Wast Water

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Wast Water
Wast Water gegen Great Gable
Wast Water gegen Great Gable
Geographische Lage Lake District, Cumbria, England
Zuflüsse Lingmell Beck, Over Beck, Nether Beck, Countess Beck
Abfluss River IrtRiver Esk
Daten
Koordinaten 54° 26′ 34″ N, 3° 17′ 42″ W54.4427-3.29560Koordinaten: 54° 26′ 34″ N, 3° 17′ 42″ W
Wast Water (England)
Wast Water
Höhe über Meeresspiegel 60 m ASL
Länge 4,6 kmf6
Breite 600 mf7
Maximale Tiefe 79 mf10
View of Wastwater from side of Great Gable.JPG
Blick auf Wast Water vom Great Gable

Wast Water oder Wastwater ist ein See im nordenglischen Nationalpark Lake District und liegt im Tal Wasdale. Er ist etwa 4,6 Kilometer lang, 600 Meter breit und ist der tiefste See Englands. Sein Wasserspiegel liegt auf 60 Meter über dem Meeresspiegel, während die tiefste Stelle mit 79 Metern noch unter dem Meeresspiegel liegt. Er entstand in der letzten Eiszeit als die Gletscher die Trogtäler des Lake District formten.

Lage[Bearbeiten]

Der See erstreckt sich von Nordosten nach Südwesten im Wasdale und wird im Nordwesten durch die Berge Yewbarrow und Middle Fell, im Südosten durch die steilen Wastwater Screes genannten Hänge der Berge Whin Rigg und Illgill Head begrenzt, deren rote Steine früher zum Kennzeichnen von Schafen benutzt wurden. Im Osten und Norden wird das Wasdale durch einige der höchsten Berge Englands abgeschlossen: Scafell Pike, Kirk Fell, Red Pike, Lingmell und Great Gable. Wastwater ist der Ursprung des River Irt, der nach Südwesten fließt und beim Ort Ravenglass in die Irische See mündet.

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Name „Wastwater“ leitet sich ab vom altnordischen Vatndalr = Tal des Wassers und dem englischen Zusatz „water“, mit dem viele Seen im Lake District bezeichnet werden.[1]

Unterwasserzwerge[Bearbeiten]

Am 14. Februar 2005 berichtete die BBC News Website von einem Unterwasser-Zwergengarten. Obwohl das Wasser im See recht klar und die Sicht gut ist, gibt es nicht viel zu sehen. Vermutlich wurden deshalb Gartenzwerge dort als „Attraktion“ auf dem Seegrund aufgestellt und sogar mit einem Zaun umgeben. Nach einigen Unfällen unvorsichtiger Taucher auf der Suche nach den Zwergen, wurden diese entfernt. Man vermutet jedoch, dass sie jenseits der von Polizeitauchern erreichbaren Tiefe wieder neu aufgestellt wurden.[2]

Sellafield[Bearbeiten]

Der See wird vom 15 km entfernten Nuklearkomplex Sellafield als Frischwasserspeicher genutzt. Der Nuclear Decommissioning Authority als Betreiber der Anlage an der Irischen See wurde eine Lizenz zur Entnahme von täglich 18.000 m³ und 6,5 Mio. m³ im Jahr erteilt.

Tatort[Bearbeiten]

Neben anderen Seen wie Coniston Water und Crummock Water war auch Wast Water Schauplatz eines Kapitalverbrechens. Der Mord an Margaret Hogg wurde bekannt als The Wasdale Lady in the Lake.

Margaret Hogg wurde von ihrem Ehemann umgebracht, ihre Leiche in einen Teppich gewickelt und mit einem Betonklotz beschwert im Wast Water versenkt. Nach acht Jahren wurde sie zufällig von Tauchern bei der Suche nach einer verschwundenen französischen Touristin entdeckt, weil sie nicht, wie geplant bei der tiefsten Stelle bis auf den Grund gesunken war, sondern an einem Felsvorsprung unter Wasser hängenblieb.[3]

Theaterstück[Bearbeiten]

Das Stück Wastwater des britischen Dramatikers Simon Stephens hatte am 14. Mai 2011 bei den Wiener Festwochen[4] Premiere. Seelische Abgründe um Einsamkeit, Pornografie und Kinderhandel werfen Fragen auf.

Flugzeugwrack[Bearbeiten]

Im Januar 1945 stürzte eine Maschine der RAF bei einem Übungsflug ab, als sie gegen den Gipfel des Great Gable flog. Teile des Wracks wurden 2013 im See gefunden.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wast Water – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Gambles: Lake District Place Names. Dalesman Books, Clapham 1985
  2. Underwater gnome threat returns. BBC News, 14. Februar 2005
  3. The Wasdale’s Lady In The Lake Mystery
  4. Wiener Festwochen (Beschreibung) (Version vom 13. Juli 2011 im Internet Archive)
  5. Wastwater search for World War II aircraft BBC News 20. April 2013, abgerufen am 22. April 2013