Weichspüler

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Weichspüler sind Waschhilfsmittel, die eingesetzt werden, um den bei trocknender Wäsche auftretenden Effekt der Trockenstarre zu unterbinden. Meist werden der Wäsche zusätzlich Duftstoffe und optische Aufheller zugefügt. Ein Nebeneffekt ist die Reduktion elektrostatischer Aufladung von Synthetikfasern. Weichspüler werden der Wäsche im letzten Spülgang der Maschinenwäsche zugesetzt. In manchen Produkten befinden sich unter anderem auch Cyclodextrine, welche schlechte Gerüche neutralisieren, indem sie sie „isolieren“.

Wirkungsweise[Bearbeiten]

Weichspüler sollen dem Effekt entgegenwirken, dass sich die Wäsche nach dem Waschen in der Maschine und anschließendem Trocknen in unbewegter Luft hart anfühlt. Dieses Trockenstarre genannte Phänomen hat seine Ursache in der Ausbildung von elektrostatischen Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Cellulosefasern. Die kationischen Tenside des Weichspülers dringen in die Faser ein, verbinden sich mit den negativen Ladungen und schwächen so die Wechselwirkungen. Durch die so verminderte Steifheit des Wäschestücks vermindert sich der Kraftaufwand beim Bügeln und der Tragekomfort wird erhöht.

Umweltverträglichkeit[Bearbeiten]

Die heute eingesetzten kationischen Esterquats werden aus tierischen und pflanzlichen Fetten hergestellt und sind leichter abbaubar als das noch Anfang der 1990er Jahre verwendete Distearyldimethylammoniumchlorid (DSDMAC). Das Umweltbundesamt weist jedoch darauf hin, dass „schädliche Effekte auf Wasserorganismen nur dann ausgeschlossen werden können, wenn eine biologische Abwasserreinigung garantiert und das direkte Eindringen ins Gewässer ausgeschlossen ist“. Biologisch unbedenklich ist der Einsatz von Waschnüssen, Essig und Zitronensäure.

Nachteile[Bearbeiten]

Weichspüler können durch ihre chemische Struktur eine wasserabweisende Wirkung haben, die sich jedoch durch die Wahl der Chemikalien vermeiden lässt. Die wasserabweisende Reaktion kann bewirken, dass „weichgespülte“ Handtücher, Wollpullover, Unterwäsche, Nachtgewand, Bettwäsche etc. langsamer oder weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Daunenschlafsäcke sollten deshalb auf keinen Fall mit Weichspüler gewaschen werden, Schlafsackhersteller empfehlen meist die Verwendung einfacher Kernseife in enthärtetem Wasser. Bei Funktionskleidung aus synthetischen Fasern, wie sie besonders im Sport häufig eingesetzt werden, können Weichspüler die Oberfläche der Kleidung verschließen. Der Abtransport des Schweißes vom Körper nach außen ist dadurch nicht mehr gewährleistet.

Inhaltsstoffe wie Duftstoffe und Lösemittel können allergische Reaktionen hervorrufen.

Kationische Tenside reagieren mit waschaktiven anionischen Tensiden zu einer hydrophoben Verbindung, die mit weiterem Tensideinsatz ausgewaschen werden muss. Der Einsatz von Weichspülern bedingt deswegen bei der nächsten Wäsche einen entsprechend erhöhten Waschmittelverbrauch.

Sonstiges[Bearbeiten]

Weichspüler können ebenfalls helfen, eine zu hohe Schaumbildung in der Waschmaschine aufzulösen. Diese entsteht meist durch Überdosierung von Waschmittel. Wird daraufhin etwas Weichspülmittel in das Waschmittelfach geschüttet (evtl. mit etwas Wasser oder in Wasser aufgelöst), bildet sich der Schaum innerhalb kürzester Zeit zurück.

Anfang 2011 wurden Fälle von Missbrauch von Weichspüler als Rauschmittel bekannt.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Welt online: Häftlinge schnupfen neuerdings Weichspüler. 24. Februar 2011