Weihnachtsinsel-Spitzmaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weihnachtsinsel-Spitzmaus
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Crocidurinae
Gattung: Weißzahnspitzmäuse (Crocidura)
Art: Weihnachtsinsel-Spitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Crocidura trichura
Dobson, 1889

Die Weihnachtsinsel-Spitzmaus (Crocidura trichura) ist eine extrem seltene oder bereits ausgestorbene Spitzmaus aus der Gattung der Weißzahnspitzmäuse. Sie kam auf der Weihnachtsinsel vor.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Weihnachtsinsel-Spitzmaus erreichte eine Kopf-Rumpf-Länge von 65 bis 82 mm, eine Schwanzlänge von 63 bis 75 mm, eine Hinterfußlänge von 13 bis 17 mm und ein Gewicht von 4,5 bis 6,0 Gramm. Das dicht behaarte Fell war hell- oder rötlichbraun bis dunkelgrau.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Weihnachtsinsel-Spitzmaus war ein Regenwaldbewohner. Sie lebte in Felslöchern oder unter Baumwurzeln und ernährte sich hauptsächlich von Käfern. In der Nacht ertönte ein schriller, quietschender Ruf, der schon von weitem zu hören war.

Bestand und Gefährdung[Bearbeiten]

Bei ihrer Entdeckung in den 1880er-Jahren wurde die Weihnachtsinsel-Spitzmaus als häufig und weitverbreitet beschrieben. Dies änderte sich jedoch, als Ende des 19. Jahrhunderts die Wälder auf der Weihnachtsinsel gerodet wurden. Mit den Siedlern kamen Hausratten auf die Insel, die den Trypanosomen-Erreger einschleppten. Die Trypanosomen gelten als Hauptursache für das Aussterben der Maclear-Ratte und der Weihnachtsinsel-Ratte, und auch die Weihnachtsinsel-Spitzmaus wurde 1908 für ausgestorben gehalten. Abgesehen von einer unbestätigten Sichtung im Jahre 1958 kam es 1985 zur Wiederentdeckung. Zwei Exemplare wurden gefangen, die jedoch später starben. Zwischen 1996 und 1998 soll es mehrere unbestätigte Sichtungen gegeben haben. Bei intensiven Suchen im Jahre 2000 konnte jedoch kein Exemplar mehr nachgewiesen werden. Das Verschwinden dieser Spitzmaus in jüngster Zeit könnte mit der Gelben Spinnerameise (Anoplolepis gracilipes) zusammenhängen, die für viele Tierarten auf der Weihnachtsinsel eine tödliche Bedrohung darstellt. Die IUCN stuft die Art in die Kategorie „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ (critically endangered (possibly extinct)) ein.

Systematik[Bearbeiten]

Die Weihnachtsinsel-Spitzmaus wurde zeitweise als Unterart der Wimpernspitzmaus (Crocidura attenuata)[1] beziehungsweise der Art Crocidura fuliginosa betrachtet.[2] Morphologische Unterschiede zwischen den Taxa und die weiten Entfernungen zwischen den Verbreitungsgebieten deuten jedoch eher auf eine eigenständige Art hin.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Francis Harper: Extinct and Vanishing Mammals of the Old World (= American Committee for International Wild Life Protection. Special Publication. Bd. 12, ZDB-ID 971409-1). American Committee for International Wild Life Protection, New York NY 1945.
  • David Day: The Doomsday Book of Animals. A Natural History of Vanished Species. Viking Press, New York NY 1981, ISBN 0-670-27987-0.
  • Michael Schulz: National Recovery Plan for the Christmas Island Shrew (Crocidura attenuata trichura). Department of the Environment and Heritage, Canberra 2004, Volltext (PDF; 401 KB).
  • Rainer Hutterer: Order Soricomorpha. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. Band 1. 3. Auflage. The Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4, S. 220–311.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rainer Hutterer: Order Soricomorpha. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. Band 1. 3. Auflage. 2005, S. 220–311.
  2. Francis Harper: Extinct and Vanishing Mammals of the Old World. 1945.
  3. Michael Schulz: National Recovery Plan for the Christmas Island Shrew (Crocidura attenuata trichura). 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Crocidura trichura in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: Lumsden, L. & Schulz, M., 2008. Abgerufen am 31. Mai 2009