Weichs (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stammwappen der von Weichs

Weichs ist der Name eines alten bayerischen Adelsgeschlechts. Die Herren von und zu Weichs stammen aus dem bayerischen Uradel. Ihr Stammsitz Weichs an der Glonn ist heute eine Gemeinde im Landkreis Dachau bei München. Seit dem 17. Jahrhundert sind Zweige der Familie auch im kölnischen Rheinland sowie im kurkölnischen Westfalen ansässig.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht mit Conradus de Weichs im Jahre 1221. Er war in Weichs bei Dachau ansässig, doch in der Folgezeit erwarben Angehörige des Geschlechts weitere bedeutende Güter.

Die Herren von Weichs besaßen jahrhundertelang das Erbkämmereramt im Bistum Freising. 1410 wurde Degenhart von Weichs zum Bischof von Freising ernannt.

Ab dem 15. Jahrhundert bildeten sie zwei große Linien, eine ältere bayerisch-österreichische und eine jüngere bayerisch-kurkölnische. Die ältere Linie hatte vier Äste: zu Staingriff, Falkenfels, Obergriesbach und Dasing, die aber alle, bis auf den österreichischen Ast Obergriesbach, wieder erloschen. Die jüngere Linie kam Anfang des 17. Jahrhunderts nach Kurköln und bildete drei Äste. Ein älterer zu Körtlinghausen im Sauerland, der aber schon 1819 wieder erlosch, ein mittlerer zu Rösberg im Rheinland und ein jüngster zu Wenne in Westfalen. Ihr Stadtsitz war der Weichs’sche Hof in Arnsberg.

Clemens Freiherr von und zu Weichs (* 1736; † 1815), Herr zu Wenne, war Landdrost in Westfalen und Direktor der westfälischen Ritterschaft. Von seinen Söhnen wurde Franz Philip Freiherr von Weichs Domherr zu Paderborn und geheimer Rat im Fürstbistum Paderborn. Wilhelm Anton Freiherr von Weichs war Domherr zu Münster und Maximilian Friedrich Freiherr von Weichs, Herr zu Rösberg und Weichs, geheimer Rat und Domherr zu Bamberg wurde Direktor der Regierung des Großherzogtums Hessen.

Da der Senioratsbesitz am Stammgut Weichs im Geschlecht bis 1852 fortdauerte, wurde sowohl in der älteren, seit 1623 freiherrlichen Linie, als auch im Rösberger Ast, der seit 1636 ebenfalls freiherrlichen jüngeren Linie, die Bezeichnung Freiherren von und zu Weichs an der Glon gebräuchlich.

Die Angehörigen des Hauses Wenne nennen sich Freiherren von Weichs zur Wenne. 1926 erwarb Klemens Reichsfreiherr von Weichs zu Wenne Schloss Borlinghausen, das seitdem Mittelpunkt eines Teils der Familie ist.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber eine aufsteigende schwarze Spitze. Auf dem Helm sind zwei von Silber und Schwarz gegengeschrägte Flügel, zwischen denen auf einem roten Kissen ein natürlicher Affe hockt, der sich in einem Spiegel beschaut. Die Helmdecken sind schwarz-silber. Das Wappen der bayerisch-kurkölnischen Linie trägt zwei Helme mit der gleichen Helmzier und sich gegenüber sitzenden Affen.

Historische Wappenbilder[Bearbeiten]

Ortswappen[Bearbeiten]

Die Spitze aus dem Wappen der Familie erscheint noch heute in einigen oberbayerischen bzw. sauerländischen Ortswappen.

Namensträger[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]