Wehingen

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Wehingen in Baden-Württemberg, für den gleichnamigen Ortsteil von Mettlach im Saarland siehe: Wehingen (Mettlach).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wehingen
Wehingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wehingen hervorgehoben
48.14758.7925777Koordinaten: 48° 9′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 777 m ü. NHN
Fläche: 14,59 km²
Einwohner: 3566 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 244 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78564
Vorwahl: 07426
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 051
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gosheimer Straße 14–18
78564 Wehingen
Webpräsenz: www.wehingen.de
Bürgermeister: Josef Bär (CDU)
Lage der Gemeinde Wehingen im Landkreis Tuttlingen
Landkreis Konstanz Landkreis Rottweil Landkreis Sigmaringen Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aldingen Balgheim Bärenthal Böttingen Bubsheim Buchheim Deilingen Denkingen Dürbheim Durchhausen Egesheim Emmingen-Liptingen Fridingen an der Donau Frittlingen Geisingen Gosheim Gunningen Hausen ob Verena Immendingen Irndorf Königsheim Kolbingen Mahlstetten Mühlheim an der Donau Neuhausen ob Eck Reichenbach am Heuberg Renquishausen Rietheim-Weilheim Seitingen-Oberflacht Spaichingen Talheim (Landkreis Tuttlingen) Trossingen Tuttlingen Wehingen Wurmlingen (Landkreis Tuttlingen)Karte
Über dieses Bild

Wehingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Wehingen

Lage[Bearbeiten]

Wehingen liegt auf dem Großen Heuberg, einer Hochfläche im Südwestteil der Schwäbischen Alb am Zusammenfluss des westlichen Flussarms der Bära, der sogenannten Unteren Bära, und des Mühlbachs. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 752 m bis 1005 m ü. NHN und liegt zur Gänze im Naturpark Obere Donau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Deilingen, im Osten an Obernheim im Zollernalbkreis, im Südosten an Reichenbach am Heuberg, im Süden an Bubsheim und im Westen an Gosheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Wehingen gehören das Dorf Wehingen mit dem Ortsteil Frohnhofen, der etwa zwei Kilometer östlich gelegene Ortsteil Harras und das Haus Steighaus. Im Gemeindegebiet liegt die Burgruine Wehingen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Wehingen datiert vom 27. März 793 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen. 843 gehört das Dorf zum Kloster Reichenau und bis ins 14. Jahrhundert ist das Kloster Reichenau auch der größte Grundherr. 1197 werden mit dem Ritter Hugo von Wehingen das erste Mal die Herren von Wehingen genannt. Oberhalb des Ortsteils Harras entsteht auf der "Schlosshalde" die Burg der Herren von Wehingen, dessen noch heute sichtbare, ausgedehnte Reste auf eine größere Burganlage hindeuten. 1351 verkaufen die Herren von Wehingen die Feste für 600 Pfund Heller an Herzog Albrecht von Österreich, der die Feste häufig als Pfandgabe für seine umfangreichen Schulden benutzt. 1355 verkauft das Kloster Reichenau das Dorf Wehingen "mit samt Leuten und Gütern" an das Kloster Alpirsbach. Die Herren von Wehingen treten in den Dienst der österreichischen Herzöge. In der Folgezeit führen die verschiedenen Gerechtigkeiten in Wehingen zu häufigen Streitigkeiten. Österreich beansprucht und übt trotz aller Einsprachen seitens des Klosters Alpirsbach sämtliche Hoheitsrechte aus. Das Kloster Alpirsbach ist zu dieser Zeit aber Eigentümer von 4 Kehlhöfen (Kellerhöfe = Gutshöfe) in Wehingen und Patron der Pfarrei Wehingen, zu der auch unter anderem Gosheim gehört. Im Jahre 1582 geht Wehingen endgültig in die vorderösterreichische Grafschaft Hohenberg über. Österreich hat nun die landesherrliche Obrigkeit und behält diese auch bis zum Jahre 1805, als Wehingen an Württemberg kommt.

Am 28. Oktober 1828 legt ein Brand in Wehingen in wenigen Stunden 42 Häuser und damit die Wohnungen von 80 Familien in Schutt und Asche. Der Aufbauhilfe des Königreichs Württemberg verdankt Wehingen im Wesentlichen sein heutiges Ortsbild. Das im Jahre 1830 verliehene Marktrecht macht Wehingen zu einem der bedeutendsten Orte im königlichen Oberamtsbezirk Spaichingen. Auf königliche Anordnung lassen sich seit dieser Zeit in Wehingen auch verschiedene Ämter nieder. Ein Aktuariat, ein Notariat und das Staatliche Forstamt haben bis heute ihren Sitz in Wehingen.

Religionen[Bearbeiten]

Wehingen verfügt über eine evangelische und eine katholische Kirchengemeinde. Bis 1738 gehörte Wehingen zur Pfarrkirche Fronhofen. Die erste Pfarrkirche in Wehingen wurde 3. Oktober 1738 dem Heiligen Ulrich geweiht, ebenso die jetzige zweite am 19. September 1899.[3]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbandes Heuberg, in dem sich die Gemeinden Bubsheim, Deilingen, Egesheim, Gosheim, Königsheim, Reichenbach und Wehingen zusammengeschlossen haben.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 14 Mitglieder an.

CDU  : 51,1 %, 7 Sitze
Freie Wähler  : 48,9 %, 7 Sitze
Wahlbeteiligung  : 45,2 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Josef Bär ist gleichzeitig ehrenamtlicher Bürgermeister von Egesheim und Reichenbach am Heuberg.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Wehingen pflegt seit 1969 partnerschaftliche Beziehungen zu der französischen Gemeinde St. Berthevin im Departement Mayenne, etwa vier Kilometer entfernt von der Stadt Laval. Im Sommer 2009 wurde in beiden Gemeinden das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft festlich gefeiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die katholische Pfarrkirche St. Ulrich wurde urkundlich 1299 ersterwähnt. Ihre Orgel wurde von den Gebrüder Braun aus Spaichingen gefertigt (1843).
  • Die evangelische Christuskirche wurde im Jahr 1962 erbaut.

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Wehingen besitzt ein gut ausgebautes Netz an Rad-, Spazier- und Wanderwegen sowie im Winter gespurte Loipen, die über den gesamten Heuberg führen und die Gemeinden Böttingen und Bubsheim verbinden. Zudem gibt es einen Skihang, auf dem im Winter auch Skikurse angeboten werden. Außerdem gibt es einen Fußball- sowie einen Hockeyplatz, der auch als Basketballplatz genutzt werden kann.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wehingen ist eine Industriegemeinde mit fast 1800 Arbeitsplätzen. Die Pendlerbilanz ist positiv, mehr als 1100 Arbeitskräfte kommen von außerhalb der Gemeinde, während etwa 700 Wehinger ihren Lebensunterhalt außerhalb verdienen. Metall- und kunststoffverarbeitende Betriebe, Maschinen- und Apparatebau, Hersteller von Kunststoffspritz- und Tiefziehteilen sowie elektronische und elektrotechnische Betriebe dominieren. Auch das Handwerk, der Facheinzelhandel und das Gaststättengewerbe sind mit zahlreichen leistungsfähigen Betrieben vertreten.

Verkehr[Bearbeiten]

ehemaliger Bahnhof von Wehingen (2008)

Wehingen liegt an den Landesstraßen 433 und 435, die jeweils Anschlüsse an die Bundesstraßen B14 und B27 herstellen. Während Wehingen bis 1966 durch die Heubergbahn von Spaichingen nach Reichenbach (Heuberg) an das Eisenbahnnetz angeschlossen war und zwei Bahnhöfe besaß (Wehingen und Harras-Obernheim), kann man den Ort heute mit dem Bus erreichen, der in Aldingen Anschluss an den Ringzug hat.

Bildung[Bearbeiten]

  • Realschule Gosheim-Wehingen mit über 520 Schülern in 20 Klassen
  • Gymnasium Gosheim-Wehingen mit 356 Schülern in 13 Klassen
  • Schlossbergschule (Grund- und Werkrealschule)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Leo Linse (1850–1910), Benediktinermönch in Beuron, Abt von Fort Augustus / Schottland (1888–1909)
  • Johann Bauser († 1899), Bürgermeister und Sparkassen-Kassier in Titisee-Neustadt
  • Hans Dieter Ochs (* 1936), Immunologe, Kinderarzt und Hochschullehrer
  • Simone Hauswald (* 1979), Biathletin

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 636–637.
  3. Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte, 1973

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wehingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien