Weiler bei Bingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Weiler bei Bingen
Weiler bei Bingen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Weiler bei Bingen hervorgehoben
49.9577777777787.8669444444444250Koordinaten: 49° 57′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Nahe
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 22,81 km²
Einwohner: 2543 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55413
Vorwahl: 06721
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 063
Adresse der Verbandsverwaltung: Koblenzer Straße 18
55411 Bingen am Rhein
Webpräsenz: www.weilerbeibingen.de
Ortsbürgermeisterin: Marika Bell
Lage der Ortsgemeinde Weiler bei Bingen im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück) Bacharach Manubach Oberdiebach Oberheimbach Niederheimbach Weiler bei Bingen Trechtingshausen Waldalgesheim Münster-Sarmsheim Bingen am Rhein Ingelheim am Rhein Budenheim Heidesheim am Rhein Wackernheim Grolsheim Gensingen Horrweiler Aspisheim Welgesheim Zotzenheim Badenheim Sprendlingen Sankt Johann (Rheinhessen) Wolfsheim (Gemeinde) Ockenheim Gau-Algesheim Appenheim Nieder-Hilbersheim Bubenheim (Rheinhessen) Ober-Hilbersheim Engelstadt Schwabenheim an der Selz Jugenheim in Rheinhessen Stadecken-Elsheim Essenheim Ober-Olm Klein-Winternheim Nieder-Olm Sörgenloch Zornheim Bodenheim Gau-Bischofsheim Harxheim Nackenheim Lörzweiler Mommenheim (Rheinhessen) Hahnheim Selzen Nierstein Oppenheim Dienheim Dexheim Dalheim (Rheinhessen) Köngernheim Friesenheim (Rheinhessen) Undenheim Uelversheim Uelversheim Ludwigshöhe Guntersblum Weinolsheim Dolgesheim Eimsheim Hillesheim (Rheinhessen) Wintersheim Dorn-Dürkheim Rhein-Lahn-Kreis Hessen Mainz Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Landkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild
Das Panorama von Weiler bei Bingen

Weiler bei Bingen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe an, die ihren Verwaltungssitz in Bingerbrück, einem Stadtteil von Bingen am Rhein hat.

Geographie[Bearbeiten]

Der Weinort Weiler bei Bingen liegt zwischen Koblenz und Bad Kreuznach südöstlich des Binger Walds und grenzt im Osten an Bingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals im Jahre 823 wird der Name des Ortes in einer Urkunde Kaiser Ludwig des Frommen erwähnt. Dem Sammler- und Forschergeist des verstorbenen Weilerer Mitbürgers Heinrich Bell verdanken wir jedoch die Erkenntnis, dass sich in der Weilerer Gemarkung schon seit der Urzeit der Menschheit menschliches Leben regte. Auf einer uralten, bereits von den Kelten benutzten Wegeverbindung hatten die Römer (52 v. bis 405 n. Chr.) eine moderne Heeres- und Handelsstraße angelegt, die Mainz mit Trier verband und an Weiler vorbeiführte (Ausoniusstraße). In dem auf Weilerer Gemarkung liegenden Binger Stadtwald werden seit 1994 die Reste eines römischen Gutshofes (Villa Rustica) freigelegt (siehe Villa Rustica (Weiler bei Bingen)).

Weiler war schon seit frühesten Zeiten stets sehr eng mit Bingen verbunden, die Weilerer Gemarkung war Teil der „Binger Mark“. Die Mainzer Bischöfe und Erzbischöfe hatten die Ortsherrschaft über die beiden Gemeinwesen inne. Sie ging 1438 an das Mainzer Domkapitel über und bestand nun fort, bis die französischen Revolutionstruppen 1792/1794 das Linke Rheinufer besetzten. Der Friede von Campo Formio beendete dieses Verhältnis, als 1797 die Nahe zur Grenze zwischen den französischen Departements Donnersberg (Mont-Tonnerre) und Rhein-Mosel (Rhin-et-Moselle) wurde. Der Wiener Kongress von 1815 teilte Weiler dem Königreich Preußen zu und 1816 kam Bingen zum Großherzogtum Hessen. Jetzt war die Nahe zur Staatsgrenze geworden. Mit dem Bau der Eisenbahnlinien an Rhein und Nahe gewann der Weilerer Ortsteil Rupertsberg an Bedeutung. Er wurde 1892 durch eine königlich-preußische Verfügung unter dem Namen Bingerbrück selbstständig, aus der Weilerer Gemarkung ausgegliedert und 1969 in die Stadt Bingen eingemeindet.

Die Geschichte von Weiler ist nicht von der Geschichte seiner katholischen Kirche zu trennen. An Stelle des alten kleinen Kirchleins, das schon im Jahre 1128 urkundlich erwähnt ist, wurde im Jahre 1866 die neue, im gotischen Stil erbaute Hallenkirche eingeweiht. Sie dominiert bis heute das Panorama der Gemeinde Weiler bei Bingen.

Die Gemeinde wurde am 1. Januar 1973 von Weiler bei Bingerbrück in Weiler bei Bingen umbenannt.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Weiler besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 5 7 1 7 20 Sitze
2009 6 9 1 4 20 Sitze
2004 5 9 1 5 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Weiler e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit dem 1. Dezember 2011 ist Marika Bell Ortsbürgermeisterin von Weiler bei Bingen, sie wurde am 25. Mai 2014 für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Eine kommunale Partnerschaft besteht seit 2002 mit der Gemeinde Sona in der Provinz Verona in Italien. Eine karnevalistische Partnerschaft wurde 2001 zwischen dem WCV-Weilerer Carneval Verein und dem Comitato Carnevalese "Lo Szigano" in Lugagnano, einem Stadtteil von Sona, begründet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Die Bundesautobahn 61 wird nach rund sieben Kilometer an der Anschlussstelle Stromberg erreicht.
  • Die Bundesautobahn 60 wird nach rund neun Kilometer über die B 9 in Bingerbrück (Richtung Mainz) erreicht.

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Heilig-Kreuz (Ganztagsschule)

Weiterführende Schulen sind: IGS in Stromberg, Rochus-Realschule Plus, Stefan-George-Gymnasium, Hildegardis-Gymnasium (nur für Mädchen), Berufsbildende Schule und Fachhochschule, alle in Bingen.

Sport[Bearbeiten]

Das Kultur- und Sportzentrum bietet mit der Rhein-Nahe-Halle (Mehrzweckhalle mit 600 Sitzplätzen), Bürgerstube, Sportplatz, Kampfbahn D mit Rasenplatz, einem Bolzplatz und der Tennisanlage vielfältige Möglichkeiten.

In der ehemaligen alten Volksschule ist heute nach vielen Renovierung- und Sanierungsarbeiten das Rathaus untergebracht und die ehemaligen Schulräume stehen den verschiedenen Ortsvereinen als eigene Vereinsräume zur Verfügung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Wilhelm Menke (* 24. Februar 1914, † 31. März 2002), Mitinhaber der NSM-Apparatebaugesellschaft Bingen, Ehrenbürger von Weiler bei Bingen.
  • Hermann Josef Stipp (* 30. Juli 1917, † 7. Oktober 2003), Arbeitsgerichtsdirektor, Heimatforscher, Ehrenbürger von Weiler bei Bingen.
  • Jakob Eiger (* 29. August 1909, † 11. Dezember 2007), Grafiker, Ehrenbürger von Weiler bei Bingen
  • Ewald Rittweiler (* 16. Oktober 1928), Postbeamter a.D., Ehrenbürger von Weiler bei Bingen
  • Franz Kellermeier (* 29. August 1927), Schulleiter a.D., Ehrenbürger von Weiler bei Bingen.
  • Wilhelm Maßing (* 1904, † 1981), Architekt
  • Bernhard Scherer (* 22. Juli 1896, † 20. Juni 1951), Kirchenmaler
  • Manfred Mols, Prof. (emeritiert) (* 27. Februar 1935), Bundesverdienstkreuz am Bande
  • Adam Josef Schmitt (* 30. Mai 1949), Jurist, Erster hauptamtlicher Beigeordneter des Landkreises Mainz-Bingen
  • Josef Kollay (* 17. März 1922, † 31. Juli 2008), Verwaltungsbeamter, Kommunalpolitiker, vom 1976 bis 1986 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe
  • Wolfgang Kollay (* 18. Juli 1948), Verwaltungsbeamter, Kommunalpolitiker, von 1999 bis 2008 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe
  • Konrad Schmitt (* 11. November 1922), Landwirt, Verwaltungsbeamter, Kommunalpolitiker, von 1974 bis 1984 Ortsbürgermeister von Weiler
  • Hans Günter Altenhofen (* 21. Oktober 1931), Kaufmann, Kommunalpolitiker, Ortsbürgermeister von Weiler von 1984 bis 1999, Kreistagsmitglied von 1994 bis 2004
  • Heinrich Bell (* 25. Juni 1907, † 1. Mai 1986), Landwirt, Steinzeit- und Heimatforscher.
  • Nikolaus Lautz (* 1. Oktober 1918, † 11. Juli 1997), Bahnbeamter, Kommunalpolitiker, ehrenamtlicher Ortsbürgermeister von 1964 bis 1974. Ausgezeichnet mit der Medaille zum Bundesverdienstkreuz.
  • Erwin Owtscharenko (* 8. August 1955), Polizeibeamter, ehrenamtlicher Ortsbürgermeister von 1999 bis 2011.
  • Günter Ederer (* 1941), Wirtschaftsjournalist, Schriftsteller und Filmemacher. Vielfach ausgezeichnet u.a. mit dem Ludwig-Erhard-Preis.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weiler bei Bingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 205 (PDF; 2,50 MB)
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen