allerdings eher schräg und nicht so steil ist, was einer schrägen Aufwärtshelix entspricht. Durch diese Bauweise wird eine geringere Geschwindigkeit benötigt, was das Verletzungsrisiko minimieren soll. Damit eine Looping-Rutsche zugelassen wird, muss sich vor jedem Looping ein Notausstieg befinden, wodurch die Rutsche verlassen werden kann, falls der Looping nicht geschafft wird. Zudem darf ein Anpressdruck von 2,6 g (Gravitation + Zentripetalbeschleunigung) nicht überschritten werden.

Doppelloopingrutsche: Im österreichischen Erlebnisbad Wave in Wörgl steht die erste Doppellooping-Wasserrutsche der Welt. Bei dieser Rutsche, genannt L2, startet man auf 25 Meter Höhe im sogenannten Raketenstartmodus: Eine Falltür öffnet sich und schickt den Rutschenden in eine Röhre, in der er eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 65 km/h erreichen kann. Darauf folgen die beiden Loopings, in denen man zuerst sieben und dann 3,5 Meter nach oben gewirbelt wird. Weitere Doppelloopingrutschen befinden sich im Miramar in Weinheim und im Kristallbad Palm Beach in Stein (nähe Nürnberg). Letztere wurde im Dezember 2012 eröffnet und ist das höchste Modell seiner Art in Europa [1][2]

Trichterrutsche: Bei dieser Rutsche wird der Benutzer in einer Turborutsche beschleunigt und gelangt dann in einen großen, kesselförmigen Rutschentrichter, in welchem er sich in kreisförmigen Bewegungen dem Loch in der Mitte des Trichters nähert und dann in ein darunter liegendes Wasserbecken fällt.[3]

Hauptartikel: Trichterrutsche

Schanzenrutschen: Ebenfalls findet man auch nur sporadisch sogenannte Flug- oder Sprungrutschen. Dabei ist die Röhre häufig nur ein kurzer, steiler Abschnitt und den Rest (meistens nur einige Meter) springt oder „fliegt“ man anschließend. Aus Sicherheitsgründen ist die Aufprallfläche häufig aus einem elastischem Material.

Pendelrutschen: Immer populärer werden auch sogenannte Pendelrutschen. Die Pendelrutschen können mit wenigen großen Pendelbewegungen geführt werden oder mit vielen kleinen, wie z. B. in einer Halfpipe. Diese Rutschen werden sowohl als Körper- als auch als Reifenrutschen ausgeführt.

Master Blaster: In Deutschland noch sehr selten sind die sogenannten Master-Blaster-Rutschen. Dabei handelt es sich um Reifenrutschen, welche eine Besonderheit aufweisen: Durch starke Wasserdüsen wird der Rutscher – im Reifen sitzend – bergauf „geschossen“. Eine solche Rutsche befindet sich z. B. im Freizeitbad Aquana in Würselen,[4] im Schenkenseebad in Schwäbisch Hall und in der Therme Erding.

Wildwasserbach: Einige Rutschenhersteller liefern Wildwasserflüsse oder -bäche. Dabei handelt es sich um meist außen verlegte, offene Rutschen, welche eine Kombination aus halbschalenförmigen und kastenförmigen Rutschensegmenten darstellen. Durch enge Kurven, sehr starken Wasserfluss und plötzliche Tiefen oder Strömungen kann man auch ohne viel Höhenunterschied interessante Verläufe finden.

Wettbewerbe[Bearbeiten]

Mittlerweile ist das aus Spaß entstandene Wettrutschen zum Rennrutschen geworden und es entstand eine eigenständige semiaquatische Sportart mit mehreren Verbänden und Vereinen, die Meisterschaften durchführen.[5]

Wasserrutsche aus Plastikfolie

Privatgebrauch[Bearbeiten]

Für den Privatgebrauch sind spezielle Plastikfolien mit Düsen zur Benetzung mit Wasser erhältlich, die an den Gartenschlauch angeschlossen beispielsweise in Spielzentren oder im Garten für Kinder als einfache Wasserrutsche dienen können.

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Wasserrutsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. diewildsau.com – Die Doppellooping-Wasserrutsche L2
  2. tirol.orf.at – Weltneuheit ab Februar in Wörgl, 24. Jänner 2010
  3. http://www.tuberides.de/typen.php#T
  4. http://aquana.de/Freizeitbad/Freizeitbad.htm, 21. April 2010
  5. http://www.wettrutschen.de - Informationen und Termine zum Thema Rennrutschen