Weilar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weilar
Weilar
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weilar hervorgehoben
50.76138888888910.155277777778289Koordinaten: 50° 46′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Dermbach
Höhe: 289 m ü. NHN
Fläche: 14,29 km²
Einwohner: 879 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36457
Vorwahl: 036965
Kfz-Kennzeichen: WAK, SLZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 084
Adresse der Verbandsverwaltung: Hinter dem Schloß 1
36466 Dermbach
Bürgermeister: Harald Fey
Lage der Gemeinde Weilar im Wartburgkreis
Kaltennordheim Bad Liebenstein Bad Salzungen Barchfeld-Immelborn Berka/Werra Berka vor dem Hainich Bischofroda Brunnhartshausen Buttlar Creuzburg Dankmarshausen Dermbach Diedorf Dippach Krayenberggemeinde Ebenshausen Empfertshausen Ettenhausen an der Suhl Kaltennordheim Frankenroda Frauensee Geisa Gerstengrund Gerstungen Großensee Hallungen Hörselberg-Hainich Ifta Barchfeld-Immelborn Kaltennordheim Kaltennordheim Kaltennordheim Krauthausen Lauterbach Leimbach Marksuhl Vacha Krayenberggemeinde Mihla Moorgrund Nazza Neidhartshausen Oechsen Ruhla Schleid Bad Liebenstein Seebach Stadtlengsfeld Bad Liebenstein Tiefenort Treffurt Unterbreizbach Urnshausen Vacha Vacha Weilar Wiesenthal Vacha Wolfsburg-Unkeroda Wutha-Farnroda Zella ThüringenKarte
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Dorfkirche

Weilar ist eine Gemeinde im Wartburgkreis im Südwesten Thüringens. Die zur Verwaltungsgemeinschaft Dermbach gehörende Gemeinde hat 901 Einwohner. Der Ortsteil Bayershof hatte am 30. Juni 2009 3 Einwohner.[2]

Lage[Bearbeiten]

Weilar liegt etwa zwei Kilometer südlich von Stadtlengsfeld am nordöstlichen Rand der Thüringer Rhön und wird von der Felda durchflossen. Die Landesstraße 1022 tangiert das Dorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahre 1153.[3] In alten Urkunden und Dokumenten aus jener Zeit wird er auch Wyler oder Wylere genannt. Die Burg von Weilar stand an der Stelle des Schlosses. 1153 wurde auch ein Ministerialengeschlecht Weilar erstmals genannt. Die Besitzverhältnisse änderten sich ständig, so dass Weilar einmal zum Kloster Hersfeld und später zum Kloster Fulda gehörte. Im Jahre 1498 ist erstmals der Familienname der Boineburgs im Zusammenhang mit dem Ort erwähnt. Ludwig von Boineburg erhielt vom Grafen Wilhelm von Henneberg Lehen zu Weilar. Es gehörte in der Folgezeit zur boineburgischen Herrschaft Lengsfeld.

Weilar war 1663-1713 von Hexenverfolgung betroffen. Neun Menschen gerieten in Hexenprozesse, drei Frauen und ein Mann wurden verbrannt.[4]

Im 18.Jahrhundert wurde die Burg zum Schloss umgestaltet. Reste der Burg sind im Mauerwerk und in den Wirtschaftsgebäuden vorhanden.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Weilar setzt sich aus 8 Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

  • CDU: 2 Sitze
  • Sportverein (SV): 6 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[6]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Harald Fey wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet. Das Wappen der Gemeinde Weilar ist zweimal gespalten: vorne ein Geviert von Silber und Schwarz, Mitte in Grün ein stilisiertes, rechtsgewendetes, silbernes Maiglöckchen mit 4 Blüten, hinten in Silber ein schwarzes Andreaskreuz. Das silber/schwarze Geviert ist dem Familienwappen der Boineburgs entnommen, deren Familiengeschichte fast ein halbes Jahrtausend mit dem Dorf und dessen Umgebung verbunden war. Das Maiglöckchen symbolisiert die Lage des Dorfes in der Thüringischen Vorderrhön mit ihrer artenreichen Flora. Das Andreaskreuz fand Eingang in das Wappen als Symbol für die im Ort errichtete evangelische Kirche, welche den Namen des Apostel Andreas trägt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Ort ist landwirtschaftlich und touristisch geprägt. Eine ehemalige Wasserkraftanlage wird als Pension bewirtschaftet.

Verkehr[Bearbeiten]

Weilar liegt an der Landesstraße 1022, welche von Dorndorf zur Bundesstraße 285 und nach Dermbach führt. Weilar hatte einen Haltepunkt an der Feldabahn (DorndorfKaltennordheim). Die Strecke wurde in den 1990er Jahren stillgelegt und die Gleise zwischen Weilar und Kaltennordheim im Jahr 2008 demontiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2.  Landratsamt Wartburgkreis (Hrsg.): Information ... In: Amtsblatt des Wartburgkreises vom 10. August 2010. Bad Salzungen 2010, S. 14.
  3. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer Verlag Rockstuhl Bad-Langensalza 2010 5. verb. Auflage ISBN 978-3-86777-202-0 S.306
  4. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 250
  5. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze Jenzig-Verlag 2001 ISBN 3-910141-43-9 S.269
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGemeinderatswahl 2014 in Thüringen - vorläufiges Ergebnis. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 17. Juni 2014.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weilar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien