Wassili Borissowitsch Liwanow

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Wassili Liwanow

Wassili Borissowitsch Liwanow, OBE (russisch Василий Борисович Ливанов, wiss. Transliteration Vasilij Borisovič Livanov; * 19. Juli 1935 in Moskau) ist ein russischer Schauspieler, Autor und Regisseur. 1981 wurde er zum Verdienten Künstler der Russischen SFSR (russisch Заслуженный артист РСФСР) und 1988 zum Volkskünstler der Russischen SFSR (russisch Народный артист РСФСР) ernannt.

Leben[Bearbeiten]

Wassili Liwanow entstammt einer russischen Schauspielerfamilie. Sein Großvater Nikolai war bereits ein renommierter Theaterdarsteller, sein Vater Boris Liwanow (russisch Ливанов Борис Николаевич) war ein gefeierter und beliebter Darsteller im „Moskauer Künstlertheaters“ MChaT und seine Mutter Evgenia Kazimirovna (russisch Ливанова Евгения Казимировна) war ebenfalls Schauspielerin.

1954 nach bestandenem Studium an der Moskauer Akademie der Künste, besuchte er bis 1958 die B. W. Schtschukin-Theaterfachhochschule in seiner Heimatstadt Moskau. 1960 gehörte er zum Ensemble des Zentralen Studios der Filmschauspieler an, drehte aber gleichzeitig seinen ersten Film Ein Brief, der nie ankam (Neotprawlennoje pismo, russisch Неотправленное письмо).

Nach diversen Film- und Fernsehproduktionen verkörperte er 1968, unter der Regie von Konrad Wolf, den Hauptmann Wadim Gejman im DEFA-Antikriegsfilm Ich war neunzehn, für den Liwanow 1969 den Heinrich-Greif-Preis der DDR erhielt. Mitte der 1960er Jahre versuchte er sich auch als Regisseur und Autor, nachdem er an der Filmhochschule in Moskau studiert hatte. Er realisierte mehrere Trickfilme und schrieb als Autor auch eine Reihe von Kinderbüchern und Märchen.

Besondere Bekanntheit erlangte Liwanow durch seine Verkörperung des Sherlock Holmes in den sowjetischen Verfilmungen der Romane von Sir Arthur Conan Doyle Ende der Siebziger bis Mitte der Achtziger Jahre. Diese Verfilmungen zeichnen sich durch eine besonders authentische Wiedergabe der Zeit um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert aus, sowie ausgezeichnete schauspielerische Leistungen der beiden Hauptdarsteller Liwanow und Witali Mefodjewitsch Solomin (Dr. Watson). Vor allem aufgrund dieser Leistung wurde Liwanow im Jahre 2006 von der britischen Königin mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. Außerdem bekannt wurde Liwanow dafür, dass er das Krokodil Gena in den sehr bekannten sowjetischen Trickfilmen um die Figur Tscheburaschka sprach.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1959: Ein Brief, der nie ankam (Неотправленное письмо)
  • 1960: Auferstehung (Voskreseniye)
  • 1962: Der blinde Musikant (Slepoy muzykant)
  • 1963: Das blaue Heft (Sinyaya tetrad)
  • 1963: Die Bewährung (Kollegi)
  • 1964: Veronikas Rückkehr (Vozvrashcheniye Veroniki)
  • 1966: Grünes Licht (Zelyonyy ogonyok)
  • 1968: Ich war neunzehn
  • 1970: Waterloo
  • 1975: Traum vom fernen Glück (Zvezda plenitelnogo schastya)
  • 1976: Leben und Tod des Ferdinand Luce (Zhizn i smert Ferdinanda Lyusa)
  • 1978: Jaroslawna, Königin von Frankreich (Yaroslavna, koroleva Frantsii)
  • 1979: Sherlock Holmes und Dr. Watson (Scherlok Cholms i doktor Watson)
  • 1980: Die Abenteuer von Sherlock Holmes und Dr. Watson (Prikljutschenija scherloka cholmsa i doktora watsona)
  • 1981: Der Hund von Baskerville (Priklyucheniya Sherloka Kholmsa i doktora Vatsona: Sobaka Baskerviley)
  • 1983: Wer klopft an meine Tür? (Kto stuchitsya v dver ko mne...)
  • 1983: Der Schatz der Agra (Prikljutschenija scherloka holmsa i doktora watsona: sokrowischtscha agry)
  • 1984: Mondscheinbogen (Lunnaya raduga)
  • 1986: Sherlock Holmes im 20. Jahrhundert (Prikljutschenija scherloka holmsa i doktora watsona: dwadzaty wek natschinajetsya)
  • 1987: Ungewöhnliche Abenteuer von Karik und Walja (Neobyknovennyye priklyucheniya Karika i Vali)
  • 1994: Okhota
  • 2005: Master & Margarita (Master i Margarita)

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Reichow & Michael Hanisch: Filmschauspieler A - Z, Berlin 1989, Henschel Verlag, ISBN 3-362-00022-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vasily Livanov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien