Wasserturm Schwerin-Neumühle

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Der Wasserturm in Schwerin-Neumühle

Der Wasserturm steht im Schweriner Ortsteil Neumühle an der Straße „Am Wasserturm“. Mit seiner Lage auf dem 86,1 m hohen Weinberg[1] befindet er sich auf dem höchsten Punkt der Stadt Schwerin und ist noch heute als Druckausgleichsbehälter in das Trinkwassernetz eingebunden.

Bau und Technik[Bearbeiten]

Wasserbehälter
Typ Intze-2
Der Natursteinsockel
Auf dem Dach des Turms

Der 22,5 m hohe Turm wurde 1889 nach einem Entwurf des Baumeisters Carl Benduhn errichtet. Auf einem polygonalen Natursteinsockel erhebt sich ein weischaliger Backsteinbau, der die Formensprache der Backsteingotik aufnimmt. Bei den Steinen handelt es sich um Klinker im alten Reichsformat. Spitzbogige Fenster, Blendnischen und glasierte Backsteine gliedern das Mauerwerk. Ein Rundbogenfries markiert die Stelle, wo der Wasserbehälter beginnt. Nach oben wird der Turm von einem Zinnenkranz abgeschlossen. Der stählerne Wassertank ist genietet. Es handelt sich um einen Intze-2-Behälter mit 2 mal 175 m³, also 350 m³ Fassungsvermögen.

Nutzung[Bearbeiten]

Zur Bauzeit des Turmes wurde eine zentrale Wasserversorgung für Schwerin eingerichtet. Dabei wurde das Wasser aus dem Neumühler See zunächst über vier offene Sandfilter in einen Reinwasserschacht geleitet. Von dort aus konnte man es entweder in den Wasserturm oder in seitlich gelegene Erdbehälter pumpen. Mit der Umstellung von Oberflächenwasser- auf Grundwasserversorgung am Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Erdbehälter stillgelegt.

Heute ist der Turm Eigentum der WAG Schwerin mbH. Als letzter der Schweriner Wassertürme ist er auch heute noch mit dem Wasserwerk Mühlenscharrn und somit mit dem Wasserversorgungsnetz der Stadt verbunden. Der Wasserbehälter im Inneren wird als Druckausgleichsbehälter (Gegenbehälter) genutzt. (Stand 2007)

Erhaltung[Bearbeiten]

Der Wasserturm Neumühle steht unter Denkmalschutz. Sanierungen wurden in den Jahren 1990/91 vorgenommen. Ein zweiter Sanierungsabschnitt begann im Jahr 2000, ein dritter im Jahr 2003. Folgende Arbeiten wurden dabei durchgeführt:

  • Auskleidung des Behälterinneren mit Zementmörtel
  • Korrosionsschutz von Behälter und Armaturen
  • Instandsetzung von Zinnen und Dach
  • Ausbesserung des Mauerwerks
  • Erneuerung der Balkone, des Kleeblattfrieses und der Türen und Fenster.

Bilder vom Inneren[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wasserturm Schwerin-Neumühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  • WAG Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin mbH
  • Verein „Freunde und Förderer des Wasserturms Neumühle e. V.“
  • Informationstafeln im Wasserturm

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. so bezeichnet in Meßtischblatt von 1926

53.63174111.373288Koordinaten: 53° 37′ 54″ N, 11° 22′ 24″ O