Wathlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wathlingen
Wathlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wathlingen hervorgehoben
52.53333333333310.1543Koordinaten: 52° 32′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Samtgemeinde: Wathlingen
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 17,68 km²
Einwohner: 6036 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 341 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29339
Vorwahl: 05144
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Schmiedeberg 1
29339 Wathlingen
Webpräsenz: www.wathlingen.wmks.de
Bürgermeister: Torsten Harms (CDU)
Lage der Gemeinde Wathlingen im Landkreis Celle
Landkreis Celle Niedersachsen Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Gifhorn Region Hannover Faßberg Hermannsburg gemeindefreies Gebiet Lohheide Bergen Winsen Wietze Hambühren Celle Adelheidsdorf Hagen Wathlingen Bröckel Eicklingen Wienhausen Langlingen Unterlüß Eschede Eschede Hohne Langlingen Eldingen Eschede Ahnsbeck Eschede Beedenbostel LachendorfKarte
Über dieses Bild
Das Rathaus Am Schmiedeberg, Sitz der Gemeinde- und der Samtgemeindeverwaltung
St. Marienkirche in Wathlingen, erstmals 1322 erwähnt
St. Barbara-Kirche

Wathlingen (niederdeutsch Wateln) ist eine Gemeinde im Südosten des niedersächsischen Landkreises Celle und Verwaltungssitz der gleichnamigen Samtgemeinde. Sie liegt rund 30 km östlich von Hannover.

Geografie[Bearbeiten]

Dicht an Wathlingen vorbei fließt die Fuhse. Überschattet wird die Gemeinde von einem zurzeit noch etwa 110 m hohen Kaliberg. Die Kreisstadt Celle ist etwa 14 km entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der älteste Ort der Samtgemeinde Wathlingen ist der Samtgemeindesitz selbst. Wathlingen wurde erstmals am 1. November 1022 genannt, als Bischof Bernward von Hildesheim das Kloster St. Michaelis in Hildesheim stiftete und es mit mehreren Gütern, u. a. „Waditlogon“, ausstattete.[2]

Das Dorf, das jahrhundertelang nur von der Landwirtschaft lebte, erlebte etwa um 1900 mit dem Aufbau des Kaliwerkes einen enormen Wandel hin zum Industriedorf. Die Einwohnerzahl stieg enorm, und es entstand die heutige „Kolonie“ als Siedlung der Bergleute. Der Bergmannsverein führt heute die Tradition der Grubenleute fort.

Im Jahr 1997 feierte die Gemeinde Wathlingen ihren 975. Geburtstag.

Der älteste Verein der Gemeinde, VfL Wathlingen, 1910 als Männerturnverein „Vater Jahn“ gegründet, feierte 2010 sein 100. Jubiläum.

Die Grundschule Wathlingen feierte am 27. September 2010 ihr 100. Jubiläum. Bei dieser Gelegenheit wurde die neu sanierte Turnhalle der Grundschule ihrer Bestimmung übergeben.

Religionen[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische St. Marien-Kirche an der Kirchstraße gehört zum Kirchenkreis Celle. Zur Kirchengemeinde gehört auch der innerhalb des Ortes gelegene Friedhof. An der Kantallee befindet sich der 1960 gegründete evangelisch-lutherische Kindergarten Marienkäfer.

Um 1950 entstand eine katholische Gemeinde in Wathlingen. 1960/61 wurde an der Straße nach Hänigsen die St. Barbara-Kirche errichtet, sie gehört heute zur Pfarrgemeinde St. Ludwig in Celle.

Politik[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Wathlingen setzt sich aus 19 Abgeordneten zusammen.

CDU SPD Bürger für Wathlingen (BfW) Grüne FDP BL Thunich Gesamt
2001 10 5 2 2 0 19 Sitze
2006 9 6 2 1 1 19 Sitze [3]
2011 9 6 0 2 1 1 19 Sitze

Kommunalwahlen in Niedersachsen 2011[4]

Bürgermeister seit 1824 [5]
1824–1831: Hans Heinrich Behrens
1831–1854: Hans Heinrich Timme
1854–1860: Dietrich Ebeling
1860–1878: Hans Homann
1878–1890: Hans Heinrich Engelke („Stummel-Engelke“)
1890–1896: Heinrich Kesselhut
1896–1908: Hans Heinrich Engelke
1908–1909: Hans Schrader
1909–1918: Hans Heinrich Brandes
1918–1931: Heinrich Meyer
1931–1933: Friedrich Oberheide
1933–1945: Heinrich Kesselhut
1945–1946: Friedrich Oberheide
1946–1948: Richard Rieke
1948–1952: Ernst Engelke
1952–1956: Heinrich Hage
1956–1961: Karl Bleckmann
1961–1964: Gustav Pfeiffer
1964–1980: Heinz Homann
1980–1996: Hans-Wilhelm v. Reden

Amtierender Bürgermeister seit 1996 ist Torsten Harms.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „auf grünem Grund unter zwei gekreuzt hängenden Ähren einen dreifüssigen goldenen Grapen; über den Ähren ein gekreuztes silbernes Bergmannsgezäh (Schlägel und Eisen) mit goldenen Stielen“.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1975 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Villeparisis. Außerdem wird eine Partnerschaft mit der Gemeinde Groß Quenstedt in Sachsen-Anhalt gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Bis 1996 wurde im Schacht Niedersachsen am südlichen Rand der Gemeinde Kalisalz gefördert. Die noch bestehende Abraumhalde, der Kaliberg, ist weithin sichtbar.
  • Zur Feier des 975-jährigen Bestehens wurde im Jahr 1997 von den Spenden Wathlinger Bürger und Firmen ein Glockenspiel am alten Schlauchturm neben dem Rathaus angebracht.
  • Sehenswert ist auch die evangelische Kirche St. Marien mit Fachwerkturm in Wathlingen.


Seit 2007 gibt es in Wathlingen ein durchaus bemerkenswertes Projekt: Der Verein Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen e.V. (KWE), auch die Kalibahn genannt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bahnstrecken der ehemaligen Grubenanschlussbahn zu den Kaliwerken Niedersachsen und Riedel wieder befahrbar zu machen. Es sollen eines Tages wieder Züge auf den landschaftlich reizvollen Strecken von Ehlershausen (Anschluss an das Streckennetz der DB) nach Wathlingen und weiter nach Hänigsen rollen.

Dabei werden historische, industrielle sowie landschaftliche Landmarken miteinander verbunden. Die Mitglieder des Vereins sind intensiv damit beschäftigt, die Strecken vom Wildwuchs zu befreien, eine 1000 m lange Gleislücke zu schließen (hier wurden von Metalldieben die Schienen gestohlen) sowie ihren Fahrzeugbestand aufzuarbeiten und zu ergänzen.[6]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Wathlingen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wathlingen hat neben der Grundschule auch ein Schulzentrum, in dem sich die Realschule und Hauptschule befindet. Lernbehinderten Schülern gibt die Janusz-Korczak-Förderschule die notwendige Unterstützung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Pröve: Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes. Wathlingen 1925/1985.
  • Jürgen Gedicke: Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes, Band 2. Wathlingen 1987.
  • Matthias Blazek: Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes, Band 3. Wathlingen 2009, ISBN 978-3-00-027770-2.
  • Matthias Blazek: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Wathlingen, Heft 1–8. Wathlingen 2005 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wathlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. „Viele neue Erkenntnisse in alten Schriften: Geschichte reicht bis ins Hochmittelalter zurück – Wathlingen wird demnächst tausend Jahre alt / Erstmalig am 1. November 1022 genannt“, Sachsenspiegel 46, Cellesche Zeitung vom 14. November 2009.
  3. Endergebnis der Kommunalwahlen am 10. September 2006.
  4. Endergebnis der Kommunalwahlen am 11. September 2011.
  5. Auflistung entnommen aus Gedicke (1987), S. 247. Dort auch Auflistung der Vorgänger.
  6. Kalibahn.de.