Wassili Michailowitsch Blochin

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Blochin im Range eines Generalmajors

Wassili Michailowitsch Blochin (russ. Васи́лий Миха́йлович Блохи́н; * Dezember 1895; † 3. Februar 1955 in Moskau) war ein NKWD-General während der stalinistischen Terrorherrschaft in der Sowjetunion. Er gilt als einer der grausamsten Vollstrecker der stalinistischen Säuberungen.

Blochin stammte aus einer bäuerlichen Familie. Er diente in der Armee des Zaren und nach der Oktoberrevolution ab 1918 in der Roten Armee zunächst in Unteroffiziersrängen. Bereits 1921 kam er zur Tscheka. Von 1924 bis zu Stalins Tod im März 1953 war er mit Hinrichtungen insbesondere von „Staatsfeinden“ betraut. Insgesamt soll er etwa 50.000 Hinrichtungen eigenhändig vollzogen haben. Nebenbei nahm er an Fernkursen des Instituts für die Erhöhung der Qualifikation ingenieurtechnischer Arbeiter teil. [1]

Wie eine Untersuchung der Menschenrechtsorganisation Memorial ergab, war Blochin persönlich mit der Erschießung von Spitzenfunktionären und Intellektuellen befasst, über die Stalin Todesurteile verhängen ließ. [2] Anfang der 1930er Jahre befehligte er ein Exekutionskommando, dem ein fester Stamm von einem halben Dutzend Geheimpolizisten angehörte. Während des Großen Terrors in den Jahren 1936 bis 1938 wurden fast alle Mitglieder des Kommandos zum Tode verurteilt, Blochin persönlich erschoss seine früheren Kameraden. 1937 befehligte er die Exekution der zum Tode verurteilten Mitglieder der obersten Militärführung, darunter Michail Tuchatschewski und Iona Jakir. Persönlich erschoss er seine beiden in Ungnade gefallenen früheren NKWD-Chefs Genrich Jagoda und Nikolai Jeschow sowie zahlreiche bekannte Intellektuelle und Künstler, darunter den Schriftsteller Isaak Babel, [3] den Journalisten Michail Kolzow und den Dramaturgen Wsewolod Meyerhold. [4]

Der Nachfolge Jeschows an der Spitze des NKWD, der Georgier NKWD-Chef Lawrenti Berija, hat dem Memorial-Bericht zufolge auf die von Stalin abzuzeichnenden Exekutionslisten auch Blochin gesetzt. Doch habe Stalin dessen Namen gestrichen. [5] Blochin, der bei seinen Exekutionen immer lederne Metzgerschürzen getragen haben soll, um seine Uniform zu schonen, hat im Frühjahr 1940 mit einer deutschen Walther im Keller des NKWD-Sitzes von Kalinin mehrere Tausend kriegsgefangene polnische Offiziere und Intellektuelle persönlich erschossen, die zuvor im Lager Ostaschkow interniert waren. Er kam auf eine Quote von 200 bis 350 Opfern pro Nacht. [6] 1945 stieg er durch die Beförderung zum Generalmajor in die Führung der Geheimpolizei auf.

Ein Einschnitt in seiner Biografie war der Tod Stalins im März 1953. Am 26. Juni 1953 wurde Beria verhaftet und am 23. Dezember 1953 erschossen. Nikita Chruschtschow setzte sich im Machtkampf um die Nachfolge Stalins durch. Auch ein Teil der bisherigen Geheimdienstführung um Beria wurde erschossen. Blochin wurde in den Ruhestand versetzt. In seinen letzten Lebensjahren litt Blochin unter Alkoholismus und psychischen Problemen. 1954 wurde ihm der Generalsrang aberkannt, „weil er sich bei seiner Arbeit in den Organen diskreditiert hat“ (как дискредитировавший себя за время работы в органах).[7] Die offiziell verkündete Todesursache war Selbstmord.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Mann mit der Lederschürze (russ.) Nowaja Gazeta, 2. August 2010.
  2. Nowaja Gazeta, a.a.O.
  3. Jewrejskij Obosrewatel 3.2004
  4. Katyn 1940-2000. Dokumenty. Red. N. I. Lebedewa. Moskwa 2001, S.35.
  5. Nowaja Gazeta, a.a.O.
  6. Katyn 1940-2000, a.a.O., S. 36.
  7. N.W. Petrow/K.W.Skorkin: Wer leitete das NKWD 1934-1941 (russ.)