Wehrkreis
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Die Wehrkreise (WK) teilten das Gebiet der Weimarer Republik und später des nationalsozialistischen Deutschen Reiches in Reichsverteidigungsbezirke, die jeweils für Rekrutierung und Ausbildung von Teilen der Reichswehr bzw. der Wehrmacht verantwortlich waren. In jedem Wehrkreis gab es auch Dienststellen, die für den Ersatz und die Versorgung dieser Heeresteile zuständig waren.
Bei der Mobilmachung bildeten die Wehrkreiskommandos die Generalkommandos von Armeekorps, zurück blieben sogenannten Stellvertretende Generalkommandos, denen die Ersatztruppenteile im jeweiligen Wehrkreis unterstanden. Die Wehrkreise XIV-XVI fehlen in der Zählung, da diese Armeekorps für die Schnellen Truppen (motorisierte Infanterie-Divisionen, Leichte Divisionen, Panzerdivisionen) bestimmt waren.
Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurden die Wehrkreise XVII (Wien) und XVIII (Salzburg) gebildet, zu denen ein Generalkommando für das XIX. Armeekorps (mot) trat. Nach dem Überfall auf Polen 1939 kamen die Wehrkreise XX (Danzig) und XXI (Posen) hinzu. Daneben gab es zwei Stellvertretende Generalkommandos, eines im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren und eines im Generalgouvernement Polen. Nach dem Westfeldzug 1940 wurden die Wehrkreise V (Stuttgart), VI (Münster) und XII (Wiesbaden) um die Gebiete Elsass, Lothringen, Eupen-Malmedy sowie Luxemburg erweitert, die de facto in die Zivilverwaltung des Deutschen Reichs eingegliedert worden waren, wenn auch eine förmliche Annexion nicht vorgenommen wurde.
| Wehrkreis | Gebiet | Hauptquartier |
|---|---|---|
| I | Ostpreußen | Königsberg |
| II | Pommern, Mecklenburg | Stettin |
| III | Altmark, Neumark, Brandenburg | Berlin |
| IV | Sachsen, Ost-Thüringen, Nord-Böhmen | Dresden |
| V | Elsass, Baden, Württemberg | Stuttgart |
| VI | Westfalen, nördliches Rheinland, Ost-Belgien | Münster |
| VII | Süd-Bayern | München |
| VIII | Schlesien, Sudetenland | Breslau |
| IX | Hessen, West-Thüringen | Kassel |
| X | Provinz Schleswig-Holstein, nördliches Hannover | Hamburg |
| XI | Braunschweig, Anhalt, südliches Hannover | Hannover |
| XII | südliches Rheinland, CdZ-Gebiet Lothringen, Pfalz, Luxemburg | Wiesbaden |
| XIII | Nord-Bayern, West-Böhmen | Nürnberg |
| XVII | Gaue Wien, Niederdonau, Oberdonau (mit südlichem Sudetenland) | Wien |
| XVIII | Gaue Salzburg, Tirol/Vorarlberg, Kärnten, Steiermark (mit nördlichem Slowenien) | Salzburg |
| XX | Freie Stadt Danzig, Polnischer Korridor, westliches Ostpreußen | Danzig |
| XXI | West-Polen | Posen |
| Böhmen und Mähren | Reichsprotektorat Böhmen und Mähren | Prag |
| Generalgouvernement | besetzte polnische Gebiete | Krakau |
[Bearbeiten] Literatur
- Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918 – 1938, Biblio Verlag Osnabrück, 1974
- Günter Wegmann, Hrsg.: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815 – 1990, Biblioverlag Osnabrück,
- Teil I, Bd. 1 Wegner, Günter , Die Höheren Kommandobehörden, 1990, ISBN 3-7648-1780-1.
- Teil IV, Abt. 1 Günter Wegmann, Christian Zweng: Die Dienststellen, Kommandobehörden und Truppenteile des Heeres 15.10.1935 – 08.05.1945.
- Bd. 1 Nr. 1 – 10, 1998, ISBN 3-7648-2531-6.
- Bd. 2 Nr . 11 – 30, 2000, ISBN 3-7648-2548-0.
[Bearbeiten] Weblinks
- www.lexikon-der-wehrmacht.de Link zu den einzelnen Wehrkreisen

