Weather Report
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1981 in der Shinjuku Kosei-nenkin Hall (von links nach rechts: Joe Zawinul, Bobby Thomas Jr., Wayne Shorter, Peter Erskine und Jaco Pastorius) |
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| Allgemeine Informationen | ||
| Genre(s) | Jazz/Fusion | |
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| Gründung | 1970 | |
| Auflösung | 1985 | |
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Weather Report war eine der künstlerisch bedeutendsten und auch kommerziell erfolgreichsten Jazz- und Fusion-Bands in den 1970er und 1980er Jahren, an der sich bis heute viele Musiker verschiedenster Stilrichtungen orientieren.[1]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Die Band
Der stabile Kern von Weather Report war das Duo Joe Zawinul (Keyboard) und Wayne Shorter (Saxophon), die bereits bei der Aufnahme von Miles Davis' In a Silent Way darüber sprachen, eine gemeinsame Band zu gründen. Gründungsmitglied im Dezember 1970 war neben Joe Zawinul und Wayne Shorter auch Miroslav Vitouš am Bass, der an Zawinuls Solo-Album 1970 beteiligt war,[2] sowie Alphonse Mouzon am Schlagzeug und Airto Moreira. Diese Musiker hatte zuvor alle mit Davis gearbeitet und führten – gemeinsam mit den Perkussionisten Don Alias und Barbara Burton – das Konzept von In a Silent Way auf dem ersten, gleichnamigen Album der Gruppe weiter, als sie „in einem musikalisch sehr freien, improvisatorischen Fluss Rock, Jazz und Latin-Grooves verwoben.“[3]
Bei den beiden ersten Studioaufnahmen war die Band noch sehr experimentell; ein Vorbild für das Zusammenspiel war Attila Zollers The Horizon Beyond[4].
An die Stelle von Vitouš trat 1973 der Bassist Alphonso Johnson. Mit dem Album Sweetnighter orientierte sich die Band an klareren Kompositionsstrukturen,[3] spielte melodischer und schaffte den Durchbruch auf dem Massenmarkt. Für Mouzon kam in den nächsten Jahren fast jährlich ein neuer Schlagzeuger, bis ab 1978 durch Peter Erskine bzw. Omar Hakim Stabilität einkehrte. Auch die Perkussionisten wechselten bei fast jeder neuen Aufnahme (u. a. Alex Acuña, Manolo Badrena, Dom Um Romão).
Mit dem Einstieg von Jaco Pastorius 1976 (er blieb bis 1982 in der Band) und seinen Beiträgen sowohl als Komponist als auch als Bassvirtuose begann der weltweiten Erfolg der Band. „Die Jaco-Jahre“ (unter dem Titel „The Jaco Years“ erschien 1998 auch eine Weather-Report-Compilation) gelten als die Hochphase der Gruppe.[5] Auf den Alben Black Market (1976) und Heavy Weather (1977) „wurde eine künstlerische Geschlossenheit gefunden, wie sie auf späteren Alben kaum noch zu hören war.“[6] Bis 1985 feierte die Band ihre größten kommerziellen Erfolge, unter anderem 1977 mit dem von Zawinul komponierten Welthit Birdland. Die wohl bekanntesten Songs aus der mittleren Epoche der Band sind Birdland und Black Market.
Der Einsatz eines Schlagzeugers in Verbindung mit einem Perkussionisten förderte die Dynamik und das Spielen komplexer Polyrhythmen. Zawinul löste sich vom alten 32-Takte-System, brach mit dem Thema-Solo-Thema-Schema[7] und führte neue Formen ein. Die heutige Weltmusik wurde in Ansätzen schon damals von Weather Report gespielt, und umgekehrt beeinflusste Weather Report die afrikanische Musik. So etwa war das Intro von dem Stück »Black Market« mehr als 20 Jahre lang die Erkennungsmelodie von Radio Dakar im Senegal gewesen.[8] Insbesondere das Album «Black Market» fand einen großen Anklang unter Afrikanern.[9]
Im Jahre 1985 löste sich die Band auf. Josef Woodard bezeichnete Weather Report in einem Artikel über die Gruppe in der US-Jazz-Fachzeitschrift Down Beat im Januar 2001 als die „beste Jazzband der letzten 30 Jahre des 20. Jahrhunderts“. [10]
[Bearbeiten] Diskografie
- 1971: Weather Report
- 1972: I Sing The Body Electric
- 1972: Live In Tokyo
- 1973: Sweetnighter
- 1974: Mysterious Traveller
- 1975: Tale Spinnin’
- 1976: Black Market
- 1977: Heavy Weather
- 1978: Mr. Gone
- 1979: 8:30
- 1980: Night Passage
- 1982: Weather Report
- 1983: Procession
- 1984: Domino Theory
- 1985: Sportin’ Life
- 1986: This Is This
- 2002: Live and Unreleased
- 2006: Forecast: Tomorrow
- 2011: Live in Offenbach 1978
[Bearbeiten] Zitate
„Die Musik von Weather Report entwickelte sich von relativ freien Experimenten mit elektronischen Effekten zu ziemlich festen Strukturen, wobei melodische Riffs und diffizile Rhythmen aus slawischer und anderer Folklore entlehnt und geschmeidig angepasst wurden. Frappierend schöne Akkordprogressionen reflektierten die global verstreuten Klangquellen wie in einem Fokus – soll heißen: im Keyboard von Joe Zawinul, wo er diverse Clips speicherte und zu Kaleidoskop-Songs umarbeitete. Sein überragendes Talent, aus exotischen Grooves, gesangsgeeigneter Melodik und typischer Jazzphrasierung stilistisch stimmige Synthesen zu formen, wirkte wie ein Katapult für den Erfolg von Weather Report.“
– JazzZeitung, 2001 [11]
„Wir haben lange herumgetechtelt in meiner Wohnung in New York, wie wir das nennen können. Unsere Namen können es nicht sein. Wir machen etwas, was Leute kennen, und was jeden Tag irgendwie im Ohr ist. 'News' oder 'Daily News' - das klingt nicht gut. Und der Wayne sagt: "Weather Report - That's it." “
– Joe Zawinul [12]
„Warum hast du deine Gruppe damals "Weather Report" getauft?
Wir wollten Musik spielen, die man täglich hört – wie den Wetterbericht – und sich ständig ändert – wie das Wetter.“
– Joe Zawinul, 1996 [13]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Vgl. Peter Niklas Wilson (Hg.), Jazz Klassiker, Reclam Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-030030-4, S. 545 f.: "Mit ihrem enorm druckvollen Groove, der vielfarbig anmutenden 'ethnischen' Percussion und den von Shorter und Zawinul angeführten, wechselweise rasant oder introvertiert angelegten Kollektivimprovisationen geriet Weather Report zur einflussreichsten Fusion-Band weltweit."
- ↑ Vgl. Hintergrund zur Entstehung des ersten Albums (engl.)
- ↑ a b Wolf Kampmann, Reclams Jazzlexikon Stuttgart 2005, S. 544
- ↑ Für Zawinul hörte sich deren Musik nach einer Seelandschaft, Schneestürmen und Frühling an. "Deine Band klingt wie ein Wetterbericht", sagte er zu Zoller. Einige Monate später nannten er und Shorter dann ihre Band Weather Report. Nach Géza Gábor Simon, Immens gut. Attila Zoller. Sein Leben und seine Kunst. Budapest 2003, S. 83
- ↑ In: Gunther Baumann: Zawinul. Ein Leben aus Jazz. Residenz Verlag, Salzburg 2002, S. 129
- ↑ W. Kampmann Reclams Jazzlexikon Stuttgart 2005, S. 545
- ↑ Zawinul kommentierte dies in den Linernotes des ersten Albums: „We always solo, and we never solo“
- ↑ Interview mit Zawinul 2003, „I hob' mein eigenen Rhythmus“, Kölner Stadt-Anzeiger, 11. September 2007
- ↑ Das ist die Kunst, Weltwoche, 2006, Nr. 12 (Interview)
- ↑ Josef Woodard Weather Report: Storm Surge, Down Beat, Januar 2001, S. 22-28
- ↑ „Hochdruck-Hits. Joe Zawinul im Großformat“, JazzZeitung, 2001, Nr. 1
- ↑ „Keyboardkönig des Jazz-Rock. Zum Tod des Pianisten und Weltmusikers Joe Zawinul“, Deutschlandfunk, 11. September 2007, auch als mp3-Datei
- ↑ „Interview“, Der Neue Tag, 7. Dezember 1996