Wasserspiele

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schloss Hellbrunn, Wasserspiel in der Kronengrotte
Körnerpark Berlin, Wassertreppe und Orangerie

Wasserspiele sind meist künstlerisch ausgestaltete Anlagen mit veränderlichen Springbrunnen, Wasserspeiern, künstlichen Kaskaden, verschiedenen Wasserautomaten und dergleichen. Wasserspiele sind dabei vielfältig und gehen in ihre Darstellung weit über Einzelbrunnen hinaus, soweit sie überhaupt Ähnlichkeiten mit Brunnen besitzen. Wasserspiele besitzen vielfach eine hintergründige Symbolik.

In früheren Jahrhunderten wurden derartige Installationen, die anspruchsvolle Arbeiten auf dem zeitgenössischen Stand der Technik bildeten, auch als Wasserkünste bezeichnet. Die Wasserspiele entstanden in Italien in der Renaissancezeit. Berühmte Wasserspiele gab es dabei in der Gegend um Rom und Florenz sowie in Latium und Venetien. Einzelbeispiele sind die Villa in Tivoli, (Villa d'Este), die Villa Aldobrandini oder der Pratolino. Wasserspiele entstanden in der Spätrenaissance und der Barockzeit aber vielfach auch im Raum des heutigen Österreich, in Deutschland, Frankreich und Spanien. Nur wenige Anlagen sind erhalten, etwa die barocke Anlage im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel, die ihren Ausgangspunkt beim Herkules nimmt.

Die manieristischen Wasserspiele Hellbrunn beziehen das Rauschen des sprudelnden Baches in das Geschehen ein, um eine meditative Stimmung zu erzielen. Sie erzeugen mit Wasserkraft vielfältige Vogelstimmen und betreiben Orgelpfeifen, die Melodien von sich geben, sie lassen Bälle und Kronen tanzen und bewegen Figuren in Zierteichen und in Grotten, die oft Episoden der antiken Mythologie erzählen („Wasserautomaten“). Das wassergetriebene mechanische Theater der Hellbrunner Wasserspiele besitzt über 200 einzeln bewegte Figuren. Ein Fratzengesicht („Germaul“) rollt mit den Augen und zeigt die Zunge.

Das Element Wasser wird in den Wasserspielen so in vielfältiger Weise dargestellt, als Quelle, als Kaskade, als Wasserwand, als Wasserschleier, als spritzendes Wasser und als sprudelnder Bach. Fontänen in den Wasserspielen haben oft unterschiedliche Höhen und ändern sie in vorgegebenen, manchmal auch variablen Rhythmen. Sie werden durch ein ausgeklügeltes unterirdisches Rohrsystem gespeist und können durch natürliches Gefälle oder mit Pumpen angetrieben sein.

In letzter Zeit sind in einigen öffentlichen Parks neben verschiedenen Brunnen auch einige einfache Wasserspiele installiert worden, deren Springbrunnen nach dem Rhythmus gleichzeitig erklingender Musik geregelt werden( „tanzende Fontänen“ ). Eine derartige Anlage befindet sich in Košice, der Hauptstadt der Ostslowakei.

Bislang nur an einigen wenigen Orten der Welt existieren moderne Großanlagen dieser Art, die als eigenständige Touristenattraktionen errichtet wurden. Bekannte Wasserspiele dieser Art werden in Las Vegas vor dem Bellagio-Hotel sowie in Dubai am Hochhaus Burdsch Chalifa gezeigt. In Europa bekannt ist der Font Magica in Barcelona.

shishi odoshi[Bearbeiten]

Ein shishi-odoshi unterbricht die Stille in japanischen Gärten, wenn ein Bambusrohr gegen einen Felsen schlägt.

Ein japanisches shishi odoshi ist ein Wasserspiel, das ursprünglich der Vertreibung von Wild oder Vögeln aus Feldern diente, aber vielfach in der japanischen Gartengestaltung eingesetzt wird. Dabei füllt ein Wasserstrahl ein Bambusrohr, das wie ein Waagbalken mit Gegengewicht aufgehängt ist. Sobald das Rohr mit Wasser gefüllt ist, senkt sich der „Waagbalken“, das gespeicherte Wasser rinnt aus dem Rohr, das Gegengewicht lässt das Bambusrohr zurückfallen, worauf es an einen Stein stößt und ein Klopfgeräusch erzeugt.

Wasserspiele mit Wasserfalleffekt[Bearbeiten]

Seit Galileo Galilei bereits vor 400 Jahren den Wasserfalleffekt erkannte, ist dieser dazu geeignet, Wasserspiele in Räumen, Gebäuden oder öffentlichen Parkanlagen zu installieren. Das Ziel dieser Installationen ist die Ionisation der Umgebungsluft und der vitalisierenden Wirkung auf den Menschen, in unmittelbarer Nähe dazu. Zimmerbrunnen in Etagerenform oder Wasserwände, die einen Wasserfall symbolisieren, sind nur einige Beispiele.

Großtechnische Wasserspiele, zum Bsp. in Innenstädten, verfolgen zumeist mehrere Ziele:

  • Künstlerische Gestaltung einer Fläche durch Baumaterial jedweder Art
  • Nutzung von angelegten Wasserläufen, Überlaufbecken, im Sinne von Kneipp
  • Bewegte technische Gebilde zur Interaktion des Menschen (Kinder) zum Beispiel: Wasserrad, Wasserspindeln usw. auf den Wasserflächen
  • Fontänen, Wasserfälle, Wassertreppen ionisieren die Luft durch den Wasserfalleffekt.

Derartige Wasserspiele im Inneren einer Stadt werden aber auch als natürliche Ionisationsquelle zur Verbesserung der Stadtluft an zentralen Punkten installiert. Allseitige Begrünung ist ein weiterer Gedanke zur Gestaltung von Wasserspielen mit Wasserfalleffekt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]