Weiberregiment (Pratchett)

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Weiberregiment (englischer Titel: Monstrous Regiment) ist ein Fantasy-Roman von Terry Pratchett. Es ist der einunddreißigste Scheibenwelt-Roman. Weiberregiment wurde 2003 publiziert und 2004 für den Locus Award[1] nominiert. Ort der Handlung ist das Land Borograwien. Weiberregiment gehört zu den Kultur-Geschichten und die Hauptlast der Geschichte haben die Gefreite Polly Perks und Feldwebel Jackrum zu tragen. Ihnen Obliegt es den unsinnigen und bereits verlorenen Krieg, zwischen Borograwien und all seinen Nachbarn, zu beenden. Die Stadtwache unter Samuel Mumm spielt genauso eine Nebenrolle wie William de Worde und seine Times.

Der englische Titel Monstrous Regiment leitet sich von einem Traktat des schottischen Reformators John Knox ab, der sich in seinem Buch First Blast against the Monstrous Regiment of Women gegen die Herrschaft von Frauen (Marie de Guise, Maria Stuart) in Schottland wandte. Das Titelbild von Paul Kidby parodiert Joe Rosenthals berühmte Fotografie Raising the Flag on Iwo Jima.

Weiberregiment ist einer der sozialkritischsten Scheibenweltromane und befasst sich intensiv mit Fragen des Patriotismus, der Gleichberechtigung, der Sinnhaftigkeit religiöser Vorschriften, der Propaganda und der Kriegsberichterstattung. Mögliche Inspirationsquellen für Terry Pratchett waren die Geschichte der Jeanne d’Arc und George Farquhars "The Recruiting Officer".

Deutsche Ausgabe[Bearbeiten]

  • Terry Pratchett: Weiberregiment : ein Scheibenwelt-Roman. Ins Deutsche übertragen von Andreas Brandhorst. Goldmann, München, 2004, ISBN 3-442-54564-1.

Handlung[Bearbeiten]

Das rückständige und verarmte Land Borograwien liegt im Krieg mit praktisch all seinen Nachbarn. Als ob das nicht genug wäre, bringt man noch die einzige wirtschaftliche Großmacht der Scheibenwelt, das ferne Ankh-Morpork, gegen sich auf, indem man ihre Klackertürme niederbrennt.

Im Tal des Kneck, des ewig umstrittenen Grenzflusses, stehen sich die Heere gegenüber. Die Festung Kneck ist bereits vom Feind genommen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Allianz den Sieg über Borograwien erringen wird. Ankh-Morpork hat Samuel Mumm und einige Mitglieder der Wache nach Borograwien geschickt, um den Konflikt möglichst schnell und unblutig zu beenden. Was leichter gesagt, als getan ist. Das borograwische Militär zeichnet sich durch einen außerordentlichen Mangel an Realitätssinn aus; - sie wollen einfach nicht kapitulieren. Mumm sucht verzweifelt nach einem Hebel der Vernunft, und er hat Glück.

Aus der Etappe taucht unerwartet ein kleiner Trupp auf; - die letzten Rekruten des Landes. Auf dem Weg zur Front gelingen ihnen, unter der Führung des unerfahrenen und tollpatschigen Leutnant Bluse und des überaus erfahrenen Feldwebel Jackrum, einige bemerkenswerte Überraschungserfolge. Nachdem der Gefreite Perks dann noch dem Anführer der gegnerischen Truppen, Hauptmann Horentz, durchaus berechtigt „in die Socken“ tritt, wird die Presse, in Gestalt von Wiliam de Worde, auf sie aufmerksam und macht sie zu Helden. Schließlich handelte es sich bei dem getretenen Hauptmann um Prinz Heinrich von Zlobenien, den Oberkommandierenden der Allianztruppen.

Als Mumm erfährt, dass es sich bei den Rekruten überwiegend um Mädchen handelt, beschließt er sie diskret aber zielführend zu unterstützen. Frauen sind beim Militär selbstverständlich verboten, also verkleiden sie sich. Sie schneiden sich die Haare ab, stecken eine Socke an die richtige Stelle in der Hose, poppeln ausführlich und wundern sich wie schnell die Wahrnehmung der Welt ins Männliche umschlägt. Die Mädchen sind aus unterschiedlichen Motiven beim Militär. Polly Perks, die Gastwirtstochter, sucht ihren Bruder Paul, der zwar nicht das schärfste Messer im Schrank ist, dafür aber ein begnadeter Vogelmaler. Maladikta die koffeinsüchtige Vampirin, fühlt sich von ihresgleichen unterdrückt, genauso wie Jade die Trollfrau und Igorina. Allen Dreien meinen Männer sagen zu müssen, was gut für sie ist. Stecher, Toller, Knaller und Reisser sind aus der „Schule“ geflohen, in die Borograwien unartige Mädchen zu stecken pflegt. Die anderen sind dort nur ein bisschen verrückt geworden, Reissers Seele aber wurde so schwer beschädigt, dass es dem Geist der toten Herzogin Annagowia leicht fällt mit ihr zu kommunizieren und im entscheidenden Moment sogar ihren Körper zu übernehmen.

Unter der spirituellen Führung der Herzogin dringt die Gruppe, als Waschfrauen verkleidet in die Festung Kneck ein. Sie befreien das dort gefangene Oberkommando der Borograwischen Armee und umgehend, noch während sie dabei sind die Festung zurück zu erobern, machen die ihren Befreierinnen den Prozess. Zeit für Feldwebel Jackrums letzten verzweifelten Kampf. Er dringt ins Hauptquartier vor und verlangt in der Sache gehört zu werden. Nachdem er die Hälfte der anwesenden Offiziere vor die Tür verwiesen hat, stellt sich heraus, dass die Verbliebenen allesamt Frauen sind; - angefangen bei Major Janet Derbi über Oberst Olga Kumabund bis zum Kommandeur General Mildred Schnitz. Unter diesen Umständen ist es natürlich unvorstellbar, die Mädchen zu verurteilen. Stattdessen werden zukünftig Frauen ganz offiziell in der Armee Dienst tun können.

Nachdem das geklärt ist tritt Herzogin Annagowina, in Gestalt von Reisser, in Aktion. Sie befiehlt ein Ende der Kampfhandlungen und den Rückzug der Truppen ins heimatliche Stammland. Dort sollen sie den Regierungssitz, das alte Schloss Prinz-Marmaduk-und-Pjotr-Albert-Hans-Josef-Bernhardt-Wilhelmsberg, besetzen und eine neue, modernere Regentschaft errichten. Nuggan, der offensichtlich verrückt gewordene Gott, sei tot. Ihre geliebten BorogrowianierInnen sollten sich einen neuen, nachsichtigeren Gott suchen und vor allem damit aufhören, sie, die Herzogin, anzubeten. Nicht einer der Anwesenden zweifelt, dass wirklich die alte Herzogin zu ihnen gesprochen hat, und so widersetzt sich niemand ihren Anordnungen.

Die Gefreite Polly Perks überbringt das Waffenstillstandgesuch direkt an Samuel Mumm, der ihr im Gegenzug die Schlüssel für die Zelle ihres Bruders Paul überreicht. Die Heere lösen sich im Nu auf. Ankh-Morpork verkauft Borograwien genügend Lebensmittel, damit es den nahenden Winter übersteht und alles wird gut, - für eine Zeit lang. Dann bemerkt Polly, dass wieder rekrutiert wird und zwar mit den gleichen chauvinistischen Argumenten, wie immer. Sie entsinnt sich des Erbes, das Feldwebel Jackrum ihr hinterlassen hat – zwei Entermesser und ein extrem informatives Adressbuch. Noch einmal legt sie ihre Uniform an und zieht ins Feld, diesmal, um einen Krieg zu verhindern.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. 2004 Award Winners & Nominees. In: Worlds Without End. Abgerufen am 28. September 2009.