Wehr (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wehr
Wehr (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wehr hervorgehoben
47.6330555555567.9041666666667366Koordinaten: 47° 38′ N, 7° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 366 m ü. NHN
Fläche: 35,66 km²
Einwohner: 12.671 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 355 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79664
Vorwahlen: 07762 (07761 OT Öflingen und Brennet)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 116
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 16
79664 Wehr
Webpräsenz: www.wehr.de
Bürgermeister: Michael Thater (parteilos)
Lage der Stadt Wehr im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
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Wehr ist eine Stadt im Süden von Baden-Württemberg im Landkreis Waldshut; sie besteht aus den Stadtteilen Öflingen und Wehr.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Wehr liegt mit seinem südlichen Gemeindeteil (Brennet) unmittelbar am Hochrhein, während der namensgebende Kernort etwa fünf bis sechs Kilometer nördlich des Hochrheins an dessen rechtem Nebenfluss Wehra liegt. Nördlich und östlich von Wehr erhebt sich der südlichste Teil des Schwarzwalds. Westlich von Wehr beginnt der Dinkelberg. Das Siedlungsgebiet erstreckt sich vom Kernort, der unmittelbar am Austritt der Wehra aus dem Schwarzwald liegt, südwärts, entlang der unteren Wehra, über Öflingen nach Brennet am Rhein, welcher hier die Grenze zur Schweiz bildet.

Wehr ist westwärts über die Eichener Höhe mit Schopfheim und südwärts mit Bad Säckingen verbunden. Nordostwärts wehraaufwärts gelangt man zum Wehrastausee und weiter durch das hier tief eingeschnittene und wilde Wehratal nach Todtmoos.

In Brennet hat Wehr Anschluss an die Bahnstrecke und die parallele B 34 von Basel nach Singen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Wehr sind Hasel und Schopfheim im Norden, Herrischried im Nordosten, Rickenbach im Osten, Bad Säckingen im Südosten, Wallbach (Schweiz) im Süden, Möhlin (Schweiz) im Südwesten, Schwörstadt im Westen sowie nochmals Schopfheim im Nordwesten.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Wappen von Öflingen

Die beiden Stadtteile Öflingen (offiziell Wehr-Öflingen) und Wehr sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens. Sie bilden Wohnbezirke im Sinne der Unechten Teilortswahl nach der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[2]

Zum Stadtteil Öflingen gehören das Dorf Öflingen (Ober- und Mitteldorf), der Gemeindeteil Brennet und der Weiler Günnenbach. Zum Stadtteil Wehr gehören die Stadt Wehr, das Gehöft Meierhof und die Häuser Auf Steig, Hemmet, Im Juch, Kreuzmatt und Ochsenmatt.

Im Stadtteil Öflingen liegen die Wüstungen Wyhler und Obere Wyhler. In Wehr aufgegangen sind die Ortschaften Enkendorf und Flienken, des Weiteren liegen die Burgruine Bärenfels oder Steinegg sowie die Wüstung Steinegghöfe im Stadtteil Wehr.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Wehr wurde 1092 erstmals durch Adalgötz von Werrach urkundlich erwähnt, 1363 erhielt der Ort das Marktrecht. Vor der Vorderösterreichischen Herrschaft war Wehr im Besitz der Schönauer, die neben den Burgen Steinegg und Werrach die zwei Schlösser gebaut haben, in denen zur Zeit das Rathaus ist. Seit dem 13. Jahrhundert bis 1805 gehörte Wehr zu Vorderösterreich.

Bereits im Mittelalter gab es eine hochentwickelte Eisenproduktion, die bis ins 19. Jahrhundert betrieben wurde. Grundlagen dafür waren Holzkohle aus dem Schwarzwald und Wasserkraft, die im Wehratal reichlich vorhanden war. Die Erze stammten aus dem benachbarten, linksrheinischen Fricktal. Später siedelte sich Textilindustrie an. Im Zweiten Weltkrieg wurde Wehr Hauptsitz der Ciba (Novartis), die ihrem Standort bis heute treu ist.

Katholische Kirche St. Martin

1950 erhielt Wehr das Stadtrecht. Die bis dahin selbständige Gemeinde Öflingen wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gemeindereform eingegliedert.

1997 fanden in Wehr und dem benachbarten Bad Säckingen die Heimattage Baden-Württemberg statt.

Religionen[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 25 Mitglieder an. Die Wahl führte bei einer Wahlbeteiligung von 46,2 % (- 2,9) zu folgendem Ergebnis:[4]

Das Rathaus im Neuen Schloss
Partei / Liste Stimmenanteil + / - Sitze + / -
CDU 30,2 % - 4,6 8 - 1
FWV 30,5 % + 1,7 8 + 1
SPD 15,9 % - 1,0 4 ± 0
Die Grünen 9,0 % - 0,6 2 ± 0
FDP 10,0 % + 5,3 2 + 1
REP 4,4 % - 0,8 1 ± 0

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 8. April 2002 Michael Thater (parteilos). Bei der Bürgermeisterwahl 2010 der Stadt Wehr erhielt Michael Thater mit über 97 Prozent der gültigen Wählerstimmen das Wählervotum für eine zweite Amtszeit als Wehrer Bürgermeister. Thater ist staatlich geprüfter Landwirt mit anschließendem Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim. In den Jahren 1991 bis 2002 arbeitete Michael Thater in der Landesverwaltung Baden-Württemberg, unter anderem in den Landratsämtern Waldshut und Lörrach sowie im Regierungspräsidium Freiburg und im Ministerium für Umwelt und Verkehr in Stuttgart.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber ein blauer Wellenbalken, auf dessen oberem Rand stehend vier grüne Laubbäume, auf dessen unterem Rand stehend vier silberne Laubbäume.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wehr unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Webstuhl im Textilmuseum
Burg Bärenfels

Neben dem Stadtkern ist die reizvolle Umgebung empfehlenswert. Besonders beeindruckend ist eine Fahrt nach Todtmoos durch die Wehratalschlucht, die besonders eng und tief ist. Die Stadt ist im Sommer besonders für Wanderungen im Schwarzwald (zum Beispiel lohnt ein Ausflug in den Hochschwarzwald oder ins Wehratal und eine Besichtigung des Kavernenkraftwerks am Wehrastausee) und für Tagesausflüge in die Schweiz interessant. Im Winter ergeben sich interessante Wintersportmöglichkeiten. Einerseits sind die Skipisten des Hochschwarzwald in 30 Minuten mit dem Auto, andererseits sind in 60 Minuten Autofahrt die ersten alpinen Skigebiete der Schweiz erreichbar. Alle zwei Jahre findet das bekannte Laubenfest statt. Der Veranstalter sind die Stadtmusik und der Männerchor. Im Zentrum von Wehr befindet sich das Textilmuseum der Brennet AG. Wehr ist Tor zum Naturpark Südschwarzwald und Schlussort des Schluchtensteigs. Außerdem führt der Wehratal-Erlebnispfad durch Wehr.[5]

Ausflugsziele[Bearbeiten]

  • Der Brenneter Irisgarten mit Irisblüte von Mitte April bis Anfang Juni umfasst mehrere hundert Sorten. Ein kleiner Schaugarten befindet sich am Bahnhof Wehr-Brennet.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Alljährlich seit 1990 wird in Wehr der 10,2 km lange Wehratallauf ausgetragen. Veranstalter sind die Lauffreunde Wehratal.

Der Fußballverein FC Wehr 1912 spielt aktuell in der Kreisliga A Hochrhein / Staffel 2, die SpVgg Wehr in der Kreisliga B Hochrhein / Staffel 3.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

stillgelegter Bahnhof Wehr

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ortsteil Öflingen besitzt (mit Öflingen-Brennet zusammen) drei Bahnhöfe, von denen seit 1971 nur noch der Bahnhof „Brennet-Rheintal“ (heute „Wehr-Brennet“) in Betrieb ist. Die Bahnhöfe „Brennet-Wehratal“ und „Öflingen“ gehören zur stillgelegten Wehratal-Bahnstrecke, die eine Querverbindung der Rheintalstrecke von Basel nach Singen (Hohentwiel) und der Wiesentalbahn von Basel Richtung Zell im Wiesental schuf.

Mediathek[Bearbeiten]

Die Mediathek ist die öffentliche Bibliothek der Stadt Wehr. In dem Bestand der Mediathek findet man eine umfangreiche Auswahl von Kinder-, Jugend-, Sachbüchern, Romanen und Zeitschriften. Die Mediathek legt besonders Wert auf ihre Sammlung audiovisueller Medien wie CDs, CD-ROMs, MCs, Videos und DVDs. Zusätzlich stehen vier Internet-Arbeitsplätze zur Verfügung. Fernleihen sind möglich.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fridolin Jehle: Wehr – Eine Ortsgeschichte mit Beiträgen von Erich F. Hampich und Dr. Ludwig Schnitzler, Wehr (Baden) 1969
  • Wolfgang Klein: 900 Jahre Wehr, In: Das Markgräflerland, Heft 2/1992, S. 5–20
  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Großherzogthums Baden, Tübingen und Leipzig, 1901, Fünfter Band – Kreis Lörrach; S. 192–198 online

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wehr (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Wehr vom 26. Januar 2011
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 1043–1046.
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  5. Stadt Wehr - Wehratal-Erlebnispfad. Abgerufen am 20. Juli 2013.