Weißhalssylphe

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Weißhalssylphe
Weißhalssylphe gemalt von John Gould

Weißhalssylphe gemalt von John Gould

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Oreonympha
Art: Weißhalssylphe
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Oreonympha
Gould, 1869
Wissenschaftlicher Name der Art
Oreonympha nobilis
Gould, 1869

Die Weißhalssylphe (Oreonympha nobilis) oder Bergnymphe ist ein Seglervogel in der Familie der Kolibris (Trochilidae). Sie ist endemisch in Peru. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Weißhalssylphe erreicht eine Körperlänge von etwa 14 bis 17 cm, wobei der schwarze Schnabel ca 22 mm ausmacht. Der stark gegabelte ca 8,5 cm lange Schwanz des Männchens ist bronzefarben mit weißen äußeren Steuerfedern und dunklen Rändern an den Innenfahnen. Die Färbung des Kopfes inklusive des äußeren Bereichs der Kehle ist bronzeschwarz. Die schwärzliche Kappe wird durch ein weißes Band getrennt, welches sich vom Nacken bis zur Brust zieht. Während die bronzefarbene Oberseite von kastanienfarbenen Flecken durchzogen ist, ist der mittlere Bereich der Unterseite nahezu weiß. Die Färbung des langen dünnen bartgleichen Kehle geht von smaragdgrün im oberen Bereich nach unten in ein Violette mit blauen Flecken über. Der vorderer Oberkopf und der Oberkopf sind vilottblau, wobei dies in der Mitte ins violettschwarze übergeht.[1] Der Oberkopf wird durch einen glänzenden blauen Strich gesäumt.[2] Die Weibchen sind sehr ähnlich, haben aber nur ein kleinen Kehlbart der aus weißen Schuppen besteht.[1]

Bei männliche Jungvögel fällt der ca 6,5 cm lange Schwanz etwas kürzer aus. Der Schnabel ist gelblich und die grüne Kappe wirkt stumpf. Der Oberkopf ist geschuppt. Dazu haben sie eine glanzlose erdfarbene Kehle. An Schnabel und am Zügel ziert sie ein aus weißen Flecken bestehenden Strich.[1]

Unterarten[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet der Weißhalssylphe

Es sind zwei Unterarten beschrieben worden, die sich in ihrer Färbung und ihrem Verbreitungsgebiet unterscheiden:

  • Oreonympha nobilis nobilis (Gould, 1869) Nominatform kommt im Tal des Urubamba und um die Stadt Cusco, sowie in Teilen des Tales des Río Apurímac in Höhen zwischen 2500 und 3800 Metern vor.[1]
  • Oreonympha nobilis albolimbata Berlioz, 1938.[3] Der vordere Oberkopf und der Oberkopf des Männchens sind blaugrün mit einem weißen Saum, der von grünen Sprenkeln durchsetzt ist.[2] Beim Weibchen gehen die Kehlschuppen zu einem Zügelstrich über, der sich bis zur Oberkopfseite zieht.[1] Diese Unterart ist von Cotaruse bis Mutca am Abfluss des Apurímac und bei Yauli, Acoria und Licrray in der Region Huancavelica präsent.[1]

Verhalten[Bearbeiten]

Sobald andere Kolibris in der Nähe sind, verhalten sie sich sehr gereizt und unterwürfig. Wenn sie auf den Ästen sitzen, dann stellen sie oft den Schwanz schief nach oben. Ihre Nahrung beziehen sie von Kakteen , Agaven, Tabakpflanzen und Eukalypten. Dabei schwirren sie vertikal vor den Blüten und öffnen und schließen die Schwanzfedern. Gelegentlich klammern sie sich auch bei der Nektaraufnahme an die Blüten.[1]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Sie kommen in trocken Andentälern mit buschigen Hängen und offenen Wäldern vor. Diese Wälder bestehen aus Pfefferbäumen, die zu den Trompetenbaumgewächsen gehörende Tecomas und Melonenbäumen mit vielen säulenförmig Kakteen dazwischen. Zusätzlich kann man sie in gemischten Polylepis/Escallonia Wäldern mit dichten dornigem Gebüsch beobachten. Gelegentlich findet man sie auch in Anbaugebieten mit Eukalyptus. Sehr oft kann man sie an allein stehenden Felsen entdecken.[1]

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Es wird vermutet, dass sie in Höhlen und Felsspalten brüten. Die Jungtiere kommen in der Zeit von Januar bis Dezember zur Welt.[1]

Lautäußerungen[Bearbeiten]

Ihr Ruf klingt wie eine absteigende piepsige Serie, der ein kräftiges Zwitschern folgt. Dieses klingt wie Swee swee chew-chew-chew. Gelegentlich geben sie auch ein nüchternes Dzzrt von sich.[2]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Naturaliensammler Henry Whitely erlegte das Typusexemplar, welches John Gould für seiner Erstbeschreibung verwendete, in Tinta.[4] Die Art gilt als monotypisch. Neueste Mitochondriale DNA Analysen zeigten einen nahen Verwandtschaftsgrad zum Helmkolibri (Oxypogon guerinii) und dem Kastanienkappen-Glanzschwänzchen (Chalcostigma ruficeps). Da das Kastanienkappen-Glanzschwänzchen nicht mehr in die Gattung Chalcostigma passt, könnte es in der Zukunft zu einer Umgruppierung kommen.[5]

Der Begriff »Oreonympha« leitet sich aus den griechischen Worten »oros« für »Berg« und »nymphe« für »Nymphe, junge Schönheit« ab.[6]

Das Artepitheton »noblis« kommt aus dem Lateinischen und bedeutet »herrlich, bewundernswert, berühmt«.[7] Das Wort »albolimbata« ist ebenfalls lateinischen Ursprungs und setzt sich aus »albus« für »weiß« und »limbatus« für »gesäumt, eingefasst« zusammen.[8]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America. Apollo Books, Stenstrup 1990, ISBN 87-88757-16-1.
  •  Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O'Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2007, ISBN 978-0713686739.
  •  James A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press, Oxford 1991, ISBN 0-19-854634-3.
  •  Jimmy Adair McGuire, Christopher Cooper Witt, James Vanderbeek Remsen Jr, Robert Dudley, Douglas Leonard Altshuler: A higher-level taxonomy for hummingbird. In: Journal of Ornithology. Bd. 150, 2008, S. 155–165 (online (PDF; 314 kB), abgerufen am 5. März 2012).
  •  John Gould: Description of a new genus and species of the family Trochilidae. In: Proceedings of the Zoological Society of London. 1869, S. 295–296 (online, abgerufen am 5. März 2012).
  •  Jacques Berlioz: Monsieur J. Berlioz sent the following description of a new race of Humming-bird from Peru. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club. Bd. 5, 1938, S. 44–45.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Jon Fjeldså u.a., S. 289.
  2. a b c Thomas Scott Schulenberg u.a., S. 242.
  3. Jacques Berlioz, S. 44f.
  4. John Gould, S. 296.
  5. Jimmy Adair McGuire u.a., S. 161.
  6. James A. Jobling, S. 168.
  7. James A. Jobling, S. 164.
  8. James A. Jobling, S. 7.