Webasto

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Webasto
Webasto-Logo
Rechtsform Europäische Gesellschaft
Gründung 1901
Sitz Stockdorf, Deutschland

Leitung

  • Holger Engelmann
  • Joachim Damasky
Mitarbeiter >10.000 (2013)[1]
Umsatz 2,5 Mrd. Euro (2013)[1]
Branche Automobilzulieferer
Website www.webasto.com
Webasto-Zentrale, Stockdorf

Die Webasto Gruppe ist ein deutscher Zulieferer der Fahrzeugindustrie.

Das Unternehmen entwickelt und produziert Dachsysteme, Cabrio-Dachsysteme und Standheizungen für Pkw sowie Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme für Lkw, Busse, Boote, Reisemobile und Sonderfahrzeuge. Webasto gehört somit zu den 100 größten Zulieferern der Automobilindustrie weltweit.

Webasto ist in 43 Ländern vertreten und befindet sich seit seiner Gründung 1901 in Familienbesitz. Die Zentrale hat ihren Sitz in Stockdorf, vor den Toren von München.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen 1901 als „Eßlinger Draht- und Eisenwarenfabrik Wilhelm Baier, Eßlingen/Neckar“ durch Wilhelm Baier (1853–1917) in Esslingen. 1908 wurde der Firmensitz nach Stockdorf verlegt und der Firmenname wurde in Webasto geändert – ein Akronym aus „W.[ilhelm] Baier Stockdorf“. 1937 wurde das erste Faltdach für Daimler-Benz entwickelt, seit 1956 ist Webasto Stahlschiebedach-Lieferant für Mercedes-Benz.

1974 erfolgte die Gründung der ersten Auslandstochter Webasto Sunroofs Inc. in den USA. 1980 begann die Dachproduktion in Utting am Ammersee. Tochtergesellschaften in Großbritannien, Frankreich, Italien, USA und Japan sowie Joint Ventures in Korea, China und Indien wurden gegründet. 1998 wurde das Unternehmen Weltmarktführer für Nachrüstdächer durch die Übernahme von Vermeulen Hollandia. Durch die Übernahme der 50-%-Anteile an Open Air Systems (OASys) von Pininfarina im Jahre 2004 ist OASys zu einer 100-%-Tochter der Webasto AG geworden. 2005 erfolgte die Entwicklung eines fünfteiligen Dachkonzepts für den VW Eos. Am 17. Januar 2007 wurde in Landsberg am Lech die Tochterfirma Webasto Solar GmbH gegründet, die zwischenzeitlich zu 64 % von Systaic übernommen wurde, aber seit dem 30. Juni 2010 wieder eine 100-%-Tochter der Webasto AG ist.

Seit Juli 2012 hat die Gruppe eine neue Unternehmensstruktur. Die Webasto AG wurde in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) überführt. Gleichzeitig sind die beiden Unternehmensbereiche für Dach- und Thermosysteme rechtlich verselbständigt worden: Die Webasto Roof & Components SE verantwortet das Dach- und Cabriodachgeschäft, die Webasto Thermo & Comfort SE das Geschäft für Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme.[2]

Standorte[Bearbeiten]

Bundesweit ist Webasto an fünf Standorten vertreten. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Stockdorf und in Gilching, südlich von München. Produktionsstätten sind in Utting am Ammersee, Schierling bei Regensburg, Hengersberg und Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Webasto-Tochtergesellschaften und -Vertriebspartner gibt es in vielen Ländern. Der Standort in Gilching gilt als Vorzeigeprojekt moderner Gewerbebauten mit einer CO2-freien Energiegewinnung und einem 1.200 m² großen semitransparenten Photovoltaik-Glasdach.

Produkte[Bearbeiten]

Standheizungen[Bearbeiten]

Standheizung Thermo Top Evo

Die Firma produziert Standheizungen für Pkw und Nutzfahrzeuge, Wohnmobile, Land- und Baumaschinen sowie für Boote.

Ebenso produziert die Webasto SE Zuheizer für Diesel-Pkw. Moderne Dieselmotoren erzeugen aufgrund des hohen Wirkungsgrads eine sehr geringe Verlustleistung (Wärme). Daher würde es bei niedrigen Außentemperaturen sehr lange dauern, bis das Kühlwasser warm genug wird und der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat, um die gesetzlichen Abgasnormen zu erfüllen. Durch die Wasserzusatzheizung (Zuheizer) erfolgt eine Erwärmung des Kühlwassers, damit der Motor schneller warm wird. Als angenehmer Nebeneffekt kann der Innenraum schneller beheizt werden. Ist ein Zuheizer bereits vorhanden, kann dieser kostengünstig und einfach zu einer vollwertigen Standheizung aufgerüstet werden.

VW-Eos-Dachkonzept

Dachsysteme[Bearbeiten]

Webasto produziert Schiebedächer, Panoramadächer, Faltdächer, Solardächer, Dachmodule und Cabriosysteme für alle namhaften Automobilfirmen. Diese Dächer werden in der Regel direkt an die Fahrzeughersteller geliefert, stehen aber teilweise auch für den nachträglichen Einbau zur Verfügung. Zum 1. Januar 2010 übernahm Webasto die Cabriosparte des insolventen Automobilzulieferers Edscha und firmiert für den Bereich Cabriolet nun als Webasto Edscha Cabrio GmbH.

Auszeichnungen und Erwähnungen[Bearbeiten]

  • „Beste Marke“ Standheizungen: acht Jahre in Folge (2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 und 2013), verliehen durch Auto, Motor und Sport.[3]
  • „Beste Marke“ in der Kategorie Heizungen für Lkw: 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 und 2013, Leserauszeichnung der Zeitschrift lastauto omnibus, Fernfahrer und trans aktuell in Deutschland[4][5][6]
  • Pace Award“ für die neuartige Technologie bei der Fertigung von Panoramadächern aus Polycarbonat (Auszeichnung der Zeitschrift Automotive News)[7]
  • Hermann Simon erwähnt die Webasto AG in seinem gleichnamigen Buch als Beispiel für einen „Hidden Champion[8]
  • Seit 2011 ist die österreichische Niederlassung der Webasto SE berechtigt, das Staatswappen als Auszeichnung zu führen.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://www.webasto.com/de/ueber-webasto/presse-events/unternehmenspresse/news-article/webasto-weiter-auf-globalem-wachstumskurs/
  2. http://www.webasto-group.com/de/webasto-gruppe/unternehmensinformationen/zahlen-fakten
  3. b4b Mecklenburg-Vorpommern
  4. motorzeitung
  5. Die besten Marken 2012
  6. Pressemitteilung Webasto: Zum neunten mal beste Marke für Heizen und Kühlen
  7. Automobil-Industrie
  8. Simon, Herman: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts : Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Campus, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-593-38380-4. S. 17.
  9. staatswappen.at