Weil am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weil am Rhein
Weil am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weil am Rhein hervorgehoben
47.5941666666677.6294444444444279Koordinaten: 47° 36′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 279 m ü. NHN
Fläche: 19,47 km²
Einwohner: 28.935 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1486 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 79546–79576
Vorwahl: 07621
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 091
Stadtgliederung: Kernstadt und 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
79576 Weil am Rhein
Webpräsenz: www.weil-am-rhein.de
Oberbürgermeister: Wolfgang Dietz (CDU)
Lage der Stadt Weil am Rhein im Landkreis Lörrach
Frankreich Schweiz Landkreis Waldshut Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Aitern Bad Bellingen Binzen Böllen Efringen-Kirchen Efringen-Kirchen Eimeldingen Fischingen (Baden) Fröhnd Grenzach-Wyhlen Zell im Wiesental Häg-Ehrsberg Hasel (Baden) Hausen im Wiesental Inzlingen Kandern Kleines Wiesental Lörrach Malsburg-Marzell Maulburg Rheinfelden (Baden) Rümmingen Rümmingen Schallbach Schliengen Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönenberg (Schwarzwald) Schopfheim Schwörstadt Steinen (Baden) Todtnau Tunau Utzenfeld Weil am Rhein Wembach Wembach Wembach Wieden (Schwarzwald) Wittlingen Wittlingen Zell im Wiesental Zell im Wiesental Zell im WiesentalKarte
Über dieses Bild
Weil am Rhein im trinationalen Ballungsraum Basel

Weil am Rhein (alemannisch Wiil am Rhii) ist eine südbadische Stadt in der Bundesrepublik Deutschland unmittelbar im Dreiländereck mit der Schweiz und Frankreich. Zusammen mit ihrer direkt angrenzenden Nachbarstadt Lörrach bildet sie ein Oberzentrum. Nach Lörrach und Rheinfelden (Baden) ist Weil am Rhein die drittgrößte Stadt des Landkreises Lörrach. Seit dem 1. Januar 1972 ist sie eine Große Kreisstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Weil am Rhein liegt am Rande des Tüllinger Berges in der Rheinebene und reicht im Westen bis an den Rhein. Die besondere Lage zwischen dem Rhein und den Ausläufern des Schwarzwaldes begünstigt ein außergewöhnlich südländisches Klima und bietet hervorragende Voraussetzungen für den Weinbau. Die Vogesen und die Alpen sind in Sichtweite. Die höchste Stelle liegt knapp unterhalb des Gipfels vom Tüllinger Berg auf 455 Meter Höhe.[2]

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Weil am Rhein*
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 0,9 2,3 5,5 9,2 13,4 16,8 18,9 18,3 15,1 10,3 5,1 1,9 Ø 9,8
Niederschlag (mm) 62,9 58,8 60,2 71,0 96,3 93,8 80,9 99,4 66,3 60,3 65,7 63,1 Σ 878,7
T
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N
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c
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l
a
g
62,9
58,8
60,2
71,0
96,3
93,8
80,9
99,4
66,3
60,3
65,7
63,1
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

* Temperatur: Nachbargemeinde Eimeldingen,[3] Niederschläge: Ortsteil Haltingen

Der Jahresniederschlag liegt bei 879 mm und ist damit vergleichsweise hoch, da er in das obere Viertel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 75 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im August. Im August fallen 1,7-mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren sehr stark. An nur 22 % der Messstationen werden höhere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Weil am Rhein. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Binzen und Lörrach (alle Landkreis Lörrach), Riehen (Kanton Basel-Stadt/Schweiz), Basel (Kanton Basel-Stadt/Schweiz) sowie Huningue (Hüningen) und Village-Neuf (Neudorf) (Département Haut-Rhin in Frankreich).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet besteht aus der Kernstadt, die sich von der Schweizer Grenze bei Riehen im Osten über Alt-Weil als lang gezogenes Gebilde entlang der Hauptstraße nach Westen über die Leopoldshöhe bis hinunter nach Friedlingen an den Rhein darstellt, sowie dem südlich der Kernstadt gelegenen Stadtteil Otterbach und den erst bei der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten, ehemalig selbstständigen Gemeinden Haltingen, Ötlingen und Märkt, die sich alle nördlich der Kernstadt befinden, wobei Haltingen der größte Ortsteil ist. Im Bereich des Rathauses östlich des Bahnhofs Weil am Rhein versucht die Stadtverwaltung seit Jahren durch umfangreiche Gestaltungsmaßnahmen eine Art Zentrum zu schaffen.

Die Stadtteile Haltingen, Märkt und Ötlingen sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben einen Ortschaftsrat, der bei jeder Kommunalwahl von den Wahlberechtigten neu gewählt wird. Vorsitzender dieses Gremiums ist der Ortsvorsteher. Ferner gibt es in jeder Ortschaft eine Ortschaftsverwaltung, gleichsam ein Rathaus vor Ort.

Zu einigen Stadtteilen gehören weitere Wohnplätze mit eigenem Namen, die aber meist sehr wenige Einwohner haben, zum Beispiel der „Luisenhof“ in Ötlingen oder „Hupfer“ in Haltingen.

Raumplanung[Bearbeiten]

Weil am Rhein liegt in der Region Hochrhein-Bodensee und bildet zusammen mit seiner Nachbarstadt Lörrach eines der 14 Oberzentren von Baden-Württemberg; zugleich nimmt dieses Oberzentrum für die umliegenden Gemeinden die Aufgaben eines Mittelzentrums wahr, und zwar für Binzen, Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Fischingen, Inzlingen, Kandern, Malsburg-Marzell, Rümmingen, Schallbach, Steinen und Wittlingen. Darüber hinaus gibt es grenzüberschreitende Verflechtungen mit den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie mit dem Elsass, die im Trinationalen Eurodistrict Basel koordiniert werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Schenkungsurkunde aus dem Jahr 786

Erstmals am 27. Februar 786 unter dem Namen Willa urkundlich erwähnt. Ein gewisser Ercanpert schenkte seinen Anteil an der Kirche in Willa (Weil) dem Kloster St. Gallen. Vermutlich ist der Name römischen Ursprungs. Die Klöster St. Blasien und Weitenau hatten Besitzungen. Auch das Basler Domstift besaß hier Ländereien und den Domhof, der dem Einzug der kirchlichen Abgaben diente und mit seinem Neubau von 1569 für Weil der wirtschaftliche Mittelpunkt und Ort der Gerichtsbarkeit war. 1361 bzw. 1368 kam Weil an die Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg und war Röttelner Lehen. Mit Rötteln kam der Ort 1503 an die Markgrafschaft Baden und war dem Amt Rötteln zugeordnet. Nach dessen Auflösung im Jahre 1809 kam Weil zum Oberamt Lörrach, aus dem 1939 der Landkreis Lörrach hervorging.

Lange Zeit von der Landwirtschaft, insbesondere dem Weinbau geprägt, entwickelte sich Weil seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Stadt, bedingt durch die günstige Verkehrslage. Mit der Ansiedlung der Bahn und der Entstehung des Rangierbahnhofs Basel-Weil (1913) sowie einer regen Bautätigkeit (Beispiel „Gartenstadt“) stieg die Bevölkerung an, und es entstanden neue Stadtteile. Zudem siedelten sich im Stadtteil Friedlingen Textilbetriebe aus der Schweiz an. Am 16. August 1929 wurde Weil mit seinen damaligen Ortsteilen Friedlingen, Leopoldshöhe und Otterbach zur Stadt erhoben unter gleichzeitiger Verleihung des Namens „Weil am Rhein“. 1934 entstand der Rheinhafen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung in Weil am Rhein erneut rasch an, da Heimatvertriebene und Flüchtlinge angesiedelt wurden. Damals gehörte die Stadt zum Landkreis Lörrach im Land (Süd-)Baden, ab 1952 zum Regierungsbezirk Südbaden innerhalb von Baden-Württemberg. 1971 wurde die Nachbargemeinde Ötlingen eingegliedert. Bereits 1970 hatte die Einwohnerzahl die Grenze von 20.000 Einwohnern überschritten, so dass Weil am Rhein mit Wirkung vom 1. Januar 1972 auf Antrag der Stadtverwaltung von der Landesregierung von Baden-Württemberg zur Großen Kreisstadt erhoben wurde. Seit der Kreisreform 1973 gehört Weil am Rhein mit dem Landkreis Lörrach zum Regierungsbezirk Freiburg und wurde Teil der gleichzeitig neu gegründeten Region Hochrhein-Bodensee. 1975 wurden die Gemeinden Haltingen und Märkt eingemeindet. Damit erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.

1999 war Weil am Rhein Gastgeber der Landesgartenschau Baden-Württemberg „Grün 99“.

Haltingen[Bearbeiten]

Haltingen wurde 767 als Haholtinga erstmals erwähnt. Im 10./11. Jahrhundert kam der Ort an die Bischöfe von Basel. Am 14. April 1139 bestätigte der Papst dem Bischof von Basel Ortlieb den Besitz über "den Hof von Haltingen mit der Kirche".[4] Später wurde der Ort an das Kloster St. Blasien verschenkt. Die Herren von Rötteln hatten den Ort zu Lehen, und so kam der Ort an die Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg und somit 1503 an Baden. Ebenso wie Weil gehörte Haltingen zum Oberamt Rötteln und ab 1809 zum Oberamt Lörrach. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Dorf fast vollständig zerstört.

Märkt[Bearbeiten]

Märkt wurde 1169 als Matro erstmals erwähnt. Er gehörte als Lehen der Basler Bischöfe den Herren von Rötteln und kam über die Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg an Baden. Auch Märkt gehörte zunächst zum Oberamt Rötteln und ab 1809 zum Oberamt Lörrach.

Ötlingen[Bearbeiten]

Das Dorf Ötlingen liegt auf einem Seitenriegel des Tüllinger Berges (Rechberg oder auch Käferholzberg). Ötlingen wurde erstmals im Jahre 1064 als Ottlinchoven urkundlich erwähnt. Die eng aneinander liegenden Häuser und Höfe zeigen deutlich die Anlage als ein Wehrdorf. Ötlingen war in der Hauptsache ein Freigut der Herren von Rötteln und ihrer Erben. Daneben gab es noch Eigentum und Rechte kleiner Adeliger und verschiedener Klöster. 1971 wurde Ötlingen im Zuge der Gemeindereform nach Weil am Rhein eingemeindet. Auf der Süd- und Südwestseite ist Ötlingen von Weinbergen gesäumt. Nördlich und östlich befinden sich Ackerland und Obstwiesen.

Friedlingen und Otterbach[Bearbeiten]

Friedlingen und Otterbach sind heute Stadtteile von Weil am Rhein. Den Namen Friedlingen erhielt der Stadtteil im Jahr 1650 durch Markgraf Friedrich V. zur Erinnerung an den Westfälischen Friedensschluss. Vorher wurde dieser Ort „Ötlikon“ genannt, der bis in das Jahr 1235 nachgewiesen ist. Ötlikon ist aber nicht mit dem Stadtteil „Ötlingen“ zu verwechseln. Sowohl Friedlingen als auch Otterbach gehörten wohl stets zur Gemeinde Weil am Rhein. Friedlingen hieß zunächst Ötlikon und wurde wohl 1280 erstmals erwähnt. Im Ort gab es ein Weiherschloss, das im Besitz der Herren von Rötteln war. Vermutlich wurde es beim Basler Erdbeben von 1356 zerstört, aber durch die Münch von Münchenstein wiederaufgebaut. Sie verkauften es 1368 an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg. Diese wiederum veräußerten es als Pfand an die „von Bärenfels“, die „Rappenberger“ (1579–1613) und „von Rotberg“ (ab 1620). Die neuen Herren gaben es verschiedenen Herrschaften zu Lehen. 1445 wurde das Schloss von den Eidgenossen in Brand gesteckt, im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und im Jahre 1640, im Tausch gegen die Ortschaft Hertingen, vom Markgrafen wiederaufgebaut. 1445 wurde es von den Schweizern angezündet. 1678 wurde das Schloss im Holländischen Krieg von den Franzosen stark zerstört und endgültig im Spanischen Erbfolgekrieg, 1702 in der Schlacht bei Friedlingen, derart beschädigt, dass es abgerissen werden musste. Vom Dorf Friedlingen blieben ebenfalls nur wenige Häuser übrig. So verkaufte der Markgraf das Kammergut Friedlingen 1750/1753 an Weiler Bauern und an die Gemeinde. Der Friedlinger und der Weiler Bann wurden miteinander vereinigt.

Zwischen 1680 und 1815 litt Friedlingen schwer unter der Nachbarschaft der im französisch gewordenen Hüningen erstellten Festung Hüningen und deren Vorwerk auf der Schusterinsel und dem rechtsrheinischem Brückenkopf.

Erst im 19. Jahrhundert wurde Friedlingen durch die Ansiedlung von Industrie und dem neu entstehenden Ortsteil wieder von Bedeutung.

Otterbach war ab 1488 ein Sumpfgebiet zwischen Weil und Kleinbasel, das 1640 teilweise an Kleinbasel gelangte. Auf dem bei Baden verbliebenen Teil stand das baslerische Otterbachgut, das zu Friedlingen gehörte. In den 1930er Jahren entstand in Otterbach eine Arbeitersiedlung, die den alten Namen Otterbach erhielt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden wurden in die Stadt Weil am Rhein eingemeindet:

  • 1. Dezember 1971: Ötlingen
  • 1. Januar 1975: Haltingen und Märkt
Wappen der früheren Gemeinden

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1700 600
1756 688
1805 922
1836 1.056
1852 1.419
1. Dezember 1871 1.409
1. Dezember 1880 ¹ 1.451
1. Dezember 1900 ¹ 2.052
1. Dezember 1910 ¹ 2.357
16. Juni 1925 ¹ 4.565
16. Juni 1933 ¹ 8.254
Jahr Einwohner
17. Mai 1939 ¹ 9.181
13. September 1950 ¹ 10.507
6. Juni 1961 ¹ 17.389
27. Mai 1970 ¹ 20.298
31. Dezember 1975 26.826
31. Dezember 1980 26.076
27. Mai 1987 ¹ 25.800
31. Dezember 1990 27.082
31. Dezember 1995 27.910
31. Dezember 2000 28.942
31. Dezember 2005 29.533
31. Dezember 2010 29.918
31. Dezember 2011 30.011

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen[Bearbeiten]

Weil gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Breisgau unterstellt. Im Jahr 1556 führte Markgraf Karl II. in Weil die Reformation ein. Danach war Weil eine überwiegend protestantische Gemeinde. Sie gehört zum Dekanat Lörrach der Evangelischen Landeskirche in Baden. Infolge des starken Wachstums der Gemeinde wurde 1937 die evangelische Pfarrei Weil geteilt. Es entstand die Westpfarrei, die Pfarrei heißt seither Johannes-Pfarrei. 1956 erhielt ebendiese Westpfarrei eine eigene Kirche, die Johanneskirche. Seit 1957 bildet Friedlingen eine eigene evangelische Kirchengemeinde. Die „Friedenskirche“, die der Pfarrei den Namen gab, wurde 1963 als bisher jüngste evangelische Kirche in Weil am Rhein gebaut. Als weitere katholische Pfarrei entstand 1957 die Kuratie Friedlingen mit der „dem Guten Hirten geweihte“ Kirche. Die Kuratie wurde 1964 zur Pfarrei erhoben.

Auch in den Stadtteilen Haltingen, Märkt und Ötlingen gibt es jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine alte Kirche. Auch diese Gemeinden gehören zum Dekanat Lörrach.

Im 19. Jahrhundert zogen wieder Katholiken nach Weil. Sie wurden zunächst von Stetten aus versorgt und erhielten 1904/05 eine eigene Kirche (Peter und Paul), die 1937 zur Pfarrei erhoben wurde. In Haltingen wurde 1964 eine katholische Pfarrei errichtet, nachdem bereits 1936/38 nach dem Bau der Marienkirche eine Pfarrkuratie errichtet worden war. Zur Gemeinde gehören auch die Katholiken in Märkt und in Ötlingen. Die katholischen Gemeinden im Weiler Stadtgebiet gehören heute zum Dekanat Wiesental des Erzbistums Freiburg.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Weil am Rhein auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter zwei Evangelisch-freikirchliche Gemeinden (Baptisten). Auch die Neuapostolische Kirche ist in Weil am Rhein vertreten.

Politik[Bearbeiten]

Als Große Kreisstadt unterliegt Weil am Rhein der Fach- und Rechtsaufsicht des Regierungspräsidiums Freiburg.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Das Rathaus von Weil am Rhein

Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat von Weil am Rhein aus 26 Gemeinderäten zusammen. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Kommunalwahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 39,1 % (2009: 38,4 %)
 %
30
20
10
0
25,9 %
22,8 %
21,6 %
15,3 %
11,3 %
3,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,4 %p
-0,6 %p
+0,5 %p
+2,8 %p
-1,5 %p
+3,1 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Unabhängige Freie Wähler
5
4
3
7
6
1
Von 26 Sitzen entfallen auf:

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Gemeinde Weil stand zunächst der herrschaftliche Vogt. Er wurde durch einen Stabhalter, der von 1560 bis 1822 bezeugt ist, unterstützt. Zur Vogtei Weil gehörten auch die Orte Friedlingen, Tüllingen und Klein-Hüningen. Seit 1715 gab es ferner vier bis sechs Beisitzer und vier Geschworene. Seit 1833 steht ein Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde. Ihm steht seither der Gemeinderat zur Seite. Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1972 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Vögte, Bürgermeister und Oberbürgermeister seit 1804
Jahre Name Amt
1804–1814 Hans Georg Ziegler Vogt
1814–1818 Lienin Vogt
1818–1822 F. Ziegler Vogt
1822–1833 Martin Reinert Vogt
1833–1835 Georg Friedrich Ziegler Bürgermeister
1835–1840 Johann Mehlin, Bürgermeister
1840–1841 Johann Sütterlin Bürgermeister
1842–1847 Johann Jakob Glattacker Bürgermeister
1847–1848 Fridlin Ziegler Bürgermeister
1848–1849 Fridlin Frey Bürgermeister
1849 Georg Friedrich Ziegler Bürgermeister
1849–1856 Johann Jakob Glattacker Bürgermeister
1856–1861 Max Hodel Bürgermeister
1862–1864 Georg Friedrich Ziegler Bürgermeister
1864–1870 Johann Jakob Fingerlin Bürgermeister
1870–1876 Johann Hauser Bürgermeister
1876–1904 Georg Friedrich Lienin Bürgermeister
1904–1918 Philipp Johann Bertsch Bürgermeister
1919–1933 Rudolf Kraus Bürgermeister
1933–1936 Walter Hennes Bürgermeister
1936–1945 Wilhelm Schellenberg Bürgermeister
1945–1946 Rudolf Kraus Bürgermeister
1946–1957 Peter Hartmann Bürgermeister
1957–1965 Wilhelm Schellenberg Bürgermeister
1965–1984 Otto Boll Bürgermeister
ab 1972 Oberbürgermeister
1984–2000 Dr. Peter Willmann Oberbürgermeister
Seit 2000 Wolfgang Dietz Oberbürgermeister

Wappen[Bearbeiten]

Flagge mit dem Wappen der Stadt Weil am Rhein

Das Wappen von Weil am Rhein zeigt in Silber, über einem erniedrigten blauen Wellenbalken, eine stilisierte blaue Weintraube mit acht sichtbaren Beeren und grünem Blatt. Die Stadtflagge ist blau-weiß. Wappen und Flagge wurden vom Innenministerium Baden-Württemberg am 6. August 1962 verliehen.

Bis ins 18. Jahrhundert trug die Gemeinde Weil ein Rebmesser und die Initiale „W“ in ihren Siegeln. Das Rebmesser wurde 1811 durch eine Weintraube ersetzt. Nach der Stadterhebung 1929 wurde die Traube in einen Wappenschild gesetzt. Ab 1952 bemühte sich die Stadt um eine amtliche Festlegung des Wappens, was 1962 zur Wappenverleihung führte. Neben dem Weinbausymbol wurde der Wellenbalken als Hinweis auf den Rhein gewählt. Die Wappen der in den 1970er Jahren eingegliederten Gemeinden trugen auch Weinbausymbole oder Symbole in Bezug auf den Rhein, und so stellt das 1962 verliehene Weiler Wappen auch eine Verbindung zu den heutigen Stadtteilen dar.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit der Schweiz (dem Kanton Basel-Stadt sowie dem Kanton Basel-Landschaft) und dem Elsass verbinden die Stadt zahlreiche Institutionen grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Die so genannte RegioTriRhena verbindet gemeinsame Geschichte und der Dialekt, der in jeweiligen Varianten gesprochen wird. Die benachbarte Kreisstadt Lörrach ist zwar immer noch der traditionelle Konkurrent, aber auf vielen Ebenen gibt es seit neuerer Zeit sinnvolle Zusammenarbeit.

Internationale Partnerstädte sind das benachbarte Huningue (Hüningen) in Frankreich (seit 1962), Bognor Regis (heute District Arun) in Großbritannien (seit 1987) und Trebbin in Brandenburg (seit 1990).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Weil am Rhein beginnt die Badische Weinstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Vom Stadtkern zum Ortsteil Ötlingen führt der Weiler Weinweg, mit Blick auf das Rheintal.

Das Kulturzentrum mit seinen 20 Künstlerateliers bietet neben vielerlei Interessantem auch stetig wechselnde kulturelle Veranstaltungen (Theater, Kino, Konzerte etc.).

Museen[Bearbeiten]

Vitra Design Museum

Das Museum am Lindenplatz befindet sich in einem klassizistischen Gebäude aus dem Jahre 1845. Hier werden wechselnde Ausstellungen zu kulturhistorischen Themen, unter anderem zu Stadtarchäologie, Kunstgewerbe, Literatur und Musik präsentiert.

Auf der ehemaligen Kandertalbahn, die vom Ortsteil Haltingen nach Kandern führt, fährt heute eine Museumsbahn.

Das Vitra Design Museum von Frank Gehry zählt zu den bedeutendsten Einrichtungen dieser Art in Europa. Des Weiteren gibt es ein Landwirtschaftsmuseum und das Museum Weiler Textilgeschichte in der Stadt. Der Stadtteil Ötlingen verfügt mit der Dorfstube über ein eigenes Museum.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Weil am Rhein verfügt über ein umfangreiches Angebot an Veranstaltungen, die weit über die Grenzen der Stadt auf Resonanz stoßen. Hier einige Beispiele:

  • Markgräfler Musikzauber – Volksmusikfestival im Dreiländergarten *
  • Kieswerk-Open Air, Kino und Kultur im Dreiländergarten
  • Spectaculum – Dreitägiges Mittelalterfestival im Dreiländergarten
  • internationales Walter-Waibel-Turnier für E- und D-Junioren der Jugendabteilung des SV Weil
  • Altweiler Straßenfest
  • Bläsefestival
  • Weiler Bluesnacht

Bauwerke[Bearbeiten]

Arbeitersiedlungen am Marktplatz in Weil-Mitte

Eines der ältesten Gebäude der Stadt und eines ihrer Wahrzeichen ist das sogenannte Stapflehuus, ein wohl um die Mitte des 16. Jahrhunderts erbautes ehemaliges Herrenhaus mit Staffelzinnen, das Sitz eines Röttler Obervogtes war. Es diente zudem als Amtssitz mit Empfangs- und Kanzleiräumen. Heute wird es als städtische Galerie und für Empfänge genutzt.

Das Rathaus wurde am 5. Juni 1964 eingeweiht. Es sollte den Beginn einer neuen Stadtmitte repräsentieren. Vor dem Rathaus wurde ein Uhrenturm errichtet, der die im Dreiländereck aneinanderstoßenden Länder Deutschland, Frankreich und Schweiz symbolisiert.

Die evangelische Kirche Alt-Weil wurde 1791 erbaut und erhielt 1906 einen höheren Turm. Zuvor gab es dort schon einen wesentlich kleineren Vorgängerbau, der bereits 786 im Besitz des Klosters St. Gallen war. 1956 entstand im Westen Weils die Johanneskirche für die Ortsteile Leopoldshöhe und Otterbach. 1963 wurde die Friedenskirche in Friedlingen erbaut. Die erste katholische St.-Peter-und-Paul-Kirche wurde 1904/05 auf der Leopoldshöhe errichtet; diese wurde Ende der 1980er Jahre durch einen Neubau ersetzt. 1957 entstand in Friedlingen die Kirche Zum Guten Hirten, ein moderner Hallenbau mit freistehendem Turm.

In Haltingen wurde die dortige alte evangelische St.-Georgs-Kirche 1718 umgebaut, der ältere Turm blieb jedoch erhalten. Die Katholiken des Ortes erhielten 1936 die Marienkirche. Die Kirche in Märkt geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Im Chor befinden sich Wandmalereien des 15. Jahrhunderts, die 1959 restauriert wurden. Die Ötlinger Kirche wurde 1410 bis 1420 erbaut, geht jedoch auf eine frühere Kirche zurück. Auch in dieser Kirche sind spätgotische Freskenbilder zu bewundern.

Dreiländerbrücke
Stauwehr Märkt

Mit dem Gebäude der inzwischen aufgelösten Vitra-Werkfeuerwehr und dem Landscape Formation One von Zaha Hadid sowie dem Pavillon von Tadao Ando bietet die Stadt weitere Anlaufpunkte für Architekturinteressierte. Weil am Rhein bezeichnet sich als die „Stadt der Stühle“ und lockt damit zahlreiche Besucher an. Ausgestellt sind diese überdimensionalen Stühle zum einen auf dem Gelände des Vitra Design Museums, zum anderen finden sich viele der Exemplare auch an anderen Stellen in der Stadt.

Eine stählerne Wendeltreppe, genannt Schlaichturm (benannt nach der Ingenieurgruppe Schlaich Bergermann und Partner), die den Fußgängerzugang zu den Sportanlagen, dem Erlebnisbad Laguna sowie zum Gelände der Landesgartenschau erlaubt, wurde im Rahmen der Baumaßnahmen für die Landesgartenschau im Jahre 1999 erstellt.

Die 2006/2007 erbaute Dreiländerbrücke, die von dem Architekten Dietmar Feichtinger zwischen Weil und Huningue konstruiert wurde, ist mit 229,40 Metern die längste freitragende Fußgänger- und Radfahrerbrücke der Welt.[6] Die einzige Verbindung zwischen der Leopoldshöhe und Friedlingen ist die über die Gleisanlage führende Friedensbrücke, die 1908 erbaut, während des Zweiten Weltkrieges gesprengt und 1950 saniert dem Verkehr wieder übergeben wurde.

Das Stauwehr Märkt unmittelbar südwestlich des gleichnamig gelegenen Ortsteils riegelt den Rhein auf ganzer Breite ab und bildet den Ausgangspunkt des Rheinseitenkanals (französisch: Grand Canal d’Alsace), der 50 Kilometer parallel zum Altrhein in Richtung Norden nach Breisach führt. Das Wehr wurde von 1928 bis 1932 von den Franzosen errichtet, die nach dem Versailler Vertrag (1919) das Recht zur beliebigen Ableitung des Rheinwassers sowie die Nutzung der Wasserkraft des Rheins besaßen. Ein kleiner Teil des Wassers wird durch Öffnungen im Wehr, verbunden mit einer Fischtreppe, in das Bett des Altrheins geleitet. Das Stauwehr Märkt und das Kraftwerk Kembs regeln den Pegel des Rheins, dessen Rückstau bis in das Basler Hafengebiet reicht. Das Stauwehr, das die Électricité de France betreibt, wird bei Hochwasser geöffnet. Fußgänger und Radfahrer können das Wehr über einen schmalen Weg passieren. Auf der elsässischen Seite liegt die sechs Kilometer lange und von Kanal und Altrhein flankierte Rheininsel (Île du Rhin).

Am 7. Oktober 1944 wurde das Stauwehr durch britische Tallboy-Bomben zerstört.[7]

Der Wasserturm Friedlingen liegt im gleichnamigen Stadtteil von Weil am Rhein und wurde 1908 errichtet.[8]

Parks[Bearbeiten]

Aussichtsturm auf dem Landesgartenschaugelände

Im Stadtteil Friedlingen befindet sich unmittelbar am Rhein der Rheinpark. Er bietet große Rasenflächen mit Brunnen, einem Teich, Spielgeräten für die Kinder und zahlreiche Bäume und Ruhebänke. Auf dem Gelände des Rheinparks befanden sich vor 200 Jahren Teile des Brückenkopfes der Hüninger Festung. Am Rande von Alt-Weil findet man den kleinen Läublin-Park, der – ähnlich einem englischen Schlosspark – seinen Besuchern Ruhe und Beschaulichkeit zwischen den umgebenden Hauptverkehrsadern schenkt.

Die „Grün 99“ war eine Landesgartenschau, die im Jahr 1999 Weil am Rhein zu einer regionalen Attraktion erhob. Seither ist die Parkanlage an der Grenze zu Basel und eine Bushaltestelle der Linie 55 nach ihr benannt.

Wiiler Buurefasnacht[Bearbeiten]

Eine regionaltypische Besonderheit ist die Wiiler Buurefasnacht, die traditionell am Sonntag nach der „normalen (rheinischen) Fastnacht“ stattfindet. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1958 wiederbelebt.[9] Nach den nachmittäglichen Umzügen mit parodistischen Wagen findet abends am Tüllinger Berg ein spektakuläres Scheibenschlagen statt, bei dem in prächtigen Fasnachtsfeuern angeglühte Holzscheiben an langen Stöcken wie Sternschnuppen über Pritschen gen Tal geschleudert werden, jeweils begleitet von guten (oder schlechten) Wünschen nach dem Motto: Schibi, schibo, wäm soll die Schiebe go? (Wem soll die Scheibe gelten?)

Als einheimische wie touristische Attraktion gilt seit Jahrzehnten das „Durchmachen der Nacht“, um anschließend um vier Uhr morgens den Morgestraich (Beginn der Basler Fasnacht) im benachbarten Basel zu bewundern. Mit Bus und Tram leicht zu erreichen, kann man dort erleben, wie die Stadt völlig verdunkelt ist und sich mit Wiederanschalten der Straßenbeleuchtung um Schlag vier Uhr morgens die Narren mit grell erleuchteten Bildern, lauten Trommelschlägen und Pfeifkonzerten aus allen Ecken lösen und durch die Stadt marschieren.

Mit der Entwicklung des Stadtteils Leopoldshöhe und dem Zuzug von Bahnbediensteten aus dem Rheinland veränderte sich das Bild der Weiler Fasnacht kurzzeitig, denn diese wollten kalendermäßigen Fasnachtszeit „Ihre Fasnacht“ feiern.

Mit dem Wachstum der Stadt wuchs auch die Narrenzunft. Clique um Clique schloss sich der Zunft an, so dass die Narrenzunft heute zweiundzwanzig Gruppen zählt.

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballverein SV Weil spielt derzeit in der Fußball-Beziksliga und hat 660 Mitglieder, davon 330 Jugendliche. Er hat die größte Jugendabteilung im Bezirk Hochrhein und eine der größten im Südbadischen Fußballverband.

Der RSV Weil am Rhein spielte viele Jahre in der Rollhockey-Bundesliga und konnte dabei einige nationale Titel (u. a. Deutscher Rollhockey Meister (Herren) 1993, 1995, 2000 und 2004, Deutscher Pokalsieger (Herren) 1995, 1998, 2000 und Deutscher Jugendmeister 1979 und 1982) gewinnen. Seit 2004 tritt er, ausgestattet mit einer Sonderspielgenehmigung, sehr erfolgreich in der höchsten Schweizer Rollhockey-Liga Nationalliga A (NLA) an. In der Saison 2008/2009 konnte der RSV als erstes ausländisches Team einen nationalen Meistertitel in der Schweiz gewinnen. Neben der Schweizer Meisterschaft konnte in derselben Saison auch der Schweizer Pokal nach Weil geholt werden. Mit dem 2009 neu gegründeten RHC Friedlingen International gibt es ab der Saison 2009/2010 eine zweite Weiler Rollhockeymannschaft. Die sich nach 2 Jahren wieder aufgelöst hat.

Der zweitgrößte Sportverein der Stadt ist der ESV Weil am Rhein mit sieben Abteilungen (Badminton, Handball, Kegeln, Leichtathletik, Schießen, Turnen und Tischtennis). Die Sportschützenabteilung des ESV ist einer der erfolgreichsten Schießsportvereine der Bundesrepublik und schießt seit 1999 ununterbrochen in der Bundesliga Luftpistole. Neben einer Vielzahl an Einzel- und Mannschaftsmeistertiteln in verschiedenen Pistolen-Disziplinen auf Bundesebene, Medaillengewinnen bei Europa- und Weltmeisterschaften und der Entsendung eines Olympiateilnehmers 2004 konnte der Verein 2007 den Deutschen Mannschaftsmeistertitel in der Bundesliga Luftpistole erringen. Die Tischtennis-Abteilung des ESV spielt seit 2007 in der Tischtennis Regionalliga-Süd.

Der mitgliederstärkste Verein der Stadt ist der TV Weil 1884 e.V.. Er ist ein Breitensportverein der mehr als 1200 Mitglieder hat. Vor allem tritt er durch die Faustball und Basketball-Abteilungen in Erscheinung. Der „Stammsitz“ des TV ist die Jahnhalle, die auch als eine „Ersatz-Stadthalle“ dient.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bau der Brücke für die Tramlinie 8 neben der Friedensbrücke über den Bahnhof
Containerumschlag im Rheinhafen in Weil am Rhein

Die Stadt ist durch die Bahnlinie S5 (Bahnstrecke Weil am Rhein–Lörrach) mit Lörrach und durch die Rheintalbahn mit Basel und Mannheim verbunden; darüber hinaus verfügt sie über einige lokale und regionale Busverbindungen. Sie gehört dem Regio Verkehrsverbund Lörrach an. Der neben dem Personenbahnhof als Bahnhofsteil des Badischen Bahnhofes von Basel gelegene heute stillgelegte Rangierbahnhof, wurde zu einem Containerumschlagbahnhof umgebaut. Zurzeit wird die Tramlinie 8 von ihrem jetzigen Endpunkt in Kleinhüningen in Basel durch Friedlingen zum Bahnhof Weil am Rhein verlängert. Sie soll zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 in Betrieb gehen werden.[11] Neben der Eisenbahn ist auch der Rheinhafen, der letzte vor der Schweizer Grenze, ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Über 600 Menschen arbeiten hier bei der Hafengesellschaft oder den dortigen Speditionen. Betreiber ist die Rheinhafengesellschaft Weil am Rhein. Umgeschlagen werden sowohl Container, Stückgut und Schwergut, als auch Massengüter wie Kies, Sand und Kohle. Der Güterumschlag hat sich vom Jahr 1995 bis 2005 verdoppelt. Im Jahr 2005 wurden 1,061 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Davon entfielen rund 599.879 Tonnen auf den Schiffsumschlag. Der Rheinseitenkanal nach Breisach ist dabei von besonderer Bedeutung.

An das überregionale Straßennetz ist die Stadt durch die Bundesautobahn 5 von Karlsruhe kommend verbunden, die auf Schweizer Gebiet als A2 bis Chiasso weitergeführt wird. Nördlich von Weil am Rhein verzweigt über das Autobahndreieck Weil am Rhein die A 98 östlich Richtung Waldshut. Darüber hinaus ist Weil über die Bundesstraßen 3 nach Freiburg, und 317 nach Titisee-Neustadt angebunden. Über die Bundesstraße 532 ist Weil am Rhein mit dem französischen Hüningen verbunden. Dafür wurde 1979 die Palmrainbrücke für die Rheinüberquerung eröffnet.

Behörden und ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Eines der bekanntesten Unternehmen ist die Firma Vitra, die mit ihren architektonischen Besonderheiten zahlreiche Besucher anzieht. Auch die Werbung der Stadt im Tourismusbereich bezieht sich vielfach auf die überdimensionalen Reproduktionen verschiedener Designer-Stühle der Firma. Der weltweite Marktführer für Energie- und Datenübertragung Conductix-Wampfler AG hat seinen Hauptsitz in Weil am Rhein.

Eine Bundespolizeiinspektion, die zur Bundespolizeidirektion Stuttgart gehört, hat ihren Sitz in Weil am Rhein.

Medien[Bearbeiten]

In Weil am Rhein erscheint als Tageszeitung die „Weiler Zeitung“, die vom Verlagshaus Jaumann in Lörrach herausgegeben wird. Diese bezieht ihren Mantel vom „Schwarzwälder Boten“. Über das Lokalgeschehen berichtet darüber hinaus die „Badische Zeitung“ aus Freiburg im Breisgau mit einer Lokalbeilage und die Wochenzeitung „Wochenblatt“.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Weil am Rhein gibt es zwei Gymnasien (Kant-Gymnasium und Oberrhein-Gymnasium), eine Realschule, eine Förderschule (Leopoldschule), fünf Grundschulen (Hermann-Daur-Grundschule Ötlingen, Karl-Tschamber-Grundschule, Leopoldschule, Grundschule Märkt und Rheinschule), eine Grund- und Hauptschule (Hans-Thoma-Schule Haltingen) und eine reine Hauptschule (Markgrafen-Hauptschule).

Der Landkreis Lörrach ist Träger des Schulkindergartens für geistig Behinderte.

Das private Abendgymnasium Weil am Rhein, die private Abendrealschule, der private Emma-Fackler-Schulkindergarten für Körperbehinderte und Sprachbehinderte, sowie das private Berufskolleg zur Erlangung der Fachhochschulreife runden das schulische Angebot Weils ab.

Die Stadt verfügt über eine Stadtbibliothek, die sich seit 1994 in der ehemaligen Peter-und-Paul-Kirche befindet. Die Volkshochschule[12], welche ihre Geschäftsstelle im Haus der Volksbildung hat, bietet ein breites Spektrum von Angeboten im Bereich der Erwachsenenbildung an. Der Schwerpunkt liegt auf Sprachen, der Integrationsarbeit und Gesundheits- und Bewegungskursen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Weil am Rhein hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1946: Rudolf Kraus, Bürgermeister a. D.
  • 1982: Charles Muller, Alt-Bürgermeister der Partnerstadt Hunigue
  • 1984: Otto Boll, Oberbürgermeister a. D.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Gottlieb August Bauer (1828–1913), Landschafts- und Porträtmaler
  • Enjott Schneider (eigentlich Norbert Jürgen Schneider; * 1950), Komponist und Schriftsteller
  • Patrik Köbele (* 1962), Politiker, Bundesvorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP)
  • Christian Streich (* 11. Juni 1965), ehemaliger deutscher Bundesliga-Fußballspieler und aktueller Chef- und Jugendtrainer beim aktuellen Erstligisten SC Freiburg
  • Markus Baltensperger (* 1970), Musiker und Musikproduzent

Personen, die mit Weil am Rhein in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Hubert Schardin (1902–1965), Physiker, der in Weil wohnte und 1965 dort mit einem Staatsbegräbnis geehrt wurde.
  • Martin Beneke (* 1966 in Konstanz), Physiker, absolvierte seine Schulzeit am Kant-Gymnasium. Beneke wurde im Jahre 2007 mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis für seine Forschungen im Bereich der theoretischen Elementarteilchenphysik ausgezeichnet.
  • Rainer Stickelberger (* 1951), Politiker (SPD), der im Ortsteil Haltingen wohnt. Er war von 1984 bis 1992 Bürgermeister in Weil, 2011 wurde er baden-württembergischer Justizminister.
  • Die Thrash-Metal-Band Destruction wurde 1982 in Weil am Rhein gegründet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Keyser (Hrsg.): Badisches Städtebuch (= Deutsches Städtebuch. Bd. 4: Südwest-Deutschland. 2: Land Baden-Württemberg. Teilbd.: Baden). Kohlhammer, Stuttgart 1959.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weil am Rhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Abteilung Landesbeschreibung des Staatsarchivs Freiburg im Breisgau: Der Landkreis Lörrach. Band 2: B. Gemeindebeschreibungen Kandern bis Zell im Wiesental. Herausgegeben von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Lörrach. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1994, ISBN 3-7995-1354-X, S. 742.
  3. klimadiagramme.de
  4. Pius Schwanz: 850 Jahre Istein. Hiesten 1139 – Istein 1989. Ortsverwaltung Istein, Efringen-Kirchen 1989, S. 20.
  5. http://www.weil-am-rhein.de/wahldat/336091g-2014.htm
  6. Brücke Weil am Rhein. In: Steeldoc. Nr. 4, 2008, ISSN 0255-3104, S. 30, Digitalisat, Schlagwörter zum Inhalt: Brückenbau; Fußgängerbrücke; Bogenbrücke; Stabbogenbrücke; Stahlbrücke; Stahlbogen; Rohrbogen; Spannweite.
  7. Bericht des WSA Freiburg (PDF; 531 kB)
  8. http://www.museen-weil-am-rhein.de/textilmuseum.html, abgerufen am 29.Mai 2014
  9. Verena Gutwein: Preisgeld war schnell verputzt. In: badische-zeitung.de, Nachrichten, Weil am Rhein, 25. Februar 2012 (2. Mai 2012)
  10. Warum der TV den ESV überholt hat. Abgerufen am 18. Dezember 2013.
  11. Basel: Verlängerte Tram 8 fährt vom 14. Dezember an - badische-zeitung.de. Abgerufen am 31. Mai 2014.
  12. Volkshochschule