Weißenohe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weißenohe
Weißenohe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weißenohe hervorgehoben
49.63083333333311.255277777778358Koordinaten: 49° 38′ N, 11° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Gräfenberg
Höhe: 358 m ü. NHN
Fläche: 4,71 km²
Einwohner: 1085 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 230 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91367
Vorwahl: 09192
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 173
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfhauser Straße 9
91367 Weißenohe
Webpräsenz: www.weissenohe.de
Bürgermeister: Rudolf Braun (FW)
Lage der Gemeinde Weißenohe im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger Land Erlangen Landkreis Bamberg Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Bamberg Landkreis Bamberg Wiesenttal Igensdorf Hiltpoltstein Gräfenberg Hallerndorf Forchheim Hausen (bei Forchheim) Heroldsbach Eggolsheim Weißenohe Wiesenthau Weilersbach (Oberfranken) Unterleinleiter Pretzfeld Poxdorf (Oberfranken) Pinzberg Obertrubach Neunkirchen am Brand Leutenbach (Oberfranken) Langensendelbach Kunreuth Kleinsendelbach Kirchehrenbach Hetzles Gößweinstein Effeltrich Ebermannstadt Dormitz IgensdorfKarte
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Weißenohe ist eine Gemeinde im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken) und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt ca. 25 km nordöstlich von Nürnberg, etwas südlich der Fränkischen Schweiz. Nachbarorte sind Sollenberg, Lilling und Igensdorf. Weißenohe grenzt an die Gemeinden Gräfenberg, Simmelsdorf, Schnaittach und Igensdorf. Die Bundesstraße 2 und die zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg gehörende Gräfenbergbahn (Regionalbahn R21) verlaufen knapp westlich.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Weißenohe hat fünf amtlich benannte Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Reste des barocken ehemaligen Benediktinerklosters im Ortskern von Weißenohe sind schon von Weitem zu sehen. Die erst vor Kurzem renovierte Klosterkirche St. Bonifatius überragt den Ort mit ihrem 45 Meter hohen Turm. Das Kloster kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken. Aufgrund seiner geographischen Lage – Weißenohe und sein Kloster gehörten fast während ihres ganzen 750-jährigen Bestehens zur Oberen Pfalz – ragte es geradezu wie ein Fremdkörper in das Gebiet der Freien Reichsstadt Nürnberg. Es war zeitweise vollständig von der Oberpfalz getrennt. Nürnberg ließ deshalb nichts unversucht, seine meist ungerechtfertigten Ansprüche über Jahrhunderte hinweg geltend zu machen. Auch der Bischof von Bamberg versuchte immer wieder Einfluss zu nehmen. Im Jahre 1692 wurde mit dem Bau der heutigen Klosterkirche begonnen. Die Pläne stammen von Wolfgang Dientzenhofer (1648–1706), einem Mitglied der berühmten oberbayerischen Baumeisterfamilie. Am Bonifatiustag im Jahre 1707 wurde die Kirche feierlich von dem Bamberger Weihbischof Johann Werner Schnatz geweiht. Kloster Weißenohe und seine geschlossene Hofmark wurden 1803 durch das Kurfürstentum Bayern säkularisiert. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Das Ortsbild wird von der Klosteranlage beherrscht, von der im Wesentlichen die barocke katholische Kirche St. Bonifatius, die ab 1690 ausgeführt wurde, und der sich südlich anschließende Trakt, der ehemalige Abteiflügel, erhalten sind. Dieser Westflügel von 1725–1727 geht wohl auf Johann Dientzenhofer zurück. Zwei der vier Klosterflügel wurden im Zuge der Säkularisation in Bayern abgerissen und die Steine der alten Mauern teilweise in Häusern des Ortes verbaut. In den Gebäuden am Hof befindet sich die seit der Säkularisation 1803 privat geführte Klosterbrauerei Weißenohe, die seit 1827 der Familie Winkler gehört.

Regionales Aufsehen erregte Weißenohe durch den breiten Protest gegen den Versuch der rechtsextremen NPD, die barocke Klosteranlage zu erwerben und als Schulungsgebäude auszubauen.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert ist das Tal der Lillach mit seinen Sinterterrassen, sowie das Kloster mit seiner barocken Kirche. Am Bahnhof befindet sich ein 2009 begonnener Evolutionsweg, der derzeit vom Künstler Dieter Erhard weitergeführt wird.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2008 und 2002 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Wahlgemeinschaft der Arbeitnehmer Weißenohe-Dorfhaus Fortschrittliche Wählergemeinschaft Freie Wahlgemeinschaft Weißenohe-Dorfhaus Unabhängige Wählergemeinschaft Weißenohe-Dorfhaus Gesamt
2008 6 n.a. 3 3 12 Sitze
Wahlgemeinschaft der Arbeitnehmer Weißenohe-Dorfhaus Fortschrittliche Wählergemeinschaft Freie Wahlgemeinschaft Weißenohe-Dorfhaus Unabhängige Wählergemeinschaft Weißenohe-Dorfhaus Gesamt
2002 5 2 3 2 12 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1996 Rudolf Braun, Zweiter Bürgermeister seit 2008 Raimund Schwarz.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Gold und Rot, vorne eine aufrechte schwarze Hirschstange, die oben mit einer roten heraldischen Lilie besteckt ist, hinten ein silberner Kirschenzweig mit zwei Blüten und zwei Blättern.“

Weißenohe von Westen, 8. Oktober 2005

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten]

  • Von Bedeutung ist die Klosterbrauerei Weißenohe.
  • Seit 2008 hat sich ein Kompetenzzentrum Energie angesiedelt. Einmal im Jahr wird der Solartag in Weißenohe durchgeführt.
  • Der Fünf-Seidla-Steig ist ein 2008 eröffneter Wanderweg zwischen den vier Brauereien der Gemeinde Gräfenberg und der Klosterbrauerei Weißenohe. Benannt ist er nach dem fränkischen Bierkrug, dem Seidla. Die Brauereien erzeugen insgesamt 21 verschiedene Biere.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Tilmann Breuer: Stadt und Landkreis Forchheim. Kurzinventar. (= Bayerische Kunstdenkmale; 12). Dt. Kunstverlag, München 1961, S. 208–214.
  • Hans Räbel: Die Restitution der ehemaligen Benediktiner-Adelsabtei Weißenohe im Zusammenhang mit der Wiedererrichtung der übrigen oberpfälzischen Klöster (1669). Forchheim, 1905.
  • Hans Räbel: Das ehemalige Benediktiner-Adelsstift Weißenohe in der Zeit vom Landshuter Erbfolgekrieg bis zur Wiedererrichtung (1504–1669), nebst einem Anhang über die Vorgeschichte des Klosters. In: Bericht des Historischen Vereins für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums Bamberg. (BHVB) 66, 1908, S. I–XXI, S. 1–586
  • Ursula Pechloff: Weißenohe, St. Bonifatius. Ehemalige Benediktiner-Klosterkirche. Hrsg.: Katholisches Pfarramt Weißenohe. Fotografien Gregor Peda. (Peda-Kunstführer; Nr. 425). Kunstverlag Peda, Passau 1998, ISBN 3-89643-081-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weißenohe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. NN Online Nürnberger Nachrichten 200 Neonazis – und ein oberfränkisches Dorf begehrt auf. 7. Juni 2008.
  4. Franken-Wiki.de, Fünf-Seidla-Steig