Wegekuckuck

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Wegekuckuck
Wegekuckuck (Geococcyx californianus)

Wegekuckuck (Geococcyx californianus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
Familie: Kuckucke (Cuculidae)
Gattung: Rennkuckucke (Geococcyx)
Art: Wegekuckuck
Wissenschaftlicher Name
Geococcyx californianus
(Lesson, 1829)
Verbreitung der Gattung Geococcyx
Ein Wegekuckuck beim Rennen
Ein Wegekuckuck beim Sonnenbaden

Der Wegekuckuck (Geococcyx californianus), auch Großer Rennkuckuck oder Erdkuckuck genannt, ist ein großer Vertreter der Kuckucksvögel (Cuculiformes) mit sehr langen Beinen. Er ist ebenfalls unter seinem englischen Namen Roadrunner bekannt.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Der Wegekuckuck lebt in den Steppen, Wüsten und Halbwüsten der südwestlichen USA, vom Kalifornischem Längstal bis zur Golfküste in Texas, sowie in Nordmexiko (Sonora, Chihuahua, Mojave-Wüste und andere). In Mexiko gibt es Überschneidungsbereiche mit dem Verbreitungsgebiet des Rennkuckucks, der das Schwestertaxon des Wegekuckucks innerhalb der Gattung der Rennkuckucke ist.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Allgemeine Merkmale[Bearbeiten]

Die adulten Wegekuckucke sind inklusive Schwanz 51 bis 61 Zentimeter lang. Sie haben einen langen, schwarzen Schnabel, der leicht nach unten gebogen ist. Der Kopf, die Scheitelhaube, der Rücken und der lange Schwanz sind dunkelbraun mit hellen Sprenkeln. Die Kehle und der Bauch sind hell. Seine langen Beine und der lange Schwanz sind Anpassungen an seine rennende Lebensweise.[2]

Der Wegekuckuck ist ein extrem guter Läufer. Es wurden Höchstgeschwindigkeiten von 24 bis 32 km/h gemessen.[3] Seine gute Lauffähigkeit verdankt er nicht zuletzt seinen zygodactyl gestellten Füßen: Wie bei allen Kuckucken zeigen die beiden äußeren Zehen seiner Füße nach hinten, die beiden inneren nach vorne (im Gegensatz zu heterodactylen Füßen, bei denen die beiden inneren Zehen nach hinten zeigen). Er kann sich jedoch wegen seiner kurzen Flügel nur wenige Sekunden in der Luft halten.

Anpassungen an den trockenen Lebensraum[Bearbeiten]

Der Wegekuckuck hat eine außergewöhnliche energiesparende Methode entwickelt, sich den kalten Wüstennächten anzupassen. In der Nacht sinkt seine Körpertemperatur und er verfällt in eine Art Kältestarre. Er hat auf dem Rücken nackte dunkle Hautflecken. Am Morgen spreizt er sein Gefieder und setzt diese Flecken der Sonne aus. Durch die Wärme steigt seine Temperatur schnell wieder auf das normale Niveau. Die Haut der Nestlinge ist bis auf das weiße Kinn schwarz gefärbt, sodass die Sonnenstrahlen besser absorbiert werden können und die Körpertemperatur am Morgen schneller ansteigen kann. Bei zu hoher Temperatur zieht sich das Junge in den Schatten zurück.[4]

Um der Mittagshitze zu entgehen, ist der Wegekuckuck hauptsächlich in den Morgenstunden sowie am Nachmittag aktiv. Während der Mittagshitze bleibt der Vogel im Schatten. Zusätzlich verschafft er sich Kühlung, indem er hechelt und mit dem Kehlsack flattert, wodurch mehr Luft an die Blutgefäße gelangt und die Körpertemperatur durch den verbesserten Wärmetausch gesenkt wird. Wasserverlust wird durch Salzausscheidungen über spezielle Drüsen vor den Augen ausgeglichen. Zudem kann der Wegekuckuck Wasser durch die Kloake reabsorbieren. Küken werden durch hochgewürgte Flüssigkeit von den Eltern versorgt. Da die Ausscheidungen der Küken einen hohen Wasseranteil enthalten, fressen die adulten Vögel die Ausscheidungen während der Brutzeit. Adulte Wegekuckucke können ihren kompletten Flüssigkeitsbedarf über ihre Nahrung decken, trinken jedoch, wenn sie die Gelegenheit dazu haben.[5]

Verhalten[Bearbeiten]

Nahrung und Nahrungserwerb[Bearbeiten]

Der Wegekuckuck ist omnivor. Er verbringt die meiste Zeit am Boden und jagt dort Schlangen, Eidechsen, Insekten, Nagetiere und kleine Vögel, frisst aber auch Früchte wie z.B. Opuntien. Er ist schnell genug, Klapperschlangen zu fangen, die er tötet, indem er ihren Kopf wie eine Peitsche auf den Boden schlägt. Schlangen werden teilweise von beiden Partnern gemeinsam attackiert und gefangen. Seine Beute, die er im Ganzen verschlingt, jagt er laufend oder springend; selbst zur Flucht erhebt er sich äußerst selten.[6]

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Der Wegekuckuck lebt das ganze Jahr über in seinem Revier und ist monogam. Die Reviergröße beträgt im Schnitt etwa 0,5 km². Im Gegensatz zu den meisten Kuckucken ist er kein Brutparasit. Sein kompaktes, napfförmiges Nest mit vier bis sechs weißlichen Eiern baut er in etwa 1-3 m Höhe in Kakteen wie dem Kandelaberkaktus Carnegiea gigantea oder in Sträuchern wie dem Mesquite. Größere Gelege, die bis zu 12 Eier enthalten, sind vermutlich auf intraspezifischen Brutparasitismus zurückzuführen. Die Jungen werden von beiden Eltern aufgezogen.[6]

Gefährdung[Bearbeiten]

Die Populationsgröße wird auf etwa 1,1 Millionen Tiere geschätzt, die Art ist nicht gefährdet.[7]

Trivia[Bearbeiten]

Filmdokumentation[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert B. Payne: The Cuckoos (Bird Families of the World Nr. 15). Oxford University Press, Oxford 2005, ISBN 0-19-850213-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Payne S. 195
  2. Payne S. 194
  3. Martha Anne Maxon: The real roadrunner, University of Oklahoma Press, 2005, ISBN 0-8061-3676-6, S. 10 (englisch; Rezension)
  4. Payne S. 195-196
  5. Payne S. 196
  6. a b Payne S.196-197
  7. Geococcyx californianus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012. Eingestellt von: BirdLife International, 2012. Abgerufen am 24. November 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wegekuckuck – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien