Weiler-Simmerberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Weiler-Simmerberg
Weiler-Simmerberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Weiler-Simmerberg hervorgehoben
47.5833333333339.9333333333333632Koordinaten: 47° 35′ N, 9° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Höhe: 632 m ü. NHN
Fläche: 31,3 km²
Einwohner: 6115 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88171
Vorwahlen: 08387 (Weiler-Simmerberg) 08384 (Ellhofen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 129
Adresse der
Marktverwaltung:
Kirchplatz 1, 88171 Weiler-Simmerberg
Webpräsenz: www.weiler-simmerberg.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Rudolph (Freie Wähler)
Lage des Marktes Weiler-Simmerberg im Landkreis Lindau (Bodensee)
Baden-Württemberg Österreich Schweiz Landkreis Oberallgäu Bodolz Gestratz Grünenbach Heimenkirch Hergatz Hergensweiler Lindau (Bodensee) Lindenberg im Allgäu Maierhöfen Nonnenhorn Oberreute Opfenbach Röthenbach (Allgäu) Scheidegg Sigmarszell Stiefenhofen Wasserburg (Bodensee) Weiler-Simmerberg Weißensberg BodenseeKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Weiler-Simmerberg ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee).

Geografie[Bearbeiten]

Der im Westallgäu gelegene Markt grenzt direkt an die Region Bregenzerwald im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Der weite Blick zeigt eine sanfte Voralpenlandschaft während in den dicht bewaldeten engen Tobelbachtälern in vielen schroffen und steilen Felswänden die geologische Besonderheit der Gegend, eine Schichtung Sandstein - Nagelfluh zu Tage tritt.

Blick Richtung Süden von der Alpenstraße B 308 aus. Links oberhalb liegt Simmerberg, rechts mittig Weiler, im Hintergrund die Nagelfluhkette

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen (Ortsbereichen) Ellhofen, Simmerberg und Weiler im Allgäu. Zum Ortsbereich Weiler im Allgäu gehören die Filialen (Ortsteile):

  • Altenburg
  • Au
  • Bremenried
  • Buchenbühl
  • Dressen
  • Eyenbach
  • Hagelstein
  • Kapfreute
  • Krähnberg
  • Lachershof
  • Oberscheiben
  • Obertrogen
  • Riegen
  • Ruppenmanklitz
  • Salmers
  • Schreckenmanklitz
  • Siebers
  • Tobel
  • Untertrogen
  • Weißen

Filialen im Ortsbereich Simmerberg

  • Buch
  • Hasenried
  • Nagelshub
  • Unterberg
  • Oberleute

Filialen im Ortsbereich Ellhofen

  • Blättla
  • Burg
  • Gunta
  • Moos


Geschichte[Bearbeiten]

Historische Ortstafel in Simmerberg

Die Gemeinde feierte im Frühjahr 2005 die 1111-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung. Der Markt Weiler-Simmerberg war vor 1805 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte zur österreichischen Herrschaft Bregenz-Hohenegg. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Traditionsreichstes Unternehmen am Ort ist die Post Brauerei Weiler mit ihrer Geschichte seit 1650.

Am 1. September 1968 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Simmerberg und Weiler im Allgäu (amtlich Weiler i.Allgäu) zur neuen Gemeinde Weiler-Simmerberg zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1972 kam Ellhofen hinzu.[2]

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus von Weiler (rechts)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Marktgemeinderat nach den vergangenen drei Kommunalwahlen:

Wahljahr CSU SPD FW GR Gesamt
2002 8 4 6 2 20
2008 7 4 9 0 20
2014 9 3 8 0 20

GR = Gemeinderäte ohne Fraktionszugehörigkeit

Bürgermeister[Bearbeiten]

Karl-Heinz Rudolph von den Freien Wählern ist seit 2002 Bürgermeister von Weiler-Simmerberg. Er wurde 2008 mit 70,2 % der Stimmen wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Das 1969 zugeteilte Wappen ist im Wolkenschnitt schrägrechts geteilt von Silber und Rot. Es zeigt oben eine golden befranste rote Sturmfahne mit drei goldenen Ringen.

Beziehungen zu ausländischen Gemeinden[Bearbeiten]

Weiler-Simmerberg unterhält eine Partnerschaft mit Valmontone in Italien. Im Jahr 2002 gab es erste offizielle Besuche und weitere 2004/2005 zur Unterzeichnung der Charta zur Städtepartnerschaft („amtliche“ Verlobung). Im Frühjahr und Herbst 2008 wurde der Partnerschaftsvertrag verabredet. Eine weitere Partnerschaft wird mit Ollioules in Frankreich gepflegt. Diese seit Jahrzehnten freundschaftlichen Beziehungen basieren vorwiegend auf privater Basis. Eine dritte Partnerschaft wird zu Benifaió in Spanien Provinz Valencia unterhalten.

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Landschaft und Natur[Bearbeiten]

Hausbachklamm[Bearbeiten]

Weiler teilt sich sein bekanntestes Geotop mit Oberreute. Der Tobelabschnitt (Unterer Eingang: 47.5813689.919109) ist ca. 3 km lang und beeindruckt durch Auswaschungen und Strudeltöpfe im Sandstein und Nagelfluhgestein.

Enschenstein[Bearbeiten]

Gedenkstein(HDR)

Der Enschenstein 47.5548159.908402 ist ein Nagelfluhfelsen, den die Natur aus dem umliegenden Sandstein herauspräpariert hat. An den exponiertesten Stellen ragen 15 bis 20 Meter hohe, senkrechte Wände aus dem umgebenden Waldboden auf. Er ist selbst mit Bäumen bestanden. Der Zugang ist recht steil und die von unten heraufgewachsenen Bäume verdecken die Abbruchkante. So sind es vom Gedenkstein auf dem höchsten Punkt gerade noch drei Meter bis zum Abgrund.

„Aufm Enschenstein [Enzen Vorzeitriesen] um 500 vor Chr. illyrische Felsenburg, um 300 n.Chr. in den Alemannen-Stürmen Fliehburg d. Römer“

Otto Merkt: Inschrift des Gedenksteins auf dem Enschenstein

Ellhofer Tobelbach[Bearbeiten]

Das Geotop (Mitte (Tobelmühle): 47.5968679.962454) ist ein etwa 6,5 km langes verzweigtes Wandergebiet mit abwechslungsreichen sehr unterschiedlichen Wegabschnitten. Von fast ebenen Wiesen und Weiden führt der Weg bergauf und bergab an historischen und geologischen Zeitzeugen vorbei und wechselt unvermittelt in alpine Verhältnisse. Der am Tobelbach zutage tretende Sandstein war wegen der hohen Qualität als Baumaterial (unter anderem beim Ulmer Münster und bei der Eisenbahnbrücke über den Tobelbach) und zur Gewinnung von Wetzsteinen begehrt.

Wildrosenmoos[Bearbeiten]

Das Biotop (Lage: 47.531439.926663) ist das Quellgebiet des Eyenbaches (nicht wie oft zu lesen: des Hausbaches) und liegt direkt an der Grenze zu Sulzberg (Vorarlberg).

Das Trogener Moos[Bearbeiten]

Lage: (47.5451349.912243) Lokalpatriotisch eingestellte Journalisten weisen auf die seltene Flora und Fauna des Hochmoores hin und dass die hier heimische geschützte Kreuzotter sonst im Allgäu kaum vorkommen soll. Im Widerspruch dazu steht die detailliert dargestellte Bestandssituation in Bayern und Baden-Württemberg.[3]

Erratischer Block

Erratischer Block[Bearbeiten]

Diese geologische Besonderheit (Lage:47.6013319.922543) entstand während der jüngsten Eiszeit, als der Rheingletscher mit seinem östlichen Ausläufer weit nach Oberschwaben vorstieß. Dabei transportierte er einen Felsbrocken aus dem Massiv der „Dreischwestern“ in Liechtenstein (Lage:47.1484589.548578) 65 km weit bis nach Weiler. Mit einem ursprünglichen Volumen von 4000 Kubikmetern ist er der größte Findling Europas. In Unkenntnis seiner erdgeschichtlichen Bedeutung benutzte man den Erratischen Block im 18. Jahrhundert als Steinbruch und im 19. Jahrhundert diente der Hauptdolomitblock als billige Materialquelle zum Kalkbrennen. Ungefähr die Hälfte seiner ursprünglichen Masse ist erhalten.

Gletschertopf Scheffau[Bearbeiten]

Hauptartikel: Gletschertopf Scheffau

Gleich neben der Verbindungsstraße Weiler-Neuhaus (Grenze) auf der Höhe der Abkürzung nach Scheffau liegt mit diesem sehenswerten Überbleibsel einer Gletschermühle noch ein Erinnerungsstück an den Rheingletscher der jüngsten Eiszeit (Gemeindegebiet Scheidegg-Scheffau). (Lage: 47.5451489.874789)

Museen[Bearbeiten]

Weiler-Simmerberg verfügt über mehrere sehenswerte kleine Museen und Schausammlungen

Westallgäuer Heimatmuseum

Westallgäuer Heimatmuseum[Bearbeiten]

Es zeigt in 25 Räumen, über 4 Stockwerke verteilt, Gegenstände des täglichen Bedarfs aus Bürger- und Bauernstuben des Westallgäus, Gemälde und Skulpturen von der Gotik bis zur Neuzeit, Lebensbereich Küche, Wohn- und Schlafstube bis zum komplett eingerichteten Kaufladen, Trachten, Uhren und Musikinstrumente, Dokumente und Schaustücke über die Ortsgeschichte und verdiente und berühmte Bürger.

Pflanzenkundliche Schausammlung[Bearbeiten]

Sie wurde von Professor Karl Hummel aus Weiler gegründet und zeigt in einem über 100 Exponate umfassenden Herbarium aus gepressten Blüten und Pflanzen die unterschiedlichen Symmetrien und die Formenvielfalt der Westallgäuer Charakterpflanzen. In drei Schaufenstern sind je nach Jahreszeit bis zu 80 kurzlebige Pflanzen mit entsprechender Pflege- und Haltungsanweisung zu sehen. Eigene Abteilungen sind heimischen Orchideen sowie Mineralien und Gesteinen gewidmet.

Kornhausmuseum

Kornhaus Museum[Bearbeiten]

Das Kornhaus wurde im Jahr 1791 im Anschluss an eine Hungersnot als Kornspeicher zur Versorgung der Bürger mit Brotgetreide in Notzeiten erbaut. Der Westallgäuer Heimatverein rettete das historische Gebäude vor dem Abbruch und nutzt es jetzt als zweites heimatgeschichtliches Haus der Gemeinde für wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen wie die internationalen Kornhausseminare.

Brau- und Brunnenmuseum[Bearbeiten]

Es ist in den Räumen der Post Brauerei Weiler & Siebers Mineralquelle untergebracht und zeigt die Geschichte der Brauerei- und Brunnentradition in Weiler.

Gebäude[Bearbeiten]

Im Ortsbild fallen einige Gebäude auf, die oft einen Bezug zur Geschichte der Teilorte Weiler, Simmerberg oder Ellhofen haben.

Kirchplatz[Bearbeiten]

Am Hausbach (Hauptstraße)[Bearbeiten]

Die Straße führt am Hausbach entlang. Sie bietet neben den beiden Hauptmuseen des Ortes über die Nepomukbrücke den Zugang zum Kirchplatz und dem Rathaus.

Fridolin-Holzer-Straße[Bearbeiten]

In dieser parallel zum Hausbach verlaufenden Ortsstraße liegt der Sennhof, das von 1930 bis 1970 als Schulgebäude der Lehr- und Versuchsanstalt für Emmentalkäserei genutzte Gebäude.

Alois-von-Brinz-Straße[Bearbeiten]

Das ehemalige Gerichtsgebäude von Weiler im Allgäu wurde ursprünglich als Fabrik für Musselin- und Kattunproduktion erbaut.

Das Bahnhofsviertel, ein Werk Georg Buflers[Bearbeiten]

Mit Inbetriebnahme des Weilerer Bahnhofs und der Verbindungsstrecke nach Röthenbach an der Bayerischen Allgäubahn entwickelte sich in der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs vor dem Ersten Weltkrieg das Bahnhofsviertel um die Bahnhofsstraße und den Bahnhofsplatz als gehobene Wohn- und Geschäftslage. Der Marktbaumeister und Unternehmer Georg Bufler (1878-1950) plante und baute 1906 hier mehrere Gebäude mit jugendstilorientierter Fassade, die in ihrer Einheitlichkeit dem Bahnhofsplatz einen eigenen Charakter verleihen, so die Villen Inama und Stromeyer, die Wohn- und Geschäftshäuser Herz, Baldauf und Stadelmann. Zum Werk Buflers außerhalb des Bahnhofsbereichs gehören die Strohhutfabrik Milz und Karg, das Postamtsgebäude, die Wohn- und Geschäftshäuser Heim und Eschenlohr und der Sennhof, die Lehr- und Versuchsanstalt für Emmentalkäserei etwas zur Ortsmitte abgesetzt in der Fridolin-Holzer-Straße sowie die großen Umbauten bzw. Erweiterungen im Komplex des Brauereigasthofes Zur Post.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Hochzeitsparadies[Bearbeiten]

Romantikern unter den Heiratswilligen hält der Markt Weiler-Simmerberg für die standesamtliche Trauungs- und Festzeremonie Räumlichkeiten mit besonderem Ambiente bereit: der Sitzungssaal im historischen Rathaus, die Bauernstube im zweiten Stock des Heimat-Museums und den ehemaligen Kornspeicher des Kornhaus-Museums. Frischverheiratete und Paare, die gerade ihre Silberhochzeit gefeiert haben, können an einer zum Hausbach führenden Steintreppe zwischen Rathaus und Kornhaus einem alten italienischen und in Europa immer weiter um sich greifenden Brauch folgen. Sie bringen dort gemeinsam ein Liebesschloss an und werfen danach den Schlüssel mit den Worten „per sempre“ (für immer) in den Bach, damit die symbolische Verbindung nicht mehr gelöst werden kann.[4]

Kleine Kunst auf kleinen Plätzen[Bearbeiten]

Beliebte, vorwiegend musikalische, Kleinkunstveranstaltung unter freiem Himmel.

Internationales Kornhaus-Seminar[Bearbeiten]

Dem Westallgäuer Heimatverein gelingt es in unregelmäßigen Abständen, die unter Leitung des Kommunikationswissenschaftlers Professor Harry Pross von 1984 bis 1993 sehr erfolgreichen regelmäßigen - unter unterschiedlichen Themen stehenden - Veranstaltungen mit Vorträgen führender Wissenschaftler fortzusetzen.

Salzfest[Bearbeiten]

Es erinnert an die Bedeutung des Ortes Simmerberg und seiner Salzfaktorei im mittelalterlichen und neuzeitlichen Salzhandel (Salztransport) zwischen Bad Hall in Tirol bzw. Bad Reichenhall/Berchtesgaden und über den Bodensee in die Schweiz und in den badischen Raum. Höhepunkt der Veranstaltung ist der Historische Salzzug mit rossgezogenen Planwagen, Lastpferden und Publikum auf einem Teilstück der alten Tiroler Salzstraße von Oberstaufen nach Simmerberg.

Copa d'Ellhofa[Bearbeiten]

Ein in Ellhofen alljährlich um den Sommeranfang herum stattfindendes Beach-Soccer-Turnier mit anschließender Open-Air Beach Party.

Persönlichkeiten nach Tätigkeitsbereichen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Marktes[Bearbeiten]

In Weiler-Simmerberg geboren wurden (chronologisch nach Geburtsdatum geordnet):

  • Jacob Ernst Thomann von Hagelstein (auch Nestus Thomann; * um 1588 in Hagelstein; † 1653 in Lindau), deutscher Maler des Barock
  • Anton Schneider (* 1777 in Untertrogen, heute Ortsteil des Marktes Weiler-Simmerberg; † 1820 in Fideris/Graubünden), Rechtsanwalt, Freiheitskämpfer, 1809 Oberbefehlshaber des Vorarlberger Volksaufstandes
  • Otto von Langenmantel (* 1816 in Weiler im Allgäu; † 1875 in München), Bauingenieur und Baumeister der Befreiungshalle bei Kelheim
  • Friedrich Ritter von Lössl (* 1817 in Weiler im Allgäu; † 1907 in Wien) Ingenieur, herausragender Pionier des Eisenbahnstreckenbaus des 19. Jahrhunderts in Bayern und in Österreich, Erfinder des autodynamischen Uhrensystems.
  • Alois von Brinz (* 1820 in Weiler; † 1887), Studium der Rechte, Universitätslaufbahn, Lehrtätigkeit in Erlangen, 1857 in Prag (dort auch politisch tätig, Mitglied des böhmischen Landtags), 1866 Tübingen, 1871 München (lehrte dort römisches Zivilrecht und wurde Rektor der Universität). 1872 Verdienstorden der bayerischen Krone und Erhebung in den Adelsstand.
  • Hieronymus Fäßler (* 1823 in Weiler; † 1903), in den USA technischer Pionier bei der Konstruktion von Landmaschinen und Untergrundbahnen und bedeutender Unternehmer.
  • Ignaz Dornach (* 1868; † 1945), Tabakfabrikant (sein Großvater gleichen Namens (* 1795; † 1861) fabrizierte Kautabak in Röthenbach, dann Simmerberg, schließlich in Weiler, die Firma in der heutigen Alois-von-Brinz-Straße hatte im Jahr 1850 24 Arbeiter); Heimatforscher, Sammler von Altertümern und Kunstwerken, vermachte seine große Privatsammlung dem Westallgäuer Heimatverein, richtete mit befreundetem Bürgermeister Fridolin Holzer erstes Heimatmuseum im Rathaus ein. Ehrenbürger der damaligen Gemeinde Weiler im Allgäu.
  • Georg Bufler (* 1878 in Weiler; † 1950), Baumeister und Bauunternehmer, 50 Jahre Marktbaumeister des Ortes, prägte das Ortsbild vor allem in der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs vor dem Ersten Weltkrieg durch jugendstilorientierte Wohn- und Geschäftshäuser und öffentliche Bauten.
  • Karl Hummel (* 1902 in Weiler; † 1987 ebenda), Pharmazeutischer Botaniker, Spezialgebiet Iranische Flora, Professor für Pharmakognosie (Wissenschaft der vergleichenden Pflanzenanatomie). Gründer des wissenschaftlichen Instituts auf Schloss Lindlich in Hechingen.
  • Ludwig Scheller, Volksschullehrer und Heimatforscher, große Verdienste fürs Heimatmuseum
  • Ernst Jakob Henne, genannt „Schneller Henne“ (* 1904 in Weiler im Allgäu; † 2005 auf Gran Canaria) Motorrad- und Autorennfahrer und Unternehmer.
  • Toni Gruber (* 1943 in Weiler im Allgäu), Motorradrennfahrer und Unternehmer.
  • Wolfgang Hartung (* 1946 in Weiler-Simmerberg), Historiker, Mediävist
  • Claudius Magnus Pfanner (* 1952 in Simmerberg im Allgäu), Frisörmeister, regional bekannt als Akkordeonist und Keyboarder, kam mit seiner Formation „Allgäu Duo C & E“ bei dem Musikwettbewerb Allgäu Grand Prix 1997 und 1998 in die Endausscheidung der besten 13 Allgäuer Volksmusikbands.
  • Eberhard Rotter (* 1954 in Simmerberg), Abgeordneter der CSU im Bayerischen Landtag für den Stimmkreis Lindau-Sonthofen.
  • Nikolaus Pfanner (* 1956 in Simmerberg im Allgäu), Mediziner mit Schwerpunkten in der Biochemie und Zellbiologie; erhielt 2004 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der DFG.
  • Jockel Tschiersch (* 1957 in Weiler-Simmerberg), Schauspieler und Kabarettist.
  • Karl-Heinz Riedle (* 1965 in Weiler im Allgäu) erfolgreicher ehemaliger Fußballspieler (Stürmer) (Bundesliga und Nationalmannschaft).

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Weiler-Simmerberg lebten und wirkten bzw. leben und wirken außerdem:

  • Josef Aurel Stadler (* 1778; † 1837), Agrarreformer und Pionier der Allgäuer Hartkäseherstellung nach Schweizer Art (Emmentaler), erste erfolgreiche Versuche 1821 in Weiler mit Hilfe von zwei Sennerbuben aus dem Emmental.
  • Franz von Miller (* 1783 in Weitnau; † 1842 in Darmstadt); Wirtschaftsjurist, Volkswirtschaftler, Weggefährte und Vollender des Werkes von Friedrich List; machte sich um die deutsche Zollunion und die Vorläuferorganisationen verdient. Rettete als Oberschreiber am Landgericht Weiler im Allgäu den Ort nach dem Zusammenbruch der Vorarlberger Volkserhebung 1806 vor planmäßiger Zerstörung durch Napoleon.
  • Johann Conrad Blank (* 1747 in Sulzberg (Vorarlberg); † 1827 in Wien); österreichischer Abbé, k.k. Rat und Mathematiker.
  • Nicolò Inama stammte aus einer Familie von Peitschenmachern aus dem Nonstal im Trentino und ließ sich von Baumeister Georg Bufler 1903-1904 eine exklusive Villa mit Jugendstilelementen am Bahnhofsplatz für seinen Peitschen- und Weinhandel erbauen (heute Villa Lessing Bahnhofstraße 14).
  • Josef Widmann (* 1833 in Cham (Oberpfalz); † 1899); Ingenieur, Landwirt, Politiker und Pionier der Allgäuer Milchwirtschaft; gründete die Lehr- und Versuchsanstalt für Emmentalkäserei in Weiler
  • Max Hartmann (* 1876 in Lauterecken bei Kusel; † 1962 in Buchenbühl (Filiale des Ortsbereichs Weiler)), Biologe und Philosoph.
  • Udo Dammert (* 1904 in Baden-Baden; † 2003 in Simmerberg) Pianist, Klavierlehrer, Autor und Kunstsammler.
  • Hans Edgar Jahn (* 1914 in Neustettin; † 2000 in Bonn) Journalist, Publizist, PR-Berater, Verleger und Politiker zog sich, in seinem Ruhestand weiterhin schriftstellerisch tätig, nach Eyenbach, einem Filialort des Marktes Weiler-Simmerberg zurück.
  • Gertrud Wiedra (* 1921) Hinterglasmalerin und Kunstsammlerin.
  • Ernst Wilfer (* 1923 in Asch bei Eger im Sudetenland, heute Aš bei Cheb, Tschechien); deutscher Ingenieur und Erfinder, der sich bei Konstruktion, Bauleitung und Betrieb von Luftseilbahnen einen Namen machte, lebt seit seinem Ruhestand in Simmerberg.
  • Harry Pross (* 1923 in Karlsruhe; † 2010 in Weiler-Simmerberg) Sozialwissenschaftler und Publizist; initiierte und leitete von 1984 bis 1993 die ersten 10 „Internationalen Kornhaus-Seminare in Weiler im Allgäu“; lebte seit den 1980er Jahren in Weißen (Filiale des Ortsbereichs Weiler).
  • Frank Crüsemann (* 1938 in Bremen) Alttestamentler, bekannt durch Veröffentlichungen zur Tora, zu Elia und zur Sozialgeschichte des Alten Testaments sowie seine Beteiligung am christlich-jüdischen Dialog und seine Mitwirkung bei Deutschen Evangelischen Kirchentagen, verbrachte einen Teil seiner Schulzeit in Weiler im Allgäu.
Briefkasten der allgäu mail GmbH in Weiler

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerd Zimmer: Georg Bufler – Ein bedeutender Westallgäuer Baumeister, im Jahrbuch des Landkreises Lindau 1992, Verlag Wilfried Eppe, Bergatreutre, Seiten 49-58, ISBN 3-89089-025-3
  • Georg Wagner, Gerd Zimmer: Heimatbuch Weiler im Allgäu. Verlag Buchdruckerei Holzer, Weiler im Allgäu 1994. Herausgeber: Markt Weiler-Simmerberg (anlässlich der 1100 Jahr-Feier der erstmaligen urkundlichen Erwähnung).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weiler-Simmerberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise (Anmerkungen, Hinweise)[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 513
  3. vgl. Ulrich Joger, Ralf Wollesen (Hrsg.): Verbreitung, Ökologie und Schutz der Kreuzotter (Vipera berus). Mertensiella 15, 2004.
  4. Details zum Liebesschloss