Weißwurstäquator

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Weißwürste mit Brezn (Brezel) und süßem Senf
Karte der verschiedenen Definitionen des Weißwurstäquators

Weißwurstäquator oder auch Weißwurstgrenze ist die scherzhafte Bezeichnung für eine gedachte Kulturgrenze zwischen Altbayern und dem übrigen Deutschland. Sie orientiert sich dabei grob an der Verbreitung der Münchener Weißwurst, die beispielhaft als Kennzeichen „bayerischer Esskultur“ dient.

Verlauf[Bearbeiten]

Im Allgemeinen wird der Weißwurstäquator entlang der Donau gezogen,[1] was jedoch Teile Niederbayerns, Oberbayerns und der Oberpfalz ausschließt. Gelegentlich wird auch der 49. Breitengrad (verläuft nördlich von Ingolstadt) als Weißwurstäquator bezeichnet. Vor allem in der Nähe von München ist es gebräuchlich, den Weißwurstäquator als einen Kreis um München mit einem Radius von 100 km zu definieren, was Teile Oberbayerns und Niederbayerns ausschließt, den Regierungsbezirk Schwaben dagegen einschließt.

Von anderen wird eine Mainlinie, die ungefähr entlang des Mains verläuft, als Grenzlinie angesehen, entweder die oberdeutsche nördliche Sprachgrenze (Germersheimer Linie, Speyerer Linie) oder die historisch-politische Hegemoniegrenze Preußens gegen Bayern und Österreich, was neben Altbayern auch Baden-Württemberg und einen Großteil Frankens einschließen würde, wobei sich diese Regionen kulturell stark davon unterscheiden und die namensgebende Weißwurst dort nicht beheimatet ist.[2][3][4]

Die Bezeichnung wird auch von den Norddeutschen und Mitteldeutschen zur Abgrenzung von den Süddeutschen benutzt. Dabei verläuft der Weißwurstäquator zumeist entlang des Mains oder in dessen Nähe.

Parallelen[Bearbeiten]

Eine weitere Sprach- und Kulturgrenze im deutschen Sprachraum ist die Benrather Linie (in Rheinnähe allerdings eher die Uerdinger Linie) zwischen dem nieder- und mitteldeutschen Sprachraum.

Ähnliche kulturell-sprachliche Grenzen gibt es auch in der Schweiz: zum einen der Röstigraben zwischen den Frankophonen (Romandie) einerseits und den Deutschschweizern andererseits; zum anderen die wesentlich ältere Brünig-Napf-Reuss-Linie aus der Zeit des Einflussbereichs der Burgunder und Alamannen.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Ulrich Jürgens, Hajo Blank: Deutschland Atlas für Kinder. Tessloff 1998, ISBN 978-3-788-60542-1, S. 33 (eingeschränkte Online-Kopie in der Google-Buchsuche)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatArthur Dittlmann: Der Weißwurstäquator. Eine geographische Erkundung. In: Deutschlandradio Kultur. 29. August 2008, abgerufen am 3. April 2009.
  3. Monika Wienfort: Geschichte Preußens. C.H. Beck 2008, ISBN 978-3-406-56256-3, S. 82 (eingeschränkte Online-Kopie in der Google-Buchsuche)
  4. Gabrielle Gockel: München. DuMont 2006, ISBN 978-3-770-16463-9, S. 37 (eingeschränkte Online-Kopie in der Google-Buchsuche)