Weißzement

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Weißzement gehört zur Gruppe der Portlandzemente und zeichnet sich durch seinen geringen Eisenoxidgehalt aus.[1] Weißzement wurde von Walter Dyckerhoff erfunden und 1931 erstmals unter dem Markennamen Dyckerhoff Weiß vertrieben.

Herstellung und Verwendung[Bearbeiten]

Weißzemente werden aus sehr eisenarmen Rohstoffen hergestellt (Fe2O3-Gehalt < 0,1 %) und hauptsächlich für Terrazzo, Sichtbeton und weißen Putz eingesetzt. Er eignet sich nicht nur für hellfarbige Zubereitungen, sondern lässt sich mit Farbpigmenten auch weitaus leichter einfärben als grauer Portlandzement. Dies macht man sich insbesondere bei der Herstellung farbiger Terrazzoplatten zunutze.

Die Herstellung von Weißzement ist um ein Vielfaches aufwendiger. Neben den besonderen Rohstoff-Anforderungen sind auch die Herstellungsprozesse aufgrund ihrer geringeren Mengenausbringung wärmetechnisch weitaus aufwendiger.

Wesentlicher Prozess-Schritt zur Herstellung von Weißzement und zur Verhinderung von unerwünschter Verfärbung des Zements ist das extrem rasche Abkühlen des aus dem Drehrohrofen fallenden heißen Klinkers. Normalerweise wird der ofenfallende Klinker in ein Wasserbassin mit umlaufend zu kühlendem Wasser fallengelassen. Hierbei entstehen Dämpfe und Brüdengase, die rückgekühlt werden müssen und teils erhebliche Beschaffungsprobleme in gerade den Ländern aufwerfen, die den Weißzement so schätzen: Insbesonders im Nahen Osten und rund um das Mittelmeer ist Weißzement ein wichtiger Baustoff, da Weiß die Sonne reflektiert und als Farbe der Reinheit in hohem gesellschaftlichen Ansehen steht.

Nunmehr sind auch ressourcenschonende Herstellungsverfahren auf dem Markt, die das Wasserbad durch einen gasgekühlten Prozess in einer Kühltrommel ersetzen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Balder Batran: Grundwissen Bau. Handwerk und Technik Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-582-03500-X, S. 113.