Weilheim (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weilheim
Weilheim (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weilheim hervorgehoben
47.6583333333338.2405555555556517Koordinaten: 47° 39′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 517 m ü. NHN
Fläche: 35,64 km²
Einwohner: 3072 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79809
Vorwahlen: 07741 und 07755Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 118
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Badener Platz 1
79809 Weilheim
Webpräsenz: www.weilheim-baden.de
Bürgermeister: Roland Arzner
Lage der Gemeinde Weilheim im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Weilheim ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Weilheim (Baden) liegt im südlichen Baden-Württemberg am südlichen Rand der Landschaft Hotzenwald/des Hotzenwaldes. Das Gemeindegebiet grenzt im Süden an die Kreisstadt Waldshut-Tiengen. Hier fließt der Hochrhein, ein Abschnitt des Rheins, der die Grenze zur Schweiz bildet.

Weitere Nachbargemeinden sind Albbruck, Höchenschwand und Ühlingen-Birkendorf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Weilheim gehören die ehemaligen Gemeinden Bannholz, Bierbronnen, Nöggenschwiel und Remetschwiel.

Zur ehemaligen Gemeinde Bannholz gehören das Dorf Bannholz, die Weiler Aisperg und Ay, der Zinken Außer Ay und das Gehöft Auf dem Hof. Zur ehemaligen Gemeinde Bierbronnen gehören die Dörfer Bierbronnen (Ober und Unter) und Rohr, der Weiler Heubach und das Gehöft Löchlemühle. Zur ehemaligen Gemeinde Nöggenschwiel gehören das Dorf Nöggenschwiel und das Haus Fohrenbach(er) Mühle, zur ehemaligen Gemeinde Remetschwiel die Dörfer Remetschwiel und Brunnadern und der Wohnplatz Waldhaus. Zur Gemeinde Weilheim in den Grenzen von 1974 die Dörfer Weilheim, Bürglen und Dietlingen und der Weiler Schnörringen.

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Bierbronnen liegt die Wüstung Wislangen. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde liegen zwei 1279 erwähnte, abgegangene Burgen sowie die Wüstung Oberwihl. Die 1276 erstmals genannte Ortschaft Haselbach ist den Dörfern Weilheim und Indlekofen aufgegangen, des Weiteren liegen im Gebiet der Gemeinde Weilheim in den Grenzen von 1974 die abgegangenen Burgen Gutkrenkingen und Isnegg.[2]

Nördlich des Ortsteils Nöggenschwiel befindet sich die Burg Leinegg.

Geschichte[Bearbeiten]

Weilheim ist, wie vor- und frühgeschichtliche Funde bezeugen, ein uraltes Siedlungsland.

Die erste urkundliche Erwähnung von Aisperg erfolgte im Jahre 890, Weilheim selbst wurde zum ersten Mal im Jahre 929 als Wilhaim urkundlich erwähnt. Älter noch ist der 871 in einer Urkunde des Klosters Rheinau bezeugte Ortsteil Bannholz, der im Mittelalter Sitz der Vogtei war. Vom 780 Meter hohen Gupfen ist die Alpenkette zu sehen. Das Dorf Weilheim-Remetschwiel soll noch älter und auf den Fundamenten einer römischen Siedlung erbaut worden sein.

Bis zum letzten Jahrhundert wurde um Weilheim großflächig Wein angebaut. Der heute eingestellte Weinbau reichte weit ins Mittelalter zurück. Im Jahr 1351 besaßen die Mönche von St. Blasien allein in Weilheim vier Weingärten. 1383 wird ein Klosterhof in Nöggenschwiel erwähnt, zu dem auch ein ausgedehnter Rebgarten gehörte.

Heute steht jedoch die Rose im Mittelpunkt der Gemeinde. Seit 1970 führt der 1279 als villa Noecherswiler erstmals erwähnte Ortsteil Nöggenschwiel mit seinen über 20.000 Rosenstöcken den Titel „Rosendorf im Schwarzwald“ und gewann 1965 den bundesweiten Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden. Dies führte zu einem Aufschwung des Tourismus.

Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Auswanderungswelle nach Ungarn, im 19. Jahrhundert in die USA. Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Weilheim, Bannholz, Bierbronnen, Nöggenschwiel und Remetschwiel neu gebildet.

In der Nähe der Gemeinde Weilheim befinden sich die Reste der Burg Gut-Krenkingen, einer Turmhügelburg aus dem 12. Jahrhundert.

Bannholz
Bannholz
Bierbronnen
Bierbronnen
Nöggenschwiel
Nöggenschwiel
Remetschwiel
Remetschwiel
Weilheim (alt)
Weilheim (alt)

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 erbrachte folgendes Ergebnis:

Gemeinsame Liste 47,30 % 6 Sitze
Liste unabhängiger Bürger 27,71 % 3 Sitze
CDU 24,99 % 3 Sitze

Partnerschaften[Bearbeiten]

Weilheim pflegt seit 1992 eine Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde Baden (Morbihan) in der Bretagne.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Ortsteil Waldhaus ist die Privatbrauerei Waldhaus ansässig.

Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weilheim profitiert mit seiner Lage auf der welligen, sich zum Hochrhein im Süden abdachenden Hochfläche des Hotzenwaldes einerseits vom Alpenpanorama und andererseits vom landschaftlichen Kontrast zu den Großschluchten der Schwarza und der Schlücht.

Der Obere Wasserfall des Haselbaches östlich von Indlekofen (siehe auch Wasserfälle in Deutschland) stürzt am Grunde einer kleinen Schlucht mit kompaktem Strahl zwölf Meter tief in ein fast kreisrundes Felsbecken. (Nicht zu verwechseln mit dem Haselbecken)

Mit dem Unteren Wasserfall stürzt der Haselbach durch einen kurzen klammartigen Spalt neun Meter tief in den Teufelskessel kurz vor der Mündung in die Schlücht.

Der Hohfluhfelsen östlich Nöggenschwiel bietet einen barrierefrei erreichbaren Tiefblick in das Schwarzatal mit dem Bannwald der Berauer Halde (Gemeinde Ühlingen-Birkendorf) und dem Stausee Witznau bis hin zum Schlüchttal.

Bei Bauarbeiten an einer Brauerei, die zwischen 1988 und 1990 bei Waldhaus stattfanden, wurden in den dort anstehenden Schichten des Oberen Buntsandsteins (frühe Mittlere Trias) verschiedene Knochenreste entdeckt, die zum Zwecke der wissenschaftlichen Bearbeitung in das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart verbracht wurden.[3] Zu den gefundenen Resten gehören verschiedene Fischarten sowie ein Reptilienexemplar, das zunächst für ein Jungtier der Art Tanystropheus antiquus gehalten wurde.[4] Spätere Untersuchungen ergaben jedoch, dass dieses Stück aufgrund ungünstiger Erhaltung nur als nicht näher bestimmbarer Vertreter der Familie Tanystropheidae eingestuft werden kann.[5] Des Weiteren kamen dort Knochen eines rein landlebenden Vorfahren der heutigen Krokodile, eines sogenannten „Rauisuchiers“, zum Vorschein. Sie ähneln stark denen des „Rauisuchiers“ Ctenosauriscus koeneni. Letzterer wird als Erzeuger einer speziellen, großen Variante der Ichnospezies Chirotherium sickleri, wie sie z. B. in Hardheim gefunden wurde, vermutet.[4]

Sport[Bearbeiten]

Rundwege und Radwege verbinden die einzelnen Ortsteile.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Konstantin Karl Falkenstein (* 12. November 1801 im Forsthaus Wohlfahrtsmatt bei Remetschwiel; † 18. Januar 1855 in Pirna) war Historiker, Bibliothekar und Schriftsteller.[6]
  • August Peifer SJ (* 29. Oktober 1877 in Ay; † 28. Mai 1919), Priester, Theologe und Philosoph

Bildung[Bearbeiten]

Die Gustav-Siewerth-Akademie war eine seit 1988 staatlich anerkannte wissenschaftliche Hochschule in privater Trägerschaft. Im Juni 2013 wurde der Hochschule durch die baden-württembergische Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer die staatliche Anerkennung entzogen, da sie mit ihrem nebenberuflichen wissenschaftlichen Personal, für das jährlich 12.000 bis 26.000 Euro aufgewendet würden, keine nachhaltige Hochschulstruktur vorzuhalten in der Lage sei.[7] Sie wurde gegründet von Alma von Stockhausen, die auch heute noch Dekanin der Akademie ist. Die Akademie lehrt in den Fächern Philosophie, Soziologie, Journalistik, Philosophie der Naturwissenschaften, Katholische Theologie und Pädagogik.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hubert Matt-Willmatt, „Weilheim im Landkreis Waldshut“, Gemeinde Weilheim 1977

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1039–1043
  3. Franz Falkenstein, Saurier beim Waldhaus - Über die ältesten Fossilien im Landkreis, in: Heimat am Hochrhein Band XVI., 1991, S. 70 ff. ISBN 3-87799-097-5
  4. a b Klaus Ebel, Franz Falkenstein, Frank-Otto Haderer, Rupert Wild: Ctenosauriscus koeneni (v. Huene) und der Rauisuchier von Waldshut - Biomechanische Deutung der Wirbelsäule und Beziehungen zu Chirotherium sickleri Kaup. Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B., Nr. 261, 1998, online
  5. Nicholas C. Fraser, Olivier Rieppel: A new protorosaur (Diapsida) from the Upper Buntsandstein of the Black Forest, Germany. Journal of Vertebrate Paleontology. Bd. 26, Nr. 4, 2006, S. 866-871, doi:10.1671/0272-4634(2006)26[866:ANPDFT]2.0.CO;2
  6. Biographie
  7. "Akademie ohne Anerkennung" Badische Zeitung, 1. Juli 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weilheim (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien