Weener

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weener
Weener
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weener hervorgehoben
53.1691666666677.35638888888895Koordinaten: 53° 10′ N, 7° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Leer
Höhe: 5 m ü. NHN
Fläche: 81,24 km²
Einwohner: 15.430 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26826
Vorwahlen: 04951
04903 (Wymeer)
04953 (Bunde)
04961 (Papenburg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LER
Gemeindeschlüssel: 03 4 57 021
Stadtgliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Osterstraße 1
26826 Weener
Webpräsenz: www.weener.de
Bürgermeister: Ludwig Sonnenberg (parteilos)
Lage der Stadt Weener im Landkreis Leer
Borkum Lütje Horn (gemeindefrei) Bunde Weener Westoverledingen Rhauderfehn Leer (Ostfriesland) Ostrhauderfehn Detern Jemgum Moormerland Nortmoor Brinkum Neukamperfehn Holtland Firrel Schwerinsdorf Filsum Uplengen Hesel Landkreis Leer Landkreis Leer (Borkum) Niedersachsen Landkreis Emsland Königreich der Niederlande Emden Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Friesland Landkreis Ammerland Landkreis CloppenburgKarte
Über dieses Bild
Alter Hafen

Weener ist eine Kleinstadt in Ostfriesland im Nordwesten des deutschen Bundeslandes Niedersachsen. Weener ist die einzige Stadt der historischen Region Rheiderland und erstreckt sich linksseits der Ems. Politisch gehört Weener seit 1932 zum Landkreis Leer und war zuvor die Kreisstadt des Kreises Weener, der mit dem Rheiderland nahezu identisch ist. Der Kreis war zum Zeitpunkt seiner Auflösung der kleinste Preußens.

In Weener leben 15.430 Einwohner auf 81,24 Quadratkilometern Fläche. In der Kernstadt Weener leben mit rund 6700 Einwohnern knapp 43 Prozent aller Weeneraner. Die Stadt ist durch Eingemeindungen im Jahr 1973 stark gewachsen. 4,4 Prozent der Einwohner der grenznahen Stadt sind Niederländer.

In vergangenen Jahrhunderten hatte Weener einen Hafen an der Ems und lag an der linksemsischen Handelsroute ins südlich gelegene Münsterland. Weener war vor allem durch seine Vieh- und Pferdemärkte bekannt und exportierte landwirtschaftliche Handelsgüter. Mittlerweile spielen der Hafen als Warenumschlagsort und der Viehhandel keine Rolle mehr. Wirtschaftlich ist Weener vom Einzelhandel für die Region Rheiderland, von der Landwirtschaft und vom Tourismus geprägt. In der Stadt befinden sich auch einzelne Industriebetriebe.

Auf kulturellem Gebiet hat Weener durch das Organeum Bedeutung. Dabei handelt es sich um ein Kultur- und Bildungszentrum mit einem Museum für Tasteninstrumente, das inmitten der Orgellandschaft Ostfriesland liegt, einer der bedeutendsten Orgellandschaften weltweit. In der um 1230 erbauten St.-Georgs-Kirche befindet sich darüber hinaus eine Orgel von Arp Schnitger, die als eines seiner Spätwerke gilt. Neben der Georgskirche ist unter den Sakralbauten die Stapelmoorer Kirche zu nennen: Die romano-gotische Kreuzkirche gilt als einer der herausragendsten Kirchenbauten Ostfrieslands.

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Ausdehnung[Bearbeiten]

Die Stadt Weener liegt im südwestlichen Ostfriesland. Sie ist die einzige Stadt der Region am westlichen Ufer der Ems. Sie bezeichnet sich selbst auch als „Grüne Stadt im Rheiderland[2] und ist das Zentrum des deutschen Teils der Region. Unweit der Stadt liegen der Dollart und die Grenze zur niederländischen Provinz Groningen. Nahe gelegene Großstädte sind Oldenburg und Groningen in den Niederlanden. Das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises Leer teilt der Kernstadt Weener die Funktion eines Grundzentrums für das Stadtgebiet zu.[3] Das Stadtgebiet von Weener umfasst den südöstlichen Teil des Rheiderlandes und hat in Nord-Süd-Richtung eine Länge von 15,2 Kilometern, in Ost-West-Richtung beträgt die Ausdehnung maximal 10,6 Kilometer.

Geologie, Böden und Hydrologie[Bearbeiten]

Das Weeneraner Stadtgebiet vereint die drei typischen Landschaftsformen Ostfrieslands in sich: Marsch, Moor und Geest. Der geologische Untergrund wird durch Sedimente aus dem Pleistozän und Holozän bestimmt. Das Kerngebiet der Stadt befindet sich auf einem Geestrücken entlang der Ems, der in der Saale-Eiszeit durch den Druck des von Norden vordringenden Eises aufgestaucht wurde.[4] Dieser Geestrücken erstreckt sich von Diele im Süden bis zur Kernstadt und Beschotenweg im Norden. Unmittelbar vor der Kernstadt erreicht er eine Höhe von 6,0 m  über NN. Das Stadtgebiet selbst liegt auf einer Höhe von 2,1 bis 2,4 m über NN. Es handelt sich um Podsolböden in trockener Lage mit Ortstein darunter.[5] Südlich von Stapelmoorerheide schließt sich ein kleiner Streifen Podsolböden in feuchter Lage an, der örtlich auch Anmoor und abgetorfte Flächen aufweist. Im äußersten Südwesten bei Dielerheide findet sich zudem Hochmoor, desgleichen im Norden des Stadtgebietes bei Weenermoor. Im nördlichen Stadtgebiet schließt sich östlich von Weenermoor überschlickte Randmoore (Überflutungsmoore) an. Weiter in Richtung Ems gibt es Knickmarschböden und schließlich Übergangs-Brackmarschböden. Im Süden der Stadt finden sich nahe der Ems Flussmarschböden.

Durchzogen ist das Stadtgebiet von einem engmaschigen Netz aus Gräben und Sieltiefen, die zur Entwässerung dringend nötig sind.[6] Die Schöpfwerke Diele und Stapelmoor, denen die nach den Orten benannten Sieltiefe zufließen, entwässern das südliche Stadtgebiet zur Ems. Im nördlichen Kenrstadtbereich befindet sich ein weiteres Schöpfwerk, das vom Buschfelder Sieltief gespeist wird. Dieses Schöpfwerk entwässert den zentralen Bereich der Stadt. Gekreuzt wird das Buschfelder Sieltief vom Dwarsdeep (plattdt.: Quertief), das in etwa parallel zur Ems verläuft, und die in West-Ost-Richtung verlaufenden Sieltiefe miteinander verbindet. Das Dwarstief kreuzt in der nördlichen Nachbargemeinde Jemgum unter anderem das Großsoltborger Sieltief, das somit auch Teile des nördlichen Weeneraner Stadtgebietes entwässert. Lediglich ein sehr geringer Teil der Stadtfläche entwässert zum Dollart: Es handelt sich dabei um die westlichsten Teile der Gemarkungen Tichelwarf und Holthuserheide. Sie entwässern letztlich über das in der Nachbargemeinde Bunde verlaufende Wymeerer Sieltief. Zuständig für die Entwässerung ist die Sielacht Rheiderland, die gemeinsam mit der Rheider Deichacht ihren Sitz in der Nachbargemeinde Jemgum hat.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Weener im Rheiderland

Weener grenzt an sechs Kommunen. Dies sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen, Bunde, Jemgum, Leer und Westoverledingen (jenseits der Ems). Diese vier Kommunen liegen im Landkreis Leer. Zudem grenzt Weener an Papenburg (jenseits der Ems) und Rhede, beide im Landkreis Emsland.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Weener besteht aus der Kernstadt und 14 weiteren Stadtteilen. Angegeben sind die Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2009.

Stadtteil Einwohner[7]
Weener 6720
Möhlenwarf 1878
Tichelwarf 1712
Holthusen 1128
Stapelmoor 1116
Stadtteil Einwohner[7]
Stapelmoorerheide 846
Diele 561
Holthuserheide 398
Weenermoor 367
Kirchborgum 280
Stadtteil Einwohner[7]
Vellage 223
Dielerheide 187
Beschotenweg 181
Halte 134
St. Georgiwold 70

Ortschaften im kommunalrechtlichen Sinne sind dabei Beschotenweg, Diele, Holthusen, Kirchborgum, Stapelmoor, St. Georgiwold, Vellage, Weener und Weenermoor.[8] Bei diesen handelt es sich um die Kommunen, die sich 1973 zur neuen Stadt Weener zusammenschlossen. Die übrigen Ortsteile gehörten früher zu einer jener Ortschaften.

Flächennutzung[Bearbeiten]

Flächennutzung 2011
Nutzung Hektar
Gebäude- und Freifläche 871
davon Wohnfläche 566
davon Gewerbe- und Industriefläche 61
Betriebsfläche 6
Erholungsfläche 68
davon Grünanlage 48
Verkehrsfläche 444
davon Straße, Weg, Platz 379
Landwirtschaftsfläche 5914
davon Moor 4
Wasserfläche 396
Waldfläche 193
Flächen anderer Nutzung 232
davon Friedhöfe 6
davon Unland 94
Gesamtfläche 8124

Die Flächennutzungstabelle[9] zeigt, dass Weener im Bundesvergleich – wie fast alle ostfriesischen Kommunen – über einen überdurchschnittlichen Anteil an Landwirtschaftsflächen verfügt. Er beträgt 72,8 Prozent und liegt damit deutlich über dem bundesrepublikanischen Durchschnitt von 52,3 Prozent, jedoch leicht unter dem ostfriesischen Durchschnitt von rund 75 Prozent.[10] Knapp 4,9 Prozent der Gesamtfläche Weeners sind mit Entwässerungsgräben und Tiefs von Wasser bedeckt, womit der Bundesdurchschnitt von 2,4 Prozent Wasserflächenanteil[11] um recht genau das Doppelte überschritten wird. Extrem unterdurchschnittlich ausgeprägt ist hingegen der Waldanteil im Stadtgebiet. Mit 2,37 Prozent unterschreitet er sogar den ostfriesischen Mittelwert von 2,6 Prozent, der seinerseits im deutschlandweiten Vergleich sehr niedrig ist: Der Waldanteil an der Gesamtfläche der Bundesrepublik liegt bei 30,1 Prozent.

Klima[Bearbeiten]

Weener liegt in der gemäßigten Klimazone, im Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.

Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich die Stadt in der Einteilung Cfb.[12] (Klimazone C: warm-gemäßigtes Klima, Klimatyp f: feucht-gemäßigtes Klima, Untertyp b: warme Sommer). Innerhalb der gemäßigten Zone wird es dem Klimabezirk Niedersächsisches Flachland Nordsee-Küste zugeordnet, der maritim geprägt ist und sich durch relativ kühle und regenreiche Sommer, verhältnismäßig milde, schneearme Winter, vorherrschende West- und Südwestwinde sowie hohe Jahresniederschläge auszeichnet.

Wetterdaten werden für das benachbarte Leer erhoben, das ähnliche klimatische Bedingungen aufweist: Die Temperaturen liegen dort derzeit im Jahresmittel bei 9 °C mit Höchstwerten in den Monaten Juli und August um die 20 °C und mittleren Niedrigstwerten um −2 °C im Dezember und im Januar. Die meisten Regentage gibt es mit jeweils 14 im November und Dezember, die wenigsten im März und Mai, wo an neun Tagen Niederschlag fällt. Die Zahl der durchschnittlichen Sonnenstunden pro Tag schwankt zwischen einer (Dezember/Januar) und sechs Stunden (Mai/Juni).[13] Die mittlere frostfreie Zeit wird mit 170 bis 187 Tagen angegeben. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei 738 mm/Jahr, die mittlere jährliche Sonnenscheindauer bei 1550 bis 1600 Stunden.[14]

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Stadt Weener befindet sich das Naturschutzgebiet (NSG) Püttenbollen, ein Moorkomplex. Das NSG Süderkolk, das zum Teil auch auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Bunde liegt, ist ein langsam verlandender Kolk. Außerdem hat Weener einen Anteil von etwa einem Achtel am NSG Emsauen zwischen Herbrum und Vellage.

Anteil hat Weener zudem am 8.750 ha großen Landschaftsschutzgebiet „Rheiderland“, das sich auch auf die Nachbargemeinden Bunde und (vor allem) Jemgum erstreckt. Es hat laut NLWKN „nationale bis internationale Bedeutung (…) für nordische Gänse, die hier überwintern und denen landwirtschaftliche Nutzflächen zur Nahrungssuche dienen. Die Grünlandbereiche haben nationale bis internationale Bedeutung als Zwischenrastplatz namentlich für Goldregenpfeifer, Großer Brachvogel, Regenbrachvogel und Kiebitz.“[15]

Als geschützte Landschaftsbestandteile sind darüber hinaus der Hessepark in der Kernstadt ausgewiesen, eine Eichenallee in Stapelmoor sowie zehn weitere Baumreihen und Solitärbäume in Holthuserheide, Holthusen und der Kernstadt. Sechs weitere Baumgruppen und Solitärbäume in der Kernstadt genießen Schutz als Naturdenkmale, ebenso wie ein Kastanienhain in Stapelmoor.[16]

Geschichte[Bearbeiten]

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Das auf der Geest befindliche Kernstadtgebiet von Weener befindet sich auf uraltem Siedlungsgebiet. Durch zahlreiche Funde ist eine Besiedelung des Geestrückens seit der Steinzeit nachgewiesen. Im Ortsteil Diele, einem Haufendorf, wurden ebenfalls Funde aus der Steinzeit gemacht.

Baumfällversuch mit der Rekonstruktion eines (bandkeramischen) Dechsels im experimentalarchäologischen Feldversuch

Aus der Mittelsteinzeit sind auch entlang der Ems Funde gemacht worden, die auf die Anwesenheit von Menschen hindeuten. Selbiges gilt für die benachbarten, aber deutlich besser erforschten Nordostniederlande. Aus dem Emder Hafen wurden bei Baggerarbeiten zwei donauländische Dechsel geborgen, darüber hinaus ein Flintbeil und ein Tongefäß aus der Trichterbecherkultur. „Möglicherweise konnte der Emsuferwall bei einem Stillstand des Meeresspiegelanstiegs auf den Ablagerungen der Calais-II-Transgression besiedelt werden. Etwa eintausend Jahre später war das auf den Ablagerungen der Calais-III-Transgression offenbar wieder möglich.“[17] Im nahe gelegenen Landschaftspolder in der Nachbargemeinde Bunde wurde 1992 „eine Geweihaxt aus dem Geweih eines erlegten Rothirsches aus dem Mesolithikum oder der jüngeren Bronzezeit“ gefunden.[18]

Die Flussmarsch der Ems wurde ab der älteren vorrömischen Eisenzeit, etwa im 7. Jahrhundert v. Chr., planmäßig besiedelt. Die Menschen siedelten auf einem schmalen Streifen auf dem Emsuferwall, der sowohl Schutz vor dem Wasser des Flusses bot als auch hoch genug gelegen war, um die Moräste des Sietlandes zu umgehen. Dieses hatte sich westlich des Emsuferwalls gebildet, als sich durch einen Anstieg des Meeresspiegels das Emswasser zunehmend staute und der natürlich Abfluss des Regenwassers aus dem Hinterland immer mehr ins Stocken geriet. Die Siedler fanden, vom Fluss aus betrachtet landeinwärts, eine von der Tide beeinflusste Schilfzone, Weichholzauen mit Weidengebüschen und -wald sowie Hartholzauen mit Ulmen, Erlen, Eichen und Eschen vor.[19]

„Die ersten Siedler rodeten die auf den Sedimenten der Dünkirchen-0-Transgression gewachsenen Auenwälder. Dabei bevorzugten sie die Hartholzaue auf den hohen Lagen des Uferwalls als Siedlungsplätze und Ackerland. Hier war es trockener, und Eschen, Eichen und auch Ulmen boten geeignetes Bauholz für den Hausbau in nächster Nähe. Die niedrigere Weichholzaue am Flußufer und die Bruchwälder am Rande des Sietlandes lieferten Weiden- und Erlenholz für die Flechtwände der Häuser und andere Bedürfnisse. Aus den farnreichen Röhrichten, den Großseggenrieden und den Erlenbrüchen des Sietlandes im Westen gewann man Stallstreu, Heu und vermutlich auch Schilf für die Dächer der Häuser.“

Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland, S. 154

Für die Mittlere Bronzezeit ist das Gebiet des Süder Hilgenholt ein wichtiger Fundplatz. Obgleich ein Großteil des Areals überbaut ist, konnten dort fünf Hausgrundrisse der Elp-Kultur (1600–900 v. Chr.) dokumentiert werden. Zudem wurden einfache steilwandige Näpfe, die teilweise mit Fingerkniffen verziert sind, und große, glattwandige doppelkonische Töpfe gefunden. Die Elpkultur gilt als regionale Gruppe der europäischen Hügelgräberbronzezeit, die sich westlich der Weser, nördlich der Mittelgebirge und in den Nordost- und Mittelniederlanden entwickelte.[20]

Die Hausgrundrisse werden als große, 20–30 Meter lange Gehöfte mit Viehställen und Speichern gedeutet. Unmittelbar an die Siedlung schloss sich ein Gräberfeld an, das wahrscheinlich der jüngeren Bronzezeit zuzuordnen ist. Südöstlich des Fundgebietes wurden Speicher und ein Gräberfeld der frühen Eisenzeit mit zwölf Urnenbestattungen und drei Leichenbrandlager entdeckt.[21]

Die Marschsiedlungen nahe der Ems erlaubten sowohl Viehzucht als auch Ackerbau. Unter den Nutztieren waren Rinder und Schafe vorherrschend. In einer Siedlung im nördlich von Weener gelegenen Hatzum wurden 53 Prozent Rinderknochen und 22 Prozent Schafsknochen bei Ausgrabungen entdeckt. Demgegenüber lag der Anteil an Pferde- (acht Prozent) und Hundeknochen (drei Prozent) sehr niedrig. Während die Rinder auf den süßen Weiden der Flussmarsch grasten, wurden die Schafe auf den minderwertigeren Böden gehalten. Genutzt wurde bei den Rindern deren Fleisch, Milch, Knochen und Fell, außerdem dienten sie als Zug- und Lasttiere. Inwieweit dies auch auf das Pferd zutraf, ist bis dato nicht festzustellen gewesen. Schafe lieferten darüber hinaus Wolle. Über weitere Haustiere, etwa Geflügel, ist ebenfalls noch nichts bekannt.[22] Der Fischfang war trotz der Nähe zum Fluss nur von untergeordneter Bedeutung.[23] Neben Pflanzen, die auch auf der Geest angebaut wurden wie etwa Emmer oder Nacktgerste, fanden sich – wegen der besseren Anbaubedingungen in der Marsch – auch Hinweise auf den Anbau von Ackerbohnen und Lein.

Nur unwesentlich nördlich des Weeneraner Stadtgebiets, bei Jemgum, befindet sich der Fundplatz Bentumersiel, der auf die Anwesenheit von Römern in der Antike hindeutet.

Mittelalter[Bearbeiten]

Darstellung des Deichbaus im Oldenburger Sachsenspiegel

Der Ort Weener ist weit über 1000 Jahre alt. Es waren Mönche aus dem Kloster Werden, die um das Jahr 900 eine erste hölzerne Kirche auf dem heutigen Alten Friedhof bauten. Die Kirche war Johannes dem Täufer geweiht. Die erste urkundliche Erwähnung Weeners datiert auf das Jahr 951 und stammt aus den Heberegistern des Klosters Werden. Aus der Ansiedlung entwickelte sich über die Jahrhunderte zunächst ein Straßendorf um die heutige Norder-, Süder- und Kreuzstraße. Um das Jahr 1000 wurde mit dem Deichbau begonnen. Dies führte zu einer verstärkten Siedlungstätigkeit auch an der Unterems. Der genossenschaftlich organisierte Deichbau wird als eine der wesentlichen Grundlagen der Friesischen Freiheit angesehen, die von autonomen Landesgemeinden geprägt war.[24] Die alte Holzkirche wurde im Laufe der Zeit zu klein für die wachsende Bevölkerung. Im frühen 13. Jahrhundert ging man daher in Weener wie in vielen anderen ostfriesischen Orten daran, alte Holzkirchen durch Steinbauten zu ersetzen: Die Georgskirche stammt aus den Jahren um 1230.

Etwa vom 11. bis spätestens zum 14. Jahrhundert wurden im heutigen Stadtgebiet mehrere Moorkolonien angelegt, die nach der damals neuen Kolonisationsform durch das Aufstreckrecht (ostfriesisches Platt: Upstreekrecht) bestimmt wurden. Dabei durften Siedler, die sich am Geestrand nahe einem Moore angesiedelt hatten, ihre Parzellen parallel zueinander so lange ins Moor vortreiben, bis sie auf natürliche Hindernisse oder auf Parzellen anderer Siedler stießen, die von anderen Richtungen aus das Moor kultiviert hatten. Das Moor wurde kultiviert, indem der Torf abgetragen und das Land mit natürlichem Dünger aus angrenzenden Grünlandzonen der Moormarschgebiete versorgt wurde.

„Die Größe des Ackerlandes stand somit in jener Zeit in einem proportionalen Verhältnis zum Umfang des natürlichen Grünlandes. Dieser Aspekt muss den Kolonisten zu Beginn der Erschließung der Moore bewusst gewesen sein, denn Aufstrecksiedlungen sind in Ostfriesland und auch in den Niederlanden nur dort anzutreffen, wo grünlandträchtige Niederungsgebiete unmittelbar an Hochmoore angrenzen.“

Eckhard Wassermann: Siedlungsgeschichte der Moore S. 98[25]

Zu den Ortschaften, die sich durch das Aufstreckrecht ausbreiteten, zählen Weenermoor, St. Georgiwold, Stapelmoorerheide und Holthuserheide.[26] Eine Besonderheit ergab sich dabei in St. Georgiwold, mehr noch in Weenermoor: Durch Bodenabsenkungen und Vernässung waren die Siedler gezwungen, ihre Upstreeken immer weiter in das abgetorfte Moor zu treiben und aus wirtschaftlichen Erwägungen (immer längere Wege zwischen Feld und Hof) ihre Wohnplätze weiter in das bereits abgetorfte Areal zu verlegen. In Weenermoor wurde die Siedlung daher im Laufe der Kolonisation gleich dreimal verlegt.[27]

Durch Flutkatastrophen und Pestausbrüche im 14. Jahrhundert und die damit verbundenen wirtschaftlichen Einbrüche bildete sich das Ostfriesische Häuptlingswesen aus, indem einzelne Familien aus dem althergebrachten Prinzip der Friesischen Freiheit ausbrachen und sich zu Anführern eines (überschaubaren) Raumes aufschwangen. Im Rheiderland haben sich jedoch nie Häuptlingsgeschlechter herausgebildet, die eine ähnliche Bedeutung erlangt haben wie jene im nördlichen Ostfriesland, etwa die tom Brok oder Attena. Die Stellung der Häuptlinge im Rheiderland innerhalb des gesamtostfriesischen Machtgefüges jener Tage war eine untergeordnete. Vor allem waren sie lokal Großgrundbesitzer. Stattdessen geriet das Rheiderland in den Einflussbereich des Moormerlander Häuptlings Focko Ukena, der nach der Schlacht auf den Wilden Äckern 1427 für kurze Zeit der mächtigste Häuptling Ostfrieslands war. Er unterlag jedoch in einem folgenden Machtkampf dem Freiheitsbund der Sieben Ostfrieslande unter der Führung der Cirksena, die sich schließlich als das führende Geschlecht Ostfrieslands behaupteten und 1464 mit der Grafschaft Ostfriesland belehnt wurden. Ein Jahr zuvor wurde der Häuptling Wiart Memminga, der auf der Memmingaburg in Weener saß, noch im Zuge der Festsetzung der Grenze zwischen dem Bistum Münster und Ostfriesland bei Brual und Diele erwähnt.[28]

Von der Machtübernahme der Cirksenas 1464 bis zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs (1648)[Bearbeiten]

Nachdem sich die Cirksena als Herrschaftshaus über Ostfriesland durchgesetzt hatten, begannen sie, eine Amtsverwaltung in der Region aufzubauen. Das südliche Rheiderland mit Weener wurde von der 1433 erbauten Festung Leerort als Sitz eines gräflichen Amtmannes aus verwaltet.[29]

Aufgrund der Grenzlage des Rheiderlandes gegen die Niederlande im Westen und das Hochstift Münster im Süden war Weener vom 15. bis ins späte 17. Jahrhundert mehrfach Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, unter denen der Ort und die umliegenden Dörfer schwer zu leiden hatten. Von besonderer Bedeutung für die Verteidigung Ostfriesland gen Süden war die vermutlich schon im 14. Jahrhundert errichtete Dieler Schanze im heutigen Stadtteil Diele.[30]

Bei kriegerischen Auseinandersetzungen im Jahre 1492 ließ der Bischof von Münster, Heinrich von Schwarzburg, die Kommende Dünebroek, Bunde und Wymeer im Rheiderland plündern und nahm anschließend Weener ein. Eggerik Beninga berichtet darüber in seiner Cronica der Fresen:

„1492 up den dag Dionisii is Bisschup Hindrik van Schwartzenberg viantliker wyse (feindlicherweise) van Wedde na dat Closter Dunenbroek ingetagen, un heft de beide Karkspelen Hogebunde und Wymeer geroevet, und sint voort na Weener getagen, hebben de Flecken mit der karken (Kirche) verbranndt. Alle Ornamente, Kelke und Monstrantie mede genamen.“

Eggerik Beninga: Cronica der Fresen.[31]
Enno II. von Ostfriesland

Im Zuge der Sächsischen Fehde (1514–1517) zogen Landknechte der Schwarzen Garde durch das Rheiderland. Während der Geldrischen Fehde zwischen den Grafen Enno II. und Johann Cirksena und deren Intimfeind Balthasar von Esens sowie dessen Verbündetem, dem Herzog Karl von Geldern (1531–1534) war das Rheiderland Schauplatz kriegerischer Verwicklungen. 1533 zogen die Truppen des Herzogs von Geldern und Balthasars von Esens unter dem Söldnerführer Meinhart von Hamme mit 2000 Mann ins Rheiderland. Die Truppen Ennos wehrten den Einfall an der Dieler Schanze zunächst ab, ein weiterer Einfall von Hammes glückte jedoch. Er marschierte durch das heutige Stadtgebiet auf Jemgum zu, wo es im späteren Verlauf zur Schlacht von Jemgum kam, bei der die gräflichen Truppen unterlagen.

Im Achtzigjährigen Krieg, dem Unabhängigkeitskampf der Niederlande gegen Spanien, geriet das Rheiderland gleich zu Beginn in den Fokus der Kriegsparteien. Nach der Schlacht von Heiligerlee flohen die Geusen unter Ludwig von Nassau gen Osten und quartierten sich im Rheiderland ein. Sie wurden von einem spanischen Heer unter dem Oberbefehl von Fernando Álvarez de Toledo, Herzog von Alba bis nach Ostfriesland verfolgt und in der Schlacht von Jemgum am 21. Juli 1568 fast völlig vernichtet. Die Truppen des Herzogs plünderten und brandschatzten anschließend drei Tage lang im Rheiderland. Auch in der Folgezeit wichen niederländische Truppen mehrfach ins rheiderländische Gebiet aus. Die Dieler Schanze wurde ausgebaut, um einem erneuten möglichen spanischen Einfall zu entgegen.

Nachdem Graf Edzard der Große dem Ort bereits 1508 das Marktrecht verliehen hatte, gewährte Gräfin Anna der reformierten Kirchengemeinde nach 1570 die Waage nebst Waagegerechtigkeit. Mit dem Ausbau des Hafens 1570 entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Handelsstandort für die landwirtschaftlichen Produkte der Umgebung.

Im Dreißigjährigen Krieg war Ostfriesland zwar nicht Schauplatz von Kampfhandlungen, es wurde jedoch von Truppen als Ruheraum benutzt. Dreimal (1622–1624, 1627–1631 und 1637–1651) zogen fremde Truppen in Ostfriesland ein, darunter hatte auch das Weeneraner Gebiet zu leiden. Besonders stark betroffen war die Region von der Besetzung durch die Mansfelder. Die beiden folgenden Besetzungen von 1627 bis 1631 durch kaiserliche Truppen unter Tilly bedeuteten ebenfalls Belastungen durch Kontributionen, desgleichen die von 1637 bis 1651 einquartierten hessischen Truppen unter Wilhelm V. von Hessen-Kassel. Während es für den Großteil Ostfrieslands hieß, die Besatzer hielten „Manneszucht und vermieden Ausschreitungen“[32], so galt dies für Weener nicht: 1637 nahmen hessische und 1647 kaiserliche Truppen den Ort ein und brannten ihn nahezu vollständig nieder. 108 Häuser wurden ein Raub der Flammen.[33] Deswegen ist im Stadtwappen ein Phönix als Symbol für die Auferstehung aus dem Feuer enthalten. Ansonsten stellte sich die Situation unter den beiden Besetzungen materiell anders dar als unter Mansfeld: Es wurden zwar Kontributionen eingetrieben, doch wurde das Geld auch wieder in der Region ausgegeben.[34] Während des Krieges brach in Ostfriesland die Pest aus, Todeszahlen für das vorliegende Gebiet sind jedoch nicht dokumentiert.[35] Weener wurde 1650 als eine kleine Ackerbürgersiedlung mit 300 Einwohnern beschrieben, deren Existenzgrundlage vor allem die Landwirtschaft war.

Wirtschaftlicher Aufstieg und Niedergang nach 1648[Bearbeiten]

Der münstersche Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen fiel im ausgehenden 17. Jahrhundert noch zweimal in das Rheiderland ein…
…um von Fürst Georg Christian von Ostfriesland eine Schuld in Höhe von 300.000 Talern einzutreiben.

Ein letztes Mal wurde das Weeneraner Gebiet im ausgehenden 17. Jahrhundert zum Schauplatz einer kriegerischen Auseinandersetzung, in der die Dieler Schanze eine wichtige Rolle spielte. Der wegen seiner Kriegslust auch Bomben-Bernd genannte Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, versuchte, durch einen Einfall ins Rheiderland eine Schuld in Höhe von 300.000 Reichstaler einzutreiben, die dem ostfriesischen Fürstenhaus durch den Zugewinn des Harlingerlandes entstanden war. Fürst Georg Christian konnte die Summe nicht aufbringen, die sie bereits während des Dreißigjährigen Krieges Mansfeld in die Hände geraten war. Die münsterschen Truppen wurden jedoch mit Hilfe der niederländischen Generalstaaten und des Herzogs Eberhard von Württemberg vertrieben. Die Generalstaaten liehen Georg Christian die Schuldensumme und erhielten dafür 1664 das Dorf Diele und die Schanze. Acht Jahre später wurde die Schanze bei einer erneuten Auseinandersetzung des Bischofs von Münster mit den Generalstaaten von Truppen des Bischofs zerstört und hernach nicht wieder aufgebaut.[36]

Weener erholte sich schnell von den Kriegswirren und erlebte im ausgehenden 17. und im 18. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit, die hauptsächlich auf den Pferdehandel zurückzuführen war. Die Rheiderländer Pferde galten als hervorragende Kutsch- und Reitpferde. Sie erwarben sich im In- und Ausland einen ausgezeichneten Ruf.[37] Jährlich wurden mindestens 1000 Pferde verkauft, unter anderem nach Brandenburg, Hannover und Sachsen und bis zu den Adligen Venedigs. Aber auch Kunden im südlichen Italien sowie in Frankreich setzten auf die Pferde aus Weener. Pferdezucht und -handel konzentrierten sich auf wenige Familien, zu nennen sind vor allem die Namen Lübbers, Hesse, Groeneveld, Goemann und Hitjer.[38] Während des Spanischen Erbfolgekriegs erließ der ostfriesische Fürst 1704 ein Verbot, an Frankreich und seine Verbündeten Pferde zu liefern. Stattdessen wurden deutlich mehr Pferde an das Haus Habsburg veräußert, das sie in Italien für seine Eroberungen nutzte. Aus dieser Zeit sind lange und gefahrvolle Pferdetrecks von Ostfriesland über Augsburg und weiter über die Alpenpässe nach Italien überliefert.

Der wirtschaftliche Aufschwung durch den Pferdehandel machte sich auch in der Zunahme der Einwohnerzahl bemerkbar. Zählte der Flecken fünf Jahre nach Beginn der preußischen Herrschaft 1749 noch 1487 Einwohner, so war die Zahl bis 1805 auf 2337 angestiegen. Damit überholte Weener nach Einwohnerzahl die 1749 noch größeren Flecken Esens und Wittmund und zählte sogar etwa 150 Einwohner mehr als die Residenzstadt Aurich.[39] Weener war nach Emden, Leer und Norden nunmehr zum viertgrößten Ort Ostfrieslands aufgestiegen. Die Stadt war das Zentrum des Rheiderlands und versorgte die umliegenden Dörfer, was an der Zahl der Kaufleute und Handwerker im Flecken abzulesen war: So gab es beispielsweise 1805 unter den etwa 2300 Einwohnern 17 Seiler, 43 Schneider, 40 Schuster, 32 Bäcker und 37 Zimmerleute (jeweils Meister und Gesellen zusammengerechnet). Mehr als 40 Krämer versorgten die Bevölkerung. Die Bedeutung der Schifffahrt lässt sich daran ablesen, dass es zusammen 71 Schiffer und Steuerleute auf eigenen oder fremden Schiffen gab, einfachere seemännische Berufe nicht eingerechnet.[40]

Anfang des 19. Jahrhunderts stagnierte Weeners wirtschaftliche Entwicklung. Mit dem Frieden von Tilsit, als Preußen 1807 seine Gebiete westlich der Elbe an Napoleon abtrat, verschärfte sich der Niedergang weiter. Obwohl Weener 1813 befreit wurde und in den Besitz Hannovers überging, erholte sich der Ort nicht. Handel und Schifffahrt gingen weiter zurück, der Hafen verödete.

Vom Königreich Hannover bis zum Deutschen Kaiserreich (1815 bis 1918)[Bearbeiten]

Auch als 1866 der Ort wieder zu Preußen kam, stellte sich zunächst keine wirtschaftliche Besserung ein. Erst 1876 erhielt Weener durch den Bau der Bahnlinie von Leer nach Nieuweschans einen Anschluss an die Eisenbahnlinie zwischen Emden und Münster. Die Ems war für die große Schifffahrt nicht tief genug, vom Dortmund-Ems-Kanal profitierten andere Städte, wie Emden oder Leer.

Weener wurde 1885 Sitz des im Zuge der preußischen Kreisreform neu gegründeten Kreis Weener, der die Region Rheiderland umfasste. Es handelte sich dabei um den kleinsten Kreis Preußens. Die vorherige, vom Königreich Hannover übernommene Ämterstruktur wurde damit aufgelöst.

Die Stadt Weener blieb ein Zentrum des Viehhandels in Ostfriesland. Jährlich wurden etwa 3500 bis 4000 Stück Rheiderländer Vieh durch Weeneraner Händler in andere Gegenden Deutschlands und teils darüber hinaus verkauft.[41] Auch war Weener ein Zentrum des Butterhandels weit über die Grenzen Ostfrieslands hinaus. In den 1880er-Jahren wurde Butter auch nach England geliefert, mit der fortschreitenden Industrialisierung Deutschlands stieg dann die inländische Nachfrage. Vor allem Westfalen, aber auch die norddeutschen Hansestädte waren ein bevorzugtes Absatzgebiet.[42] Der landwirtschaftliche Aufschwung wurde auch durch die – von vielen Landwirten anfangs skeptisch betrachtete – Verwendung von Kunstdünger verbessert. Um die Landwirte von deren Einsatz zu überzeugen, wurden an Landwirtschaftsschulen eigens Kurse für den Umgang mit dem „Dung-Ersatz“ gegeben.

Während des gesamten 19. Jahrhunderts und auch bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es große soziale und wirtschaftliche Gegensätze zwischen reichen Großbauern und armen Landarbeitern. In Berichten von Landarbeitern[43] heißt es, dass die Arbeitstage von 4 bis 18 Uhr dauerten, unterbrochen von einer eineinhalbstündigen Mittagspause. Die Landarbeiter schliefen, so sie kein eigenes (und wenn doch, ein zumeist sehr ärmliches) Häuschen besaßen, oftmals mit dem Vieh im Stall. Schon mit etwa 13 Jahren, direkt nach dem Schulbesuch, wurde der Nachwuchs über sogenannte „Gesindemakler“ an Bauern vermittelt. Neben anderen gesundheitlichen Problemen war auch Alkoholismus weit verbreitet.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Im Jahr 1929 erhielt Weener Stadtrechte, die Bevölkerungszahl, die zu jener Zeit bei rund 4000 lag, nahm langsam zu. 1932 wurde durch eine Verordnung des preußischen Staatsministeriums der Kreis Weener aufgelöst und mit dem Landkreis Leer zusammengeschlossen. Bis dahin war er der kleinste Kreis im Deutschen Reich.

Die Nationalsozialisten gründeten Ende 1930 eine Ortsgruppe der NSDAP und begannen mittels der SA ab November des Jahres mit gezielter Propagandaarbeit in Weener. Im Vorfeld der Kommunalwahl 1933 wurden nach Hausdurchsuchungen Kommunisten und Mitglieder anderer linker Parteien verhaftet. Einen Tag vor der Wahl wurden Rede- und Versammlungsverbote erlassen. Die NSDAP-Ortsgruppe war zu dieser Zeit tief zerstritten, so dass es nicht gelang, eine gemeinsame Liste aufzustellen. So traten die Gruppierung Nationale Einheit sowie die Kampfliste Buisenga mit nationalsozialistischen Wahlprogrammen an und erreichten bei der Kommunalwahl zusammen eine überwältigende Mehrheit. Erste Amtshandlung der neuen Räte war die Ernennung Adolf Hitlers und Paul von Hindenburgs zu Ehrenbürgern der Stadt Weener. Die Norderstraße wurde in Adolf-Hitler-Straße und die Westerstraße in Hindenburgstraße umbenannt. Die Verfolgung politischer Gegner wurde durch eine neue Verhaftungswelle intensiviert. Die Kommunisten und ihre Sympathisanten wurden in Schutzhaft genommen und in verschiedene Konzentrationslager verbracht. Das von Sozialdemokraten dominierte Bündnis Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold löste sich auf.[44]

Carl Röver

NSDAP-Gauleiter Carl Röver aus Oldenburg löste 1933 die NSDAP-Ortsgruppe Weener für einen Tag auf, indem er sie der Ortsgruppe Leer unterstellte. Um ihr „rückhaltloses“ Eintreten für den nationalsozialistischen Staat zu überprüfen, mussten alle Beamten der Stadtverwaltung Weener im Rathaussaal antreten und ein Beitrittsformular zur NSDAP ausfüllen. Der seit 1925 amtierende Bürgermeister Werner wurde zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Seine Nachfolge trat Enno Klinkenborg aus Dorenberg an.[44]

Beilage der Ostfriesischen Tageszeitung vom 20. Juli 1935: „Rein deutsche Geschäfte in Leer“. Eine ähnliche Übersicht wurde auch für Weener publiziert.

Am 28. März 1933 erließ Anton Bleeker, der SA-Standartenführer in Aurich (ab Juli 1934 für Oldenburg-Ostfriesland ), ein Schächtverbot für alle ostfriesischen Schlachthöfe und ordnete die Verbrennung aller Schächtmesser an. Ab 1935 wurde der Viehmarkt in Weener überwacht, sodass kein jüdischer Händler ihn in Anspruch nahm. Dadurch verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der jüdischen Betriebe. Im selben Jahr veröffentlichte die Ostfriesische Tageszeitung am 20. Juli den Aufruf „Volksgenossen, kauft nicht in folgenden jüdischen Geschäften“ und führte alle noch in den Orten Ostfrieslands bestehenden jüdischen Geschäfte auf. Für Weener wurden 23 jüdische Geschäfte genannt, zwei Drittel von ihnen waren im Viehhandel tätig, sechs als Schlachter.[45]

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es auch in Weener zu den von der Reichsleitung der Nationalsozialisten befohlenen Ausschreitungen gegen die Juden, die später als „Reichskristallnacht“, „Reichspogromnacht“ oder Novemberpogrome 1938 bezeichnet wurden. Nationalsozialisten zerstörten in der Reichspogromnacht die Synagoge und verhafteten die Weeneraner Juden. Nach den Novemberpogromen löste sich die jüdische Gemeinde in Weener schnell auf. Im September 1939 lebten noch 37 Personen jüdischen Glaubens in Weener.[46]

Von den 131 Juden, die 1933 in Weener lebten, starben 12 dort eines natürlichen Todes, 24 wanderten in Exilländer in Übersee aus, 16 davon nach Südamerika. Auch drei Juden, die in die Niederlande geflohen waren, überlebten den Holocaust. Mindestens 48 fanden den Tod in Konzentrationslagern oder bei Deportationen. Das Schicksal der übrigen ist unbekannt.[47]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

In der unmittelbaren Nachkriegszeit war der Landkreis Leer unter den drei ostfriesischen Landkreisen am stärksten mit Ostflüchtlingen belegt, weil er – im Gegensatz zu den Landkreisen Aurich und Wittmund – nicht als Internierungsgebiet für kriegsgefangene deutsche Soldaten diente.[48] Allerdings nahm der Landkreis Leer in der Folgezeit unter allen niedersächsischen Kreisen die meisten Personen auf, die schon in den Ostgebieten arbeits- oder berufslos waren. Auch der Anteil der Über-65-Jährigen lag höher als im Durchschnitt Niedersachsens. Hingegen verzeichnete der Landkreis Leer unter allen niedersächsischen Landkreisen den geringsten Anteil an männlichen Ostflüchtlingen im Alter von 20 bis 45 Jahren.[49] Die Situation stellte sich dabei in den verschiedenen Stadtteilen völlig unterschiedlich dar: Während in der Gemeinde St. Georgiwold aufgrund der angenommenen landwirtschaftlichen Leistungsstärke 45 Prozent der Einwohner Ostflüchtlinge waren,[50] lag der Anteil in den vom Moor geprägten Gemeinden niedriger.

Friesenbrücke von 1950/51

Die isolierte Lage des Rheiderlands durch die trennende Ems wurde in den ersten Nachkriegsjahren durch die Sprengung der Friesenbrücke in den letzten Kriegstagen noch deutlich verschärft. Um nach Leer zu gelangen, musste ein Umweg über das emsländische Haren in Kauf genommen werden, wo es eine Behelfsbrücke über die Ems gab. Da die Straßen durch das Emsland seinerzeit oftmals noch grundlos waren, ergab sich für Transporte ins gegenüberliegende Leer am anderen Emsufer fast eine Tagesreise.[51] Die Friesenbrücke wurde erst in den Jahren 1950/51 neu aufgebaut und erhielt neben dem Schienenstrang auch einen Fuß- und Radweg.

Während des Aufbaus der Bundeswehr wurde Weener ab 1957 Standort eines größeren Materialdepots, in das 1958 auch eine Fernmeldekompanie einzog, die 350 Soldaten umfasste und dort bis 1969 stationiert war. In jenen Jahren war Weener somit Garnisonsstadt. Die Bundesmarine begann 1968 mit dem Bau eines weiteren Materialdepots, das sich im Laufe der folgenden Jahre zusammen mit dem bereits bestehenden Depot zum größten Arbeitgeber Weeners entwickelte.[52] In den 1960er Jahren wurde auch die Infrastruktur der Stadt bedeutend erweitert, vor allem durch das 1963 eröffnete Wasserwerk, das die bis dahin noch vielfach anzutreffende Zisternenversorgung ablöste, sowie 1969 durch den Bau der Realschule Rheiderland. Die Aula der Schule wird seither auch als Theatersaal für die Stadt genutzt.[53]

Seit der Kommunalreform wurde die Infrastruktur der Stadt weiter ausgebaut. So entstand bereits in den 1970er-Jahren ein neues Seniorenzentrum für das Rheiderland. Investitionen in Freizeit- und Erholungseinrichtungen, die sich über mehrere Jahre erstreckten, haben eine Hinwendung zum Tourismus ermöglicht, der seither ein zusätzliches Standbein der lokalen Wirtschaft ist. Während in den 1990er-Jahren die größeren Weeneraner Traditionsfirmen Baumschulen Hesse und die Puddingfabrik Polak ihre Betriebspforten schließen mussten, wuchsen andere eingesessene Unternehmen wie Weener Plastik, die Papierfabrik Klingele und der Bauteilehersteller Wildeboer teils deutlich[54] und beschäftigen zusammen eine größere dreistellige Zahl von Mitarbeitern in der 15.000-Einwohner-Stadt. Große Bedeutung für die verkehrliche Anbindung Weeners hatte der Bau der Bundesautobahn 31 auf dem Abschnitt zwischen Papenburg über Weener nach Leer in der Zeit von 1989 bis 1991, inklusive des seinerzeit fertiggestellten Emstunnels. Auch die endgültige Fertigstellung der Gesamtstrecke der A31 im Jahre 2004 trug dazu bei, die Verkehrsanbindung Weeners zu verbessern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 schlossen sich die Stadt Weener und die umliegenden sieben Gemeinden Beschotenweg, Diele, Holthusen, Kirchborgum, St. Georgiwold, Stapelmoor, Vellage und Weenermoor zur Stadt Weener zusammen.[55] Die genannten früheren Gemeinden behielten ihre eigenen Ortsräte bei, die sich um rein örtliche Belange kümmern.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Weener ist die größte der drei Kommunen, die das Rheiderland bilden. Mit mehr als 15.700 Einwohnern (Stichtag: 31. Dezember 2011) ist sie die fünftgrößte Kommune des Landkreises Leer nach der Kreisstadt und den ländlichen Gemeinden Moormerland, Westoverledingen und Rhauderfehn. In Ostfriesland ist Weener die zehntgrößte Kommune und die sechstgrößte der zehn Städte. Innerhalb des Landkreises Leer ist sie eine von drei Städten neben Leer und Borkum.

Relativ verlässliche Einwohnerzahlen für Ostfriesland liegen seit Beginn der ersten preußischen Herrschaft (1744) vor. Die im Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt gebliebene Stadt nahm eine größere Zahl Heimatvertriebener auf, wodurch die Einwohnerzahl weiter anstieg. Eine weitere Zunahme bedeutete im Jahre 1973 die Eingemeindung umliegender Kommunen.

Erstmals übertroffen wurde die Marke von 15.000 Einwohnern im Jahr 1996.[7]

Jahr Einwohnerzahla
1821 2.345
1848 2.991
1871 3.209
1885 3.724
1905 3.872
1919 3.678
Jahr Einwohnerzahl
1933 4.290
1939 4.338
1946 5.635
1950 5.966
1956 5.357
1960 5.461
Jahr Einwohnerzahl
1961 5.461
1970 5.667
1980 14.115
1990 14.320
2009 15.673
a bis 1960[44], 1961 und 1970[55], ab 1980[7]

4,4 Prozent der Einwohner Weeners haben einen niederländischen Pass. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass knapp 700 Niederländer in Weener leben.[56] Erklärbar ist dies durch die deutlich geringeren Immobilienpreise in Ostfriesland im Vergleich zum Nachbarland.[57] Durch die gute Verkehrsverbindung über die A 280/Rijksweg 7 fällt das Pendeln leicht.

Entwicklung des Ortsnamens[Bearbeiten]

In den Heberegistern des Klosters Werden wurde der Ort im 10. Jahrhundert in Uuianheri genannt. Im 10./11. Jahrhundert wurde Weener in Urkunden Uuenari geschrieben. Für 1282 ist die Bezeichnung in Wenre überliefert. Seit 1460 ist der heutige Name üblich.

Das Grundwort des Ortsnamens wird vom altfriesischen here oder dem altniederdeutsch hara abgeleitet, deren Bedeutung mit Anhöhe angegeben wird. Hinzu kam als Bestimmungswort die indogermanische Wurzel uei- oder ui, die mehrere Bedeutungen hat. Für Weener kommen sowohl Wald-, Wild-, Stamm oder Weihe in Frage. Der Ortsname ist also entweder als waldige Anhöhe oder als geweihte Anhöhe zu deuten.[44]

Politik[Bearbeiten]

Wie das gesamte Rheiderland (und Ostfriesland in seiner Gesamtheit) ist Weener bei Wahlen eine traditionelle Hochburg der SPD.[58] Die Sozialdemokraten stellen auch den Landtagsabgeordneten. Da der Landkreis Leer mit dem nördlichen Teil des katholisch geprägten Emslandes einen Bundestagswahlkreis bildet, zieht jedoch zumeist ein CDU-Abgeordneter in den Bundestag ein.

Innerhalb des Stadtgebiets befinden sich dabei einige ausgeprägte Hochburgen der beiden Volksparteien CDU und SPD, die schon seit Beginn der Bundesrepublik festzustellen sind. Die klarste Dominanz haben die Christdemokraten in St. Georgiwold, das noch stets von der Landwirtschaft und einzelnen Höfen geprägt ist. Im Gegensatz dazu sind die früheren Landarbeitersiedlungen Beschotenweg, Möhlenwarf und Tichelwarf seit Jahrzehnten SPD-Hochburg. In den genannten Ortschaften setzen sich bereits in den ersten gut zwei Jahrzehnten des Bestehens der Bundesrepublik regelmäßig die genannten Parteien durch. Im Kernort Weener mit seiner Handelsstruktur dominierte in den ersten 20 Jahren (bis 1969) bei Bundestagswahlen die CDU und wurde erst bei der „Willy-Brandt-Wahl“ 1972, die der SPD in Ostfriesland ein Rekordergebnis und das Eindringen in manche vorherige CDU-Bastion erbrachte, von den Sozialdemokraten abgelöst. Der CDU kam in den Anfangsjahren der Bundesrepublik zudem zugute, dass sie im Landkreis Leer schneller und durchgreifender organisiert war als in den anderen ostfriesischen Landkreisen. Spätestens seit 1972 beziehungsweise seit dem Zusammenschluss der Kommunen zur Stadt Weener 1973 ist das Stadtgebiet in seiner Gesamtheit SPD-dominiert.[59]

In jüngerer Zeit hat im Rheiderland eine Diskussion über die Fusion der drei rheiderländischen Kommunen (Stadt Weener, Gemeinden Bunde und Jemgum) begonnen, neuerlich angestoßen vom Weeneraner Bürgermeister Wilhelm Dreesmann. Entsprechende Vorschläge hatte es aber auch schon in der Vergangenheit gegeben. Begründet wurde der Vorstoß mit möglichen finanziellen Vorteilen durch Zusammenlegungen und Einsparungen, aber auch durch höhere Gestaltungsspielräume in bestimmten kommunalpolitischen Bereichen, etwa bei der Planung von Schuleinzugsgebieten. Dies traf jedoch auch auf Kritik und Skepsis. Jemgums Bürgermeister Johann Tempel und Bundes Bürgermeister Gerald Sap blieben zunächst zurückhaltend.[60]

Stadtrat[Bearbeiten]

Rathaus in Weener

Der Rat der Stadt Weener besteht aus 32 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 15.001 und 20.000 Einwohnern.[61] Die 32 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 30. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Stadtrat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Ludwig Sonnenberg.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[62]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen
SPD 44,7 % 14 −8,3 %
CDU 21,2 % 7 +1,6 %
Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 18,5 % 6 −0,5 %
Bündnis 90/Die Grünen 9,7 % 3 +4,1 %
Die Linke 2,8 % 1 +2,8 %
Soziale Fraktion Weener 3,0 % 1 +3,0 %

Bei der Kommunalwahl am 11. September 2011 verlor die SPD ihre bisherige absolute Mehrheit. Sie verfügt nunmehr nur noch über 14 der 32 (mit Bürgermeister 33) Sitze im Stadtrat. Gewinner der Wahl waren insbesondere die Grünen, die Linke und die Soziale Fraktion Weener, eine Abspaltung von der SPD aus der vergangenen Wahlperiode, in kleinerem Ausmaß auch die CDU. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,7 Prozent und damit klar unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 52,5 Prozent.[63]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Weener ist Ludwig Sonnenberg (Parteilos). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 konnte er sich im ersten Wahlgang mit 56,6 % der Stimmen gegen drei Gegenkandidaten durchsetzen. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,8 %.[64] Sonnenberg trat sein Amt am 1. November 2014 an und löste seinen Amtsvorgänger Wilhelm Dreesmann ab, der nicht mehr kandidiert hatte.

Vertreter im Land- und Bundestag[Bearbeiten]

Weener zählt zum Landtagswahlkreis Leer/Borkum. Zur Landtagswahl in Niedersachsen 2013 traten dort elf Parteien an. Davon haben sechs Parteien Direktkandidaten aufgestellt.[65] Direkt gewählte Abgeordnete ist Johanne Modder (SPD).

Weener gehört zum Bundestagswahlkreis Unterems (Wahlkreis 25), der aus dem Landkreis Leer und dem nördlichen Teil des Landkreises Emsland besteht. Der Wahlkreis wurde zur Bundestagswahl 1980 neu zugeschnitten und ist seitdem unverändert. Bislang setzten sich in diesem Wahlkreis ausschließlich CDU-Kandidaten durch. Während in fast allen Kommunen des Landkreises Leer die SPD vor der CDU lag, führte letztere in den Kommunen des nördlichen Emslandes sehr deutlich – viel deutlicher, als die SPD im Leeraner Raum vor der CDU lag.[66] Im Bundestag wird der Wahlkreis von der direkt gewählten CDU-Abgeordneten Gitta Connemann aus Leer vertreten. Über die Landesliste zog zusätzlich SPD-Kandidat Markus Paschke aus Riepe in den Bundestag ein.[67]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Weener
Blasonierung:

„In Blau auf goldenen, mit schräg gekreuzten schwarzen Scheiten belegten Flammen stehend ein in der oberen Hälfte silberner, unten roter, golden bewehrter und rot bezungter Phoenix.“

Beschreibung:

Der Phoenix erinnert an die Brandschatzungen während des Dreißigjährigen Krieges und an den Wiederaufstieg der Stadt. Die Farben Blau, Weiß und Rot sind auch die Stadtfarben Weeners, die in dieser Reihenfolge von oben nach unten und zu gleichen Teilen quergestreift die Stadtflagge bilden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weener ist bislang Städtepartnerschaften mit dem französischen Les Pieux sowie mit der finnischen Kommune Eurajoki eingegangen. Beide Partnerschaften wurden am 15. Juli 1992 besiegelt. Gegenseitige Besuche sind die Regel.[68] Um die Freundschaft mit Les Pieux kümmert sich der 2005 gegründete Deutsch-Französische Freundeskreis Rheiderland.[69]

Religionen[Bearbeiten]

Katholische St.-Josephskirche
Baptistenkirche Weener

Wie das gesamte Rheiderland ist die Stadt Weener calvinistisch geprägt. Die meisten Kirchengemeinden gehören zur Evangelisch-reformierten Kirche. Lediglich im Ortsteil Weener gibt es auch eine lutherische Gemeinde. Dort haben auch die katholische Gemeinde sowie die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und eine Pfingstgemeinde ihren Sitz. Eine jüdische Gemeinde gibt es seit der Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr. Zahlen zu muslimischen Einwohnern liegen nicht vor. Die nächstgelegenen Moscheen befinden sich in Emden (Eyüp-Sultan-Moschee) und Papenburg.

Christentum[Bearbeiten]

Die Stadt Weener ist wie das gesamte Rheiderland überwiegend evangelisch-reformiert. Reformierte Kirchengemeinden gibt es in den Stadtteilen Weener (Kernstadt), Kirchborgum, Möhlenwarf, Holthusen, Vellage, Weenermoor und Stapelmoor. Die im alten Stadtkern gelegene St.-Georgs-Kirche wurde auf dem höchsten Punkt der Stadt erbaut. Im Zuge der Reformation wurde die Kirche wahrscheinlich im Jahr 1528 evangelisch. Erster Pastor war Johannes Schulten, der 1524 bis 1562 in Weener wirkte und noch als katholischer Priester in die Stadt gesandt wurde, sich aber bald dem neuen Glauben anschloss. In der Zeit zwischen 1560 und 1592 versahen neun Vikare ihren Dienst in Weener, die jedoch aufgrund ihres geringen Auskommens und ihrer Armut den Ort wieder verlassen mussten. Im Zeitalter des Pietismus waren der Kirchengeschichtsschreiber Eduard Meiners (1717–1723) und sein Nachfolger Wilhelmus Schortinghuis (1723–1734) mit seiner Lehre von der Befindlichkeit einflussreich.[70] Zeitgleich mit ihnen wirkte Henricus Klugkist, der von 1706 bis 1746 Pastor in Weener war und dessen Grabstein sich in der Kirche befindet. Klugkists Lebenswandel und Glaube wirkten auf viele authentisch und überzeugend, sodass das Gemeindeleben aufblühte und die Gemeinde einen zweiten Pastor anstellen konnte. Samuel Eilshelmius war in den Jahren 1749 bis 1787 Nachfolger von Klugkist und ebenfalls Pietist. Am Ende des 19. Jahrhunderts, zur Zeit des Superintendenten Reemt Peters Wolbertus Smidt (1840–1927), wies Weener im Vergleich mit dem übrigen Ostfriesland einen vergleichsweise hohen Gottesdienstbesuch von 30–50 % auf[71], so dass die Kirche erheblich erweitert werden musste.[72] Der reformierten Kirchengemeinde im Stadtbereich von Weener gehören heute etwa 3700 Mitglieder an.[73] Seit 1956 steht ein Gemeindehaus für kirchliche Veranstaltungen, gemeindliche Belange und die Administration zur Verfügung.

Die katholische Gemeinde ist die einzige des Rheiderlandes und betreut daher sämtliche Katholiken in diesem Landstrich. Ihr einschiffiges Gotteshaus wurde 1842/43 nach Plänen des Architekten Mecklenburg erbaut. Es ist dem Heiligen Joseph geweiht.[74]

Die evangelisch-lutherische Gemeinde gehört zu den jungen Kirchen Weeners. Die Grundsteinlegung für ihre Erlöser-Kirche fand erst am 21. September 1952 statt. Ihre offizielle Konstituierung erfolgte nach einem längeren Rechtsstreit mit der reformierten Landeskirche am 1. Oktober 1955. Bis dahin wurden die lutherischen Weeneraner unter anderem von den Gemeinden in Bingum, Holtgaste, Leer und Pogum seelsorgerlich betreut. Zum Amtsbezirk der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Weener gehört auch Stapelmoor.[75]

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde mit Gemeindehäusern in Weener und Möhlenwarf gehört zu den ältesten Baptistengemeinden Ostfrieslands. Ihre Anfänge gehen auf eine von Julius Köbner vollzogene Gläubigentaufe im Jahr 1846 zurück. Taufort war die sogenannte Lotts Tilke am Weeneraner Tief. Am Gemeindeaufbau waren unter anderem die baptistischen Pioniere Johann Ludwig Hinrichs und Pieter de Neui beteiligt. Erster Prediger der Gemeinde war der aus Markt Berolzheim in Bayern stammende Missionsarbeiter Johann Carl Cramer, der allerdings nur kurze Zeit wirkte und als „unerwünschter Ausländer“ bereits 1850 von den Behörden aus der Stadt verwiesen wurde. Als er Weener verließ, war die Gemeinde, die noch als Station der Baptistengemeinde Ihren geführt wurde, bereits auf 50 getaufte Mitglieder angewachsen.[76] Im Jahr 1880 konnte das erste Gotteshaus der Gemeinde, dessen ursprüngliche Gestalt durch An- und Umbauten heute nicht mehr zu erkennen ist, seiner Bestimmung übergeben werden. Bis dahin hatte man sich in einem Privathaus versammelt. Im Jahr 1896 erhielt die Baptistengemeinde Weener ihre Eigenständigkeit. Neben ihrer Gemeindearbeit in Weener und dessen Stadtteil Möhlenwarf betreibt die Gemeinde seit 2000 auch den Kindergarten Jona.[77]

Neben den Baptisten arbeitet als weitere Freikirche die Christusgemeinde (Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden) in Weener.

Die Zeugen Jehovas sind mit einem Königreichssaal ebenfalls in Weener präsent.

Judentum[Bearbeiten]

Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in der Graf-Edzard-Straße
Hauptartikel: Jüdische Gemeinde Weener

Die jüdische Gemeinde in Weener bestand vom 17. Jahrhundert bis zum 7. April 1942. Erstmals ließen sich Juden gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges im Ort nieder. Sie stellten, bezogen auf die Einwohnerzahl des Ortes, einen der höchsten prozentualen Bevölkerungsanteile in Ostfriesland, 1925 lag der Anteil bei 3,5 % der Gesamtbevölkerung von Weener.[78] Nach 1933 begann die Ausgrenzung und Verfolgung der Juden. Viele emigrierten. Mindestens 48 jüdische Einwohner wurden im Holocaust ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte nur noch ein zurückgekehrter Jude in Weener.[79] Heute gibt es keine jüdische Gemeinde mehr in Weener. Vom jüdischen Leben in der Stadt zeugen noch Gedenkstätten und drei jüdische Friedhöfe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen und Theater[Bearbeiten]

Heimatmuseum Weener, früher Armenhaus

Weener ist Sitz des Heimatmuseums Rheiderland,[80] das in dem 1791 errichteten ehemaligen Armenhaus untergebracht ist. Gezeigt wird die Entwicklungsgeschichte der Region von der Steinzeit bis heute. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Wirtschaftsgeschichte und hier vor allem auf dem Ziegeleiwesen und der Landwirtschaft. Bedeutendstes Ausstellungsstück ist der im 16. Jahrhundert entstandene Altaraufsatz der ältesten Kirche des Rheiderlandes, der Liudgeri-Kirche in Jemgum-Holtgaste.

Das Organeum ist ein Kultur- und Bildungszentrum, dem ein Museum mit historischen und nachgebauten Tasteninstrumenten angeschlossen ist. Sitz ist eine großbürgerliche neogotische Stadtvilla an der Norderstraße. Geleitet wird es von Winfried Dahlke und getragen von der Ostfrieslandstiftung der Ostfriesischen Landschaft und der Landschaftlichen Brandkasse, der evangelisch-reformierten Kirche in Weener und der Stadt Weener. Die Instrumentensammlung umfasst Kabinettorgeln, Cembali, Clavichorde, Klaviere, eine Physharmonika und Harmonien und will die unterschiedlichen Instrumente und deren Geschichte für eine breite Öffentlichkeit anschaulich machen. Darüber hinaus ist das Organeum Organisationszentrale für Konzerte, Führungen, Meisterkurse, Fortbildungen, touristische Exkursionen und Aufführungsort unterschiedlicher kultureller Veranstaltungen.[81]

Im Ortsteil Weenermoor befindet sich das einzige Feuerwehrmuseum des Landkreises Leer. Es ist in einem alten Spritzenhaus untergebracht, das um 1929/30 erbaut wurde. Nachdem in Weenermoor 1969 ein neues Feuerwehrhaus errichtet worden war, verfiel es immer mehr, so dass es 1996 abgerissen wurde. Ab Februar 1997 wurde es an gleicher Stelle wiedererrichtet und beherbergt seither das Museum.[82]

Weener ist Spielort der Landesbühne Niedersachsen Nord,[83] die in Wilhelmshaven beheimatet ist. Gespielt wird in der Aula der Kreisrealschule Rheiderland, da Weener nicht über ein eigenes Theatergebäude verfügt. Diese Aula wird zudem auch von örtlichen Laientheatern und für andere Veranstaltungen genutzt.

Kirchen und Orgeln[Bearbeiten]

Westseite der St.-Georgskirche

Die St.-Georgs-Kirche wurde um 1230 als Backsteinkirche erbaut und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Von dem ursprünglichen Apsissaal sind nur noch Reste erkennbar. Im Jahr 1462 entstand der polygonale Chor. Während des Stadtbrandes 1492 wurde die Inneneinrichtung zerstört. Die Errichtung des Turms erfolgte im Jahr 1738 auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Da 1765 der Versuch misslang, mit einem mächtigen Strebepfeiler das Chorgewölbe abzustützen, zog man im Kirchenschiff ein Holztonnengewölbe ein, das 1780 auch auf den Chor ausgedehnt wurde. Die stützenden Konsolen für das Chorgewölbe sind noch erkennbar. Mit einem Teil des Chorraums wurde der Gemeinderaum vergrößert, wie an dem einen Fenster unmittelbar neben der Orgel zu sehen ist, das von der Tonne geschnitten wird. Weil der Gemeinderaum zu klein war, hatte ein Teil der Gemeinde bis dahin den Gottesdienst hinter der Orgel sitzend verfolgen müssen. Der gotische Lettner wurde abgebrochen, die Orgel 1782 in Richtung Chorraum zurückversetzt und der Triumphbogen an der neuen Grenze zwischen Gemeinde- und Chorraum hinter der Orgel aufgeführt. 1893 wurde die Kirche an der Nordseite durch ein Querschiff in die heutige T-förmige Gestalt erweitert.[84] Renaissance-Kanzel und Abendmahlstisch stammen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, während das Gestühl barock ist. Zu den Vasa Sacra gehören Becher aus dem 17. bis 19. Jahrhundert sowie je zwei Brotteller von 1844 und 1903. Einige kunstgeschichtlich bemerkenswerte Grabsteine befinden sich in der Kirche und auf dem ursprünglichen Kirchhof außerhalb.

Orgel der St.-Georgs-Kirche

Die Orgel der St.-Georgs-Kirche ist der wertvollste Einrichtungsgegenstand. Sie ist ein Spätwerk Arp Schnitgers aus dem Jahr 1710, an dem bereits seine Söhne beteiligt waren. Nach einer wechselvollen Geschichte mit verschiedenen Umbauten und Restaurierungen verfügt sie heute über 29 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die geschwungenen Pedaltürme im Rokokostil stammen von Johann Friedrich Wenthin und bieten mit den streng gehaltenen barocken Manualwerken ein eigentümliches Gesamtbild. Obwohl nur sechs Register von Schnitger erhalten waren, gelang dem Orgelbauer Jürgen Ahrend in der abschließenden Restaurierungsphase (1978–1983) ein technisch und klanglich überzeugendes Gesamtkonzept, das sich am Ideal des Schnitgerklangs orientiert. Als besonders meisterhaft gilt die Rekonstruktion der Manualzungen anhand vergleichbarer Register in anderen Schnitgerorgeln.[85]

Die katholische Kirche St. Joseph wurde 1842/43 im Stil des romantischen Historismus gebaut. Im Jahr 1846 wurde die Baptistengemeinde gegründet, die 1880 eine erste Kapelle errichtete. Die neue Kapelle aus dem Jahr 1956 erfuhr 1981/82 in zwei Bauabschnitten Erweiterungen. Die Grundsteinlegung für die evangelisch-lutherische Erlöserkirche erfolgte im Jahr 1952. Nach Rechtsstreitigkeiten mit der Reformierten Kirche konnte das Gotteshaus erst 1955 eingeweiht werden.

Kreuzkirche in Stapelmoor

Außerhalb der Kernstadt befinden sich zwei romano-gotische Kirchen. Die Vellager Kirche geht auf eine Saalkirche aus dem 13. Jahrhundert zurück, worauf die kleinen rundbogigen Fenster und der Zahnschnittfries hinweisen. Wohl im 14. Jahrhundert wurde der Turm angebaut. In gotischer Zeit erfuhr die Kirche einige Umbauten. Die Orgel der Gebr. Rohlfing wurde 1885–1888 angefertigt. Die Stapelmoorer Kirche in der Form eines griechischen Kreuzes ohne rechte Winkel datiert um 1300 und gilt als eines der bedeutendsten Sakralbauten Ostfrieslands. Gegenüber der architektonisch ähnlichen Kreuzkirche in Bunde blieb die Kirche in Stapelmoor von eingreifenden Umbauten verschont. Die äußere Anlage ist einheitlich und verhältnismäßig schlicht gehalten, mit spitzbogigen Fenstern und Portalen, Konsolfriesen unter dem Dachgesims und Treppenfriesen auf den Quergiebeln, einem Westturm mit Satteldach sowie dem üblichen Drillingsfenster an der Ostseite. Im Inneren weisen das Ost- und Westjoch achtrippige Domikalgewölbe auf, während die drei Querschiffjoche mit Kuppelgewölben ohne Rippen abgeschlossen werden.[86] Original erhalten sind die Deckenmalereien mit Fabelwesen, geometrischen Symbolen und Pflanzenornamenten. Der Taufstein aus Bentheimer Sandstein wurde im 13. Jahrhundert gestaltet und die Kanzel um 1600 angefertigt. Hinter dem Prospekt der Orgel aus dem Jahr 1848 wurde 1994 von Bartelt Immer, Reinalt Klein und Claude Jaccard eine Replik der Louis-Alexandre Clicquot-Orgel (1734) mit 23 Registern auf drei Manualen eingebaut, die erste Orgel Deutschlands in konsequent barock-französischem Stil.[87]

Im Zuge der nach Westen vorrückenden Moorkolonisierung in St. Georgiwold und Weenermoor zogen die Dörfer mit ihren Kirchen mit. Die Kirche in Weenermoor aus dem Jahr 1824 ist bereits die dritte Kirche des Ortes, da die beiden Vorgängergebäude aufgegeben wurden. Die pneumatische Rohlfing-Orgel von 1906 ist vollständig erhalten. Die St. Georgiwolder Kirche wurde 1689 zum ersten Mal als Backsteinkirche gebaut, jedoch ohne Fundamente, sodass sie 1960 neu errichtet werden musste. Die kleine Orgel der Firma Jehmlich stammt aus den 1970er-Jahren. Die Kirchborgumer Kirche im Stil des Klassizismus datiert von 1827, während der Turm (1766) noch von der Vorgängerkirche stammt. Die kleine Orgel der Gebrüder Rohlfs (1876–1878) ist weitgehend erhalten. Im Jahr 1882 wurde in Holthusen die erste Kirche errichtet, nachdem größere Spenden den Bau ermöglicht hatten. Als die Kirche im Zweiten Weltkrieg kanadischen Soldaten als Kino diente,[88] wurde die Orgel Opfer des Vandalismus. Im Jahr 1970 baute die Firma Alfred Führer hinter dem Prospekt von Johann Diepenbrock ein neues Werk. In Möhlenwarf wurde die reformierte Kirchengemeinde erst 1905 gegründet und erhielt 1908 ihr heutiges Gotteshaus.

Profanbauten[Bearbeiten]

Der Kaakebogen
Fronehaus mit Renaissancefassade

Das Hafenbecken Weeners wurde bereits um 1570 angelegt,[89] ist aber im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut worden. Für den Umschlagsbetrieb wird der Hafen nicht mehr genutzt, er dient als Freizeithafen. Am Hafen befinden sich Bürger- und Speicherhäuser.

In Weener sind neben den Kirchen eine Vielzahl von Bürgerhäusern aus früheren Jahrhunderten erhalten. Besonders an der Norderstraße, der Hauptstraße der Altstadt, befinden sich architektonisch herausragende Gebäude. Dazu zählt das Fronehaus an der Norderstraße 19. Der eingeschossige Backsteinbau ist inschriftlich auf das Jahr 1660 datiert.[90] Die Straßenfront wurde 1965 abgetragen und anschließend rekonstruiert. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde das Haus verkürzt; die Kreuzstockfenster wurden wiederhergestellt. Ein eingeschossiges Giebelhaus von 1719 befindet sich an der Norderstraße 56. Es weist einen geschwungenen Giebel auf, dessen Ortgang mit üppigem Blatt- und Blütenschmuck verziert ist.

An der Neuen Straße liegt das ehemalige Armenhaus, das als Heimatmuseum genutzt wird. Es handelt sich um eine zur Straße offene Dreiflügelanlage aus dem Jahr 1791.[91] Das Mauerwerk ist durch flache Pilaster gegliedert. Ebenfalls an der Neuen Straße (Nummer 12) ließ der Viehhändler Hesse eine neugotische Villa aus dem 19. Jahrhundert errichten.[92] Sie verfügt über zinnenartige Türmchen, Spitzbogenblenden und einen monumentalen Eingang. Das Gebäude wird vom Organeum genutzt. Eine weitere, wenn auch kleinere neugotische Villa befindet sich an der Süderstraße 18.

In den Stadtteilen Stapelmoor und Möhlenwarf befinden sich Galerieholländer-Windmühlen. Die Mühle in Möhlenwarf stellte 1972 ihren Betrieb ein und wurde seit jenem Jahr von Karl Dall als Zweitwohnsitz genutzt. Der in Hamburg-Eppendorf lebende Komiker verkaufte die Mühle 2010 an einen Privatmann.[93] Das älteste authentisch datierte Bürgerhaus in Ostfriesland ist das Steinhaus in Stapelmoor.[94] Es stammt aus dem Jahr 1429 und wurde von Beginn an als Wohnung des dortigen Pastors oder Kanonikers genutzt.

Der im Rokokostil erbaute Kaakebogen an der Georgskirche trennte früher den kirchlichen vom weltlichen Bereich des Weeneraner Marktes. Er wurde 1984 restauriert. Die Kaake ist ein ehemaliger Markt- und Gerichtsplatz am Verkehrsknotenpunkt Leer-Holland-Westfalen. Hier wurden Vieh- und Pferdemärkte abgehalten. Auf dem Platz vor dem Bogen wurden im Mittelalter Gesetzesbrecher an den Pranger gestellt.

Sprache[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Ostfriesischen Platt

In Weener wird neben Hochdeutsch auch Ostfriesisches Platt gesprochen. Zumindest unter Erwachsenen ist Platt durchaus Alltagssprache. Die Stadt fördert – auch mit Unterstützung des Plattdütskbüros der Ostfriesischen Landschaft – den Gebrauch und damit den Erhalt des Plattdeutschen.

Sport[Bearbeiten]

In der Kernstadt sind mehrere Sportvereine beheimatet, darunter TuS Weener, Angelsportverein Rheiderland, Surf- und Kanuclub Rheiderland, Seglerverein Weener und Pferdesportverein Weener. Seit 1972 gibt es in Weener eine Ortsgruppe der DLRG mit knapp 900 Mitgliedern (2010).[95] Der TuS Weener hat als größter Verein der Stadt mehr als 1300 Mitglieder. Etwa 760 davon gehören der Turn-Abteilung an, was diese Sparte des TuS zur größten Turn-Abteilung im Landkreis Leer macht.[96] In dem 1885 gegründeten Universalsportverein werden zudem Fußball, Tennis, Schwimmen, Volleyball, Basketball, Badminton, Kampfsport und Gesundheitssport angeboten. Darüber hinaus hat der TuS als einziger Verein des Rheiderlands eine Leichtathletik-Abteilung. Der TuS Weener hat mit dem TV Bunde eine gemeinsame Handballabteilung, die im Spielbetrieb unter dem Namen HSG Weener/Bunde aufläuft.

Weiterhin haben mehrere Ortsteile ihre eigenen Vereine, die zumeist über mehrere Abteilungen verfügen. Zu nennen sind Teutonia Stapelmoor, Heidjer SV (Stapelmoorerheide), TuS Holthusen und die Sportfreunde Möhlenwarf. In Holthusen gibt es einen Schachverein, in Diele einen Schützenverein. In der Stadt Weener wird, wie in ganz Ostfriesland, Boßeln als Sportart im Ligenbetrieb gespielt.

Die Stadt verfügt mit dem Friesenbad über ein öffentliches Freibad. Es wurde 1972 erbaut und 2009 mit einem finanziellen Aufwand von 1,5 Millionen Euro saniert. Bereits seit 2003 besteht eine Kooperation mit dem Papierwerk Klingele, das das Bad durch eine unterirdische Rohrleitung mit Fernwärme versorgt.[97] Ein Hallenbad gibt es in Weener hingegen nicht, die nächstgelegenen befinden sich in Bunde, Leer und Papenburg.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die DLRG-Ortsgruppe Weener veranstaltet jährlich im Sommer ein Drachenbootrennen im alten Hafen. Im Herbst findet in Weener das Schützenfest statt. Keine organisierte Veranstaltung, aber ein Event, das jedes Mal hunderte Schaulustige auf den Weeneraner Emsdeich lockt, sind Überführungen der Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft emsaufwärts. Im Stapelmoorer Park wird jährlich ein kleines Heavy Metal-Festival mit dem Namen „Free For All“ organisiert, dessen Besucherzahlen bei etwa 3000 bis 4000 liegen. 2010 fand es zum fünften Mal statt.[98]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbegebiete befinden sich nördlich der Kernstadt an der Bundesstraße 436 sowie an der Autobahnabfahrt Papenburg (Gewerbepark Rheiderland). Im Ortsteil Diele existiert ein 380-kV-Umspannwerk. Dort soll das HGÜ-Kabel, das vom ersten Offshore-Windpark in der Nordsee kommt, enden. Über die Ems führt die 380-kV-Ems-Freileitungskreuzung.

Die Außenbereiche des Stadtgebiets werden landwirtschaftlich genutzt. Dabei ist die Milchviehhaltung vorherrschend. Im Stadtteil Halte befinden sich mehrere Gärtnereien, deren große Gewächshäuser das Ortsbild mit prägen. Aufgrund des häufig und stark wehenden Windes und nicht zuletzt auch wegen der dünnen Besiedlung eignen sich die nördlichen Außenbereiche des Stadtgebiets zur Nutzung von Windenergie. Dementsprechend gibt es westlich von Weenermoor und nördlich der Kernstadt Windparks.

Sportboothafen

Im Dienstleistungssektor ist zum einen der Einzelhandel im Stadtkern von Bedeutung. Gleichwohl ergeben sich aufgrund der Standortnachteile zur Kreisstadt Leer hier spürbare Einbußen und folglich temporäre Geschäftsschließungen. Dagegen hat sich zum anderen der Tourismus zu einem wichtigen Standbein der lokalen Wirtschaft entwickelt. Hier ist insbesondere der Bootstourismus entlang der Ems zu nennen. Am linken Flussufer befindet sich der Großteil der touristischen Infrastruktur: Marina (274 Liegeplätze, 40.000 qm Hafenfläche, 20 t Hebekran, Tankstelle usw.), Campingplatz, Wohnmobil-Stellplätze und das Freibad mit weiteren angeschlossenen Freizeit-Einrichtungen. Am 26. November 2010 verlieh Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode der Stadt das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Mit den Mühlen im Stadtgebiet liegt die Kommune an der touristischen Themenroute Niedersächsische Mühlenstraße. Neu eröffnet wurde im Jahr 2010 einen Rad-Themenroute, die die Schiffsüberführungen der Meyer Werft zum Thema hat (Kreuzfahrtweg-Route).[99]

In Weener waren per 30. Juni 2006 insgesamt 4154 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gemeldet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Stadtgebiet betrug zum selben Stichtag 2535. Weener ist eine Auspendler-Kommune: Per 30. Juni 2006 standen 1301 Einpendlern aus anderen Kommunen 2920 auspendelnde Weeneraner gegenüber. Daraus ergibt sich ein negatives Pendler-Saldo von 1619.[100] Neben Unternehmen in der Stadt Leer ist auch die Meyer Werft in Papenburg ein Ziel der Auspendler.

Daten zur Arbeitslosigkeit in der Stadt Weener selbst werden nicht erhoben. Im Geschäftsbereich Leer der Agentur für Arbeit, der den Landkreis Leer ohne Borkum umfasst, lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2010 bei 7,8 Prozent.[101] Sie lag damit 0,7 Prozentpunkte über dem niedersächsischen Durchschnitt.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

In den Außenbereichen von Weener gibt es landwirtschaftliche Betriebe. Wegen der Bodenverhältnisse herrscht Milchwirtschaft vor. Aufgrund des im ostfrieslandweiten Vergleich nur leicht unterdurchschnittlichen Anteils an Landwirtschaftsflächen trägt diese zu einem gewissen Teil dazu bei, dass der Landkreis Leer zu den zehn größten Milcherzeuger-Landkreisen Deutschlands zählt.[102] Die Milchlandwirte leiden seit einigen Jahren unter einem oft geringen und stark schwankenden Preis für Milch und Milchprodukte.[103] Einzelne Landwirte verdienen durch das Aufstellen von Windkraftanlagen oder Biogas-Anlagen hinzu.[104] Im Ortsteil Halte befindet sich eine große Gärtnerei-Siedlung, die nach dem Zweiten Weltkrieg für Vertriebene angelegt wurde. Bis heute spielt der Unterglas-Anbau in Halte eine bedeutende Rolle und prägt das Ortsbild. Einzelne Landwirte produzieren nach Bio-Richtlinien.[105]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Alte Produktionshalle von Weener Plastik am Marker Weg

Weener verfügt über eine kleine Anzahl von Industriebetrieben, darunter ist der 1960 gegründete Verpackungshersteller Weener Plastic Packaging Group mit weltweit etwa 1200 Beschäftigten, der in Weener seinen Sitz hat. Dort arbeiten etwa 450 der 1200 Mitarbeiter.[106] „Weener Plastik“, wie der Betrieb kurz genannt wird, ist damit der größte private Arbeitgeber der Stadt und des gesamten Rheiderlandes sowie einer der größeren privaten Arbeitgeber im Landkreis Leer. Ein weiterer industrieller Arbeitgeber ist die Papierfabrik Klingele, die 1920 in Wiesloch gegründet wurde und 1961 ein Werk in Weener übernahm. Das Werk stellt Wellpappenrohpapiere her und hat etwa 100 Beschäftigte.[107] Wärme und teils auch Strom für den Produktionsprozess bezieht die Papierfabrik aus dem 2008 fertiggestellten EBS-Kraftwerk Weener. Ebenfalls eine dreistellige Zahl von Mitarbeitern (175) beschäftigt der Bauteilehersteller Wildeboer, der in Weener seinen Stammsitz und darüber hinaus Vertretungen in Ulm und Leipzig hat. Das Unternehmen ist im Bereich Schall- und Brandschutz sowie Luftverteilung tätig.[108] Weitere Unternehmen in Handwerk und Handel dienen in erster Linie der Nahversorgung.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

An öffentlichen Einrichtungen gibt es in Weener die Stadtverwaltung mit ihren angeschlossenen öffentlichen Betrieben wie dem Bauhof, eine Polizeistation sowie das Krankenhaus Rheiderland (66 Betten). Es befindet sich zu 51 Prozent in Trägerschaft des Kreiskrankenhauses Leer und zu 49 Prozent in der eines Krankenhausvereins, der die Klinik am Ende des 19. Jahrhunderts errichten ließ.[109] Der Wasserversorgungsverband Rheiderland, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, hat seinen Sitz in Weener. Dort betreibt der WVV, der 20 Beschäftigte zählt, auch das Wasserwerk. Versorgt wird das gesamte Rheiderland inklusive des Leeraner Stadtteils Bingum.[110] Das Bundeswehr-Materiallager beschäftigte Anfang 2011 insgesamt 40 Menschen.[111] Das ehemalige Marinedepot war zeitweise der größte Arbeitgeber der Stadt. Darüber hinaus betreibt die Bundeswehr seit 1961 an der Landsburg 1 eine Ausbildungswerkstatt.[112] Des Weiteren gibt es eine Außenstelle der Kreisvolkshochschule Leer.

Weener hat in den vergangenen Jahrzehnten öffentliche Einrichtungen verloren. Nach dem Verlust des Kreissitzes durch die Zusammenlegung mit dem Landkreis Leer (1932) wurde 1971 auch die bis dahin aufrechterhaltene Außenstelle der Kreisverwaltung aufgelöst. 1972 wurde das Amtsgericht Weener geschlossen.[113] Seitdem befindet sich das zuständige Amtsgericht in der Nachbarstadt Leer. Ebenfalls in Leer sind das Finanzamt und weitere Behörden wie das Katasteramt zu finden. Die Rettungsstation für das Rheiderland befindet sich aus geografischen Gründen in Bunde, weil das nördliche Rheiderland von dort aus schneller zu erreichen ist. Das Feuerwehrwesen in der Stadt ist ehrenamtlich organisiert. Freiwillige Feuerwehren gibt es im Stadtzentrum sowie in Weenermoor, Holthusen, Stapelmoor, Diele und Vellage.[114]

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrsachsen in Ostfriesland: Die Stadt Weener (untere Bildmitte) verfügt über Bahn- und Autobahnanschluss.

Die Bundesautobahn A 31 verläuft an der Stadtgrenze zwischen Weener und Bunde. Drei Anschlussstellen der Autobahn sind für Weener von Bedeutung. Die wichtigste ist die Anschlussstelle Weener/Bunde, die den Stadtkern anschließt. Im Süden des Stadtgebietes befindet sich die Anschlussstelle Papenburg im äußersten Norden und Nordosten die Anschlussstelle Jemgum. Das Autobahndreieck Weener, das die A 280 mit der A 31 verknüpft, befindet sich auf der Grenze zwischen Weener und Bunde. Die A 280 stellt die Anbindung an die niederländische A 7 in Richtung Groningen sicher und ist Teil der Europastraße 22.

Die Bundesstraße B 436 beginnt in Weener an der Anschlussstelle Weener/Bunde der A 31 und führt über Leer nach Sande. Die Landesstraße L 17 beginnt an der B 436 im Stadtteil Möhlenwarf und führt in südwestlicher Richtung über Wymeer zur niederländischen Grenze. Die L 31 beginnt an der B 436 nahe der Kernstadt und führt in südlicher Richtung nach Rhede; sie ist zugleich die wichtigste innerstädtische Verbindung zur Anbindung der südlichen Stadtteile an die Kernstadt. Die Kreisstraße 158 zweigt in Diele von der L 31 ab und führt über die Emsbrücke nach Papenburg. Sie ist die nächste Straßenquerung der Ems südlich der Jann-Berghaus-Brücke und verbindet Papenburg mit seinen Industrie- und Hafenbetrieben mit der A 31.

Bahnhof Weener mit Arriva-Zug

Weener besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Leer–Groningen. Tagsüber verkehren im Stundentakt Züge der Arriva zwischen Leer und Groningen, die in Weener halten. Die Bahnstrecke ist nicht elektrifiziert und wird von dieselgetriebenen Zügen befahren. Anschluss an den nationalen InterCity-Fernverkehr besteht in Leer mit Verbindungen unter anderem in Richtung Bremen/Hannover und Münster/Köln. Ein bahntechnisches Bauwerk von Bedeutung ist die Friesenbrücke, die längste deutsche Eisenbahnklappbrücke.[115] Sie wird bei Passagen der Kreuzfahrtschiffe der emsaufwärts gelegenen Meyer Werft ausgehängt und nach Beendigung der Passage wieder eingesetzt.

Neben der Bahnanbindung bestehen überörtliche Verkehrsverbindungen per Bus. Die Bahn-Tochter Weser-Ems-Bus bedient mehrere Linien, die Weener und das Umland verbinden: Die Linie 620 führt von Leer über Weener nach Bunde und weiter ins niederländische Bad Nieuweschans. Die Linie 624 beginnt in Leer und führt über Weener nach Kanalpolder am Dollart. Von Marienchor in der nördlichen Nachbargemeinde Jemgum aus fährt die Buslinie 631 nach Weener. Mit ihr werden die nordwestlichen Ortsteile der Stadt angebunden. Die Buslinie 632 verläuft vom Stadtzentrum durch die südlichen Stadtteile nach Wymeer nahe der niederländischen Grenze. Mit der Buslinie 641, die in Bunde beginnt, wird Weener mit Papenburg verbunden. Während die Linie 620 (Leer-Nieuweschans) im Stundentakt verkehrt, sind die anderen Linien auf die Bedürfnisse des Schulverkehrs ausgerichtet. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag verkehrt zudem ein Nachtbus nach Leer und zurück. Um diejenigen Stadtteile mit zeitlich und/oder räumlich eingeschränktem Busangebot anzubinden, wurde ein Anrufbus-System eingeführt, das montags bis freitags von 7.30 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr zur Verfügung steht.[116]

Der nächstgelegene Flugplatz befindet sich in Leer, der nächstgelegene internationale Verkehrsflughafen mit Linienflugbetrieb in Bremen. Der noch näher gelegene Flughafen Groningen bietet zudem internationale Charterflüge in Urlaubsregionen an. Der Hafen von Weener hat für den Warenumschlag keine Bedeutung mehr. Er dient als Freizeithafen und wurde um eine Marina erweitert.

Durch das Gemeindegebiet von Weener führen die Radfernwege Dortmund-Ems-Kanal-Route, ein rund 350 km langer und quasi steigungsfreier Radfernweg der das Ruhrgebiet mit der Nordseeküste verbindet; der Nordseeküsten-Radweg stößt auf den Dortmund-Ems-Kanal und verläuft dann gemeinsam mit der Dortmund-Ems-Kanal-Route oder der Dollardroute bis Emden. Der Nordseeküsten-Radweg (North Sea Cycle Route) ist ein internationaler Radweg durch sechs Nordsee-Anrainerstaaten. Er wurde 2001 als EuroVelo-Radweg Nr. 12 eröffnet. Der deutsche Teil entspricht der D-Route 1 und ist rund 905 Kilometer lang.

Medien[Bearbeiten]

In Weener ist die Rheiderland-Zeitung beheimatet, eine eigenständige kleine Tageszeitung, die im Rheiderland in einer Auflage von etwa 5500 Exemplaren erscheint. Weiterhin befindet sich eine Außenstelle der Bezirksredaktion Leer der Ostfriesen-Zeitung in der Stadt. Die beiden Tageszeitungen werden durch die in Leer erscheinenden und an verschiedenen Wochentagen kostenlos verteilten Anzeigenblätter Der Wecker, Der Wecker am Mittwoch, Sonntags-Report und Neue Zeitung ergänzt. Die Stadt liegt zudem im Sendegebiet des Bürgerrundfunk-Senders Radio Ostfriesland, das nächste Studio befindet sich in Leer.

Bildung[Bearbeiten]

In Weener gibt es fünf Grundschulen im Stadtzentrum, in Holthusen, Stapelmoor, Stapelmoorerheide und in Möhlenwarf. Hinzu kommen eine Hauptschule (Phönixschule), die Karl-Bruns-Realschule und eine Schule für Lernhilfe. Die nächstgelegenen Gymnasien befinden sich in Leer (Ubbo-Emmius-Gymnasium und Teletta-Groß-Gymnasium), die angestrebte Einrichtung einer gymnasialen Außenstelle in Weener scheiterte. Frühkindliche Erziehung wird in fünf städtischen Einrichtungen angeboten: Kindergärten in Weener (Kernort), Holthusen, Möhlenwarf und Stapelmoor sowie eine Kinderkrippe im Kernort. Hinzu kommt ein kirchlicher Kindergarten der Baptisten im Stadtzentrum.[117] In Weener ist eine Außenstelle der Volkshochschule des Landkreises Leer ansässig. Das Organeum in Weener ist ein Zentrum der organologischen Forschung und Lehre. Die nächstgelegene Fachhochschule ist die Hochschule Emden/Leer, die nächstgelegenen Universitäten sind in Oldenburg und jenseits der Grenze in Groningen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Weener geboren[Bearbeiten]

Hermann Onko Aeikens

Ein Politiker und ein emeritiertes Kirchenoberhaupt gehören zu den bekannten lebenden Weeneranern: Hermann Onko Aeikens (* 21. September 1951), ist seit 2009 Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt. Jann Schmidt (* 24. Oktober 1948), war bis 2013 Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche (Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland). Weitere in Weener geborene Persönlichkeiten sind:

  • Ewald Dreesmann (1940–1986), deutscher Politiker (SPD), MdL
  • Marie Hoppe (* 1986), deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), MdBB

Unter den verstorbenen Söhnen der Stadt ist Anton Wübbena-Mecima (* 31. Oktober 1920 in St. Georgiwold bei Weener; † 6. Juli 2002 ebenda) zu nennen, früherer Landtagsabgeordneter der CDU in Hannover. Otto Buurman war deutscher Arzt und Gesundheitspolitiker. Die Künstlerin Erwine Esk wurde 1905 in Weener geboren.

Mit Weener verbunden[Bearbeiten]

Der Baptistenpastor August Friedrich Wilhelm Haese (* 23. September 1825 in Stettin; † 12. Dezember 1912 in Weener) wohnte in seinen letzten Lebensjahren in Weener. Hermann Conring (* 4. November 1894 in Aurich; † 9. Februar 1989 in Weener), Landrat des Kreises Leer und später Landtags- und Bundestagsabgeordneter der CDU, in der Zeit des Nationalsozialismus seit 1938 Mitglied der NSDAP, gehört zu den bedeutendsten, aber auch umstrittensten Ostfriesen im 20. Jahrhundert. Er hatte mütterlicherseits Verbindungen zu alteingesessenen Weeneraner Familien und verbrachte in der Stadt seinen Lebensabend.

Der Musiker und Komponist Rafael Alfaro Kotte (* 19. September 1962 in Dortmund; † 16. September 2005 in Freiburg im Breisgau), verbrachte in Weener seine Jugend, desgleichen der Admiral, NATO-Befehlshaber (Flottenchef) und Ritterkreuzträger Karl Smidt, (* 30. August 1903 Neuenhaus; † 11. Januar 1984 in Flensburg), der aus einer rheiderländischen Pastorenfamilie stammte. Des Weiteren:

Literatur[Bearbeiten]

Mit der Geschichte Weeners befassen sich:

  • Aeilt Risius: Weener (Ems) – Geschichte der Stadt im Rheiderland. Verlag H. Risius KG, Weener 1983, ISBN 3-88761-011-3.
  • Aeilt Risius: Das Rheiderland. Beiträge zur Heimatkunde des Altkreises Weener. Schuster, Leer 1974, ISBN 3-7963-0049-9 (Nachdruck von Kiel 1930).

Daneben sind die folgenden Werke, die sich mit Ostfriesland im Allgemeinen beschäftigen, auch für die Historie und Beschreibung der Stadt insofern bedeutsam, als sie einzelne Aspekte beleuchten:

  • Heinrich Schmidt: Politische Geschichte Ostfrieslands. Rautenberg, Leer 1975 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 5), ohne ISBN
  • Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland. Verlag Schuster, Leer 1995, ISBN 3-7963-0323-4.
  • Karl-Heinz Sindowski et al.: Geologie, Böden und Besiedlung Ostfrieslands (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 1), Deichacht Krummhörn (Hrsg.), Selbstverlag, Pewsum 1969, ohne ISBN.
  • Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. Selbstverlag, Pewsum 1974 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 6), ohne ISBN.
  • Harm Wiemann/Johannes Engelmann: Alte Wege und Straßen in Ostfriesland. Selbstverlag, Pewsum 1974 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 8), ohne ISBN

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weener – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Weener – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Zum Beispiel auf der Offiziellen Internetseite der Stadt, Weener.de: Moin! Herzlich willkommen in Weener (Ems)!, eingesehen am 6. September 2010.
  3. www.landkreis-leer.de: Regionales Raumordnungsprogramm des Landkreises Leer 2006, pdf-Datei, S. 13 nach ursprünglicher Paginierung, abgerufen am 21. Januar 2012.
  4. In der Lokalliteratur wird der Rücken als Endmoräne bezeichnet, siehe Weener.de: Die Lage, abgerufen am 13. September 2011.
  5. Angaben in diesem und den folgenden Absätzen stammen, sofern nicht anders referenziert, aus Heinz Voigt, Günter Roeschmann: Die Böden Ostfrieslands. In: Karl-Heinz Sindowski, Heinz Voigt, Günter Roeschmann, Peter Schmid, Waldemar Reinhardt, Harm Wiemann: Geologie, Böden und Besiedlung Ostfrieslands. (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 1), Verlag Deichacht Krummhörn, Pewsum 1969, S. 51-106, hier S. 96 sowie kartografische Beilage.
  6. Die Angaben in diesem Absatz stammen aus: Theodor Janssen: Gewässerkunde Ostfrieslands. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1967, ohne ISBN, S. 174–180.
  7. a b c d e Weener.de Bevölkerungsentwicklung eingesehen am 13. September 2011.
  8. www.weener.de: Ortsteile, abgerufen am 6. Januar 2013.
  9. Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, abgerufen am 30. Dezember 2012.
  10. Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 115.
  11. www.destatis.de: Flächennutzung, abgerufen am 6. Januar 2013.
  12. www.koeppen-geiger.vu-wien.ac.at: Aktualisierte Klimaweltkarte der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation, abgerufen am 28. Dezember 2011.
  13. www.holidaycheck.de: Klima und Wetter für Leer, eingesehen am 28. Dezember 2011.
  14. Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, S. 35ff.
  15. www.nlwkn.niedersachsen.de: Landschaftsschutzgebiet „Rheiderland“, abgerufen am 29. April 2013.
  16. Die Angaben wurden ermittelt mit Hilfe der Webseite www.umweltkarten-niedersachsen.de durch Eingabe des Begriffs „Weener“ in der Suchmaske und durch Anklicken der gewünschten Schutzgebietsformen, abgerufen am 29. April 2013.
  17. Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland. Verlag Schuster, Leer 1995, ISBN 3-7963-0323-4, S. 35.
  18. Hartmut Rebuschat (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Landschaftspolder, pdf-Datei, S. 1, abgerufen am 20. Februar 2013.
  19. Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland. Verlag Schuster, Leer 1995, ISBN 3-7963-0323-4, S. 153 f.
  20. Karl-Ernst Behre, Hajo van Lengen: Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0, S. 56.
  21. Rolf Bärenfänger, Wolfgang Schwarz: Ostfriesische Fundchronik in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands Bd. 73/74, 1993/94, zitiert aus: Archäologischer Dienst der Ostfriesischen Landschaft: Fundchronik 1992–1994, abgerufen am 1. Februar 2010.
  22. Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland. Verlag Schuster, Leer 1995, ISBN 3-7963-0323-4, S. 161 f.
  23. Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland. Verlag Schuster, Leer 1995, ISBN 3-7963-0323-4, S. 184.
  24. Manfred Jakubowski-Tiessen: Sturmflut 1717: Die Bewältigung einer Naturkatastrophe in der Frühen Neuzeit. Oldenbourg Wissenschaftsverlag. München 1992. ISBN 3-486-55939-7, S. 268.
  25. In: Karl-Ernst Behre/Hajo van Lengen (Hrsg.): Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0, S. 93–112.
  26. Ekkehard Wassermann: Aufstrecksiedlungen in Ostfriesland. Ein Beitrag zur Erforschung der mittelalterlichen Moorkolonisation. (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, Band 61; zugleich Göttinger geographische Abhandlungen, Heft 80), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1985, kartografisches Beiblatt.
  27. Eckhard Wassermann: Siedlungsgeschichte der Moore. In: Karl-Ernst Behre/Hajo van Lengen (Hrsg.): Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0, S. 93–112, hier S. 98.
  28. Harm Wiemann: Studien zur Geschichte der Häuptlinge des Rheiderlands. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Band 48, 1968, S. 5–24, hier: S. 15.
  29. Harm Wiemann: Studien zur Geschichte der Häuptlinge des Rheiderlands. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Band 48, 1968, S. 5–24, hier: S. 24.
  30. Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Diele, pdf-Datei, S. 2, abgerufen am 22. Januar 2013.
  31. zitiert in: Weener. Geschichte der Stadt an der Ems. Verlag Risius, Weener 1994, ISBN 3-88761-059-8, S. 50.
  32. Walter Deeters: Ostfriesland im Dreißigjährigen Krieg. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 78, 1998, S. 32-44, hier: S. 39.
  33. Karl-Heinz Wiechers: …und fuhren weit übers Meer: Häfen der Ems. Verlag SKN, Norden 1988.
  34. Darauf hatte bereits der ostfriesische Geschichtsschreiber Tileman Dothias Wiarda in Band 5 seiner Ostfriesischen Geschichte (Aurich 1795) hingewiesen: „Da indessen durch die langjährigen Einquartierungen diese Kontributionen fast völlig wieder in der Provinz verzehrt wurden, und das Geld immer in Circulation blieb, so läßt sich das aufgeworfene Rätsel einigermaßen auflösen.“ Zitiert in: Walter Deeters: Ostfriesland im Dreißigjährigen Krieg. in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 78, 1998, S. 32-44, hier: S. 43.
  35. Walter Deeters: Ostfriesland im Dreißigjährigen Krieg. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 78, 1998, S. 32-44, hier: S. 38.
  36. Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Diele, pdf-Datei, S. 2, abgerufen am 22. Januar 2013.
  37. Nikolas Benckiser: Deutsche Landschaften, Band 1. Societäts-Verlag, Frankfurt/Main 1972, S. 52.
  38. Risius: Weener (Ems). 1983, S. 67
  39. Karl Heinrich Kaufhold; Uwe Wallbaum (Hrsg.): Historische Statistik der preußischen Provinz Ostfriesland (Quellen zur Geschichte Ostfrieslands, Band 16), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-08-8, S. 38 f.
  40. Karl Heinrich Kaufhold; Uwe Wallbaum (Hrsg.): Historische Statistik der preußischen Provinz Ostfriesland (Quellen zur Geschichte Ostfrieslands, Band 16), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-08-8, S. 331 f.
  41. Risius: Weener (Ems). 1983, S. 134.
  42. Risius: Weener (Ems). 1983, S. 132.
  43. Abgedruckt und kommentiert in: Onno Poppinga/Hans Martin Barth/Hiltraut Roth: Ostfriesland. Biografien aus dem Widerstand. Syndikat Autoren- und Verlagsgesellschaft, Frankfurt/Main 1977, ISBN 3-8108-0024-4, S. 26–32.
  44. a b c d Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Weener (PDF; 914 kB), abgerufen am 15. Januar 1013.
  45. Daniel Fraenkel: Weener. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005; ISBN 3-89244-753-5; S. 1540.
  46. Daniel Fraenkel: Weener. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005; ISBN 3-89244-753-5; S. 1542.
  47. Herbert Obenaus (Hrsg.), Historisches Handbuch der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen ISBN 3-89244-753-5, S. 1542.
  48. Bernhard Parisius: Viele suchten sich ihre Heimat selbst. Flüchtlinge und Vertriebene im westlichen Niedersachsen (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, Band 79), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 2004, ISBN 3-932206-42-8, S. 47.
  49. Bernhard Parisius: Viele suchten sich ihre Heimat selbst. Flüchtlinge und Vertriebene im westlichen Niedersachsen (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, Band 79), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 2004, ISBN 3-932206-42-8, S. 78/79.
  50. Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Sankt Georgiwold, pdf-Datei, 4 S., S.2.
  51. Aeilt Risius: Weener: Geschichte der Stadt im Rheiderland. Verlag Risius, Weener 1994, ISBN 3-88761-059-8, S. 199.
  52. Aeilt Risius: Weener: Geschichte der Stadt im Rheiderland. Verlag Risius, Weener 1994, ISBN 3-88761-059-8, S. 204.
  53. Aeilt Risius: Weener: Geschichte der Stadt im Rheiderland. Verlag Risius, Weener 1994, ISBN 3-88761-059-8, S. 204 f.
  54. www.weener.de: Geschichte/Neuzeit, abgerufen am 29. April 2013.
  55. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 263.
  56. Michael Mittmann: Das Rheiderland hat 27.100 Einwohner. In: Ostfriesen-Zeitung, 8. Januar 2011, abgerufen am 10. Mai 2013.
  57. Michael Mittmann: Niederländer locken die Preise. In: Ostfriesen-Zeitung, 25. Juni 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
  58. Klaus von Beyme: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland: Eine Einführung. VS Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-33426-3, S. 100, eingesehen bei Google Books, 22. Mai 2011
  59. Theodor Schmidt: Untersuchung der Statistik und einschlägiger Quellen zu den Bundestagswahlen in Ostfriesland 1949-1972. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1978, S. 54, für die folgenden statistischen Angaben zu den Bundestagswahlen bis 1972 siehe der dortige kartografische Anhang.
  60. Michael Mittmann: „Gemeinde Rheiderland würde besser gefördert”. In: Ostfriesen-Zeitung, 16. Dezember 2008, abgerufen am 5. Juni 2011. Michael Mittmann: Großgemeinde Rheiderland hätte Vorteile. In: Ostfriesen-Zeitung, 22. Dezember 2010, abgerufen am 5. Juni 2011. Michael Mittmann: Großgemeinde Rheiderland stößt auf Skepsis. In: Ostfriesen-Zeitung, 23. Dezember 2010, abgerufen am 5. Juni 2011.
  61. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 7. November 2014
  62. www.weener.de: Stadtratswahl 2011, abgerufen am 12. September 2011.
  63. www.ndr.de: Alle wollen Gewinner sein – nur FDP trauert, abgerufen am 12. September 2011.
  64. Stadt Weener: Endergebnis Bürgermeisterwahl 2014, abgerufen am 5. November 2014
  65. Landtagswahl 2013: Alphabetisches Verzeichnis der Bewerberinnen und Bewerber
  66. Ergebnisse der Bundestagswahl 2009 im Wahlkreis, aufgeschlüsselt nach Städten und (Samt-)Gemeinden
  67. oz-online.de: Paschke über Liste im Bundestag. Eingesehen am 24. September 2013.
  68. Jürgen Eden: Franzosen machten sich dieses Mal rar. In: Ostfriesen-Zeitung, 25. Mai 2009, abgerufen am 13. Juni 2011.
  69. www.dffkr.de: Verein und Ziele, abgerufen am 10. Mai 2013.
  70. Walter Hollweg: Die Geschichte des älteren Pietismus in den reformierten Gemeinden Ostfrieslands. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1978.
  71. Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Band 6). H. Risius, Weener 1974, S. 500.
  72. Vgl. Reinhard Smidt: Superintendent Reemt Peters Smidt – Ein Lebensbild des früheren Predigers und Seelsorgers. In: Der Deichwart (Heimatbeilage der Grenzlandzeitung Rheiderland). Weener, Nr. 173, 3. August; Nr. 184, 10. August; Nr. 190, 17. August 1957.
  73. Ev.-ref. Gemeinde Weener, abgerufen am 5. Februar 2010.
  74. Homepage der katholischen Pfarreiengemeinschaft; abgerufen am 8. Oktober 2012.
  75. lutherische Erlöserkirche in Weener Genealogie-Forum: Die lutherische Erlöserkirche in Weener; eingesehen am 29. April 2011
  76. Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Weener (Hrsg.): Geschichte der Baptistengemeinde Weener / Ems. Weener 1996, S. 4 f.
  77. Homepage der Arbeitsgemeinschaft evangelisch-freikirchlicher Kindertagesstätten – Mitgliederverzeichnis, abgerufen am 4. Februar 2010.
  78. Daniel Fraenkel: Weener. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005; ISBN 3-89244-753-5; S. 1534.
  79. Daniel Fraenkel: Weener. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005; ISBN 3-89244-753-5; S. 1542.
  80. Homepage der Stadt Weener: Heimatmuseum, eingesehen am 6. September 2010.
  81. Homepage Organeum, eingesehen am 6. September 2010.
  82. Heimatkundlicher Arbeitskreis: Das alte Spritzenhaus/Feuerwehrmuseum, gesehen am 6. September 2010.
  83. Homepage der Landebühne Niedersachsen Nord, eingesehen am 6. September 2010.
  84. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 166f.
  85. Cornelius H. Edskes, Harald Vogel: Arp Schnitger und sein Werk. Hauschild, Bremen 2009, ISBN 978-3-89757-326-0, S. 106, 175f.
  86. Hermann Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen im ostfriesischen Küstenraum. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1986, ISBN 3-925365-07-9, S. 104.
  87. Orgel in Stapelmoor, eingesehen am 6. September 2010.
  88. Paul Weßels: Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Holthusen (PDF-Datei; 36,7 kB), eingesehen am 6. September 2010.
  89. www.weener.de: Sehenswertes, abgerufen am 31. Januar 2010.
  90. www.weener.de: Sehenswertes: Stadtgebiet Weener, abgerufen am 18. Mai 2013.
  91.  Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 171.
  92.  Kurt Asche: Bürgerhäuser in Ostfriesland. Verlag SKN, Norden 1992, ISBN 3-922365-39-6, S. 57.
  93. Stephan Schmidt: Karl Dall hat seine Windmühle verkauft. In: Ostfriesen-Zeitung, 28. Mai 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
  94.  Kurt Asche: Bürgerhäuser in Ostfriesland. Verlag SKN, Norden 1992, ISBN 3-922365-39-6, S. 12.
  95. Rudi Meyer: DLRG Weener präsentierte Rekordzahlen. In: Ostfriesen-Zeitung, 28. Februar 2011, abgerufen am 12. Juni 2011.
  96. www.tusweener.de: Protokoll der Hauptversammlung 2008, pdf-Datei, abgerufen am 27. April 2011.
  97. www.weener.de: Friesenbad, abgerufen am 27. April 2011.
  98. Stephan Schmidt: Fünftes Festival bietet die stärkste Besetzung. In: Ostfriesen-Zeitung, 7. Juli 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
  99. Rudi Meyer: Mit Rückenwind von Halte bis Ditzum. In: Ostfriesen-Zeitung, 20. September 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
  100. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Excel-Datei, Zeile 2220
  101. Arbeitsmarktzahlen Dezember 2010 der Agentur für Arbeit Leer, pdf-Datei (23 Seiten), S. 14
  102. Leer liegt mit 384.000 Tonnen (Erhebungsjahr: 2006) auf dem achten Rang. Zum Vergleich: Die drei höchsten Werte wurden ermittelt im Landkreis Cuxhaven (564.000 Tonnen), im Landkreis Unterallgäu (451.000 Tonnen) und im Landkreis Schleswig-Flensburg (448.000 Tonnen). Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Statistik, zitiert in: Ostfriesischer Kurier, 14. August 2008, S. 12.
  103. Petra Herterich: Sinkender Butterpreis bringt viel Unruhe. In: Ostfriesen-Zeitung vom 5. Februar 2010, abgerufen am 4. Januar 2012.
  104. Stephan Schmidt: Abwärme ist für Geranien-Zucht bestimmt. In: Ostfriesen-Zeitung, 8. Februar 2011, abgerufen am 13. Juni 2011.
  105. Michael Mittmann: Keno Borde informierte sich über Bio-Milch. In: Ostfriesen-Zeitung, 9. September 2009, abgerufen am 13. Juni 2011.
  106. Firmenprofil auf www.regis-online.de, abgerufen am 1. Februar 2010.
  107. Profil auf www.regis-online.de, abgerufen am 1. Februar 2010
  108. www.wildeboer.de, Menüpunkt Unternehmen/Kennzahlen und Geschichte, abgerufen am 27. April 2011
  109. www.krankenhaus-rheiderland.de: Der Krankenhausverein und seine Geschichte, abgerufen am 27. April 2011.
  110. www.wvv-rheiderland.de: Menüpunkte Verband und Gebiet, abgerufen am 13. Juni 2011.
  111. Personal in Weener wird wieder aufgestockt, Ostfriesen-Zeitung, 15. Februar 2011, abgerufen am 12. Juni 2011.
  112. Ausbildungswerkstatt Weener. Startseite. Abgerufen am 14. Mai 2013.
  113. Risius: Weener (Ems). 1983, S. 200.
  114. www.weener.de: Feuerwehren, abgerufen am 27. April 2011.
  115. www.baw.de: Friesenbrücke bei Weener mit Unterems, Bildarchiv der Bundesanstalt für Wasserbau, abgerufen am 22. Januar 2013.
  116. weener.de: Anrufbus, abgerufen am 27. April 2011
  117. weener.de: Kindertagesstätten, abgerufen am 27. April 2011
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Dieser Artikel wurde am 19. Mai 2013 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.