Weibersbrunn
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Aschaffenburg | |
| Höhe: | 354 m ü. NN | |
| Fläche: | 2,89 km² | |
| Einwohner: |
2003 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 693 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 63879 | |
| Vorwahl: | 06094 | |
| Kfz-Kennzeichen: | AB | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 71 157 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Jakob-Gross-Str. 20 63879 Weibersbrunn |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Herbert Rüppel (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Weibersbrunn im Landkreis Aschaffenburg | ||
Weibersbrunn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg, mitten im Hochspessart.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Weibersbrunn liegt in der Region Bayerischer Untermain im westlichen Franken auf halber Strecke zwischen Würzburg und Frankfurt am Main. Die nächstgelegenen Städte sind Aschaffenburg und Lohr am Main. Die höchste Erhebung des Spessart ist der 586 m hohe Geiersberg mit dem Sender Breitsol bei Bischbrunn.
Gemeindegliederung[Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Weibersbrunn hat drei amtlich benannte Ortsteile[2]:
- Weibersbrunn
- Echterspfahl
- Rohrbrunn
Es gibt nur die Gemarkung Weibersbrunn.
Nachbargemeinden[Bearbeiten]
| Waldaschaffer Forst (Gemeindefreies Gebiet) |
Rothenbucher Forst (Gemeindefreies Gebiet) |
Gemeinde Rothenbuch |
| Rohrbrunner Forst (Gemeindefreies Gebiet) |
Name[Bearbeiten]
Der Name Weibersbrunn geht auf die Quelle des Weibersbaches zurück, an der der Ort gegründet wurde. 1713 war das Dorf als am Weibersbron in Landkarten eingetragen. Das mittelhochdeutsche Grundwort brunne bedeutet Quelle. Die Bedeutung des Bestimmungswortes geht vermutlich auf den Namen Wibert zurück.[3]
Geschichte[Bearbeiten]
Der Ort Weibersbrunn wurde 1706 gegründet als Standort eines neuen Betriebes der Kurmainzischen Spiegelmanufaktur, die bereits Glashütten in Lohr und Rechtenbach unterhielt. 1717 entstand die „Weibersbrunner Spiegelhütte“. Im Jahre 1746 beantragten die Arbeiter der Hütte den Bau einer eigenen Pfarrkirche oder zumindest einer Kapelle.
Durch die Fertigung von Barockkelchen und Barockpokalen aus Glas wurde Weibersbrunn weithin bekannt, durch das später hier produzierte „Mondglas“, halbkreisförmiges Scheibenglas, wurde der Ort international berühmt.
Das kurmainzische Gebiet im Hochspessart wurde 1803 dem Fürstentum Aschaffenburg zugeschlagen und wurde 1810 ein Teil des Großherzogtums Frankfurt, kam aber 1814/16 über Österreich an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Von 1977-1993 bildete Weibersbrunn eine Verwaltungsgemeinschaft mit Waldaschaff und Rothenbuch.
Im Jahr 2006 beging die Gemeinde die 300-Jahr-Feier mit einem großen Fest.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.817, 1987 dann 1.934, im Jahr 2000 2.146 und 2006 2.109 Einwohner gezählt. Für das Jahr 1826 lassen sich die Einwohnerzahlen der damaligen Gemeinde Weibersbrunn mit 721, für 1852 mit 960 und für 1859 mit 817 angeben (Klauprecht 1826, Virchow 1968, Hecht/Reder 2002).
Rohrbrunn[Bearbeiten]
Die vormals selbstständige Gemeinde Rohrbrunn erlangte durch das sogenannte ehemalige Wirtshaus im Spessart als Titel einer Erzählung von Wilhelm Hauff und eines gleichnamigen Films größere Bekanntheit. Auch steht hier das Jagdschloss Luitpoldhöhe, das 1889 erbaut wurde und Jagdsitz von Prinzregent Luitpold von Bayern war. Hier residierte er bei Jagdaufenthalten zwischen 1886 und 1911. Etwas abseits gelegen befindet sich eine der ältesten Buchen Deutschlands; ihr Alter wird auf mehr als 800 Jahre geschätzt.
Politik[Bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Der Gemeinderat von Weibersbrunn hat 15 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters.
| CSU | SPD | Gesamt | |
| 2002 | 7 | 8 | 15 Sitze |
| 2008 | 6 | 9 | 15 Sitze |
(letzter Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)
Bürgermeister[Bearbeiten]
Bürgermeister ist Herbert Rüppel (SPD). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Erich Noll (SPD).
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: Geteilt; oben gespalten von Rot und Schwarz, vorne ein sechsspeichiges silbernes Rad, hinten ein silberner Spiegel in goldenem Rahmen; unten ein gemauerter silberner Brunnen mit offenem Brunnentor über gewelltem blauem Wasser.
Wappengeschichte: Das Wappen zeigt oben im ersten Viertel das sechssspeichige silberne Rad (Mainzer Rad) des Erzstifts Mainz, zu dem die Gemeinde bis zum Ende des alten Reichs 1803 gehörte. Im zweiten Viertel ist ein Spiegel zu sehen. Er symbolisiert die 1698 im Gemeindegebiet entstandenen Spiegelmanufakturen in der ehemaligen Glashütte in Rechtenbach und in Lohr am Main. Erzbischof Lothar Franz von Schönborn hatte dafür französische Glasmacher angeworben. Ihre Manufakturen stellten Flachglas für Spiegel her. Die Glasfertigung wurde zwischen 1801 und 1803 in Rechtenbach und Lohr am Main eingestellt, in Weibersbrunn erst 1864. Der Brunnen steht redend für den Ortsnamenteil „brunn“.
Die Gemeinde führt das Wappen seit dem 14. Juni 1971.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Baudenkmäler[Bearbeiten]
→ Liste der Baudenkmäler in Weibersbrunn
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Weibersbrunn ist auf Grund seiner guten Verkehrsanbindung an die Region Würzburg und das Rhein/Main-Gebiet zu einem attraktiven Wohnort im inneren Spessart geworden( "Anschlussstelle Weibersbrunn" an der Bundesautobahn A3 und Anbindung an die Staatsstraße B 26). Die nächstgelegen Bahnhöfe befinden sich in Hösbach, Heigenbrücken und Lohr. Der nächste Hafen ist der Bayernhafen Aschaffenburg. Der öffentliche Personennahverkehr ist durch eine Buslinie nach Aschaffenburg sichergestellt. Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 975 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 144 T€.
Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]
Nachdem die Bedeutung der Landwirtschaft am Anfang der 1970er Jahre deutlich zurück gang, wurde Weibersbrunn hauptsächlich zu einem beliebten Wohn- und Touristikort. Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 52 und im Bereich Handel und Verkehr 41 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 304 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 818. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 zwei landwirtschaftliche Betriebe.
Bildung[Bearbeiten]
Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):
- Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 59 Kindern
- Volksschule mit 9 Lehrern und 166 Schülern ( Ab der 5. Klasse besuchen die Weibersbrünner Schüler die Hauptschule Waldaschaff)
Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]
- Ignaz Roth (1894–1972), deutscher Politiker (SPD)
Literatur[Bearbeiten]
- Julia Hecht, Klaus Reder: Die Landgerichte Aschaffenburg und Rothenbuch um 1860. Würzburg 2002.
- Johann Ludwig Klauprecht: Forstliche Statistik des Spessarts. Aschaffenburg 1826.
- Rudolf Virchow (1852): Die Not im Spessart. Neuauflage, Hildesheim 1968.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/223407&attr=OBJ&val=1556
- ↑ Wolf-Armin Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung
Weblinks[Bearbeiten]
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